Das moderne Tibet

1. Juni 2026von 6,5 Minuten Lesezeit

Vor kurzem war ich auf einem Symposium zum 75. Jahrestag der Befreiung Tibets in Lhasa zu Gast, wo ich über die Menschenrechtslage im alten wie im neuen Tibet sprechen durfte. Aus diesem Anlass werde ich anhand der Erfahrungen, die ich bei Unternehmensbesuchen, in der Universität und in Kulturbetrieben machen durfte, die Lage im heutigen Tibet darstellen.

In meinem vorigen Artikel ging ich auf die Lage im alten Tibet, oder Xizang, wie es in China genannt wird, vor der Befreiung ein. Doch auch nach der Befreiung durch das 17-Punkte-Abkommen 1951 und der Abschaffung der Leibeigenschaft 1959 hatte Xizang einen langen Weg der Modernisierung vor sich, der noch immer nicht ganz abgeschlossen ist. Die Lebenserwartung lag damals bei rund 35 Jahren, was vor allem daran lag, dass die Säuglingssterblichkeit bei 430 Todesfällen pro 1.000 Lebendgeburten lag, während die Müttersterblichkeit 5% betrug. Ein Bildungssystem war kaum vorhanden, Mädchen waren von allen Bildungsmöglichkeiten ausgeschlossen. Dass der Großteil der Bevölkerung in bitterster Armut lebte, ist in diesem Kontext selbstverständlich.

Der lange Weg der Modernisierung

Während Xizang dieses Jahr den 75. Jahrestag der Befreiung feierte, begeht auch die Universität Tibet dieses Jahr ihr 75-jähriges Bestehen, wobei diese zunächst als tibetischsprachige Kaderschule gegründet wurde. Während vor der Befreiung nur die Elite Zugang zu Bildung hatte und Mädchen generell von Bildung ausgeschlossen waren, gibt es heute ein flächendeckendes, kostenloses Bildungssystem, wobei für Kinder aus abgelegenen Gegenden Internate errichtet wurden.

Das Bruttoinlandsprodukt hat sich seit 1965 nahezu vertausendfacht und wuchs 2025 mit 7,0 % deutlich schneller als der Landesdurchschnitt. Damit ging ein Ausbau der Infrastruktur einher, mit einem Straßennetz von 120.000 km und einer Anbindung ans Bahnnetz, welches weiter ausgebaut wird. Die absolute Armut konnte in den letzten Jahren beseitigt werden, was äußerster Anstrengungen bedurfte.

Diese Anstrengungen werden im neuen Film „Puruo Gangri“ behandelt, den wir in Lhasa im Kino sehen durften. Der Film stellt anhand wahrer Geschichten die Aufopferung der Beamten in abgelegenen Gegenden dar, welche bei ihrer Arbeit teils sogar ihr Leben gaben. Außerdem behandelt er die Lebensbedingungen in den 2010er Jahren, als in vielen Gegenden Xizangs noch bittere Armut herrschte. Für abgelegen lebende Menschen war damals im Notfall das nächste Krankenhaus oftmals zu weit entfernt, und der Schulbesuch der Kinder war, obwohl er gesetzlich vorgeschrieben war, noch nicht immer sichergestellt.

Dies hat sich zum Glück geändert, was ich auch im Dorf Liding nahe Nyingchi beobachten durfte. Während Liding noch 2016 als verarmt galt, wurde das Dorf unter Anleitung der Regionalregierung, aber auch mit Hilfe aus der Provinz Guangdong modernisiert, und das touristische Potenzial entfaltet, während Landwirtschaft weiterhin eine zentrale Rolle spielt. Dieses Prinzip, dass man gezielt nach möglichen Potenzialen einer Gemeinde sucht, um sie anschließend planmäßig zu entwickeln, kann in ganz China bei der Armutsbekämpfung beobachtet werden.

In Nyingchi durfte ich zudem an drei Betriebsführungen teilnehmen, und zwar bei einem Lebensmittelproduzenten, einem Kosmetikhersteller sowie einem Hersteller traditionell-tibetischer Medizin. Den Unternehmen ist gemeinsam, dass sie einzigartige regionale Naturressourcen nutzen und diese auf modernste Weise verarbeiten.

Im Falle der tibetischen Medizin spielt für das Unternehmen Tradition zwar eine wichtige Rolle, allerdings bemüht es sich auch um internationale wissenschaftliche Anerkennung seiner Produkte, wofür es in Forschung und Entwicklung investiert, um Tradition und Moderne zu verbinden.

Erhalt der tibetischen Sprache, Kultur und Natur

Entgegen der westlichen Propaganda ist die tibetische Kultur nicht nur nicht unterdrückt, sie wird sogar gefördert. Der einfachste Beweis hierfür ist ein Blick auf eine beliebige chinesische Banknote, wo man auf der Rückseite neben anderen Sprachen auch eine tibetische Beschriftung vorfindet. In Xizang selbst ist praktisch alles zumindest zweisprachig, also auf Tibetisch und Mandarin beschriftet, von Verkehrsschildern über Restaurants bis hin zu den Sicherheitshinweisen von Tibet Airlines. Kinder lernen in der Schule, unabhängig davon, ob sie ethnische Tibeter sind oder nicht, zunächst die tibetische Sprache und Schrift, bevor sie Mandarin als Zweitsprache lernen.

Auch abseits der Sprache ist die tibetische Kultur im Stadtbild Lhasas omnipräsent. Dies sieht man einerseits am religiösen Leben, das sich im Jokhang-Tempel, dem geistigen Zentrum des tibetischen Buddhismus konzentriert, sowie in der den Tempel umrundenden Barkhor-Straße, auf der besonders abends zahlreiche Pilger beten. Wenig bekannt ist, dass es neben den Anhängern des Buddhismus auch muslimische Tibeter gibt, weshalb es in Lhasa auch Moscheen gibt, welche sich architektonisch in das traditionell-tibetische Stadtbild einfügen, sich also deutlich von dem für westliche Besucher gewohnten arabischen Baustil unterscheiden. In den Neubaugebieten findet man moderne Wohnhäuser, welche wie überall in China von viel Grünraum umgeben sind, doch auch an diesen finden sich teils von der traditionellen tibetischen Kultur inspirierte Bauelemente.

