Die westlichen Gesellschaften scheinen außerordentlich krisenanfällig zu sein. Wir befinden uns ständig in irgendeiner Art von Krise, und irgendwie scheinen unsere lieben Politiker unfähig zu sein, das Ruder herumzureißen.
Stattdessen wird es immer schlimmer, während sich unsere Politiker damit beschäftigen, wem oder was sie die Schuld geben können: Es sind Joe Biden und die Demokraten, es sind die „Sozialisten“, es sind die Muslime, die Chinesen, die Russen … Wenn wir diese miesen Leute nur loswerden könnten, wäre wieder alles großartig! Doch wir hören selten eine Diskussion über mögliche systemische Ursachen all dieser sich überschlagenden Krisen. Was, wenn das System selbst marode ist und die Krisen selbst hervorbringt?
In jeder Wirtschaft sind es letztlich die Menschen, die alle Produkte und Dienstleistungen schaffen, die die gesamte Infrastruktur und Technologie aufbauen. Wenn das System ins Wanken gerät, liegt das daran, dass alle faul geworden sind, oder hat sich die Arbeitsproduktivität aus irgendeinem Grund verschlechtert? Das scheint nicht der Fall zu sein:

Offensichtlich steigt die Arbeitsproduktivität in den USA seit Jahrzehnten stetig an: Mit dem gleichen Arbeitsaufwand wird immer mehr wirtschaftlicher Wert geschaffen. Auch wenn der verarbeitende Sektor hinterherhinkt, war der Rückgang sehr gering, während die Produktivität im gesamten nichtlandwirtschaftlichen Unternehmenssektor weiter in die Höhe schoss. Angesichts der technologischen Fortschritte, die wir in diesem Zeitraum verzeichneten, sowie der Fülle an erschwinglicher Energie zum Antrieb der Maschinen und Computer war dieser Effekt zu erwarten.
Die Krankheit ist systemisch
Aus irgendeinem Grund geht es den meisten Menschen jedoch nicht besser. Im Gegenteil, den meisten von ihnen geht es zunehmend schlechter. Sie können immer weniger Geld zur Seite legen und sind zunehmend gezwungen, ihre Kreditkarten zu nutzen, um über die Runden zu kommen:

Erschreckend viele Beobachter tun all dies als vorübergehende Situation ab oder geben denjenigen, die in finanziellen Schwierigkeiten stecken, die Schuld an ihren eigenen Problemen. Doch wenn solche Probleme einen immer größeren Teil der Bevölkerung betreffen, liegt die Schuld vielleicht beim Wirtschaftssystem selbst.
Selbst der kaltherzigste aller Kapitalisten sollte erkennen, dass ein Unternehmen – jedes Unternehmen – eher erfolgreich ist, wenn alle Teilnehmer des Systems über reichlich Kaufkraft verfügen. Bekleidungshersteller könnten mehr Produkte zu höheren Preisen verkaufen; Filmstudios würden mehr Kinokarten verkaufen; Hotels und Restaurants würden mehr Zimmer und Tische belegen, und Autohersteller könnten mehr Autos verkaufen. Wenn hingegen die Kaufkraft der Menschen zunehmend sinkt, müssten all diese Unternehmen möglicherweise die Preise senken, die Produktion drosseln oder beides. Oder sie könnten scheitern und aus dem Geschäft aussteigen.
Das zwingt viele Unternehmen dazu, Wachstum zu suchen, indem sie sich den Weg zur Staatskasse bahnen. Das ist der Beginn des Staatskapitalismus, wie ihn so vorbildliche Gesellschaften wie die UdSSR praktiziert haben. So schließen deutsche Automobilhersteller beispielsweise zunehmend ihre traditionellen Produktionsstätten und beeilen sich stattdessen, Waffen zu bauen, um diese an den Staat zu verkaufen.
Selbst Porsche hat immer weitere Kürzungen bei Belegschaft und Produktion angekündigt. Laut der vorgestrigen Mitteilung sind die Gewinnmargen von Porsche von 18 % auf 1,1 % eingebrochen. Das Unternehmen plant nun, die Produktion zu drosseln und jeden fünften Arbeitsplatz abzubauen. Kaum jemand würde behaupten, dass Porsche minderwertige Produkte herstellt oder dass Autokäufer diese nicht kaufen wollen.
Die deflationäre Todesspirale
Es ist wichtig zu erkennen, dass, wenn viele Unternehmen ihre Produktion und Belegschaft reduzieren, in der nächsten Periode noch weniger Kaufkraft in der Wirtschaft zur Verfügung stehen wird, was im nächsten Jahr weitere Kürzungen erzwingt – in einem sich selbst verstärkenden Kreislauf, den manche Ökonomen als deflationäre Todesspirale bezeichnen. Der einzige Weg, diesen Verlauf aufzuhalten, besteht darin, dass die Regierung als Akteur ins Spiel eingreift, Schulden aufnimmt und diese ausgibt, um künstliche Nachfrage zu schaffen, wo die organische Nachfrage langsam versiegt. Auf diese Weise verzerren Regierungen unweigerlich den Wirtschaftsprozess und bestimmen die Gewinner und Verlierer auf dem Markt.
In diesem System ersticken Vetternwirtschaft und unverhüllte Korruption das Wirtschaftswachstum. Erfolg in der Wirtschaft hängt nicht mehr von Innovation und Produktivität ab, sodass das gesamte System an Wettbewerbsfähigkeit verliert. Zunehmend sind diejenigen am wohlhabendsten, die die engsten Verbindungen zur Regierung haben – unabhängig von der Qualität oder den Preisen ihrer Produkte oder Dienstleistungen. Das wiederum führt zu einer weiteren Polarisierung des Wohlstands in der Gesellschaft:

