Was in New Albany, Ohio, seit Jahrzehnten im Verborgenen aufgebaut wurde, ist kein amerikanischer Sonderfall. Es ist die Blaupause für die schleichende Entmachtung des Staates – und sie wird gerade eins zu eins auf die EU übertragen.
Die investigative Journalistin Whitnesy Web analysiert auf Unlimitedd Hangout in dem Beitrag „Technate, Ohio: How Leslie Wexner and Jeffrey Epstein Built The Silicon Heartland“ den Hintergrund für den Bau so vieler Rechenzentren. Wer finanziert, wer kontrolliert und wer sind die hauptsächlichen Benutzer? Wer also erstehen will, wie der politische Westen in den kommenden Jahren umgebaut wird, muss nicht nach Brüssel oder Washington schauen. Er muss nach New Albany blicken – einen Vorort von Columbus, Ohio, der bis vor wenigen Jahrzehnten kaum 1.500 Einwohner zählte und heute das dichteste Rechenzentrums-Gebiet der Vereinigten Staaten beherbergt.
Dort wurde über vier Jahrzehnte ein Modell entwickelt, das mittlerweile als Vorlage für die gesamte westliche Welt dient: die vollständige Ersetzung demokratisch kontrollierter Institutionen durch privatwirtschaftliche „Partnerschaften“, die Steuergelder ohne Rechenschaftspflicht umleiten.
Die zentrale Figur dieser Blaupause ist Leslie Wexner, Ohio’s reichster Mann, Gründer von The Limited und Victoria’s Secret – und jahrzehntelanger Geldgeber und Beschützer von Jeffrey Epstein. Was die beiden gemeinsam mit dem Immobilienentwickler John Kessler in New Albany aufbauten, war kein gewöhnliches Bauprojekt. Es war die Erprobung einer neuen Herrschaftsform.
Das Labor: Eine Stadt wird privatisiert
Ab 1986 verwandelten Wexner, Kessler und später Epstein das Dorf New Albany in eine „öffentlich-private Partnerschaft“, in der die private New Albany Company die lokale Regierung faktisch ersetzte. Die Stadtverwaltung wurde zum ausführenden Organ einer Aktiengesellschaft. Was hier erprobt wurde, ist der Kern dessen, was heute als Technokratie bezeichnet wird: die Übertragung hoheitlicher Funktionen an private Akteure, die weder gewählt noch kontrolliert werden.
Der entscheidende Mechanismus war dabei nie die offene Übernahme, sondern die schleichende Verschmelzung. Man gründet eine gemeinnützige „Partnerschaft“, besetzt sie mit befreundeten CEOs, lässt sie zur inoffiziellen Wirtschaftsbehörde aufsteigen – und leitet dann öffentliche Mittel durch sie hindurch, ohne dass irgendein Parlament oder Rechnungshof Einblick erhält.
In Ohio geschah dies in drei Stufen:
-
New Albany Company – kontrolliert die Stadt direkt.
-
Columbus Partnership / One Columbus – wird zur faktischen Wirtschaftsbehörde der gesamten Region, finanziert von J.P. Morgan, Honda, AT&T und Wexners eigener L Brands.
-
JobsOhio – die privatisierte Ersatzorganisation für das staatliche Wirtschaftsministerium, die sich die Alkoholsteuer des Bundesstaates bis 2039 für 1,4 Milliarden Dollar sicherte – und diese Rechte kürzlich kostenlos bis 2053 verlängert bekam.
JobsOhio ist der eigentliche Skandal in Reinform: eine private Aktiengesellschaft, die Milliarden an ehemals öffentlichen Mitteln verwaltet, ohne jede Rechenschaftspflicht, während sie zugleich darüber entscheidet, welche Konzerne mit Steuergeldern angelockt werden. Ein Richter des Obersten Gerichtshofs von Ohio nannte es einen „dunklen Kanal“, in den „hunderte Millionen Dollar öffentlicher Gelder ohne öffentliche Kontrolle fließen“.
Der Kreislauf: Steuergeld rein, Konzerngewinn raus
Das Geniale – und zugleich Ungeheuerliche – an diesem Modell ist sein geschlossener Kreislauf. Er funktioniert so:
-
Der Staat lockt Konzerne mit Milliarden-Subventionen an (Intel erhielt fast zwei Milliarden Dollar, inklusive eines 30-jährigen Steuererlasses).
-
Die Konzerne kaufen anschließend Immobilien von Wexners New Albany Company.
-
Die Stromrechnungen der Bürger explodieren, während die versprochenen Jobs überwiegend temporäre Baujobs sind.
