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Politik

Putin schlägt Gipfel mit Trump und Xi vor – Ende des Ukraine Krieges?

6 Kommentare 19. Oktober 2026 5 Minuten Lesezeit von Dr. Peter F. Mayer

Der russische Präsident Wladimir Putin hat einen Dreiergipfel mit US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Staatschef Xi Jinping vorgeschlagen. Ziel: ein Ende des Ukraine-Kriegs zu verhandeln.

Das will das Wall Street Journal unter Berufung auf mit den Gesprächen vertraute Personen erfahren haben, wie Reuters berichtet. Der Vorschlag kam in einem Telefonat am 9. Oktober, in dem Trump und Putin zugleich den umstrittenen Diesel-Deal vereinbarten. Die USA heben vorübergehend Sanktionen auf russischen Diesel auf, um die Energiepreise zu drücken.

Parallel dazu hat Trump laut US-Außenminister Marco Rubio die Einführung neuer Anti-Russland-Sanktionen für 60 Tage ausgesetzt. Rubio erklärte, der Präsident habe die Sanktionen für 60 Tage gestoppt, „weil er sehen will, ob die laufenden Gespräche mit der Ukraine und Russland zu etwas Positivem führen und ein weiteres desaströses Kriegsjahr vermieden werden kann“, so die offizielle russische Nachrichtenagentur TASS. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow bestätigte dem Wall Street Journal, dass über ein mögliches Treffen gesprochen werde. „Es gibt noch kein klares Verständnis über das Treffen selbst oder die mögliche Agenda, obwohl alle drei Seiten die hypothetische Möglichkeit anerkennen.“

APEC in Shenzhen als Bühne

Moskau schlägt vor, den Gipfel am Rande des APEC-Gipfels am 18. und 19. November in Shenzhen abzuhalten. China hat signalisiert, dass es keine Einwände habe, sofern Trump zustimme. Trump selbst hat noch nicht zugesagt, könnte der Idee aber offen gegenüberstehen – schließlich hat er zumindest in seinen Wahlreden den Krieg schnell beenden wollen, so Forbes.

Der ukrainische Juntachef Wolodymyr Selenskyj soll nicht am Tisch sitzen. Trump hat  Selenskyj immer wieder ignoriert und sieht ihn seit einiger Zeit offenbar eher als Hindernis. In Brüssel und wird in anderen Hauptstädten wird der Plan, so er umgesetzt wird, keine Freude auslösen.

Welcher Krieg könnte beendet werden?

Im Zentrum steht klar der Ukraine-Konflikt. Seit vier Jahren tobt der Krieg, Russland mach am Boden langsame Fortschritte und die gegenseitigen Zerstörungen durch Drohnen-Angriffe nehmen zu.

Trump hat Selenskyj öffentlich kritisiert und sogar einen Präsidentenwechsel in Kiew gefordert. Gleichzeitig lockert er den Sanktionsdruck, kauft russischen Diesel und setzt neue Sanktionen für 60 Tage aus, um der Diplomatie Raum zu geben. Putin will die Annäherung nutzen, um Fakten zu schaffen – territoriale Zugeständnisse, Neutralität der Ukraine, Sicherheitsgarantien für Russland, so Bloomberg über WSJ.

Ob daraus ein stabiler Frieden wird, steht auf einem anderen Blatt. Russland behält die Gebiete, die sich in Volksabstimmungen gegen die Ukraine und für die Aufnahme in Russland ausgesprochen haben, die Ukraine bleibt geschwächt und ohne NATO-Perspektive. Die EU-Länder, die bisher Milliarden in Ukraine gepumpt haben, stünden vor vollendeten Tatsachen und riesigen Verlusten ganz im Sinne dessen was Forsgren über die Hegemoniale Logik der USA analysiert hat: Europäische Länder als verbrauchbares Frontgebiet.

Weitere Konflikte im Blick?

Ein Treffen der drei Mächtigsten könnte weit über die Ukraine hinaus signalisieren.

  • Ukraine und europäische Sicherheit: Ein Deal ohne Europa und ohne Kiew würde die NATO-Ostflanke und die europäische Selbstbehauptung grundlegend in Frage stellen. Die „regelbasierte Ordnung“, von der in Brüssel und Berlin so gerne die Rede ist, würde als das entlarvt, was sie längst ist: ein Instrument der Stärkeren.
  • Naher Osten und Iran: Die USA und China haben Interessen in der Region, Russland ebenfalls. Ein Abgleich der Großmächte könnte indirekt auf Konflikte um Israel, den Iran oder die Energierouten ausstrahlen – vor allem, wenn Energie- und Sanktionsfragen ohnehin auf dem Tisch liegen.
  • Taiwan und der Indo-Pazifik: China will als Vermittler und „Pivot“ der Großmächte auftreten. Ein erfolgreicher Dreiergipfel würde Pekings Gewicht stärken und den Druck auf Taiwan indirekt verändern. Für Japan und andere Verbündete der USA wäre das ein Alarmsignal, so die Japan Times.