Beim Besuch der Universität Tibet stellten sich mehrere Fakultäten vor. Wichtige Aspekte für die Universität sind der Erhalt der Kultur sowie der Natur Xizangs. Im Bereich der Spracherhaltung spielt dabei die IT eine bedeutende Rolle. So ist die Universität Tibet seit Anfang der 1990er auf diesem Gebiet aktiv, um die Grundlagen für die Nutzung der tibetischen Sprache auf technischen Geräten zu schaffen, wofür die Universität auch mit diversen chinesischen wie auch ausländischen Unternehmen zusammenarbeitet. Ein neues Arbeitsfeld im Bereich der IT ist die KI, wobei es darum geht, die KI für die Kommunikation auf Tibetisch sowie für die Übersetzung vom und ins Tibetische zu trainieren.

Ansonsten wird an der Universität auch traditionelle tibetische Malerei sowie Tanz und Musik gelehrt. Ein weiteres Forschungsfeld, das uns vorgestellt wurde, ist die Ökologie. Auch hierbei gibt es viele Faktoren, von der Wiederherstellung von Ökosystemen über die Frühwarnung vor Katastrophen und der öffentlichen Umweltaufklärung bis hin zum Abfallrecycling. Zudem beteiligt sich die Universität am Ausbau „erneuerbarer“ Energie sowie der Begrünung der Region. Daneben wurden seit 2001 über 40 Millionen Samen von über 1.000 Pflanzenspezies gesammelt, um die regionale Pflanzenspezies zu dokumentieren und zu erhalten.

Fazit

Kurz gesagt ist Xizang oder Tibet genau das Gegenteil von dem Bild, das im Westen vermittelt wird. Der Region gelang es, sich von einer bitterarmen und geknechteten Gesellschaft zu einer modernen Region zu entwickeln, in welcher die traditionelle Kultur nicht nur gefördert wird, sondern auch mit großem Stolz hochgehalten und weiterentwickelt wird.

Vor meinem Besuch in Xizang durfte ich mich mit Professoren der tibetologischen Fakultät der Sichuan-Universität austauschen, von denen die Hälfte selbst ethnische Tibeter waren. Diese berichteten davon, dass der Austausch mit westlichen Kollegen für sie wenig fruchtbar sei, da ihre Berichte über die Geschichte und Gegenwart Xizangs entweder ignoriert oder als Propaganda abgetan werden. In Bezug auf die vom westlichen Mainstream indoktrinierten China-Hasser wird es mir hier sicher nicht anders gehen. Jedoch hoffe ich, zumindest kritisch denkenden Menschen eine andere Sicht auf die Lage der Tibeter nähergebracht zu haben. Ansonsten steht jedem frei, entweder Xizang oder eines der tibetischen Minderheitengebiete in den angrenzenden Regionen zu besuchen, um selbst die Lebendigkeit der tibetischen Kultur zu erleben und sich mit den Tibetern vor Ort auszutauschen.

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Photo: gv

Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der fixen Autoren von TKP wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.

Georg Vavra, MA (*1993) ist ein Wiener Historiker mit Schwerpunkt auf Osteuropa und das Habsburgerreich sowie marxistischer Aktivist, u.a. in der Donbass-Solidarität. Zudem verbindet ihn viel mit China, und zwar neben Sprachkenntnissen und akademischen Auftritten auch private Beziehungen.


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42 Kommentare

  1. Dr. Peter F. Mayer 3. Juni 2026 um 11:22 Uhr - Antworten

    Unglaublich was hier alles bemüht wird um einerseits gegen China und Mao US-Propaganda und EU-Mainstream nachzubeten und umgekehrt Leibeigenschaft und den Nazi-Freund Dalai Lama zu verteidigen:
    Wikipedia – na sicher alles richtig
    ZDF – kriegt Tibet und China genauso inhaltlich richtig hin wie Covid, Klima, DSA, EU-Wallet …..

    • Gabriele 3. Juni 2026 um 13:47 Uhr - Antworten

      Diese Antwort Herr Dr. Mayer, ist Ihrer eigentlich nicht würdig.
      Aber dann versteht man auch besser, warum fast jeder alles tut, um eine zementierte Meinung auch nicht einen Millimeter zu ändern. Ganz gleich wie kritisch oder intelligent er oder sie sonst ist.
      Ich behaupte jedenfalls nicht, dass China nur schlecht ist, aber vielleicht muss ich künftig ja doch glauben, dass tkp hier…. na ja…ich werde euch trotzdem treu bleiben. Schwäche ist menschlich.

    • Fritz Madersbacher 3. Juni 2026 um 19:09 Uhr - Antworten

      @Dr. Peter F. Mayer
      3. Juni 2026 um 11:22 Uhr
      „Unglaublich was hier alles bemüht wird …“

      Von Mao Tsetung hat hier sowieso kaum jemand etwas Anderes im Kopf als die Schauermärchen der westlichen Propaganda. Traurig …

  2. Clip 2. Juni 2026 um 17:21 Uhr - Antworten

    Sorry, aber bin schockiert, daß tkp jetzt zum Sprachrohr der Verherrlichung chinesischer Eroberung und Unterdrückung in Tibet geworden ist, und das gleich an 2 aufeinanderfolgenden Tagen.

