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Gerald Markels Wochenrückblick

7. Oktober

2 Kommentare 7. Oktober 2026 4 Minuten Lesezeit von Gerald Markel

Jahrestag und Trauertag des Hamas-Massakers an über 1000 israelischen Zivilisten! Aber gerade heuer auch ein Tag zu fragen – war es zu verhindern oder war es gar Hochverrat?

Zunächst das Selbstverständliche für jeden anständigen Menschen – das Kondolieren an die Familien der Opfer. Die Verurteilung der Tat ohne Wenn und Aber, ohne Verharmlosung oder Erklärung. Jeder anständige Mensch trauert mit den Hinterbliebenen und verurteilt die unmenschlichen Täter. Punkt.

Nachdem das geklärt ist zu zwei völlig berechtigten Fragen
Hätte der Terroranschlag verhindert werden können? Und was wusste Bibi Netanjahu bzw seine Stäbe und die Geheimdienste VOR dem Anschlag?

Hier eine Zusammenfassung der aktuellen Erkenntnisse

Kurzfassung: Es gibt belastbare Hinweise auf Warnungen und auf ein systemisches Versagen. Ob Netanjahu persönlich konkrete Angriffswarnungen erhielt und verschwieg, ist noch nicht eindeutig bewiesen, wird von ihm kategorisch bestritten, aber die Indizien sprechen immer deutlicher gegen ihn.

Eine unabhängige staatliche Untersuchungskommission mit Aussagezwang gibt es bis heute nicht.

Was wir WISSEN: Israels Militärgeheimdienst kannte den Hamas-Plan „Mauern von Jericho“ schon Jahre vor dem Angriff. Laut einem Ynet-Bericht vom Februar 2026 gingen entsprechende Papiere ab April 2018 auch an die Büros von Premier und Verteidigungsminister. Man blieb aber bei der Annahme blieb, Hamas sei abgeschreckt und an Ruhe interessiert.

In der Nacht vom 6. auf den 7. Oktober gab es Hinweise auf ungewöhnliche Hamas-Vorbereitungen. Der damalige Shin-Bet-Chef Ronen Bar sagte in einer eidesstattlichen Erklärung, um 5:15 Uhr sei die Aktualisierung des militärischen Sekretärs des Premiers angewiesen worden. Das Büro Netanjahus räumte 2025 ein, dass ein IDF-Vermerk etwa drei Stunden vor dem Angriff bei diesem Sekretär lag und nicht weitergegeben wurde, weil er als nicht dringlich galt!!

Netanjahu behauptet inzwischen, die Sicherheitschefs hätten ihn absichtlich nicht geweckt, weil er sonst die Armee in Alarm versetzt hätte(!).

Neue Berichte vom September 2026

Haaretz und ein Buch von Shlomi Eldar und Ruth Yuval berichten, der Präsident der VAE, Mohammed bin Zayed, habe Netanjahu Ende September 2023 gewarnt:  Jahja Sinwar plane ein „Erdbeben“, eine große Operation. Netanjahu habe die Sicherheitschefs nicht informiert – was Hochverrat wäre.

Die New York Times stützt das mit eigenen Quellen und mit Protokollen einer Sitzung vom 1. Oktober, in der die Warnung nicht vorkommt. Ex-Premier Naftali Bennett nannte den Bericht zutreffend. Ex-Verteidigungsminister Joav Gallant sagte, er habe davon erst aus den Medien erfahren.

Netanjahu nennt das eine „absolute Lüge“, bestreitet das Gespräch und droht mit Klage.

The Atlantic und das Wall Street Journal berichten parallel, der ägyptische Geheimdienstchef Abbas Kamel sei am 26. September 2023 nach Israel geflogen und habe gewarnt, Gaza werde „explodieren“, wenn Israel den Kurs nicht ändere.

Das WSJ spricht von mindestens drei ägyptischen Warnungen, darunter einem Anruf bei Netanjahu wenige Tage vor dem Angriff. Datum, Ziele und Art des Angriffs seien aber nicht genannt worden. Netanjahu bestreitet auch das.

Channel 13 veröffentlichte Protokolle einer Sicherheitsberatung vom 27. September 2023. Danach setzte Netanjahu auf Eindämmung und Deeskalation in Gaza, auch mit Blick auf eine mögliche Annäherung an Saudi-Arabien.

Die neuen Berichte stützen sich mittlerweile auf fast ein Dutzend Zeugen die alle sagen – Netanjahu sei zumindest aus den UAE ganz konkret 10 Tage vor dem 7.10 gewarnt worden und hätte nicht reagiert.

Das Versagen von Armee, Aman und Shin Bet unbestritten: Feldbeobachterinnen meldeten verdächtige Aktivitäten, die Lagebeurteilung hielt an der Abschreckungsannahme fest.

Die Regierung blockiert weiter eine staatliche Untersuchungskommission nach dem Vorbild der Agranat-Kommission von 1973.

Die Wahl ist am 27. Oktober 2026. Da entscheiden die Israeli wem Sie glauben.
GM

Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇


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Ich habe mich geirrt und bitte aufrichtig um Entschuldigung

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2 Kommentare

  1. Lutz Herzer
    Antworten

    Der Gaza-Streifen war vor und nach dem 7. Oktober 2023 wahrscheinlich das weltweit am besten überwachte Gebiet, in dem Zivilisten leben. Der gewaltsame Ausbruch aus dem palästinensischen Ghetto war zweifelsfrei ein Fall von Lihop – let it happen on purpose. Ausreden aller Art – zwecklos.

    Wem und was die Israelis glauben, ist deren Problem. Es ist ohne weiteres möglich, nicht weit entfernt vom Gazastreifen zu leben, ohne zu durchschauen, was sich dort tatsächlich abspielt.

  2. VerarmterAdel
    Antworten

    „war es zu verhindern oder war es gar Hochverrat“ oder hat es massenmordende ISrahellische Verbrecherregime genauso geplant?

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