75 Jahre freies Tibet

31. Mai 2026von 6,2 Minuten Lesezeit

Vor kurzem war ich auf einem Symposium zum 75. Jahrestag der Befreiung Tibets in Lhasa zu Gast, wo ich über die Menschenrechtslage im alten wie im neuen Tibet sprechen durfte. Aus diesem Anlass will ich hier einen Überblick über die hierzulande wenig bekannte Geschichte des alten Tibets, seine Verbindungen zum Nazi-Regime und die anschließende Befreiung bieten.

Entgegen der weit verbreiteten Ansicht gehört Xizang, im Westen besser bekannt als Tibet, schon seit vielen Jahrhunderten zu China, war aber stets weitgehend autonom, und auch heute noch ist es ein autonomes Gebiet innerhalb der Volksrepublik China. Nachdem es bereits zuvor durch dynastische Heiratsverbindungen und kulturellen Austausch eine enge Verbindung Xizangs zum chinesischen Machtzentrum gegeben hatte, kam die Region 1247 unter die Herrschaft des Mongolenreichs. Als dieses kurz darauf in Teilstaaten zerfiel, verblieb Xizang unter der Herrschaft der Yuan-Dynastie (1271-1368), also des von der Dynastie der Nachkommen Dschinghis Khans beherrschten Chinas.

Nach wechselhafter Intensität der chinesischen Kontrolle und einer Invasion des mongolischen Dsungaren-Khanats, welchem es 1717 gelang, Lhasa einzunehmen, sandte der Kaiser Kangxi der Qing-Dynastie seine Armee nach Xizang, um die Dsungaren zu vertreiben, und inkorporierte die Region 1720 endgültig ins chinesische Kaiserreich.

Die blutige Herrschaft der Lamas

Während Xizang zwar ein Teil des chinesischen Kaiserreichs, bzw. dann der Republik Chinas war, und international auch einhellig als solcher anerkannt war, bestand nach innen hin eine Theokratie. Diese Staatsform verheißt selten Gutes, so auch im alten Tibet: Vor der Befreiung waren gut 95% der Tibeter Leibeigene, wobei es hier neun verschiedene Kasten gab, und viele faktisch Sklaven waren.

Die Angehörigen der niedrigste Kaste, der „Nangzan“, konnten gehandelt werden wie Vieh, während jeder Widerstand brutal unterdrückt wurde, wobei Strafen wie das Ausstechen der Augen oder Häuten üblich waren. Auch der Wert der Menschen war offiziell entsprechend der Kaste festgelegt: Während die Angehörigen der obersten Kaste ihr Körpergewicht in Gold wert waren, wurde den Angehörigen der untersten Kaste lediglich der Wert eines Strohseils zugemessen.

In der Region mit damals rund einer Million Einwohnern wurden 97,7% des kultivierten Landes von der Regierung, dem Klerus oder den 197 Adelsfamilien beherrscht. Das Weideland war Eigentum der Herdenbesitzer. Der 14. Dalai Lama, der heute im Westen als Freiheitsikone gefeiert wird, stammt aus einer der reichsten Adelsfamilien, welche 27 Güter, 30 Weiden und 6.000 Leibeigene besaß.

Die Leibeigenen, welche verkauft, verpfändet oder verschenkt werden konnten, waren absolut von ihren Herren abhängig. So konnten sie nicht einmal ohne deren Zustimmung heiraten. Wenn sie nach der Heirat außerhalb des Landes ihres Herrn tätig waren, mussten ihre Familien eine Entschädigungszahlung leisten. Überhaupt waren die Leibeigenen neben der unbezahlten Arbeit noch zu einer Vielzahl an Abgaben verpflichtet. Wer diesem System entfliehen wollte, musste bei Misslingen des Fluchtversuchs mit Auspeitschen oder Fußamputationen rechnen.

In dieses System mischte sich die chinesische Zentralregierung nicht ein, obwohl es zu Zeiten der Qing-Regierung einen Statthalter namens Amban gab, dessen Residenz heute ein Museum ist, das ich im Zuge des Symposiums besuchen durfte. Der Amban hatte umfangreiche Befugnisse, in die tibetische Politik einzugreifen, welche er insbesondere in Diplomatie und Personalentscheidungen ausübte. Er wirkte sogar bei der Findung eines neuen Dalai Lamas mit, welcher vom chinesischen Kaiser in einer Urkunde bestätigt werden musste, bzw. im Falle des derzeitigen Dalai Lamas vom damaligen Präsidenten Chiang Kai-shek.

Nazis in Lhasa

Zentral für die Geschichte Xizangs und für ihre Wahrnehmung im Westen sind die Nationalsozialisten. Aufgrund einer esoterischen Theorie, wonach die Ur-Arier nach dem Untergang von Atlantis ins tibetische Hochland geflohen seien, schickte Heinrich Himmler 1938 eine SS-Expedition nach Tibet. Angeführt wurde sie vom Biologen Ernst Schäfer und eine weitere zentrale Figur der Expedition war der Rassenforscher Bruno Beger, welcher dort Schädelvermessungen durchführte.

Sowohl Schäfer als auch Beger wurden nach dem Krieg festgenommen, und Beger schließlich 1971 auf Grund seiner Rolle im KZ Auschwitz wegen Beihilfe zum Mord in 86 Fällen zu drei Jahren Haft verurteilt, was den Dalai Lama nicht davon abhielt, weiter mit ihm Kontakt zu halten.

Auch jene Person, die man in Österreich am stärksten mit dem Dalai Lama in Verbindung bringt, nämlich Heinrich Harrer, war ein überzeugter Nationalsozialist. Der Autor des 1997 von Hollywood mit Brad Pitt als Hauptdarsteller verfilmten Buches „Sieben Jahre in Tibet“ und Lehrer des aktuellen Dalai Lamas war seit 1933 in Österreich als illegaler Nationalsozialist und SA-Mitglied aktiv. Nach dem Anschluss wurde er zudem NSDAP-Mitglied sowie SS-Oberscharführer, traf sich mit Hitler und lernte durch Vermittlung Heinrich Himmlers seine spätere Frau Lotte Wegener, die Tochter des Polarforschers Alfred Wegener, kennen.

Nach Kriegsausbruch wurden Harrer und sein Tiroler Gefährte Peter Aufschnaiter, welcher seit 1933 NSDAP-Mitglied war, von den Briten in Indien interniert, bis ihnen 1944 die Flucht nach Xizang gelang. Neben Harrer erhielt auch Aufschnaiter eine Anstellung beim theokratischen Regime. 1950 verließen dann aber beide Lhasa, denn die Befreiung Tibets zeichnete sich nach der Ausrufung der Volksrepublik bereits ab.