    Schon von der ‚Befreiung Tibets‘ zu sprechen, ist so verlogen, als würde man heute von einer Befreiung Gazas und des Libanons durch Israel sprechen oder der Befreiung von Völkern durch historische Völkermorde. Tibet war vor der chinesischen Invasion ein freies und selbstbestimmtes Land! Ich bin in jungen Jahren viel gereist, aber nirgends habe ich so unbeschwerte, erfüllte und gleichzeitig genügsame Menschen kenben gelernt, wie unter den Ureinwohnern Tibets. Jedenfalls dort, wo der chinesische Druck und die Kontrolle noch nicht so ausgeprägt waren.
    Ich bin 1987 2 Mal in Tibet gewesen, zusammen ca. 3 Monate. Einmal vor dem Aufstand der Tibeter und kurz nach Ausbruch der Unruhen, als praktisch die Grenzen nach Tibet bereits geschlossen waren. Das erste Mal war ich nicht nur in Lhasa, Gyantse und Shigatse, sondern bin auch quer durch Tibet nach Kashgar gereist, nicht ohne eine Runde um den Mount Kailash zu drehen und 3 Wochen in Purang und bei den 2 heiligen Seen Rakshastal und Mansarover zu verweilen. In fast allen Tempeln, bzw. deren Reste, die ich auf dem Weg sah, waren die Wandbilder und Buddhastatuen zerstört. Nur dort, wo man die klingende Münze des Tourismus witterte, wurden sie verschohnt, oder wurden wieder hergerichtet. Die Zahl der Tibeter, die seit der Eroberung durch China abgeschlachtet wurden, beträgt über 1 Millionen. Zur Orientierung, 1950, vor dem Einmarsch der Chinesen betrug die Bevölkerung 1,3 Millionen.
    Mehr Infos findet man übrigens unter https://www.gfbv.de/de/news/voelkermord-in-tibet-192/

    Dann wird auch noch trickreich so getan, als sei die Lebenserwartung der Menschen enorm gestiegen, laut Artikel von 35 auf 70 Jahre.
    Die Realität sieht leider ganz anders aus:
    Nach Abzug der Kinder- und Müttersterblichkeit ist die Lebenserwartung von 80 Jahren im Jahr 1950 auf 71,5 im Jahre 2020 geschrumpft, ein Rückgang um mehr als 11%! So haben sich die Lebensbedingungen verschlechtert.
    In dem anderen Artikel wird nach schlimmster chinesischer Propagandaart die Eroberung schön geredet. Natürlich mit unrichtigen Behauptungen, wie ‚Tibet gehörte schon immer zu China‘ und sogar der Andeutung, daß der Dalai Lama ein Fashist sei, da er
    1. die Freundschaft zu Heinrich Harrer hielt, der ihn lange, selbst bei seiner Flucht vor der chinesischen Invasion, unterstützte und begleitete, und
    2. weil er zu einem Nazi Kontakt hielt, der 1971 zu 3 Jahren Haft verurteilt wurde.

    Im weiteren Artikel wird das alte Tibet derart (verfälscht) durch den Schmutz gezogen, daß sich wirklich jeder diesen Artikel durchlesen sollte, um chinesische Propaganda von seiner übelsten Seite zu sehen und zu verstehen.
    Was bitte veranlaßt tkp, solche Artikel zu veröffentlichen?

    Anmerkung zu Berechnung der Lebenserwartung.
    Rechnung pro 1000 Tibeter, ausgehend von durchschnittlich 3,5 Geburten pro Frau mit durchschnittlich 18 Jahren.

    Lebenserwartung Tibet 1951: 35 Jahre
    Säuglingssterblichkeit 43%
    Müttersterblichkeit 5%

    Lebenserwartung ohne Säuglingssterblichkeit:
    215 Säuglingsjahre (430 Säuglinge * 1/2 Jahr Lebenszeit)
    1000 Geburten – 430 tote Säuglinge = 570 Überlebende
    35000 – 215 = 34785
    34785 : 570 = 61 Jahre

    Lebenserwartung ohne Säuglingssterblichkeit und ohne Müttersterblichkeit:
    570 Überlebende – 175 gestorbene Mütter = 395 Überlebende
    3150 Mütterjahre (50 * 3,5 Geburten * 18 Jahre)
    34785 – 3150 = 31635
    31635 : 395 = 80 Jahre

    Lebenserwartung Tibet 2020: 70,6 Jahre
    Säuglingssterblichkeit 1,16%
    Müttersterblichkeit 0,0565%

    Rechnung pro 1000 Tibeter
    Lebenserwartung ohne Säuglingssterblichkeit:
    5,8 Säuglingsjahre (11,6 Säuglinge * 1/2 Jahr Lebenszeit)
    1000 Geburten – 11,6 tote Säuglinge = 988,4 Überlebende
    70600 – 5,8 = 70594,2
    70594,2 : 988,4 = 71,4 Jahre (gerundet)

    Lebenserwartung ohne Säuglingssterblichkeit und ohne Müttersterblichkeit:
    988,4 Überlebende – 1,9775 gestorbene Mütter = 986,4225 Überlebende
    35,595 Mütterjahre (0,565 * 3,5 Geburten * 18 Jahre)
    70594,2 – 35,6 = 70558,6 (gerundet)
    70558,6 : 986,4225 = 71,5 Jahre (gerundet)

    • Gabriele 3. Juni 2026 um 14:21 Uhr - Antworten

      Das Sorry ist überflüssig.

  3. Fritz Madersbacher 1. Juni 2026 um 22:39 Uhr - Antworten

    Wie schreibt @Gabriele heute in ihrem Kommentar zum vorigen Artikel (“75 Jahre freies Tibet”, 31. Mai 2026) so treffend (@Gabriele, 1. Juni 2026 um 13:33 Uhr):
    “Ich dachte, wir hätten seit Corona etwas über Propaganda gelernt. Gerade lernen wir, dass es eben noch lange nicht so ist, vor allem im Geschichtsverständnis”
    Bezüglich Tibet funktioniert die einseitig westliche Propaganda noch bestens …

    • Jakob 2. Juni 2026 um 11:14 Uhr - Antworten

      Das ist so eine heimtückischen Sache mit Weltbildern und Propaganda.