-
Gleichzeitig werden öffentliche Schulen, Bibliotheken und Gesundheitsversorgung gekürzt.
Das Ergebnis: Der Steuerzahler finanziert über Umwege die Gewinne einer Handvoll Ultra-Reicher, die zugleich die politische Kontrolle über die Region ausüben. Es ist ein Konzern-Wohlfahrtssystem, getarnt als Wirtschaftsförderung.
Und hier kommt Epstein ins Spiel. Seine Rolle war nie die eines passiven Investors. Er war, wie ein früherer Ohio-Inspektor es nannte, der „Ersatz“ für den ermordeten Anwalt Arthur Shapiro – den Mann, der kurz vor einer Aussage vor einer IRS-Grand-Jury stand, als er 1985 erschossen wurde. Epstein „räumte auf“, wie ein Lokalreporter es formulierte, und brachte die Finanzen des Projekts in Ordnung. Jahre später sollte Ghislaine Maxwell gegenüber dem stellvertretenden Attorney General erklären, Epstein habe New Albany jahrelang geführt.
Die Big-Tech-Giganten, die heute in Wexners Reich ihre Rechenzentren bauen – Amazon, Google, Microsoft, Meta – sind keine zufälligen Mieter. Jeff Bezos pflegte enge Verbindungen zu Epsteins „Fixerin“ Ghislaine Maxwell. Sergey Brin und Larry Page wurden im USVI-Verfahren gegen J.P. Morgan vorgeladen. Mark Zuckerberg nahm 2015 an einem von Peter Thiel und Reid Hoffman vermittelten Abendessen mit Epstein teil. Die Edge Foundation und ihre „Billionaire’s Dinner“ – über Jahre fast vollständig von Epstein finanziert – brachte genau jene Gründer zusammen, deren Firmen später in New Albany landeten.
Ohio ist überall – das gleiche Muster in der EU
Was nun entscheidend ist: Dieses Modell ist kein amerikanischer Sonderfall. Es ist die Vorlage für die Umgestaltung des gesamten politischen Westens.
Die EU reproduziert derzeit exakt die Ohio-Struktur – nur mit anderen Namen:
-
Public-Private-Partnerships sind längst zum Standardinstrument der EU-Infrastrukturpolitik geworden. Autobahnen, Krankenhäuser, digitale Netze werden zunehmend von privaten Konsortien betrieben, die öffentliche Garantien kassieren, aber privaten Gewinn einstreichen.
-
Die Rechenzentrums-Offensive der EU – getarnt als „digitale Souveränität“ – lockt Amazon, Google und Microsoft mit Subventionen in europäische Regionen, während die Stromnetze kollabieren und die Energiepreise für Bürger steigen.
-
Der Digital Markets Act und die EU-KI-Regulierung mögen als Kontrolle erscheinen, regulieren aber in Wahrheit nur die Ränder – während die eigentliche Infrastruktur-Macht unangetastet in den Händen weniger Konzerne bleibt.
-
Die Strompreis-Krise in Europa ist kein Zufall: Rechenzentren verschlingen gigantische Energiemengen, treiben die Nachfrage hoch und liefern den Vorwand für den Ausbau von Netzen, die wiederum von privaten Akteuren betrieben werden.
Das D.O.G.E.-Prinzip als Exportartikel
Webbs entscheidende Beobachtung ist, dass die D.O.G.E.-Initiative – jene „Effizienz“-Behörde, die Vivek Ramaswamy mit aufbaute – Teil derselben Logik ist. Sie verkauft die Privatisierung des Staates als „Modernisierung“. Was in Ohio über vier Jahrzehnte schleichend geschah, soll im Rest des Westens im Zeitraffer nachgeholt werden.
Ramaswamy selbst lieferte die Formulierung: Es gehe um „konstitutionelle Erneuerung“ durch Föderalismus – also durch die Verlagerung von Macht auf Ebenen, wo lokale Oligarchen wie Wexner leichter die Kontrolle übernehmen können. Die „Techno-Könige“ – Musk, Thiel und ihresgleichen – brauchen keinen Staatsstreich. Sie brauchen nur die schrittweise Aushöhlung demokratischer Kontrolle, verkauft als Effizienzgewinn.
Entmachtung der öffentlichen Hand und Ende der Demokratie
Was in Ohio geschieht und sich in der EU wiederholt, ist kein Zufall der Marktkräfte. Es ist ein durchdesigntes System mit klarer Architektur:
-
Entmachtung der öffentlichen Hand durch „Partnerschaften“, die keiner demokratischen Kontrolle unterliegen.
