
„Islamische NATO“ gegründet
Saudi-Arabien, die Türkei und Pakistan haben das geplante Verteidigungsabkommen, das als „islamische NATO“ bezeichnet wird, am Freitag in Mekka unterzeichnet.
Am Freitag haben Saudi-Arabien, die Türkei und Pakistan ein für die Welt bedeutendes Verteidigungsabkommen unterzeichnet. Die Staats- und Regierungschefs hatten sich in der Stadt Mekka in Saudi-Arabien versammelt. Das Abkommen soll die gemeinsame Abschreckung stärken und die Verteidigungskooperation ausweiten, berichtete die saudische Nachrichtenagentur SPA. Entscheidend: Es legt fest und formalisiert, dass ein bewaffneter Angriff auf eines der Länder als Angriff gegen alle betrachtet wird – ähnlich dem NATO-Artikel 5.Offiziell heißt es Mekka-Gemeinsames-Verteidigungsabkommen und „spiegelt das Engagement der drei Nationen wider, ihre kollektive Sicherheit zu stärken und Frieden, Sicherheit und Stabilität in der Region und der weiteren Welt zu fördern“, so die SPA.
Die geschätzte Gesamtbevölkerung dieser mehrheitlich muslimischen Länder beträgt 380 Millionen Menschen, nach höheren Schätzungen nähert sie sich sogar 400 Millionen.
Al Jazeera kommentiert die Bedeutung des historischen Pakts wie folgt:
Das ist mehr als ein diplomatisches Treffen und die Unterzeichnung eines Abkommens.
Das bringt im Wesentlichen drei der größten muslimischen Bevölkerungen auf den Weg zu gemeinsamem Frieden, zur Abschreckung jeglicher Aggression gegen sie, dazu, dass sie bei der Geheimdienstzusammenarbeit, der Sammlung aller erforderlichen Informationen und auch bei der Vertiefung der Kooperation in allen möglichen Bereichen – ob Energie, Verteidigungsausgaben oder Produktion und anderem – aufeinander abgestimmt sind.
Pakistan bringt selbstverständlich sein Nukleararsenal mit, eine kampferprobte Armee und Munition, die es geliefert hat. Die Türkei verfügt über fortschrittliche Drohnen- und Munitionssysteme und ist NATO-Mitglied, kombiniert mit der Wirtschaftsmacht Saudi-Arabiens.
Zusammen bilden die drei nun eine Kraft, die diese Region zu einer anderen Sicherheitsarchitektur führen wird als derjenigen, die in den vergangenen Jahrzehnten geherrscht hat – besonders im Zuge des Iran-Kriegs.
Konkret wird damit ein nuklearer Schutzschirm für Saudi-Arabien, das über keine Atomwaffen verfügt, formalisiert. Die Türkei stationiert als NATO-Staat US-Atomwaffen und unterhält die zweitgrößte Streitmacht innerhalb der NATO-Allianz hinter den Vereinigten Staaten.
Pakistan und Saudi-Arabien haben bereits ein bilaterales Verteidigungsabkommen, das vor einiger Zeit geschlossen wurde. In dessen Rahmen hat Islamabad in letzter Zeit 8000 Soldaten, eine Staffel Kampfflugzeuge und ein Luftabwehrsystem nach Saudi-Arabien entsandt. Saudi-Arabien ist am Iran-Krieg beteiligt, hat selbst zahlreiche nicht öffentlich gemachte Angriffe auf den Iran unternommen und war „Vergeltungsangriffen“ aus dem Iran ausgesetzt. Außerdem befindet man sich im de-facto-Krieg mit dem Jemen.
Eines der Mitglieder befindet sich also an der Frontlinie im aktuellen Konflikt. Die Saudis gelten für viele als US-Marionetten, das Abkommen widerspricht dem allerdings konkret. Außerdem ist das Land bereits länger BRICS-Mitglied. Nun baut Riad eine eigenständige Sicherheitsarchitektur auf, die auf kollektiver Abschreckung mit der Türkei und Pakistan beruht – einschließlich eines faktischen nuklearen Schutzschirms aus Islamabad und türkischer Drohnen- und Rüstungstechnologie. Die Türkei ist gegen Trumps Iran-Feldzug und ein lauter Gegner Israels, wodurch das Abkommen bedeutet, dass sich Riad von Israel entfernt und eigene Interessen gegenüber US-Vorgaben priorisiert.