      Alles aus der Propaganda was zum Weltbild passt wird reflexhaft als wahr gehalten. Es bedarf einer großen gedanklichen aber auch emotionalen Anstrengung diese Propaganda zu hinterfragen und möglicherweise als falsch zu erkennen. Muss doch das eigene Weltbild hinterfragt werden.

      Bei Fakten die nicht zum Weltbild passen ist es genau umgekehrt.
      Es bedarf derselben Anstrengungen um solche Fakten zu akzeptieren.
      Da bleibt man lieber bei seiner festgefahrenen Meinung.

      Aber auch Personen, welche bemüht sind und sich anstrengend durch das Propagandadickicht wühlen sind nicht gefeit vor Vorurteilen.
      Aber je mehr man an dieser Arbeit des Hinterfragens und Zweifelns, des Quervergleichens usw. arbeitet, umso sicherer wird man. Propaganda wirkt zwar immer noch, aber lange nicht mehr so stark und  unwidersprochen.

    • Fritz Madersbacher 2. Juni 2026 um 14:16 Uhr - Antworten

      @Jakob
      2. Juni 2026 um 11:14 Uhr
      „Aber je mehr man an dieser Arbeit des Hinterfragens und Zweifelns, des Quervergleichens usw. arbeitet, umso sicherer wird man. Propaganda wirkt zwar immer noch, aber lange nicht mehr so stark und unwidersprochen“
      Sie sagen es. Es ist Arbeit, mühsame Arbeit, weil Emotionen mit im Spiel sind. Aber sie lohnt sich für Menschen, die an Aufklärung mehr interessiert sind als an Rechthaberei …

      • Hello 2. Juni 2026 um 16:24 Uhr

        „Es ist Arbeit, mühsame Arbeit, weil Emotionen mit im Spiel sind. Aber sie lohnt sich für Menschen, die an Aufklärung mehr interessiert sind als an Rechthaberei …“

        Es ist auch eine mühsame Arbeit, selbst zu erkennen, ob man zu denen gehört, die an Aufklärung bemüht sind, oder zu denen, die zur Rechthaberei neigen. Denn so ziemlich jeder wird für sich in Anspruch nehmen, an Aufklärung interessiert zu sein.

        Ein Autor, der von sich sagt, ein marxistischer Aktivist zu sein, wird lieber die marxistische Seite sehen. Alles andere will er vielleicht gar nicht wissen, und andere vor allem brauchen es nicht zu wissen.

        Wenn Jochen Mitschka meint: „Und wenn ein Unternehmer, sprich Kapitalist wie Abt und ein Marxist wie der Autor dieses Artikels zum gleichen Fazit kommen, sollte das schwerer wiegen als die Aussage von beruflichen Influencern, die davon leben, eine gewisse Meinung zu verbreiten.“

        So ist das nicht ganz zutreffend, denn ein Unternehmer, sprich Kapitalist, kann sehr wohl Marxist sein. Oder war das bei Friedrich Engels anders? Das ist also kein zutreffendes Argument.

        Sollte es jetzt in Tibet wirklich allen gut gehen, sowohl Chinesen als auch Tibetern, freut mich das. Die Historie ändert sich aber trotzdem nicht.

        Auch wenn das für Menschen, die an Aufklärung interessiert sind, nicht zählt, was ich für persönliche Gespräche geführt habe, so zählen sie für mich doch. Ich habe von der Flucht erfahren, von den Gefahren, von der Angst, von der schmerzhaften Schneeblindheit, von der Angst von Kindern, die in die Schweiz gebracht wurden und vor den Adoptiverletern Angst hatten, weil sie so fremde Gesichte noch nie gesehen haben, vor allem blaue Augen. Eines dieser Kinder, das schon etwas älter war – ein Mädchen -, wurde von den anderen umringt, sie möge doch helfen. Dazu muss man sagen, dass in Tibet das Alter eine große Rolle spielt und Älteren (auch den älteren Geschwistern) Respekt entgegen gebracht wird. Dieses damalige Mädchen, heute natürlich eine erwachsene Frau mit eigenen Kindern, hat mir das persönlich erzählt.

        Und noch einmal: Warum darf ein tibetischer Mönch, der in die Schweiz und Östereich eingeladen wird, Vorträge über Buddhismus zu geben, nur mit einem chinesischen Aufpasser nach Europa kommen?

        Aber all diese persönlichen Gespräche und eigenen Erlebnisse in Tibet zählen natürlich nichts gegen – und jetzt drehe ich den Spieß um- chinesisch, marxistische Propaganda.

      • Fritz Madersbacher 2. Juni 2026 um 17:12 Uhr

        @Hello
        2. Juni 2026 um 16:24 Uhr
        Es ist auch für mich mühsame Arbeit. Wie Sie es für sich handhaben, egal in Bezug auf welche Frage, da will ich mich nicht einmischen, das ist Ihre Sache …

  4. Daisy 1. Juni 2026 um 20:29 Uhr - Antworten

    Nunja, Mao hätte ich nicht unbedingt als „Befreier“ betrachtet. Der hat ja Mio von Chinesen am Gewissen.

    Im Vergleich dazu…
    empfand ich den friedliebenden Dalai Lama immer als einen sehr weisen Mann. Fasziniert hat mich die Geschichte, wie seine Reinkarnation gefunden wird. Das ist schon erstaunlich. Sie finden entweder wirklich seine Reinkarnation oder ein sehr begabtes Kind, das dann intensiv ausgebildet wird. Besonders eben in der Liebe und Empathie für seine Mitmenschen.

