In Finnland wurde der Bau von zwei geplanten Google-Rechenzentren gestoppt. Die Projekte müssen erst die Umweltverträglichkeitsprüfungen abschließen.
Die finnische Aufsichtsbehörde hat Google ausgebremst. Spätestens in zwei Wochen müssen alle Bauvorhaben, die die Umwelt erheblich verändern könnten, gestoppt sein. Anschließend werden die Projekte weiteren Prüfungen unterzogen. Betroffen sind Rodungen, Bodenabtrag, Wegebau und Grabenarbeiten.
Der Stopp folgt auf den Verdacht, dass Googles Projektgesellschaft Tuike Finland Hunderte Hektar Wald ohne die vorgeschriebene Prüfung gerodet hat. Finnlands Naturschutzvereinigung gibt an, dass in den Gebieten Muhos und Kajaani rund 330 beziehungsweise 200 Hektar „freigelegt“ worden seien. Zahlen von Google bestätigen das. Auch Satellitenbilder zeigen, dass Bäume und Oberboden entfernt, Zufahrtswege angelegt und Gräben verändert wurden. Die Naturschutzvereinigung wirft Regierung und Konzern vor, dass permanente Flächenumwandlungen ab 200 Hektar eine Prüfung voraussetzen und schützenswerte Naturflächen betroffen seien.
Tuike muss nun bis zum 14. Oktober schriftlich Stellung nehmen; bei Nichtbefolgung drohen Durchsetzungsmaßnahmen.
Google zeigt Reue und bestätigt, hinter den eigenen Standards zurückgeblieben zu sein. Das Unternehmen werde nun den Vorgaben der Behörde folgen – formal als Empfehlungen bezeichnet, faktisch aber gesetzliche Auflagen. Außerdem behauptet der Techkonzern, nach dem Forstgesetz gehandelt, Naturgutachten erstellt und hochwertige Flächen geschützt zu haben.
Die Arbeiten in Muhos und Kajaani gehören zu einem größeren Paket, das auch Vaala und den Ausbau des bestehenden Standorts Hamina umfasst.
Finnland wird zum Hotspot für Google. Vor einem Monat hatte das Unternehmen Investitionen von mindestens 13 Milliarden Euro für 2027 und 2028 angekündigt – die bisher größte Einzelinvestition des Konzerns in Europa. Dabei geht es um Serverfarmen für seine Cloud-Dienste und um Rechenzentren für KI-Produkte. Parallel sicherte sich Google über einen 22-jährigen Vertrag bis zur Hälfte der Stromproduktion des Kernkraftwerks Loviisa.
Ministerpräsident Petteri Orpo wertete das Vorhaben als Stärkung für Innovation und Wirtschaft. Er räumte aber ein, dass Sorgen um den Strompreis berechtigt seien. Google bewirbt den Bau mit der Schaffung von Zehntausenden Arbeitsplätzen und einem jährlichen BIP-Beitrag von rund 3,6 Milliarden Euro.
Finnland ist für Rechenzentren besonders attraktiv. Das kühle Klima senkt den Kühlaufwand, der Strom gilt als grün – unter anderem durch Kernkraft – und der Wasserverbrauch ist im europäischen Vergleich äußerst niedrig. Google betreibt in Hamina seit 2009 ein umgebautes ehemaliges Papierwerk.
Das Stromproblem verschwindet deshalb aber nicht. In der EU könnte der Strombedarf von Rechenzentren bis 2030 von etwa drei auf bis zu neun Prozent des Gesamtverbrauchs steigen. Neben der Energie rücken Landnutzung, Biodiversität und die Frage der Transparenz in den Vordergrund. Häufig handelt der Staat Verträge mit Google oder anderen Techriesen aus, ohne dass die Öffentlichkeit sie zu Gesicht bekommt. In Finnland wurden die Projekte nun zwar gestoppt, allerdings wohl nur vorübergehend.
Unsere Arbeit ist spendenfinanziert – wir bitten um Unterstützung.
Folge TKP auf Telegram oder GETTR und abonniere unseren Newsletter.
Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb
Der vorgetäuschte „Wasserbankrott“: Rechenzentren
Europaweite Proteste gegen Big-Tech-Rechenzentren
4 Kommentare
300 und 200ha Wald und Natur zerstört. Für ein KI Rechenzentren, für die Superintelligenz; so Trump; statt der KI, dies wird tausenfach und weltweit ausgerollt. Und das im hohen Norden von Europa, ideal da kaltes Wetter vorherrscht. Die Finnen sind nun bei der NATO und machen bei der EU Kriegshetze mit Aufrüstung mit, genauso wie die Schweden. Der Schattenkrieg ist schon da, so die deutschen Geheimdienste. Vom heißen und explosiven Krieg mit Russland sind wir nur mehr wenige Augenblickle entfernt. Der 1. Weltkrieg und der 2. Weltkrieg sind schon zulange aus. Das Langzeitgedächtnis scheint nicht zu funktionieren bei den Politikern. Merz, Macron und die VDL.EU sind mit Vollgas dabei ganz Europa zu zerstören. Und mit der KI und dem digitalen Überwachungskapitalismus soll die neue Weltordnung oder Agenda 2030 der globalen Weltherrscher umgesetzt werden. Was mit der Umwelt und den Menschen passiert, ist völlig egal. Umweltverträglichkeitsprüfungen werden missachtet und die Interessen der Bevölkerung ignoriert.
Auch in Österreich wird eine ca.70 ha große Grünfläche in Oberösterreich für ein GOOGLE Rechenzentrum genutzt um die KI und Überwachung des Volkes und Kriegsabläufe zu gewährleisten. Dass diese Rechenzentren Kriegsdaten mit Robotern, Drohnen und Satellitendaten,uvm.,verarbeiten, ist ja natürlich. Von der Energieversorgung, der Umwelt und Wasserbelastung ganz zu schweigen. Die UVP wird beim Rechenzentrum Kronstorf(OÖ) so gemacht, dass alles passt. Die OÖ Umweltanwaltschaft hat gegen das Google Datenzentrum und gegen die geplante nahe gelegene 2. Donaubrücke Mauthausen Einsprüche gemacht. Hier soll neben der nun um hunderte Millionen Euro komplett erneuerten Donaubrücke, eine zweite neue Transit Donaubrücke nur ein paar hundert Meter daneben errichtet werden. Nur um den int. Transit von Berlin Richtung Adria zu ermöglichen. Ein katatrophaler Tranist Verkehr dem die Bevölkerung im Raum Enns- Donauwinkel ausgeliefert wird. Der Politik sind die Menschen völlig egal. Die kritische OÖ.Umweltanwaltschaft wird aber vom LandOÖ. und der eigenen UVP Behörde selber kalt gestellt. Die EU hat zwar die UVP in Österreich massiv kritisiert und fordert eine Reform. Ansässige Menschen und die Umwelt gehören vor Krankheit und Tod geschützt, so die EU. Aber um die globalistische Agenda der neuen digitalen Weltordnung voranzutreiben, werden die Umwelt, Natur und die Bevölkerungen drangsaliert, ausgebeutet und wieder kriegstauglich gemacht. Da will das kleine Österreich Vorreiter sein. Da sind Natur, Umwelt und Menschen nur Störenfriede und werden ausgeschaltet. Mio. Menschen, tausende ha Wald, Natur und Umwelt sind nichts, gegen die gobale Agenda.
Ist es nicht eher so, dass die finnische Wirtschaft sterbend krank darnieder liegt und dem Staat kein Sponsoring mehr möglich ist und jetzt die Verschiebungsoption gezogen wird?
Kein Mensch braucht die gigantischen Stromverbraucher und Wasserverschwender. Nur Interessen und Gier stehen dahinter.
Ach, Umweltverträglichkeitsprüfungen…dasxfällt ihnen jetzt erst ein? Wird auch egal sein. Hauptsache, man zahlt gut. Wie widerlich! Sie ruinieren das Land, die Tiere, die Pflanzen und schließlich die Menschen.
Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann. Benutzer haften für den Inhalt ihrer Kommentare.
Sie müssen angemeldet sein um Kommentare zu posten. Noch kein Konto? Jetzt registrieren.