Ein ehemaliger CDC-Wissenschaftler wird sich vor Gericht schuldig bekennen. Er hat Gelder, die für Autismus-Forschung vorgesehen gewesen wären, zweckentfremdet. Innerhalb der Wissenschaft wurde er für Studien bekannt, die Autismus als Impfnebenwirkung ausschließt.
Poul Thorsen, ein ehemaliger Wissenschaftler der US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC), steht vor einem Schuldeingeständnis. Die Anklage stammt aus dem Jahr 2011 und betrifft den angeblichen Missbrauch von über einer Million US-Dollar an CDC-Forschungsgeldern. Nun wird er sich der Staatsanwaltschaft beugen und für schuldig erklären.
Nathan Kitchens, stellvertretender US-Staatsanwalt für den nördlichen Bezirk von Georgia, bestätigte gegenüber dem Online-Portal Children’s Health Defense einen entsprechenden Ablauf. Weitere Details nannte er allerdings nicht. Brisant: Thorsen war nach Europa „geflüchtet“, seit seiner Auslieferung im Mai befindet er sich in Haft ohne Kaution. Deutschland hatte ihn ausgeliefert.
Laut der Anklage von 2011 soll Thorsen CDC-Zuschüsse, die für Autismus- und Public-Health-Forschung vorgesehen waren, zweckentfremdet haben. Mit dem Geld habe er unter anderem ein Haus, zwei Autos und ein Motorrad erworben. Ihm drohen zwei Anklagepunkte wegen Wire Fraud und neun wegen Geldwäsche.
Thorsen arbeitete ab den späten 1990er-Jahren für die CDC, zunächst als Gastwissenschaftler mit Fokus auf Geburtsfehler und Entwicklungsstörungen. Später wandte er sich der Autismusforschung zu. Besonders einflussreich wurden zwei Studien, an denen er beteiligt war: Die 2002 im New England Journal of Medicine veröffentlichte Madsen-Studie zur Masern-Mumps-Röteln-Impfung (MMR) und eine 2003 in Pediatrics erschienene Arbeit zu Impfstoffen. Beide kamen zu dem Schluss, dass kein Zusammenhang mit Autismus bestehe.
Laut dem Bericht von Children’s Health Defense spielten diese Arbeiten eine Rolle bei der Abweisung von über 5.000 Ansprüchen im Rahmen des US-Entschädigungsprogramm für Impfschäden. Kritiker sehen in dem bevorstehenden Schuldeingeständnis Anlass, die Integrität der Forschung zu hinterfragen.
Der ehemalige Kongressabgeordnete und Arzt Dave Weldon begrüßte die Schuld-Vereinbarung, hielt sie jedoch für unzureichend. Ohne Prüfung der Vorwürfe wissenschaftlicher Unregelmäßigkeiten bleibe ein „Justizirrtum“. Die dänische Impfstoffsicherheitsforscherin Vibeke Manniche betonte, eine Replikation der Studien sei sinnvoll.
Thorsen lebte nach der Anklage jahrelang in Dänemark und arbeitete dort als Gynäkologe, obwohl ein Auslieferungsabkommen und ein Interpol-Haftbefehl bestanden. Die Anklage nannte unbenannte Mitverschwörer; Beobachter erwarten mögliche weitere Ermittlungen.
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2 Kommentare
Fünfzehn Jahre später kommt heraus, dass alles gelogen war! Das bedeutet, „die Wissenschaft“ ist derzeit ein System, das betrugsanfällig ist und Manipulationen nicht ausschließen kann.
Patienten sollten sich fragen, ob dieses System vertrauenswürdig genug ist, ihm die eigene Gesundheit anzuvertrauen. Und Mediziner sollten sich fragen, ob sie in einem solchen Umfeld publizieren möchten.
Da ja Standardbehandlungen, die Ärzte häufig vertraglich gebunden sind anzuwenden, auf solcher Art Forschung beruht, wird das gesamte System der Schulmedizin samt Gerichtsentscheidungen in Frage gestellt.
Das wird jetzt gar „lustig“ werden, wenn Kalle-Nebenwirkungsfrei ins wissenschaftliche Visier gerät, dieser Hochstapler.
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