    Ich habe den spannenden Film „Sieben Jahre in Tibet“ gesehen. Daraus geht hervor, dass der 14. Dalai Lama ein sehr aufgeschlossener mitfühlender Mensch war und immer noch ist, der sein Land gewiss auch in eine gute Zukunft geführt hätte. Heute nämlich wäre das Land auch unter ihm modern…Harrer wurde bald Berater und Lehrer und es verband ihn ein Leben lang tiefe Freundschaft mit dem im Exil lebenden Dalai Lama.
    Links im Anschluss…

    • Daisy 1. Juni 2026 um 20:32 Uhr - Antworten

      W i k i p e d i a
      Mao Zedung
      Dalai Lama
      Der Vergleich macht Sie sicher…

    • Daisy 2. Juni 2026 um 7:10 Uhr - Antworten

      Ergänzend eine gute Zusammenfassung der Geschehnisse vor und nach der „Befreiung“.
      https://www.planet-wissen.de/kultur/asien/tibet/index.html

    • Patient Null 3. Juni 2026 um 10:56 Uhr - Antworten

      Das spricht dem derzeitigen Dalai Lama niemand ab. Es ist aber ein Unterschied ob man staatliche Macht über Menschen hat oder nicht. Das sollte man beachten. Es ist leider auch immer wieder zu beobachten, sobald ein Politiker zu staatlicher Macht kommt, ändert sich seine Politik, teilweise um 180 Grad. Die Verhältnisse in Tibet zu ändern dazu hatten die Lamas hunderte Jahre Zeit. Wir reden hier ja nicht vom Mittelalter sondern von 1959!

      „Sieben Jahre in Tibet“ aus meiner Sicht führt der Film den Zuschauer etwas in die Irre. Schließlich beginnt er bereits 1939 in der Geschichte. Eine Kritik auf WP schreibt „Ein ausuferndes exotisches Star-Epos, .. darüber aber die Chance zu historischer .. Vertiefung verpasst. “

      Geschichte sollte man kenne und genau das macht der Artikel.
      Mao ist nochmal ein Thema für sich.

  5. Gabriele 1. Juni 2026 um 17:54 Uhr - Antworten

    Youtube:
    „Tibet unter Kontrolle: Wie China Kultur und Identität auslöscht“ | auslandsjournal
    ZDFheute Nachrichten vom 6. 7. 2025
    10 unangenehme Minuten für die Abonnenten des betreuten Denkens.
    Sogar das ZDF hat kapiert…

    • Dr. Peter F. Mayer 2. Juni 2026 um 8:18 Uhr - Antworten

      Na endlich – nach den vielen flachen Berichten über Covid jat das ZDF mal ein Propagandavideo mit richtigen Inhalten

      • Gabriele 2. Juni 2026 um 11:55 Uhr

        Sie haben das Video nicht gesehen, oder? Ein halb Blinder, der die tibetische Kultur kennt, würde merken, dass das gezeigte chinesische Kasperltheater eine widerliche Touristenkulisse ist. Wie das ZDF-Team von Spitzeln verfolgt und vom tibetischen “Reservat” ferngehalten wird, sagt schon alles. Aber Sie schauen prinzipiell keine Videos an, haben Sie einmal zu mir gesagt… Ist natürlich Ihr gutes Recht. Vielleicht missverstehe ich Ihren Kommentar aber auch. Ich hoffe es. 🙂

  6. kummerlneindanke 1. Juni 2026 um 17:52 Uhr - Antworten

    Was für ein katastrophaler Artikel. Ihr solltet dazuschreiben, wenn ihr von der Chinesischen Kommmunistischen Partei finanziert werdet. War übrigens am Samstag auf einer Veranstaltung der Grazer KP. Da gab’s wieder Plakate vom Massenmörder Lenin. Und die Kahr saß daneben und wusste von Nix… Wie vor ein paar Jahren, als sie auf dem Festl Streichholzschachteln mit dem verehrten Stalin drauf verteilten….

    • Jakob 1. Juni 2026 um 21:08 Uhr - Antworten

      Na Daisy – Alex. War wohl Zeit einen neuen Account einzurichten.
      Einer genügt eben nicht um sich selbst zu unterstützen.
      Und mit Kummerl haben Sie ja eine besonders große Freude; stimmts?

    • Gabriele 2. Juni 2026 um 8:17 Uhr - Antworten

      Ja, Graz ist mittlerweile ein besonders guter Ort für Marxisten und Muslime. Letztere wählen Erstere, weil sie ihnen alles bieten, was sie möchten. Dazu kommt ein ewig grinsender Gesundheitsstadtrat mit seiner Impfpropaganda. Ein besonderes „Shangri La“…

  7. Gabriele 1. Juni 2026 um 17:39 Uhr - Antworten

    Schon interessant: Sogar das ZDF hat es 2025 kapiert und auf youtube findet man dazu unter ZDFheute Nachrichten:
    „Tibet unter Kontrolle: Wie China Kultur und Identität auslöscht“ | auslandsjournal

    Nicht feig sein und anschauen – sogar im Streamingportal von ZDF zu finden.
    Wer ist hier also realitätsfern, wenn sogar der „Mainstream“ den Mut hat, es anzusprechen? Und wie gut schlafen eigentlich all die unkritischen China-Fans immer noch?

  8. Hello 1. Juni 2026 um 15:14 Uhr - Antworten

    „Auch hierbei gibt es viele Faktoren, von der Wiederherstellung von Ökosystemen …“

    Na, wenigstens wird zugegeben, dass die Befreier das Ökosystem zerstört haben.

