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Wissenschaft

Kinderimpfung und Autismus: 26 Prozent häufiger bei Geimpften

0 Kommentare 6. Oktober 2026 7 Minuten Lesezeit von Dr. Peter F. Mayer

Am 5. Oktober 2026 erschien auf Zenodo ein Präprint, der die Debatte um Kinderimpfungen neu befeuert. 21.990 Kinder, amtliche US-Regierungsdaten, ein Dosis-Wirkungs-Muster – und wieder eindeutige Zusammenhänge zwischen Impfung un neurologischer Schädigung.

Datengrundlage ist der National Health Interview Survey (NHIS) des National Center for Health Statistics, einer Einrichtung der CDC. Eine bevölkerungsrepräsentative Haushaltsbefragung, ein Kind pro Haushalt, Elternauskunft zu Impfstatus und Diagnosen. Die Stichprobe umfasste 21.990 Kinder (0–17 Jahre) mit Angabe zum COVID-Impfstatus; 19.882 Kinder (2–17 Jahre) für die Autismus-, ADHD- und Lernbehinderten-Items. Darin: 844 Lifetime- und 779 aktuelle ASD-Fälle.

Die zentralen Ergebnisse

Verglichen wurden COVID-19-geimpfte mit ungeimpften Kindern. Angegeben wird jeweils, um wie viel höher die Chance auf die jeweilige Diagnose bei den geimpften Kindern lag. Ein Wert von 1,32 bedeutet also: Die Chance war um 32 Prozent erhöht.

Für Autismus über die Lebenszeit lag der Wert bei 1,26, für aktuellen Autismus bei 1,32. ADHD erreichte 1,33, irgendeine Neuroentwicklungsdiagnose 1,23 und sonderpädagogischer Bedarf 1,19. Beim Asthma lag der Wert bei 1,24, bei täglicher oder wöchentlicher Angst bei 1,27. Am höchsten waren die Werte für die Einnahme von Psychopharmaka mit 1,57 und für Psychotherapie mit 1,60.

Dosis-Wirkung und junge Kohorten

Ein Anstieg mit der Dosiszahl wird berichtet: Für aktuellen Autismus 1,03 nach einer Dosis, 1,25 nach zwei Dosen und 1,40 nach drei oder mehr Dosen, jeweils gegenüber null Dosen.

Am stärksten in den jüngsten exponierten Kohorten:

  • Drei oder mehr Dosen gegen null bei 5- bis 7-Jährigen: Wert 2,54

  • 2- bis 7-Jährige: Wert 2,37

  • Erstimpfung mit höchstens 5 Jahren, mindestens ein Jahr vor dem Interview: Wert 2,46, gestützt auf nur neun exponierte Fälle

Die Robustheitsargumente der Autoren

  • Unter einer Gewichtungsmethode, die Geimpfte und Ungeimpfte statistisch vergleichbar macht, blieb die Autismus-Assoziation bestehen (Lebenszeit 1,23; aktuell 1,26), während die Kontrollgrößen Notaufnahme und Hospitalisierung gegen null gingen.

  • Nach Beschränkung auf physisch gesunde Kinder blieb der Effekt bestehen.

Was die Autoren selbst einräumen

  • NHIS ist querschnittlich, es gibt keine exakten Diagnosedaten. Die Studie kann nicht sicherstellen, dass die Impfung der Diagnose vorausging.

  • Die Influenza-Impfung als Kontrollgröße zeigte dieselben Assoziationen (Autismus 1,11; HPV 1,17), ein Hinweis auf einen Störfaktor durch unterschiedliches Gesundheitsverhalten, den die Autoren ausdrücklich nennen.

  • Der stärkste Autismus-Effekt fand sich bei Kindern mit beiden Impfungen. Die Autoren deuten das als möglichen kumulativen Impfeffekt, es könnte aber ebenso gut ein Bias-Signal sein.

  • Die Assoziation war auf Mädchen beschränkt, ein Muster, das die Autoren nicht erklären können.

  • Die Autoren schreiben selbst: „Da es bei einem Querschnittsdesign nicht möglich ist, die Reihenfolge von Exposition und Diagnose festzulegen, lässt sich keine allgemeine Aussage über die Auswirkungen der planmäßigen Kombinationsimpfung im Kindesalter auf die neurologische Entwicklung treffen.“

Die Methodik

1. Die Kontrollgröße ist der Schwachpunkt

Der stärkste Einwand gegen das Papier ist im Papier selbst enthalten: Wenn die Influenza-Impfung, die nach allgemeinem Konsens nicht mit Autismus zusammenhängt, dieselbe Assoziation zeigt, dann misst die Studie womöglich nicht die Impfung, sondern einen Störfaktor. Familien, die ihre Kinder impfen, gehen häufiger zum Arzt, lassen häufiger diagnostizieren, haben häufiger Zugang zum Gesundheitssystem.

Die Autoren kontern mit einem direkten Vergleich: Kinder mit nur COVID-Impfung hatten höhere Autismus-Chancen als Kinder mit nur Influenza-Impfung. Aber gegen die ungeimpfte Referenz waren beide Schätzwerte nahezu identisch, 1,11 gegen 1,12. Das ist kein starkes Argument für Spezifität.