Bekanntlich hielt der Dalai Lama mit Harrer bis zu dessen Lebensende Kontakt. Doch nicht nur mit alten Nazis pflegte der ehemalige Gottkönig Kontakt, sondern auch mit modernen Rechtsextremen, wie dem japanischen Terroristen Shoko Asahara, welcher für die Sarin-Anschläge auf die Tokioter U-Bahn 1995 verantwortlich war, welche 13 Todesopfer und über 1.000 Verletzte forderten.

Ein weiterer Freund des Dalai Lamas war der chilenische Diplomat und Hitler-Bewunderer Miguel Serrano, der ein wichtiger Ideologe der nationalsozialistischen Esoterik war, und Hypothesen über Nazi-Ufos sowie die Behauptung, Hitler verstecke sich im Inneren einer Hohlerde und würde irgendwann zurückkehren, aufstellte.

Die Befreiung Xizangs

Am 23. Mai 1951 wurde zwischen den Autoritäten Xizangs sowie der neu errichteten Volksrepublik China das 17-Punkte-Abkommen unterzeichnet. Damit wurde im Wesentlichen der Status Xizangs beibehalten und an die neuen staatlichen Gegebenheiten angepasst, wobei versucht wurde auf Reformen hinzuwirken. Erst als Teile der alten Elite, welche demokratischen Reformen entgegenwirken wollten, unter der Führung des Dalai Lamas und mit Unterstützung der USA am 10. März 1959 einen gewalttätigen Aufstand unternahmen, führte dies schließlich zur Flucht der Aufständischen nach Indien und zur Abschaffung der Leibeigenschaft am 28. März 1959.

Das Thema der Leibeigenschaft und des alten Tibets ist bis heute präsent. Im Tibet-Museum in Lhasa gibt es eine „Gedenkhalle zur Befreiung von mehr als einer Million Leibeigener“, in welcher man die Dokumente der Barbarei im alten Xizang sieht, wie zum Beispiel Bilder abgezogener Häute, welche öffentlich ausgestellt wurden, sowie Fotos von aus Menschenknochen hergestellten Ritualtrompeten.

Gerade für die ältere Generation ist das alte Xizang noch immer Teil ihrer persönlichen Erinnerung, und nach der Befreiung hatte die rückständige Region einen langen Weg zu gehen, wobei die absolute Armut in vielen Teilen Xizangs erst kürzlich überwunden werden konnte. Auf die weitere Entwicklung nach der Befreiung, die Modernisierung des Gebiets, sowie auf die Lage heute werde ich in einem weiteren Artikel eingehen.

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Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der fixen Autoren von TKP wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.

Georg Vavra, MA (*1993) ist ein Wiener Historiker mit Schwerpunkt auf Osteuropa und das Habsburgerreich sowie marxistischer Aktivist, u.a. in der Donbass-Solidarität. Zudem verbindet ihn viel mit China, und zwar neben Sprachkenntnissen und akademischen Auftritten auch private Beziehungen.


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35 Kommentare

  1. bekir 1. Juni 2026 um 16:39 Uhr - Antworten

    „Tibet sieht sich als jahrhundertalte Kulturnation. Dennoch vertritt auch die tibetische Exilregierung die Auffassung, dass es bis 1912 keinen voll unabhängigen tibetischen Staat gab. Erst mit der Rückkehr des 13. Dalai Lama, der bis 1933 lebte, und der darauffolgenden Unabhängigkeitserklärung sei Tibet frei von chinesischem Einfluss gewesen. Danach sei Tibet ein souveräner Staat gewesen, der zu einer theokratischen Monarchie wurde und eine Armee unterhielt.

    Faktisch schwand schon im 19. Jahrhundert die Zentralgewalt der Qing-Dynastie über das gesamte chinesische Reich, als westliche Mächte ihren Einfluss in China auszudehnen suchten.“

    https://www.bpb.de/kurz-knapp/hintergrund-aktuell/333504/vor-70-jahren-17-punkte-abkommen-zwischen-china-und-tibet/

    „Westliche Mächte“ sind es auch, die sich bis heute weltweit anmaßen, die „guten“ Separatisten zu festzulegen und zu unterstützen und die anderen als „böse“ zu verdammen. Natürlich reiner Zufall, dass die vom Westen jeweils gewählte Version bestens zu westlichen (insbesondere US-)Interessen der Geopolitik passt.

    Beispiel Jugoslawien:
    – Ablösung Kroatiens etc. vom serbisch dominierten Belgrad (Gesamstaat): gute Sache
    – Ablösung serbischer Gebiete von Kroatien: böse
    – Ablösung des Kosovo vom Teilstaat Serbien: gut
    – Ablösung serbischer Gebiete vom Kosovo: böse

    Beispiel Ukraine:
    – Ablösung von der UdSSR / von russischer Dominanz: gut
    – Ablösung des russophilen und daher von Kiew diskriminierten Dobass: böse

    Mit dem separatistischen Freiheitswillen von z.B. Bretonen, Korsen und Basken gehen und gingen die sonst so revolutionsfreudigen Franzosen nicht zimperlich um. Nix mit liberté und fraternité. Und égalité hieß lange: Französisch ist einzige Landessprache; die Separatisten-„Dialekte“ haben zu verschwinden.
    Briten und Amis hielten sich vornehm zurück und kämpften lieber für ein „freies Tibet“.

    Der Begriff „Dalai Lama“ ist mongolischen Ursprungs – der mongolische Herrscher Altan Khan verlieh diesen Titel im Jahr 1578 erstmals einem tibetischen Geistlichen, den er als seinen Statthalter betrachtete.
    Der 13. Dalai Lama (direkter Vorgänger des heutigen 14.) wurde 1878 als Kind nach Lhasa gebracht und auf Wunsch der kaiserlichen Regierung (Qing-Dynastie) vom 8. Panchen Lama als 13. Dalai Lama anerkannt.
    Zeitgenössische Quellen bezeichneten ihn laut Wikipedia als herrisch, grausam und gekünstelt.
    Von anderen wurde er als „großer Reformer, Modernisierer und Staatsmann gelobt. Seine innenpolitischen Reformversuche, die er auf britisches Betreiben hin unternahm, scheiterten aber weitgehend.“
    Wikipedia schildert interne Machtkämpfe und grausamen Strafen inklusive Sippenhaft – und von Versuchen Russlands und vor allem des Britischen Imperiums, in Tibet Fuß zu fassen.
    Die Nr. 13 floh 1904 vor einem gewaltsam eingedrungenen britischen Expeditionskorps, das in mehreren Schlachten die waffentechnisch weit unterlegenen tibetischen Truppen vernichtet hatte.
    Er floh nach Peking – wo die kaiserliche Regierung ihn als Versager betrachtete und für abgesetzt erklärte.