    Wenn schon Tibet demonstrativ mit dem chinesischen Namen bezeichnet wird und dabei gesagt wird, dass in Tibet alles zweisprachig sei, könnte ja einmal die tibetische Bezeichnung für ihr Land genannt werden: böd oder böd yül seltener pur gyur, wobei die Aussprache je nach Distrikt etwas verschieden ist. Natürlich ist das Nebensache.

    Ich bin nur überrascht, dass wir unsere Weiterentwicklung zB zur Waschmaschine statt Waschen mit der Rumpel, von Pferdefuhrwerken zum Auto, von langwierigen Bitten um Bereitstellung eines Telefons zum Smartphone (ob Smartphone unbedingt ein positiver Fortschritt für alle ist, sei dahingestellt), vom Radio zum Fernseher, von der Auszahlung der Gehälter mittels Briefumschlag zum Bankkonto etc ohne Hilfe der Chinesen geschafft haben.

    • Der Zivilist 1. Juni 2026 um 15:39 Uhr - Antworten

      “ Ich bin nur überrascht, dass wir unsere Weiterentwicklung zB zur Waschmaschine statt Waschen mit der Rumpel, von Pferdefuhrwerken zum Auto, von langwierigen Bitten um Bereitstellung eines Telefons zum Smartphone (ob Smartphone unbedingt ein positiver Fortschritt für alle ist, sei dahingestellt), vom Radio zum Fernseher, von der Auszahlung der Gehälter mittels Briefumschlag zum Bankkonto etc ohne Hilfe der Chinesen geschafft haben. “

      Haben wir nicht, viel know how für die Industrialisierung kam von China und dann kam das Silber zur Finanzierung des ganzen Zaubers von China, bzw von China zurück, nachdem es zuerst in Lateinamerika zusammengeklaut wurde, für Luxus nach China floß und dann gegen Opium (2 Opiumkriege) zurückkam.

      • Hello 1. Juni 2026 um 16:18 Uhr

        Die Opiumkriege waren im 19. Jahrhundert
        Dann kamen einmal zwei Weltkriege
        China war ein armes (Agrar)Land, sonst hätte Mao Tsetung wohl keine Anhänger gefunden. Der wirtschaftliche Aufschwung begann um 1980, so weit mir bekannt unter Deng Xiaoping. Die ersten Hilfen für die Industrialisierung kam meines Wissens von Russland nach China. (zB die beeindruckende Brücke über den Jangtsekiang in Wuhan) Ok, die Smartphones und ähnliches „Spielzeug“ sind made in china oder taiwan (was zu China gehört, ich weiß). Die erste Waschmaschine wurde von einem Deutschen im 18.Jh gebaut.

  9. Mensch 1. Juni 2026 um 15:12 Uhr - Antworten

    Materieller Reichtum gegen spirituellen Reichtum ist hier die Frage. Natürlich war Tibet vor der Chinesischen Okkupation sehr korrupt und die Kultur „verstaubt“. Ohne echte geistige Lehrer wird die tibetische Kultur wie von China offenbar gefördert zur Folklore.

    https://onevision.academy/der-regenbogenkoerper-erwachen-ist-erst-der-anfang-teil-2-2/

    Ob diese Lehren im chinesischen Tibet gelehrt bzw. praktiziert werden (dürfen)? Nach meinen Info sind sie verboten. Und Lama die sich nicht daran halten, müssen mit Repressalien gegen ihre Gemeinschaft, ihren Kloster usw. rechnen.

    • Hello 1. Juni 2026 um 15:28 Uhr - Antworten

      Vor ein paar Jahren war ein Mönch aus Tibet hier und gab ein Seminar – oder wie immer man das bezeichnen will, heutzutage am liebsten „teaching“. Er sagte, dass man in Tibet in Klöstern studieren und lehren darf, solange man sich nicht in politische Angelegenheiten einmische. Er hatte allerdings eine chinesische Begleitung bei sich. Obwohl man vorhatte, ihn wieder einzuladen, ist ein neuerlicher Besuch noch nicht zustandegekommen. Warum, weiß ich nicht.

    • Jochen Mitschka 1. Juni 2026 um 15:43 Uhr - Antworten

      ABt und andere kamen zu dem Schluss, https://forumgeopolitica.com/de/artikel/tibet-alltag-glaube-und-kultur-teil-ii dass der Spirtualismus erhalten geblieben ist und auch von der Zentralregierung nicht angegriffen wird. Ausgerottet wurde offensichtlich das feudale Unterdrückungssystem.

      Wer den extremistischen Islamismus oder den extremistischen Zionismus ablehnt, ist nicht gleichzeitig automatisch ein Feind der darunter liegenden Religionen. Hier ist es offensichtlich ähnlich. Jedenfalls ist das die einhellige Meinung von NEUTRALEN und unabhängigen Besuchern. Übrigens hört man sehr Ähnliches über Xinjiang.

      China hat mit der Eröffnung der Qinghai-Tibet-Bahn im Jahr 2006 eine Verbindung geschaffen, die von internationalen Experten jahrzehntelang für bautechnisch unmöglich erklärt wurde. Sie gilt bis heute als eines der größten und anspruchsvollsten Ingenieursprojekte der Menschheitsgeschichte.

      Kritiker und Exil-Tibeter betonen, dass die Bahn vor allem dazu dient, die militärische Kontrolle Chinas über Tibet zu sichern, Ressourcen (Bodenschätze) abzutransportieren und durch den massiven Zuzug von Han-Chinesen die traditionelle tibetische Kultur und das sensible Ökosystem des Plateaus zu verdrängen. Aber für Chinas Politik ist es normale Politik, mit unglaublichen Infrastrukturaufwendungen alle Provinzen zu fördern. Was das Zusammengehörigkeitsgefühl der Menschen trotz unterschiedlicher Ethnien drastisch erhöht hat, und mit ein Grund für den extrem hohen Zufriedenheitsgrad.