Doch das ist Spekulation. Der konkrete Vorschlag gilt dem Ukraine-Krieg. Die übrigen Konflikte würden höchstens am Rande berührt – oder als Tauschmasse dienen.

Die Ziele der Großen

Was hier geplant wird, erinnert an die Konferenzen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts: Trump will Signale für die Midterm-Wahlen setzen und Spritpreise senken, Putin will Frieden und eine Sicherheitsarchitektur mit der alle leben können, Xi will ungestört Handel treiben, was nur geht, wenn die Handelswege nicht durch lokale oder regionale Konflikte blockiert sind.

Ob der Gipfel überhaupt stattfindet, ist offen. Trump hat noch nicht zugestimmt. Doch allein die Tatsache, dass ein solches Treffen ernsthaft diskutiert wird und gleichzeitig neue Sanktionen für 60 Tage ausgesetzt werden, zeigt, wohin die Reise geht.

Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇

Bild: Grok

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6 Kommentare

  1. Jan
    Antworten

    Die Ära der Schwefelhexe neigt sich dem Ende! Wer 300 Mrd in einen Krieg investiert, der mit Erfüllung von 90% der Kriegsziele des Gegners beendet wird, ist erledigt. Eine Kapitänin geht mit ihrem Schiff unter.

    Die Rechten werden es den Dumpfbacken erzählen, um zu begründen, warum nichts aufwärts geht. Fukuyama und das Prinzip der Ungewählten ist erledigt, das betrifft auch die WHO und ihre Gönner.

    Die Roten mit ihrer Leuchte Kalle Nebenwirkungsfrei und dem Möchtegerngeneral, der ausgerechnet während Friedensgesprächen von Rüstung und Krieg faselt. Nein, die SPD kommt nicht mehr über 5%. Und die CDU? Die Oberste Ungewählte sitzt auf einem konservativen Ticket, das muss sich die CDU zurechnen lassen.

  2. cwsuisse
    Antworten

    Wenn Moskau das nicht bestätigt es eine Erfindung der US-Geheimdienste. Die Märchen beginnen immer so: “ Das Wall Street Journal will von gut informierten Kreisen erfahren haben, dass Putin (bald an Krebs stirbt / mit seiner Familie aus dem Fenster springt usw.usw.).

  3. Sting2
    Antworten

    Odessa am 2. Mai 2014: Ein Schlüssel zum Verständnis dieses Krieges

    https://hinter-der-fichte.blogspot.com/search?q=Donbass

    Die Mehrzahl der Deutschen versteht diesen Krieg nicht. Seit Jahrzehnten werden sie russophob indoktriniert.

    Die militaristische und geheimdienstliche Infiltration der Ukraine ist ihnen von den Medien verschwiegen worden.

    Selbst offenen faschistische Symbolik wird in harmlose Vaterlandsliebe umgedeutet.

    Deshalb sind die überwiegend gutmeinenden und gutgläubigen Deutschen leichte Beute für die – man muss es so und nicht anders nennen – faschistische Propaganda in den deutschen Massenmedien.

    Das wissen die deutschen Medienopfer nicht

    Einer der Schlüssel zum Verständnis des heutigen Krieges in der Ukraine liegt in Odessa. Heute vor acht Jahren, am 2. August 2014 verübten die widerrechtlich an die Macht gelangten Faschisten ein grausames Massaker.

    Eines von vielen in Kiew, Odessa, Mariupol, Slawjansk und anderen Städten, nicht nur in der Ostukraine. Hier im Blog sind die schrecklichen Vorgänge von Odessa dokumentiert. ALLES LESEN !!

    Ich sage: ABHÄNGIGKEITEN VON DER NAZI-UKRAINE HAT ÜBERHAUPT KEINEN SEINN; DENN DIES IST WEGGEWORFENES GELD UND KRIEGSRISIKO!!

  4. Hello
    Antworten

    „Doch allein die Tatsache, dass ein solches Treffen ernsthaft diskutiert wird und gleichzeitig neue Sanktionen für 60 Tage ausgesetzt werden, zeigt, wohin die Reise geht.“

    Wohin geht denn die Reise? Was Trump bisher auszeichnete, ist das Hakenschlagen wie ein Hase. Wenn er im Hinblick auf den 3. November (Midterms) es für günstig hält, diesem Treffen zuzustimmen, um wieder einmal ein Ende dieses Kriegs in 24 Stunden vorherzusagen, wird er es tun. Was er dann am 4. November sagt, ist fraglich.

  5. Daisy
    Antworten

    Trump hat wieder hellere Momente bzw. traut er sich was…zum Einfrieren der „Höllensanktionen“ gegen Russland schreibt Un Cut: „Amerikanische „Falken” in Rage, Europäische Union ratlos, Selenskyj unter Schock“….

    So mag ich das :-)

  6. Daisy
    Antworten

    Gut wärs….Dealen ist besser als Krieg.

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