    1910 erreichten über zweitausend chinesische Soldaten Lhasa und wurden „sogar von manchen Tibetern willkommen geheißen.“ In dieser Situation beschloss der Dalai Lama, alles auf die britische Karte zu setzen. Er floh nach Richtung Britisch-Indien und China enthob ihn deshalb erneut seiner Ämter.
    Währenddessen blieb der Panchen Lama, der eine „pro-chinesische Haltung“ bewahrte.
    (Diese Zweiteilung gab es auch nach der Flucht des 14. Dalai Lama 1959!)

    1911 wurde in China die Qing-Dynastie gestürzt und das Land versank im Chaos.
    1913 kam der Dalai Lama zurück nach Lhasa; die neue Regierung in Peking wollte mit ihm kooperieren.

    Seine Erklärung, „die häufig als tibetische Unabhängigkeitserklärung gewertet wird, aber auch seinen eigenen Machtanspruch zum Ausdruck bringt“
    … wird in der Wikipedia ganz bestimmt nicht mit dem Freiheitswillen der Franzosen von 1789 gleichgesetzt!
    China erkannte ab 1912 jedenfalls nie eine Unabhängigkeit an – Mao und seine neu an die Macht gekommenen Kommunisten haben mit ihren Ansprüchen vier Jahrzehnte später also kein Neuland betreten.

  2. Gabriele 1. Juni 2026 um 13:33 Uhr - Antworten

    Man sieht wirklich deutlich an dieser Diskussion, wie sehr man hier in Europa noch im kolonialen Gedanken gefangen ist. Und sobald der Name Colin Goldner fällt, wissen Insider eigentlich auch Bescheid. Ich dachte, wir hätten seit Corona etwas über Propaganda gelernt. Gerade lernen wir, dass es eben noch lange nicht so ist, vor allem im Geschichtsverständnis. Dass wir immer „die Bösen“ brauchen, die jedenfalls viel „böser“ waren und sind, als wir – die Guten, die Klugen, die Rationalen. Religion ist Opium für das Volk, wie es in China heißt, denn sie bringt die Menschen davon ab, säkularen Totalitarismus zu hofieren. Darum müssen in China Christen ihre Messen heute im Untergrund feiern – sonst droht „Umerziehung“. Man möge es gut sein lassen – die Geschichte hat ihren eigenen Weg, die Dinge richtig zu stellen. Deshalb lehrt der Buddhismus auch Geduld. Bemerkenswert ist wohl eher, welche Angst das große China vor einem 90jährigen Mönch hat – und einer Exilregierung, die nichts anderes verlangt, als Gerechtigkeit für ihr Volk.

  3. Gabriele 1. Juni 2026 um 9:56 Uhr - Antworten

    Nur noch kurz eine Aussage zur Nettigkeit Chinas in Bezug auf den Dalai Lama (man merke hier: Er darf nie wieder Tibet oder China betreten und befindet sich im indischen Exil!) – Quelle: Save Tibet.

    „Bei einer Gebetsveranstaltung vor seinem 90. Geburtstag hat SH Dalai Lama bestätigt, dass die Institution des geistlichen Oberhaupts der Tibeterinnen und Tibeter auch nach seinem Tod fortgeführt werden soll. China meldete umgehend den Anspruch an, über die Nachfolge bestimmen zu wollen.“

    Soviel zur „Nicht-Einmischung“ Chinas in fremde, diesfalls rein religiöse Angelegenheiten…

    • Patient Null 1. Juni 2026 um 11:03 Uhr - Antworten

      https://de.wikipedia.org/wiki/Tibetische_Exilregierung

      „Die tibetische Exilregierung .. ist eine Exilregierung, die den Anspruch erhebt, die rechtmäßige Regierung Tibets und der Tibeter zu sein. Sie wurde 1959 nach der Flucht des 14. Dalai Lama, Tenzin Gyatso, in Indien gegründet. “

      Das ist für China das Problem. Religion ist das Aushängeschild, wie in der Geschichte Tibets.

  4. Gabriele 1. Juni 2026 um 8:09 Uhr - Antworten

    @ Hello: Lassen wir gern den China-Aposteln ihre „China-Verehrung“. Nicht alles in China ist zweifellos schlecht, bloß der einzelne Mensch zählt dort nicht und wird jederzeit gerne dem „Volkswillen“ geopfert.
    Niemand im Westen (außer die üblichen Verdächtigen) „verehrt“ den Dalai Lama – man anerkennt nur seinen guten Willen zur Völkerverständigung. Dass er damit in die Naivität rutscht, ist logisch. Er ist sogar derjenige, der es für gut hält, wenn es künftig keine Religionen mehr gäbe, sondern nur noch eine Ethik. Buddhismus ist ein Denksystem wie viele andere – eines, das lehrt, nichts zu glauben, was man nicht selbst überprüft hat. Die „Kritiker“ verstehen in der Regel einen Schmarrn von Buddhismus oder seiner Geschichte, das wollen sie auch gar nicht. So wie im Krieg es immer einen absoluten Feind braucht.
    Ich schlage hierzu eine Aussage aus dem neuen Testament vor, wo einer, der aus Nazareth kam (und der nicht sagte, ich mag euch nur, wenn ihr mir sklavisch folgt und der sich gern mit den Feinden und dem „Abschaum“ abgab). Er meinte zu solchen Diskussionen: „Lasst die Toten ihre Toten begraben, du aber folge mir nach…“. Und wenn er angegriffen wurde, drehte er sich um und ging weg. Schlicht und einfach.
    Daher alles Gute für die selbsternannten Guten. Und mögen alle Wesen glücklich sein, wie es im Buddhismus heißt. Hass und Häme hat dort regelbasiert keinen Platz.

    • Patient Null 1. Juni 2026 um 9:31 Uhr - Antworten

      Von „China-Verehrung“ seh ich hier nichts. Zu China kann man sagen, es gibt sich Mühe mit den Provinzen, verfolgt allerdings abspalterische Tendenzen, das kann man kritisieren, aber so hat China tausende Jahre überlebt.

      Finde den Artikel sehr aussagekräftig, da man das meiste hier im Westen noch nie gehört hat. Es wird beim Thema Tibet immer das des ewig lächelnden Dalai Lama gezeigt. Quasi das religiöse Paradies. Anscheinend war es aber das genaue Gegenteil und das noch bis in die 1950er bis zur Übernahme durch China. Wer das zurückfordert, kennt dessen Geschichte anscheinend nicht. Auch die Wikipedia blendet das fast komplett aus, bis auf eine Erwähnung von Leibeigenen.