2. Querschnittsdaten können keine Kausalität belegen

Wenn Autismus typischerweise zwischen dem 2. und 4. Lebensjahr diagnostiziert wird und COVID-Impfungen für Kinder ab 5 Jahren (2021) beziehungsweise ab 6 Monaten (2022) zugelassen wurden, dann ist die zeitliche Reihenfolge in vielen Fällen unklar oder sogar umgekehrt. Ein Kind mit früher Diagnose wird vielleicht seltener geimpft, ein Kind ohne Diagnose häufiger. Die Autoren nennen das Problem, lösen es aber nicht.

3. Kleine Fallzahlen in den Schlüsselanalysen

Die Schlagzeile von den deutlich höheren Autismus-Chancen bei 5- bis 7-Jährigen mit drei oder mehr Dosen beruht auf einer Subgruppe mit sehr wenigen Fällen. Die Analyse mit dem Wert 2,46 basiert auf neun exponierten Autismus-Fällen. Solche Subgruppen-Analysen sind anfällig für zufällige Signale, besonders wenn viele Ergebnisse getestet werden.

4. Multiples Testen

Die Autoren prüfen Dutzende Ergebnisse über mehrere Adjustierungsstufen. Bei einer so großen Zahl von Tests steigt die Wahrscheinlichkeit von falsch-positiven Befunden erheblich. Die Autoren erwähnen keine Korrektur für multiples Testen.

5. Präprint-Status

Das Papier hat kein Peer-Review durchlaufen. Es ist auf Zenodo veröffentlicht, einer offenen Plattform.

Die Gegenposition

Die Mainstream-Position zur Impf-Autismus-Frage steht massiv unter Druck. Die CDC hat Ende 2025 ihre Website geändert und erklärt, die Behauptung „Impfungen verursachen keinen Autismus“ sei nicht evidenzbasiert, weil Studien die Möglichkeit eines Zusammenhangs nicht ausgeschlossen hätten.

Gleichzeitig gibt es eine methodische Gegenposition, die für jede Beobachtungsstudie zur Impfwirkung gilt: der Healthy-Vaccinee-Bias. Eine viel zitierte Arbeit in PMC zeigt, dass Beobachtungsstudien zur COVID-Impfung bei Kindern systematisch überschätzen, wie gesund Geimpfte sind, weil Geimpfte im Durchschnitt gesünder, wohlhabender und besser medizinisch versorgt sind als Ungeimpfte.

Und die Prävalenzdaten selbst sind bemerkenswert: Laut National Survey of Children’s Health (2023–24) haben 4,3 Prozent der US-Kinder im Alter von 3–17 Jahren aktuell eine Autismus-Diagnose (nschdata.org). Eine NHIS-Analyse für 2019–2021 fand 3,11 Prozent (Frontiers in Psychiatry). Der Trend ist real und unbestreitbar, die Frage ist, was ihn treibt.

Die McCullough Foundation hat im November 2025 eine viel beachtete Übersichtsarbeit zu den Ursachen von Autismus vorgelegt, die im Mai 2026 im Journal of Independent Medicine in begutachteter Form erschien. Nach Auswertung von über 300 Studien kommen die Autoren zu dem Schluss, Impfungen seien der bedeutendste modifizierbare Risikofaktor für Autismus (TKP-Bericht vom 14. Mai 2026).

Diese Arbeit ist umstritten, aber sie ist peer-reviewed publiziert und wird in der Debatte ernsthaft zitiert. Das neue NHIS-Papier ist demgegenüber jünger und schwächer, es liefert ein Signal, nicht den Beweis.

Fazit

Das Preprint ist das erste seiner Art: Es verknüpft COVID-Kinderimpfung mit Neuroentwicklungs-Ergebnisse auf Basis einer großen, bevölkerungsrepräsentativen US-Regierungsstichprobe. Das ist ein legitimer Forschungsbeitrag.

Es ist aber kein Beweis für Kausalität. Die Autoren räumen das selbst ein. Die Studie zeigt eine Assoziation, die über mehrere Adjustierungsstufen robust bleibt, aber sie kann nicht ausschließen, dass ein Störfaktor wie unterschiedliches Gesundheitsverhalten, Diagnose-Zugang oder sozioökonomischer Status den Effekt erklärt. Der stärkste Hinweis darauf: Die Influenza-Kontrollgröße zeigt dieselbe Assoziation.

Was folgt daraus? Forschung, nicht Gewissheit. Die Autoren fordern eine verknüpfte Geburtskohortenstudie, die Exposition und Diagnose zeitlich ordnen kann. Wobei es seit Jahren sowohl epidemiologische Studien gibt, die Autismus nachweisen, als auch biochemische Arbeiten, die ganz klar die Wirkwege aufzeigen.

Die Autismus-Prävalenz steigt jedenfalls mit der zunehmenden Zahl der Impfungen.

Das Papier im Überblick

Titel: „Neurodevelopmental Outcomes in COVID-19-Vaccinated Versus Unvaccinated U.S. Children: Analysis of the National Health Interview Survey, 2022–2024“ (Neuroentwicklungsergebnisse bei geimpften und ungeimpften Kindern in den USA: Analyse der National Health Interview Survey, 2022–2024)

Autoren: Nicolas Hulscher (MPH), M. Nathaniel Mead (MSc, PhD), Carol Taccetta (MD, FCAP), John A. Catanzaro (NMD, PhD), Robyn A. Honea (PhD), Peter A. McCullough (MD, MPH)

Original: zenodo.org/records/23165256 Zusammenfassung des Erstautors: thefocalpoints.com/p/breaking-study-covid-19-vaccination-9fd

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