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Politik

Frankreich: Jugendkrawalle treiben Le Pen nach oben

1 Kommentare 4. Oktober 2026 4 Minuten Lesezeit von Thomas Oysmüller

Die sozialen Unruhen, die sich in Frankreich ausgebreitet haben, setzen der Regierung Macron zu. Sie spricht von „städtischer Gewalt“ und beschuldigt die Linke, die Linke betonte Polizeigewalt, Le Pens Wahlchancen steigen mit jeder brennenden Barrikade.

Teilweise dramatische Bilder aus Frankreich erreichen die Welt, Jugendkrawalle, in denen ein Kulturkonflikt offen zutage tritt (viele Jugendliche aus der zweiten und dritten Einwanderergeneration schwenken Algerien-, Marokko- oder Palästina-Flaggen), brennende Barrikaden, die linkspopulistische LFI solidarisiert sich mit den Protesten. Doch Marine Le Pen dürfte die große Gewinnerin sein.

Ihre Quote auf die nächste Präsidentschaftswahl wurde am Polymarket-Wettmarkt in dieser Woche nach oben katapultiert. Dort stieg ihre implizite Gewinnwahrscheinlichkeit diese Woche von 39,5 % auf 45 % – zeitgleich mit den Unruhen. Die anderen Kandidaten liegen weit zurück.

Bis Freitag berichtete die Lokalzeitung Le Monde, dass „1.027 von den 3.700 Gymnasien in ganz Frankreich“ von Unruhen betroffen waren und bereits fast 2.000 Festnahmen erfolgt seien.

Etablierte Medien wie Le Monde halten weiterhin daran fest, dass die Jugendlichen wütend über „überfüllte Klassenzimmer, Lehrermangel und marode Einrichtungen“ seien. Daran ist zweifellos etwas dran, allerdings trifft es auch modernisierte Schulen, wie das Nelson-Mandela-Gymnasium in Nantes. Solche Bilder bringen die Mainstream-Erzählung ordentlich ins Wanken.

Betroffen vom Feuer waren Halle, Eingang und Teile der Fassade. Der Rest des 2014 eröffneten Komplexes steht noch; die Schule soll nach den Reparaturen wieder öffnen. Der Schulleiter spricht von Brandstiftung. 

 

Macrons Regierung beschuldigt indes die linkspopulistische Partei La France Insoumise von Jean-Luc Mélenchon. Sie würde die Proteste nicht nur unterstützen (das macht man offen), sondern koordiniere und organisiere die Bewegung, erklärte man mit Berufung auf Geheimdienste. Entsprechende Vermutungen gibt es auch schon von Rechtspopulisten die ganze Woche, wie etwa vom „Enfant terrible“ der französischen Rechten Eric Zemmour. Noch einmal, was er Mitte der Woche schrieb:

„Die Gewalt der letzten Tage in der Nähe der Lycées, in verlorenem Gebiet Frankreichs, ist nicht harmlos. Abgeordnete der extremen Linken unterstützen und entschuldigen sie. Man muss sie daher als das sehen, was sie sind: eine Generalprobe, ein Vorgeschmack in kleinem Maßstab auf das Chaos, das Mélenchon und LFI für Frankreich vorbereiten.

Mélenchon kennt die Geschichte. Er weiß, dass jede Revolution Agitatoren, nützliche Idioten und Schläger braucht, um den Terror im Land zu installieren, bis es schließlich nachgibt. Robespierre hatte seine Sansculotten, Lenin seine Rote Garde. Mélenchon hat seine Banden von Gesindel. Die Epoche ändert sich, aber die Methode ändert sich nicht.

Wir werden Frankreich nicht diesem Bündnis der extremen Linken und des Gesindels ausliefern. Wir werden sie unermüdlich bekämpfen, denn Frankreich hat sein letztes Wort noch nicht gesprochen.“

Nicht wenige Beobachter vermuten, dass es hier vor allem darum geht, zu proben, was passieren würde, sollte Le Pen die französischen Wahlen gewinnen. Antifa-Aktivisten, verbündet mit Jugendlichen aus den Banlieues, sollen Frankreich ins Chaos stürzen. Gerade diese „Generalprobe“ sorgt allerdings gerade dafür, dass Le Pen die Wahl wirklich gewinnen wird.

ZeroHedge betonte, dass durchaus auch andere Kräfte am Werk sein könnten – die Instrumentalisierung der Jugend, um soziale Unruhen auszulösen, eine Strategie, die linksextreme Gruppen und ausländische Gegner im asymmetrischen Krieg einsetzen können. Dort betont man auch nüchtern, dass der Entschluss der französischen politischen Eliten, millionenfach Zuwanderung aus Nordafrika und Arabien zuzulassen, Folgen hat. Die kulturelle und migrationspolitische Ebene der Unruhe ist nicht abzustreiten, auch wenn indigene französische Jugendliche mitrandalieren. Dies hat Folgen und lässt Le Pen und die Rechte weiter steigen.

Die politische Landschaft hat sich allerdings bereits verändert. Viele der Jugendlichen, die voller Stolz die algerische Flagge inmitten der Proteste schwenken, sind Franzosen und dürfen ebenfalls wählen. Sie werden gegen Le Pen stimmen, und sollte sie dennoch gewinnen, wird man auf der Straße Widerstand leisten.


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1 Kommentar

  1. cwsuisse
    Antworten

    Es steht schlecht um Europa. Deutschland, England und Frankreich versinken in Kriminalität und Chaos. Und die Politiker lungern auf ukrainischen Bahnhöfen herum, statt sich um die Probleme zu kümmern.

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