      Man muss den Buddhismus nicht verstehen um Leibeigenschaft zu verstehen, wobei das sogar eher unter Sklaverei fällt. Wir reden hier auch nicht vom Mittelalter. Anscheinend lässt sich jede Religion mißbrauchen. Es ist sicher nicht unsere Aufgabe zu richten, aber die Geschichte sollte man kennen.

      • Gabriele 1. Juni 2026 um 9:46 Uhr

        …welche Geschichte? Die WER genau „aufgezeichnet“ hat? Chinas „große Führung“ oder auch Tibet?

    • bekir 2. Juni 2026 um 12:58 Uhr - Antworten

      Ist der Dalai Lama tatsächlich „sogar derjenige, der es für gut hält, wenn es künftig keine Religionen mehr gäbe, sondern nur noch eine Ethik.“?

      Das erinnert mich an den polnischen Papst, der anders als seine Vorgänger sich stark machte für Verständigung zwischen den Religionen und auch für das (aus kirchlicher Sicht moderne / weltliche Thema) Menschenrechte.
      Vielleicht war es ihm damit wirklich ernst – allerdings war in der Praxis (sprich: im eigenen Laden) von dieser Offenheit und Toleranz wenig zu sehen:
      Zum Beispiel wurden Theologieprofessoren wie Hans Küng als Abweichler abgesetzt.

      Zurück zum Dalai Lama:
      „Schon seit Jahrhunderten schwelt der Konflikt um die sogenannte Schutzgottheit Shugden im tibetischen Buddhismus. Der Dalai Lama rät von diesem Kult ab und gerät damit besonders bei den Shugden-Anhängern in Europa in die Kritik, die gegen ihn demonstrieren und ihn beschimpfen.“
      https://www.deutschlandfunk.de/tibetischer-buddhismus-konflikt-um-shugden-kult-100.html

      „Shugden wird als die Wiederverkörperung eines Gelehrten im 17. Jahrhundert angesehen, der eine mit allen Mitteln geführte Auseinandersetzung um die reelle Herrschaft in der Gelbmützen-Schule gegen den V. Dalai Lama verlor und durch mysteriöse Umstände ums Leben kam.“

      Sozusagen der tibetische Hans Küng, wobei im vermeintlich gewaltlosen Tibet-Buddhismus blutiger mit Gegnern umgegangen wurde als hier mit Hans Küng.
      Unser Mittelalter ist halt schon vorbei – in Tibet vielleicht erst seit Mao?
      (Das ist eine ernsthafte Frage, obwohl ich nicht leugnen will, dass Mao – auch unter seinen Han-Chinesen – Millionen den Tod brachte.)

  5. Jan 31. Mai 2026 um 23:18 Uhr - Antworten

    Wenn man „Selbstbestimmung der Völker“ ernst nimmt, ihren gemeinschaftlich geäußerten Willen, dann haben natürlich die Tibeter ein Recht, sich selbst zu versklaven, so wie die Deutschen und Österreicher Parteien wählen dürfen, die Cruella inthronisieren.

    Wenn man sich fragt, wie es möglichst vielen Menschen möglichst gut geht, kommt man zu anderen Antworten.

    Wenn die Menschen jubeln, wenn ihresgleichen die Haut abgezogen, die Augen ausgestochen und die Füße amputiert oder das Immunsystem weggespritzt oder Krebs durch fehlgefaltete Proteine injiziert wird – wie kann man diese Masse dazu bringen, ihre Kinder nicht zu zerstückeln und in den Abgrund zu werfen in ihrem extremen Hass auf sich selber und alles, was lebt?

    Man macht es sich zu einfach, wenn man sagt, alle (bis auf mich selbst) unterliegen einer unausweichlichen MK-Ultra Gehirnwäsche, die armen Schafe. Damit lassen sich zwar gut Sündenböcke finden, über die unbestechliche Cui-bono-Schleife, aber es bessert sich nichts.

    Ich kenne eine Reihe schwer C-geschädigter, die entsetzlich leiden und ihren Tod vor Augen haben, aber noch immer nicht von ihrer unnachgiebigen Haltung herunter kommen, mit denen sie den Tod anderer erzwungen haben. Mein Menschenbild hat sich erheblich, sagen wir, erweitert.

    Also, wie tut mans?

  6. Fritz Madersbacher 31. Mai 2026 um 21:42 Uhr - Antworten

    „Am 23. Mai 1951 wurde zwischen den Autoritäten Xizangs sowie der neu errichteten Volksrepublik China das 17-Punkte-Abkommen unterzeichnet. Damit wurde im Wesentlichen der Status Xizangs beibehalten und an die neuen staatlichen Gegebenheiten angepasst, wobei versucht wurde auf Reformen hinzuwirken. Erst als Teile der alten Elite, welche demokratischen Reformen entgegenwirken wollten, unter der Führung des Dalai Lamas und mit Unterstützung der USA am 10. März 1959 einen gewalttätigen Aufstand unternahmen, führte dies schließlich zur Flucht der Aufständischen nach Indien und zur Abschaffung der Leibeigenschaft am 28. März 1959“

    Leider kommt dieser Aspekt zu kurz und damit auch die zugespitzte internationale Lage, in der der soeben vertriebene US-Imperialismus ähnlich zur heutigen Ukraine aus einem traditionellen Teil Chinas einen Frontstaat gegen die 1949 gegründete, also junge Volksrepublik China zu schaffen versuchte. Erst die imperialistische Infiltration und Einmischung erklärt die Schärfe der Auseinandersetzung, die eigentlich schon weitgehend unter Wahrung des Schutzes Chinas gegen eine weitere westliche Aggression beigelegt war. Die westliche Propaganda seither tut ihr Übriges zur Dämonisierung Chinas …

  7. Dr. Peter F. Mayer 31. Mai 2026 um 20:59 Uhr - Antworten

    Die Nazi- Verbindungen des Dalai Lama passen inhaltlich gut zum Kastensystem, Leibeigenschaft und den massiven Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Verstehe nicht, dass man das verteidigen kann.