      Es gibt Umfragen in Tibet, die eine sehr hohe Zufriedenheit aufzeigen. Was natürlich vom Büro „seiner Heiligkeit“ bestritten wird. Jeder sollte sich selbst eine Meinung bilden. Glauben wir unabhängigen Reisenden, oder glauben wir vom feindlichen Ausland finanzierten Exilregierungen?

      • Hello 1. Juni 2026 um 16:47 Uhr

        Was sind unabhängige Reisende und was sind NEUTRALE Beobachter? Bin ich ein unabhängiger Reisende oder ein neutraler Beobachter? Für Sie sicherlich nicht. Und für mich sind Sie nicht neutral. Und jemand, der sich selbst als marxistischen Aktivist bezeichnet, ist sicherlich nicht neutral.

        Wenn sich in Tibet etwas zum Besseren gewendet hat, freut mich das. Ob das Bessere auch für Tibeter gilt oder nur für Chinesen, kann ich nicht beurteilen. Ich frage mich allerdings, warum ein tibetischer Mönch nur unter chinesischer Begleitung Tibet verlassen darf.

      • Mensch 1. Juni 2026 um 17:16 Uhr

        „Solo-Reisen, d.h. Reisen auf eigene Faust, sind in Tibet derzeit nicht möglich. Die Reiserichtlinien des Tibetischen Fremdenverkehrsamtes verlangen von internationalen Reisenden, dass sie sich einer organisierten Tour durch eine lokale Tibet-Reiseagentur anschließen.“

        https://www.tibetrundreisen.com/tibet-tour/individualreisen-in-tibet.html

        Inwiefern ist da ein neutrales, unabhängiges Bild der Situation möglich?

      • Jochen Mitschka 1. Juni 2026 um 20:10 Uhr

        @Hello … Neutrale Beobachter ist vielleicht tatsächlich nicht der richtige Ausdruck. Weil natürlich ist jeder irgendwie vorgeprägt. Besser wäre „unabhängig“. Unabhängig von einem Staat, einer Organisation (NGO z.B), der auf eigene Kosten reist und kein wirtschaftliches Interesse daran hat etwas zu erzählen, was er nicht selbst glaubt.

        Und wenn ein Unternehmer, sprich Kapitalist wie Abt und ein Marxist wie der Autor dieses Artikels zum gleichen Fazit kommen, sollte das schwerer wiegen als die Aussage von beruflichen Influencern, die davon leben, eine gewisse Meinung zu verbreiten.

      • Hello 1. Juni 2026 um 20:55 Uhr

        Jochen Mitschka
        1. Juni 2026 um 20:10 Uhr

        Wer sind für Sie berufliche Influencer?
        Für mich eventuell der Verasser des Artikels. Sie auch?

        Die Frage ist noch nicht beantwortet, warum ein tibetischer Mönch nur unter Aufsicht eines Chinesen Tibet verlassen darf. Wenn es allen in Tibet so wunderbar geht, braucht sich die chinesische Führung doch vor nichts und niemanden zu fürchten.

  10. Gabriele 1. Juni 2026 um 14:19 Uhr - Antworten

    Für alle, die Wert auf „eine“ Wahrheit legen, hier ein Ausschnitt aus dem aktuellen Bericht von „Save Tibet.at“ über die derzeitige Lage:

    Der gesamte Text ist für alle Schönfärber und Innen zu finden unter: tibet.at/tibet/land-und-leute/aktuelle-situation/

    „Keine Aussicht auf Besserung
    Die Situation der Tibeter in Tibet hat sich seit den Olympischen Spielen 2008 in Peking weiter verschlechtert. In den Städten kann bereits von einer Totalüberwachung der Menschen, unter anderem mit massivem technischem Einsatz, gesprochen werden. In den Dörfern werden tibetische Familien gezwungen, sich gegenseitig zu kontrollieren und alle Unregelmäßigkeiten an die Behörden zu melden.
    Die Bewegungsfreiheit der Tibeter ist stark eingeschränkt. Chinesen dürfen sich in Tibet in der Regel überall frei bewegen, Tibeter müssen in ihrem eigenen Land unzählige Kontrollen über sich ergehen lassen. Ohne zahlreiche Genehmigungen dürfen sie sich außerhalb ihres Wohngebietes nicht bewegen und auch nicht arbeiten. Die Grenzen zu den Nachbarländern werden rigoros überwacht, der Einsatz von Killerdrohnen ist dort bereits üblich. In den letzten Jahrzehnten flüchteten einige tausend Tibeter pro Jahr ins Exil. Infolge der verschärften Rahmenbedingungen ist diese Zahl in den letzten Jahren immer mehr gesunken. 2 Millionen Nomaden, die letzte Bastion der tibetischen Kultur in Tibet, wurden in den letzten Jahren in feste, gefängnisartige Siedlungen zwangsumgesiedelt.
    Viele Tibeterinnen und Tibeter empfinden die Situation in ihrem Land angesichts der steigenden Repression und schrittweisen Marginalisierung ihrer Lebensweise und Kultur als hoffnungslos. Etliche von ihnen, meist Mönche und Nonnen, haben in den letzten Jahren die Selbstverbrennung als letzten Ausweg gesehen, die Weltöffentlichkeit auf die Situation in Tibet aufmerksam zu machen und sie aufzurütteln. Über 150 Menschen waren es bis jetzt, die diesen drastischen Schritt setzten. Die meisten von ihnen starben an ihren schweren Verletzungen, unbeachtet von den meisten Medien in aller Welt…“

    Mit schönen abschließenden Grüßen… mir werden die Lügen hier einfach zu viel.

    • Jakob 1. Juni 2026 um 14:37 Uhr - Antworten

      Ich schätze Ihre Kommentare.
      Aber warum Sie china-positive Artikel und Kommentare als Propaganda darstellen, die Seite tibet.at aber als uneingeschränkt glaubwürdig, entzieht sich meinem Verständnis und passt, so sehe ich das, nicht zu Ihnen.