Ob das Abkommen unmittelbare Auswirkungen hat, wird sich erst zeigen, doch das Eskalationsrisiko wächst. Durch die Klausel, dass ein Angriff auf eines der drei Länder als Angriff auf alle gilt, entsteht faktisch ein erweiterter Schutzschirm, der Pakistans Nukleararsenal und die türkischen Streitkräfte – einschließlich moderner Drohnen und der zweitgrößten NATO-Armee – einbezieht. Angriffe auf die Saudis aus dem Jemen oder dem Iran könnten nun auch zu pakistanischen und türkischen Reaktionen führen.
Die NATO schweigt indes. Es gibt keine offizielle Reaktion der NATO oder ihres Generalsekretärs auf das Mekka-Abkommen. Türkische Regierungsvertreter haben jedoch bereits klar positioniert: Das Abkommen sei kein alternatives Bündnis zu den NATO-Verpflichtungen, sondern eine komplementäre regionale Ergänzung. Man werde die Verpflichtungen innerhalb der NATO weiterhin voll erfüllen, heißt es aus Ankara.
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Und für was genau braucht der Islam eine neue Terrororganisation wie die Natod?
Damit kann Europa auf Seiten der Türkei in den Krieg einsteigen, nicht nur auf Seiten Israels. Vermutlich so: Saudi-Arabien wird als US-Proxy vom Iran angegriffen, die Türkei leistet Beistand, der Iran greift die Türkei an, Europa steht der Türkei bei.
Wer ist NICHT in diesem Bündnis: Syrien, Libanon, Jordanien, Irak, Kuweit, Gaza.
Israel hat freie Bahn!
Türkei und Saudis tanzen gern auf verschiedenen Hochzeiten. Pakistan fühlt sich als Mediator… die halten genauso zusammen wie die Arabische Liga. Man ist nicht nur religiös uneins, sondern auch, was die Vormacht betrifft. So rivalisiert Saudi-Arabien schon lange mit dem Iran um die Vorherrschaft da unten…
Und die Türkei sagt ja schon, dass sie ihre NATO-Verpflichtungen einhalten wird. Was bringt das wohl? Wenn die endlich mal zusammenhielten, wäre Isr. auch nicht mehr so frech, vermutlich…
Das islamische Bündnis ist der größte Mumpitz den ich hier grad lese. Wie soll das gehen, wenn amerikanische Stützpunkte in diesen Ländern bleiben von denen die Angriffe auf Iran erfolgen ???
USA greifen zivile Infrastrukturen an wie Mädchenschulen, Krankenhäuser, Brücken und zivile Energieanlagen. Entsalzungsanlagen ebenfalls. Also müssen solche Ziele auch dem Iran als Vergeltung vorbehalten bleiben.
Die Türkei will oder muss sich also dann in den Iran/USA Krieg mit Vergeltungsschlägen einmischen !?
Na den Trump wird es freuen, da etwas Munition zu sparen und das andere sich die Köpfe gegenseitig einschlagen.
Ein islamisches Bündnis kann nur funktionieren, wenn es die ungläugigen Amerikaner des Landes samt ihrer Stützpunkte verweisen. Im Quran steht klipp u. klar, die Ungläubigen nicht zu Freunden zu nehmen, sondern nur ihr Geld zu nehmen. Weiter in diesem Bündnis mit den USA befreundet zu sein, wäre ein Verrat an Allah.
Ich sehe da eine (fast) komplette Einkreisung des Iran.
Ob das gut geht?
Wie u.a. Paul Craig Roberts oft schrieb, die Türkei wurde zum 8. Land auf der Liste der Länder, die Neocons und Isr zerstören wollen. Ferner soll 1/3 von Saudi-Arabien dem Great Eretz zugeschlagen werden. Diese Länder wären wahnsinnig, würden die sich gegen den Iran wenden, der natürlicher Verbündeter sein müsste. Vielleicht wollen sie nicht zu früh es öffentlich machen?