    • Hello 31. Mai 2026 um 22:02 Uhr - Antworten

      Ich verteidige weder Leibeigenschaft noch Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Verbrechen gegen die Menschlichkeit gab es allerdings durch die Chinesen zuhauf. Aber das ist ja nur das falsche Narrativ. Im Kommunismus ist alles perfekt. Verbrechen gegen die Menschlichkeit gibt und gab es wohl auch genug im Iran mit den vielen Hinrichtungen. Trotzdem wird der Iran jetzt gegen die USA verteidigt – zu recht. Die USA haben angegriffen, so wie damals China Tibet. In innere Angelegenheiten sollte sich nach UNO-Charta niemand einmischen. Innere Angelegenheiten müssen von den Menschen dort selbst erledigt werden, was allerdings nicht heißt, dass man die Menschenrechtsverletzungen nicht immer wieder anprangern kann. In Tibet wie in China, in den USA und in Israel wie ebenso bei uns.
      Hier allerdings wird China vergöttert, wenn dieses Wort China gegenüber auch etwas absurd klingt. Eine spirituelle Sicht des Lebens in Tibet wird gänzlich ausgeblendet. Aber das ist bei strengen Verfechtern des Kommunsimus wohl nicht anders möglich.

  8. Jochen Mitschka 31. Mai 2026 um 20:49 Uhr - Antworten

    Finde es lustig, wie hier verzweifelt versucht wird das geliebte Narrativ zu verteidigen. Und ja, auf YouTube wurden systematisch Videos gelöscht, welche die grausame Geschichte der Tibeter vor der Befreiung durch die Kommunisten beschrieben.

    Ein paar sind noch geblieben.
    1. Bruno Baumann: Vorträge und DokumentationenBruno Baumann ist ein sehr bekannter österreichischer Abenteurer, Filmemacher und Tibet-Experte. Er hat markante, schulterlange, helle Haare.
    Der Inhalt: In seinen Reiseberichten und historischen Analysen (wie dem bekannten Vortrag

    „Tibet: Das Land der weißen Wolken“) spricht er ausführlich über die theokratisch-feudale Struktur des Landes unter der Herrschaft der Mönche und des Dalai Lama vor dem Einmarsch der Kommunisten 1950/1951.

    Wo zu finden: Suchen Sie auf YouTube nach „Bruno Baumann Tibet“ oder „Tibet – Land der weißen Wolken Reisebericht“.

    Albert Ettinger (Kritischer Blick auf die „Befreiung“) Falls der Experte im Video eine sehr kritische, fast schon revisionistische Haltung zur Geschichte vor 1950 eingenommen hat (Thema: Leibeigenschaft, Feudalismus vs. kommunistische „Befreiung“).

    Der Inhalt: Er ist der bekannteste Kritiker des „Shangri-La-Mythos“ und analysiert in YouTube-Interviews präzise die sklavenähnlichen Verhältnisse im alten Tibet vor der chinesischen Übernahme.Wo zu finden: Suchen Sie auf YouTube nach „Albert Ettinger Tibet“ oder „Albert Ettinger – Tibetcliché“.

    Goldner hielt einen Vortrag den es noch auf YouTube gibt, und ihn hatte ich genommen, um akribisch die Aussagen zu verifizieren. Es lohnt sich ihn anzuschauen, falls man verwirrt ist oder nicht sicher.

    Colin Goldner: Hinter dem Lächeln des Dalai Lama (Vortrag Univ. Wien 18.05.2012) …. Bei YouTube

    Wer sucht findet bestimmt noch andere, alle haben die Fakten bewiesen. Häuten, Augen ausstechen, Töten oder „nur“ Hände oder Füße abhacken.

    Natürlich waren die tausenden buddhistischen Mönche nicht erfreut darüber, dass sie plötzlich keine weltliche Macht mehr hatten. Und es waren diese, welche Aufstände durchführten, während die einstigen Sklaven sich teilweise grausam gerächt hatten.

    Es war definitiv eine Befreiung für die Massen der Menschen.

    • Hello 31. Mai 2026 um 21:40 Uhr - Antworten

      Ich bin weder verzweifelt, noch verteidige ich ein Narrativ. Ich habe sehr viele persönliche Erfahrungen. Aber das zählt ja nicht. Wie ich schon sagte: Hauptsache die Ideologie stimmt.
      Haben Sie Beweise, dass der Dalai Lama nicht als Bauersohn in Tengster geboren wurde, sondern als Spross einer der reichsten Adelsfamilien?
      Haben Sie Beweise, dass die Berichte von Tenzin Choedrak über seine chinesische Haft nicht der Wahrheit entsprechen?
      Haben Sie Beweise, dass in Tibet die Kultur nicht systematisch zerstört wurde? Keine Klöster zerstört wurden? Aber Klöster gehörten ja nicht zur Kultur, sondern waren nur Zeichen von Unterdrückung. Klar. In den Klöstern findet (fand) man sehr viel Kunst. Irgendwie lustig, dass Emmanuel Todd davon spricht, dass diejenigen, die Kunst ablehnen, Kriegstreiber sind.
      In Tibet haben die Chinesen wenig übrig für tibetische Kunst gezeigt, sie haben ja auch in ihrem eigenem Land sehr viel zerstört. Aber das ist wahrscheinlich nur Propaganda, während der Aufstand 1959 selbstverständlich durch die CIA durchgeführt wurde. Das darf keine ideologische Propaganda sein.
      Es gab in Tibet sicher Machtmissbrauch. Es gab Menschen, die sich von China Befreiung erhofften. Anfangs! Das hat sich bei den meisten schnell gelegt.
      Aber Chou Enlai und Mao Tse-tung waren wahre Engel. Es gab keine Folter, nur eitel Sonnenschein. Und das ist kein ideologisches Narrativ, sondern die pure Wahrheit.

      • Fritz Madersbacher 1. Juni 2026 um 0:08 Uhr

        @Hello
        31. Mai 2026 um 21:40 Uhr
        „Haben Sie Beweise, dass …“

        Sie sehen, dass hier – wie in vielen anderen Fragen – Weltbilder aufeinanderprallen. „Beweise“ hier, „Beweise“ dort, „Gegenbeweise“ … Niemand wird das für die Gegenseite anerkennen. Es ist schon sehr viel, wenn jemand versucht, Gewohntes in Frage zu stellen, auch andere Seiten zu hören. Sie kennen z.B. meine Weltanschauung, die mich natürlich sofort in Gegensatz setzt zu Vielem, was landläufig für bare Münze genommen wird, und das schon seit meiner Jugend. Letztlich kommt es darauf an, dass wir uns nicht über den Tisch ziehen lassen mit Sichtweisen, die unseren eigenen Interessen widersprechen, eigenständiges Denken und Handeln verbauen …

  9. Der alte Marxist 31. Mai 2026 um 17:28 Uhr - Antworten

    In der Tat, der Dalai Lama war ein ziemlich übler Knochen. Zweifelsohne war die Beseitigung der feudalen Theokratie in Tibel ein großer Erfolg der VR China!