-
Umleitung von Steuergeldern in Konzerngewinne über intransparente Kanäle.
-
Zentralisierung der Infrastruktur-Macht – Rechenleistung, Energie, Daten – in den Händen weniger Giganten.
-
Absicherung durch Netzwerke, deren Verbindungen über Jahrzehnte gewachsen sind und deren dunkle Flecken – von Epstein bis zur organisierten Kriminalität – systematisch unter den Teppich gekehrt werden.
Der Rechenzentrums-Boom ist die sichtbare Spitze dieses Eisbergs. Die Rechenzentren selbst sind dabei fast nebensächlich. Sie sind die Begründung, der Vorwand, die Legitimation für die eigentliche Umverteilung: von unten nach oben, vom Staat in private Hände, von der Demokratie in die Technokratie.
Wer heute auf die explodierenden Stromrechnungen in Ohio oder die steigenden Energiepreise in Europa blickt und darin nur Marktmechanismen sieht, verkennt das Wesentliche. Was wir erleben, ist die Industrialisierung eines jahrzehntealten Plans. New Albany war das Pilotprojekt. Der Rest des Westens ist die Serienfertigung.
Und die Frage, die sich jeder Bürger stellen sollte, ist nicht, ob die Rechenzentren gebaut werden – sondern für wen und auf wessen Kosten. Die Antwort darauf ist in Ohio bereits sichtbar: Die Gewinne sind privat, die Verluste sozialisiert, und die Kontrolle liegt bei denen, die niemals gewählt wurden.
Es lohnt sich den ganzen Artikel zu lesen: Technate, Ohio: How Leslie Wexner and Jeffrey Epstein Built The Silicon Heartland
Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇
8 Kommentare
Nach Cruella in Be und Kalle Nebenwirkungsfrei kann nichts anderes kommen!
Das Prinzip funktioniert, weil es die Schulden „isoliert“. Es saugt die ausgeweitete Geldmenge auf wie ein Staubsauger und verhindert den überfälligen Crash. Das Blöde ist, es funktioniert logischerweise nicht dauerhaft. Es ist nur auf Zeit! Und danach ist aus.
Das einzig Positive, das man mitnehmen kann, ist Reaktanz. Die Gegenbewegung. Aber damit tut sich der Mainstream schwer, nachdem über Generationen eingetrichtert wurde: Tu, was man dir sagt!
Möglich durch das Geldmonopol in den Händen einer kleinen Bande von Psychopathen. Also das Geld, das sie aus der dünnen Luft erzeugen und gegen Zinsen und Zinseszinsen und ggf. Verwertung der Sicherheiten verleihen, nachdem der Kreditnehmer einen Antrag gestellt hat, Geld zu erzeugen. Hat das jeder kapiert? Und dürfen Sie auch? Ich meine, anderen Geld leihen, das sie im Zuge der Kreditvergabe erzeugen?
YT-Video: „Understanding Usury: Legality and Its Implications“
Und was machen die unteren Chargen der Gottesbanker in „Palestine, Syria, Argentina, Baja California, Romania, Italy, Cypress, Athens, Thessaloniki, 40 greek Islands, Australia, Medinat Weimar, Jerusalem in Heaven (Ukraine), Thailand, Cambodia…“? Na was wohl, das gleiche, das sie auch in der Westbank, im Gazastreifen, in Libyen, in Syrien und bald weiteren Gebieten Greater ISrahells treiben: LANDNAHME. Siedler NEHMEN Land, weil sie es können, weil der völlig verblödete, feige Westen sie nicht davon abhält.
YT-Videos vom Kanal NXRStudios:
„Kushner, Rothschild, & Sazan Island: The Secret Takeover No One Wanted You to See“
„How Israel Is Orchestrating the Migrant Invasion of Spain“
„Israelis Are Colonizing The World (Part 2)“
Aber das Beste, dass das kleine Drecksland die USA komplett übernommen hat! Man glaubt es nicht!
„10 Minutes to Understand How Israel Is Taking Control of U.S. Defense Tech“
„Hand over full control of United States military to ISrahell, including all American intel, state secrets, weapons and nuclear arsenals and all surveillance technology.“
„National Defense Authorization Act. [Israeli written US law…. 🤔?!?]“ (Bitchute-Video)
Privatisierung? Wir sind im Handelsrecht, da gibt es halt nur Unternehmen und „freiwillige“ Verträge… die Privatisierung fand in den ehemals deutschen Gebieten daher schon ab 1990 statt und die Bund-Gruppe möchte gerne noch alles an der Börse verkaufen, das keinen Gewinn abwirft…
Eine niedrige Staatsquote ist das, was die Libertären fordern. Dieser Weg führt jedoch direkt in den Neofeudalismus. Jeder kennt das Spiel Monopoly. In der Realität endet das in der Tyrannei der Geschäftstüchtigsten (Blackrock & Co.) und der Korruptesten.