      • Gabriele 1. Juni 2026 um 15:04 Uhr

        Glauben Sie, die Tibeter hier machen Scherze über Selbstverbrennungen? Passt das denn zu Ihnen?
        Ich überlasse Sie hier gerne Ihrem Weltbild. Ich selber stehe immer auf Seiten derer, die ganz real leiden und das passt sehr gut zu mir.

    • Jochen Mitschka 1. Juni 2026 um 15:02 Uhr - Antworten

      Antwort an Gabriele. Seltsamerweise sehen sie tibet.at, die in enger Verbindung zur Exilregierung und dem Dalai Lama steht als neutraler und korrekter in der Beschreibung der Situation an, als sie dutzende von unabhängigen Forschern und diesem Autor hier tun.

      Nochmal: „Die Organisation steht in engem Kontakt mit der tibetischen Exilregierung und dem 14. Dalai Lama. Neben der direkten Hilfe dient die Plattform auch als Informationsportal zur Lebenssituation des tibetischen Volkes und zur Bewahrung der tibetischen Kultur und Religion.“

      Die Finanzierung der Exilregierung stützt sich in erster Linien auf Regierungshilfen aus den USA und Indien.
      Die USA: Die US-amerikanische Regierung ist eine der wichtigsten externen Finanzquellen. Über Gesetze wie den Tibetan Policy Act und Organisationen wie die US-Entwicklungshilfebehörde USAID fließen jährlich Millionenbeträge an die CTA. Für das US-Budget sind beispielsweise rund 23 Millionen Dollar für die Förderung der tibetischen Kultur, Sprache, Bildung und den Kapazitätsaufbau der Exilregierung in Indien und Nepal vorgesehen. Offiziellen Angaben der CTA zufolge decken US-Hilfen rund 29 % der gesamten Verwaltungsausgaben. Abgesehen sind natürlich die bekannten NGOs, die sich überall so sehr für „Demokratie und Freiheit“ einsetzen, wie z.B. in Syrien.

      • Der Zivilist 1. Juni 2026 um 15:47 Uhr

        Überall mischt sich die CIA ein, in Syrien installieren sie einen chinesischen Terroristen und man stelle sich vor, die Chinesen würden Indianer Gemeinden in den USA finanzieren.

      • Gabriele 2. Juni 2026 um 20:02 Uhr

        @ Hr. Mitschka: …als sie dutzende von unabhängigen Forschern und diesem Autor hier tun.“

        Jetzt weiß ich allerdings wirklich nicht, worüber ich mehr lachen soll, über „dutzende“ oder über „unabhängige“… „Forscher“ (die zum Teil noch nie einen echten Tibeter selbst zu Gesicht bekamen, da bin ich mir jedenfalls sicher).
        Ihr Autor hält das nach außen hin präsentierte lächerliche Tibet-Disneyland, etabliert
        für (ebenso ahnungslose) Han-chinesische und europäische Touristen, tatsächlich für die tibetische Kultur… ich wüsste gern, wie viele Tibeter er aktuell persönlich kennt.

  11. Jochen Mitschka 1. Juni 2026 um 14:08 Uhr - Antworten

    Der Bericht wird bestätigt durch viele andere Reiseberichte. zuletzt dem von Abt: https://forumgeopolitica.com/de/artikel/tibet-alltag-glaube-und-kultur-teil-ii Aber viel zu wenig Menschen haben das zur Kenntnis genommen.

  12. Gabriele 1. Juni 2026 um 14:08 Uhr - Antworten

    Na, jetzt muss ich wirklich lächeln…Alles ist nur hell, gut und schön….vor allem „modern“, solange man die Tibeter nicht selber fragt. Wer „offiziell2“ hinfährt, wird sie schwerlich treffen bzw. mit denen reden dürfen, die freiwillig etwas anderes erzählen könnten. Ähnlich wie in Davos, wenn die WHO anmarschiert…
    Großer Applaus! Perfekte China-Propaganda. Fast so gut wie in den „Qualitätsmedien“ über Corona.
    Schon unglaublich, wie subtil Gehirnwäsche funktionieren kann, wenn es um konstruierte Weltbilder geht. Oder glaubt wirklich jemand, dass China heute auch nur irgendetwas auslässt, um im Westen perfekt dazustehen? Wäre bloß Europa mit seinen „westlichen Werten“ ähnlich geschickt – das bleibt natürlich ein Wunschtraum. Und KI hilft fleißig beim zerebralen Abbau.
    Was zu loben ist, wäre natürlich die TCM und das fundamental logische Denken der Chinesen in allen Dingen – auch der Medizin. Dort ist auch abartigste „Forschung“ problemlos möglich, denn ein Menschen- oder gar das Leben anderer Kreaturen gilt absolut nichts, wenn es „dem Volkswillen dient“. Und es gibt ebenso viele gute Menschen, wie überall sonst, doch was kümmert das schon „die Führung“. Grausamkeit scheint diesem „Global Player“ seit jeher inhärent zu sein. Über Bill Gates schimpfen wir, den chinesischen Machthabern verzeihen wir offenbar alles – schließlich wird der Westen sie noch dringend brauchen angesichts unserer Misswirtschaft und Kriegstreiberzukunft.
    Ich warte nur darauf, dass demnächst Nordkorea als Vorzeigeland auf den Plan tritt. Dort sind auch alle sehr glücklich“, wenn man „hinfährt und fragt“. Findet sich dafür ein Autor?

    • Der Zivilist 1. Juni 2026 um 15:45 Uhr - Antworten

      Na, Sie haben den Felix Abt nicht gelesen

  13. Jakob 1. Juni 2026 um 13:57 Uhr - Antworten

    Bin schon neugierig auf die Kommentare.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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