    • Gabriele 31. Mai 2026 um 18:09 Uhr - Antworten

      Ja sicher, schlafen Sie gut – und schöne Träume vom „befreiten Tibet“. Ich frage mich nur: Warum ziehen nicht alle Chinafans auf der Stelle dorthin? Und auch in Tibet müsste demnach noch viel Platz sein für systemtreue Auswanderer.

      • Der Zivilist 31. Mai 2026 um 18:36 Uhr

        “ Warum ziehen nicht alle Chinafans auf der Stelle dorthin? “

        Warum sollten sie ? Und was ist überhaupt ein „Chinafan“ ?

      • 1150 1. Juni 2026 um 9:05 Uhr

        @gabriele,
        bitte auch nicht auf die versklavten und geknechteteten uiguren vergessen ………..
        (satire)

    • Hello 31. Mai 2026 um 19:54 Uhr - Antworten

      „Zweifelsohne war die Beseitigung der feudalen Theokratie in Tibel ein großer Erfolg der VR China!“
      Zweifelsohne.
      Ob auch für die Tibeter mag dahin gestellt sein.
      Hauptsache die Ideologie stimmt.

      • Jakob 31. Mai 2026 um 21:14 Uhr

        Auch die im Westen verbreitete Verehrung des Dalai Lama ist eine Ideologie. Wir alle kennen Tibet und seine Geschichte nur aus Überlieferungen. Auch Besuche dort, egal unter welchem Vorzeichen veranstaltet, zeigen das Tibet aus der jeweiligen Ideologie.
        Und Exiltibeter ….. ?
        Ich weiß nicht. So wie Exilkubaner, Exilrussen, Exilbelarussen, ….?

      • Hello 1. Juni 2026 um 7:46 Uhr

        Jakob
        31. Mai 2026 um 21:14 Uhr

        …und Exilukrainer, die mit dicken Autos in europäische Länder kommen, anstatt in der großen Ukraine Zuflucht zu suchen, und hier dafür werben demonstrieren, dass in ihrem Heimatland weiterhin junge Männer ihr Leben für „unsere Demokratie“ verlieren.

        Ich kann Sie gut verstehen, aber nicht alle Flüchtlinge sind Exilkubaner, Exilrussen, Exilbelarussen…

        Nicht alle tibetische Flüchtlinge – obwohl gläubige Buddhisten – sind Abhänger vom Dalai Lama. Der Dalai Lama scheint im Westen tatsächlich in „schlechte Gesellschaft“ gekommen zu sein. Es gibt unter den Tibetern eine tiefe Spaltung. Auch war es im „altenTibet“ nicht alles zum Besten bestellt. Ich verwehre mich aber dagegen, dass dieses Tibet von China „befreit“ worden ist und es im kommunistischen China alles großartig ist und es unter Mao und Konsorten zu keinerlei Menschenrechtsverletzungen kam, und Zeugen von Folter und Zerstörung nur CIA-Freunde sind. Wenn Kuba von den USA „befreit“ werden sollte, fände man das in diesem Forum auch nicht gerade großartig. Ich bin mir auch nicht sicher, ob hier alle begeistert wären, wenn „unsere Demokratie“ mit Krieg überzogen würde, um uns die Segnungen des Kommunismus, indem es noch nie Menschenrechtsverletzungen gab, überzustülpen. Auch wenn „unsere Demokratie“ zum Davonlaufen ist – also zum Flüchten.

        Warum sollte eigentlich die Ansicht von einem marxistischen Aktivisten wahrer sein, als die Ansicht von Menschen, die von den brutalen Machenschaften dieser marxistischern Doktrin geflohen sind, auch wenn sie keine Anhänger des Dalai Lamas sind (aber auch diese)?

        Für radikale Verfechter des Kapitalismus gilt: Im Sozialismus sind nicht dessen negativen Auswüchse verbrecherisch, sondern das Grundübel liegt im Sozialismus an sich. Dass Macht eventuell korrumpieren kann, dass es Menschen sind, die von Gier und Hass gesteuert das System an die Wand fahren und viel Leid erzeugen könnten, wird verneint. Sollte sich der Sozialismus nicht mehr gut anfühlen, dann ist man eben vom wahren Sozialismus abgewichen. Ein Stalin, ein Mao sind niemals Menschen, die Macht missbraucht und verbrecherisch gehandelt haben oder handeln ließen. Das ist einfach unwahr und eine Desinformation des Kapitalismus.

        Für radikale Verfechter des Sozialismus gilt: Im Kapitalismus sind nicht dessen negativen Auswüchse verbrecherisch, sondern das Grundübel lieg im Kapitalismus an sich. Dass Macht eventuell korrumpieren kann, dass es Menschen sind, die von Gier und Hass gesteuert das System an die Wand fahren und viel Leid erzeugen könnten, wird verneint. Sollte sich der Kapitalismus nicht mehr gut anfühlen, dann ist er nicht etwa von der ursprünglichen Ideologie abgewichen, sondern das liegt dem System zu Grunde. Und jede missliebige Person (auch eine, die nur ein spirituelles Leben sucht) ist ein Produkt des CIA.

      • Hello 1. Juni 2026 um 12:29 Uhr

        Hello
        1. Juni 2026 um 7:46 Uhr

        Da ist mir ein Fehler unterlaufen:

        „Sollte sich der Sozialismus nicht mehr gut anfühlen, dann ist man eben vom wahren Sozialismus abgewichen. Ein Stalin, ein Mao sind niemals Menschen, die Macht missbraucht und verbrecherisch gehandelt haben oder handeln ließen. Das ist einfach unwahr und eine Desinformation des Kapitalismus.“ gehört natürlich zum radikalen Verfechter des Sozialismus

        Für den Verfechter des radikalen Kapitalismus gilt: Sollte sich der Sozialismus nicht mehr gut anfühlen, dann ist er nicht vom früheren Ideal abgewichen, sondern das Grundübel liegt im Sozialismus selbst. Sollte sich der Kapitalismus nicht mehr gut anfühlen, dann ist man leider von der ursprünglichen Ideologie abgewichen.