Eine Reduzierung der Staatsquote würde die Privatisierung von Teilen des öffentlichen Sektors erfordern. Die Erfahrung lehrt, dass dies nie dem Gemeinwohl zuträglich ist. Man vergleiche dazu die Infrastrukturen von Metropolen in den USA und in China.
Sinnvoll wäre es, bei der Staatsverschuldung unüberwindbare Grenzen zu ziehen. Ebenso müsste ein Verbot der willkürlichen Finanzierung staatsfremder Interessen, wie z.B. Ukrainekrieg, Massenmigration, Massenimpfungen, Green Deal etc., eingeführt werden. Geschieht dies nicht, ist die Höhe der Staatsquote nebensächlich.
…war eigentlich als Antwort auf McAviti gedacht.
Monopoly und alle diese Konkurrenz-Spiele machen immer dann richtig Spaß, wenn man den Großteil der teuren Straßen hat und überall Hotels drauf.
Was kümmert mich die Bad-Straße, wenn ich ab Seestraße alles mein Eigen nenne? Oder wie die Straßen entsprechend anderer Länder auch immer heißen mögen :)
Aber irgendwann wird auch das langweilig, weil man sowieso nicht mehr verlieren kann.
Besitz ist der Schlüssel und alle anderen im Kreis laufen lassen und bezahlen lassen, dabei auch noch alles machen lassen und man selbst macht die Regeln.
Das System ist natürlich das Problem.
Die meisten Dinge sollten gar nicht privatisiert sein, da sie immer sofort die Machtpyramide aufbauen und somit die zwei Lager.. Menschen die vom Rest profitieren und der Rest der abhängig ist und zahlt und dafür noch schuften muss, mit der Tiefenindoktriniation, jetzt bist du der gute Mensch, der nicht merkt maximal versklavt zu sein, weil die paar Scheinfreiheiten und die permanente Ablenkung ihn nicht sehen lassen was ist…
Ich mag Libertäre auch deswegen nicht sonderlich, weil sie für keinen echten Wandel stehen, sondern für ein Rücksetzen der Zustände soweit, dass sie selbst wieder zu den Gewinnern zählen und es gar keinen echten Wandel gibt.
Kettensäge und so, mit der Illusion, dass es dadurch für alle besser wird.. Nein.. es wird nur die abhängig Beschäftigten noch weiter zu allem zwingen ohne Sicherheiten.
Aber zugegeben, der Staat verheiratet mit der Wirtschaft und stetig im Bett mit dem Finanzsystem und den Besitzenden, hat auch keine Zukunft…
„Die Big-Tech-Giganten, die heute in Wexners Reich ihre Rechenzentren bauen – Amazon, Google, Microsoft, Meta – sind keine zufälligen Mieter. “
„Die Rechenzentrums-Offensive der EU – getarnt als „digitale Souveränität“ – lockt Amazon, Google und Microsoft mit Subventionen in europäische Regionen, während die Stromnetze kollabieren und die Energiepreise für Bürger steigen.“
Immer wieder auch AMAZON
Und dieser Blog trotzdem:
Teilnahme am Amazon-Partnerprogramm
Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen. Die Partner-Links sind mit dem Text „WERBUNG“ gekennzeichnet und führen zu einer Amazon-Verkaufsseite.
Die Scheindichotomie Staat („öffentliche Hand“) und Privat ist selbst nur Ablenkung. Im Feudalismus verschmelzen Staats- und Privatbesitz in den Fürstentümern. Es ist dabei völlig egal, ob die Fürsten als Privatpersonen oder Herrscher über ihren Besitz verfügen.
Dass wir in Unserer Demokratie als Bürger transparent Rechenschaft über die Verwendung „unserer“ Mittel bekommen, ist eine Mär – ich sag da nur „Coronahilfen“. Direkte Staatsausgaben oder via PPP-Schimäre macht kaum einen Unterschied mehr.
Der einzige Hebel der Bürger ist die Staatsquote selbst, diese möglichst niedrig zu halten ist der wichtigste Schutz vor dem Feudalismus und einzige Chance für eine stabile Demokratie.
Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann. Benutzer haften für den Inhalt ihrer Kommentare.
Sie müssen angemeldet sein um Kommentare zu posten. Noch kein Konto? Jetzt registrieren.