  10. Gabriele 31. Mai 2026 um 16:48 Uhr - Antworten

    Die erwähnten „Ritual-Trompeten“ aus Menschenknochen gehen übrigens auf die in Tibet früher ausschließlich übliche „Naturbestattung“ zurück. Dort ist der Boden für anderes kaum geeignet, daher wurden Leichen zerstückelt und den Geiern überlassen (gibt heute kaum mehr welche und man wird künftig wohl Krematorien nutzen). Wurde aus einem Stück Knochen so eine „Trompete“, wäre es dem Betreffenden geradezu post mortem als Ehre erschienen.
    Man sollte nicht Unsinn schreiben, ohne kulturell und historisch über Buddhismus und Religionen ausreichend Bescheid zu wissen – mehr ist dazu nicht zu sagen.
    Aber Leute, die auch tantrischen Buddhismus in seiner rituellen Bedeutung komplett missverstehen, glauben ja heute noch, dass der Dalai Lama Kinder frisst….schon wegen der „grauslichen“ Götterbilder in den Klöstern – auch die muss man richtig deuten). Das Niveau hier wird tiefer durch solche Artikel.
    Fehlt nur noch, dass man die Bücher eines gewissen bekannten Dalai-Lama-Hassers zitiert, der offenbar ein großes Problem mit sich selber hatte.
    Wem es so geht, der braucht immer große „Feinde“ und Unholde im außen für seine / ihre externe Emotionsregulation. Ich hoffe, das reißt nicht auch hier noch in Bezug auf den Buddhismus ein…

  11. Hello 31. Mai 2026 um 16:35 Uhr - Antworten

    „Der 14. Dalai Lama, der heute im Westen als Freiheitsikone gefeiert wird, stammt aus einer der reichsten Adelsfamilien, welche 27 Güter, 30 Weiden und 6.000 Leibeigene besaß.“

    Wie schön!
    Der 14. Dalai Lama stammt aus einer einfachen Bauernfamilie im Dorf Tengtser im NO Tibets im Distrikt Dokham. Kham ist der östliche Teil Tibets. Als Inkarnation des 13. Dalai Lamas und somit als religiöser Führer und weltlicher Führer Tibets wurden ihm und seiner Familie selbstverständlich gewisse „Reichtümer“ zur Verfügung gestellt. Ich glaube nicht, dass Mao zB (er stammte angeblich aus einer wohlhabenden Bauernfamilie) als Vorsitzender der Kommunistischen Partei Chinas und Präsident der Volksreupblik Chinas in Armut lebte genausowenig wie die späteren Präsidenten (im Propagandastil Vavras könnte ich auch von den „Machthabern Chinas“ sprechen.) Ob die 27 Güter, 30 Weiden und 6.000 Leibeigene der Wirklichkeit entsprechen?

    In Tibet mag vieles nicht gut gewesen sein. Aber die Flüchtlinge nach der „Befreiung“ kamen nicht nur aus adeligen Familien. Wer sich ein Bild machen möchte, wie es im unbefreiten Tibet und später befreiten Tibet zuging, könnte das Buch von Tenzin Choedrak lesen: Der Palast des Regenbogens – Der Leibarzt des Dalai Lama erinnert sich (Er war 21 jahre in chinesischer Gefangenschaft) Aber als Leibarzt des Dalai Lama war er sicherlich CIA-Agent und alles, was er erzählt, ist erlogen.

    Eine Theokratie kann eine Schreckensherrschaft sein, vor allem für rein materiell eingestellte Personen. Der Kommunismus kann ebenso eine Schreckensherrschaft sein, genau wie ein kapitalistischer Faschismus. Aber es gibt wie überall eben nicht nur schwarz und weiß. Und ich bin kein fanatischer Anhänge des Dalai Lama.

    • Gabriele 31. Mai 2026 um 17:05 Uhr - Antworten

      Danke für diese höchst nötige Aufklärung. So ist es.
      Aber der Autor dieses Artikels ist ja, wenn ich richtig lese, selbst „marxistischer Aktivist“…. daher also die Chinaliebe. Noch besser wäre es für jeden, die Biografie von Tenzin Choedrak (ehem. Leibarzt des Dalai Lama) und seine Haft in China zu lesen, die tägliche Folter umfasste. Dennoch weigerte er sich, seine Peiniger zu hassen und überlebte das Lager. Er war ein heute kaum noch zu findender ausgezeichneter Amchi (Arzt), der sogar Betroffene des Tschernobyl-Unglücks heilte. Doch er sah ein, dass solche Behandlungen nicht für die Masse möglich sind (und der Westen wollte das Wissen für sich pachten). Das lehnte er ab.
      Warum wohl kann man in Tibet noch immer nicht frei und ohne chinesische „Begleitung“ reisen? Etwa, um nicht mit der traurigen Wirklichkeit in Berührung zu kommen? Die Berichte über Tibet sind in Europa ein einziges Lügengebäude samt bewusster Geschichtsfälschung. Aber es ist ja sinnlos, darüber mit Leuten zu diskutieren, die ihr großes Wissen nur aus „passenden“ Quellen beziehen und weitergeben.

    • Varus 1. Juni 2026 um 9:10 Uhr - Antworten

      Der Kommunismus kann ebenso eine Schreckensherrschaft sein

      Stimmt absolut, dennoch schien es dem Herrn als Teil der Nomenklatur zu gefallen: https://de.wikipedia.org/wiki/Tenzin_Gyatso „… Im September 1954 wurde er zum Abgeordneten und danach zum stellvertretenden Vorsitzenden des Ständigen Ausschusses des Nationalen Volkskongresses gewählt. … Der Dalai Lama überreichte Mao Zedong Geschenke und schrieb eine Hymne an ihn, in der er Mao Zedong u. a. mit Brahma verglich. …“ Erst nach dem Aufstand 1959 ist er nach Indien geflohen.

      • Hello 1. Juni 2026 um 11:35 Uhr

        Es stimmt, dass der Dalai Lama von der Persönlichkeit Maos beeindruckt war (schreibt er in seinem Buch) Dass er Geschenke an Mao überreichte, ist eigentlich nicht außergewöhnlich. Wenn jemand zu einem Besuch eingeladen wird, bringt er meist Geschenke mit. Ob der Dalai Lama tatsächlich eine Hymne an Mao schrieb???
        Jedenfalls glaubte er offenbar, dass Mao von all dem, was in Tibet unter der chinesischen Besatzung geschah, nichts wusste und er es nicht zugelassen hätte. Anders als bei Tschu en-lai. Das mit dem Nicht-Wissen-Was-Vorgeht ist allerdings eigenartig. Ständig wissen angeblich maßgebende Personen nicht, was vorgeht. Seltsam.

  12. Gabriele 31. Mai 2026 um 16:27 Uhr - Antworten

    Man sollte auch ergänzen, dass Tibet von China seit jeher als Endlager für Atmommüll ins Auge gefasst ist.
    Und dass dort die wichtigsten Flüsse entspringen, die man in China für die „Industrialisierung“ (man könnte auch sagen, zum Aufstauen und Verdrecken) gebraucht hat. Bhutan wäre es ähnlich ergangen wie Tibet, wenn sie sich nicht gewehrt hätten – die „Zustände“ waren fast gleichartig. Und man schaue heute dorthin – ein Land, dass weiß, wie es sich selbst, die Umwelt und seine Bevölkerung optimal der überbordenden westlichen Gier schützen konnte. So hätte es auch in Tibet sein können, hätte das Land damals nicht versäumt, völkerrechtlich unabhängigen Status zu beantragen.
    Ach ja und kein Stück Holz aus den früheren Wäldern, praktische keine ursprüngliche Fauna wurde in Tibet von China übrig gelassen, von der gesamten kulturellen Zerstörung und der Folter und Internierung von tausenden Mönchen schweigen wir natürlich. Danach wurde pro forma für den erwünschten Tourismus „wiederaufgebaut“…Fake Klöster mit Fake-Regeln für alle Westler glauben wollen, dass das noch frei gelebter Buddhismus wäre. Ganz nebenbei entführt man dann den Panchen Lama und ersetzt ihn durch eine chinesische Kopie. Weiter will ich gar nicht erklären – es ist an so einer Stelle sinnlos.
    Hier wird getan, als hätte es in Europa keine Leibeigenen gegeben und über jene in arabischen Ländern regen wir uns natürlich auch nicht auf – und das im Jahr 2026.

    • Hello 31. Mai 2026 um 16:52 Uhr - Antworten

      Ich war 1993 in Tibet. Ich sah unzählige Lastwagen voll mit Holzstämmen. Tibet wurde abgeholzt – warum? Aus Hass? Obwohl man sich doch Tibet einverleibte? Von den vielen Wildtieren, die es nach Erzählungen früher einmal gab, habe ich kaum etwas gesehen. Heute holzt man, glaube ich, in China wieder auf. Eine Tibeterin (Tochter eines Mönchs, den man gezwungen hat, das Kloster zu verlassen) erzählte mir, dass man, wenn immer es Zwistigkeiten gab, immer von vornherein den Chinesen recht gab und immer Tibeter im Unrecht waren. Die chinesische Führung verstand es, tibetische Familien zu entzweien. So hat der Onkel der Tibeterin der chinesischen Polizei angeziegt, dass ihr Vater noch immer zu seinem Kloster ging und es umrundete. Das hat ihm Gefängnis eingebracht. Ich höre schon das „Argument“, dass man Zeitzeugen nicht trauen kann, die haben ihre eigene Propaganda.

      • Gabriele 31. Mai 2026 um 17:42 Uhr

        Sicher – man redet natürlich auch nicht von tibetischen Kindern, die in der Schule gezwungen werden, nur Mandarin zu sprechen oder wie viele tibetische Frauen zur Abtreibung gezwungen wurden. Man versucht bis heute, die tibetische Kultur komplett auszulöschen. Was man als Tourist sieht, ist vor allem in Lhasa ein potemkinsches Dorf. Das „ursprüngliche Tibet“ findet man in Dharamsala. Und dann halten dort die Chinesen „Kongresse“ über die „Befreiung Tibets“ ab? Fast schon zum Lachen… aber was soll`s. Es gibt noch genügend Exiltibeter, die aus Kontakten mit ihren zurückgebliebenen Familien über die Wahrheit berichten können. Sie schreien bloß nicht so laut, wie übliche „Flüchtlinge“ und belästigen niemand mit ihrem Glauben.
        Vieles, was man dem Dalai Lama heute politisch andichtet, stimmt schon deswegen nicht, weil er immer versuchte, mit allen „gut auszukommen“, wer immer es auch war. Als Harrer ihn besuchte, wusste dieser junge Mönch gar nicht, was Nazis sein sollen…es ging um Kultur und Glauben… wer Harrer für uns hier war oder nicht, konnte er gar nicht beurteilen. Und bis heute leistet der nun wirklich schon alte Mönch sich leider Fettnäpfchen, weil er den Westen wohl nie ganz versteht.
        Denke auch, dass er geimpft ist, weil er an die westliche Medizin „glaubt“ – aber von Biologie und Chemie weiß er nichts. Er ist Mönch – geprägt von seiner Kultur und Erziehung. Nicht mehr und nicht weniger. Die Päpste halte ich für weit „gefährlicher“… und die „anderen“ sowieso…die schon 8-jährigen Mädchen Kopftücher aufsetzen wollen. DARÜBER sollte man lieber diskutieren und dann gefälligst auch kompromisslos Grenzen ziehen und sich fragen, warum diese Völker einen heiligen Stein „umkreisen“, den Teufel steinigen und dafür Millionen Tieropfer bringen – HEUTE! 2026.
        DAS ist die noch immer existente Steinzeit, die uns Sorgen machen sollte!

    • Der Zivilist 31. Mai 2026 um 18:40 Uhr - Antworten

      Na, Sie sehen es ja selbst, auch in Europa gab es Kräfte, welche die Leibeigenschaft überwunden haben, und Ja, das hat auch mit der „Industrialisierung“ zu tun.

  13. Jochen Mitschka 31. Mai 2026 um 14:32 Uhr - Antworten

    Gut, dass das Theme wieder erwähnt wird. Felix Abt hat auch gerade auf Forum Geopolitica einen Reisebericht über Tibet veröffentlicht https://forumgeopolitica.com/de/artikel/tibet-vom-reich-bis-zur-gegenwart-teil-i … Das Buch „Die Menschenrechtsindustrie im humanitären Angriffskrieg“ von Tim Anderson (vergriffen) finden sich dutzende von Beispiele, wie die breite Bevölkerung im Westen genau das Gegenteil von dem glaubt, was wirkliche Realität war.

  14. Hausmann_Alexander 31. Mai 2026 um 13:59 Uhr - Antworten

    Ließt sich wie ein Horrorfilm.

    • Gabriele 31. Mai 2026 um 16:10 Uhr - Antworten

      Ja, und einigermaßen tendenziös….aus China kommen immer die Guten, wenn ich es recht verstehe…
      Aber gut. Da ich weiß, was tibetische Exilanten bei uns in A erzählen (aus eigener Anschauung und was sie 2008 erlebten – Stichwort Selbstverbrennung von Mönchen etc. ) möchte ich dazu hier lieber schweigen. Jede Sache hat zwei Seiten – die tibetische besonders gründlich – aber das wollen nur wenige hören.
      Wer glaubt, die Zwangs-Sinisierung hätte nur „Befreiung vom Feudalismus und Fortschritt“ gebracht, ist zu bedauern in seiner/ihrer Geschichtskenntnis. Mit den Tibetern passierte ungefähr das Gleiche wie mit den Indianern in Nordamerika – und mit ihren Kindern auch aktuell noch Schlimmeres. Wieder einmal glauben wir hier in Europa, wir hätten die einzig „wahre“ Wahrheit mit dem Löffel verspeist.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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