Die Gewinner verfügen zudem in der Regel über den stärksten politischen Einfluss und spielen eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung der Zukunft:

Wenn die privilegiertesten Mitglieder der Gesellschaft danach streben, politischen Einfluss zu erlangen, tun sie dies nicht, um ihre Privilegien abzubauen und für die unterdrückten und marginalisierten Bevölkerungsgruppen zu kämpfen. Sie tun es, um ihre Privilegien auszubauen und die Lasten der Gesellschaft auf die Schultern der unterdrückten und marginalisierten Gruppen abzuwälzen:
Steve Rattner ist der Autor obigen Grafik
Insgesamt machen immer mehr Indikatoren deutlich, dass sich die Polarisierung in der amerikanischen Gesellschaft (wie auch in anderen westlichen Nationen) nur noch weiter verschärft und ein Ausweg illusorisch erscheint. Mit „Ausweg“ meine ich einen Punkt, an dem die Haben vielleicht innehalten und sich fragen, ob sie genug haben und ob die Nicht-Haben vielleicht zu wenig haben. Es scheint, als lasse das System eine solche Kurskorrektur nicht zu, es sei denn, es käme zu einer radikalen Veränderung im Zuge einer Revolution oder eines Bürgerkriegs.
Das System nicht reparieren – die Armen loswerden!
Da es für diese Entwicklung keine Auswege gibt, ist es verständlich, was so nette Leute wie Bill Gates und Jeffrey Epstein dazu veranlasst hat, darüber nachzudenken: „Wie können wir die Armen insgesamt loswerden …“ Es ist zu 100 % wahrscheinlich, dass Gates und Epstein nicht die Ersten oder die einzigen beiden waren, die über dasselbe Problem nachgedacht haben. Wir können mit Sicherheit davon ausgehen, dass viele Menschen dieses Kalibers über dieses Problem nachgedacht, nach „Lösungen“ gesucht, Ideen ausgelotet und Pläne formuliert haben.
Ungeachtet all dessen sollte die Erkenntnis lauten: Die Krise wird sich nicht von selbst lösen; die Polarisierung des Reichtums wird sich nicht umkehren, und die Polykrise wird nicht mit Maßnahmen nach dem Motto „Business as usual“ gelöst werden. Wir werden uns definitiv nicht aus dieser Lage herauswählen können. Daher sollten wir davon ausgehen, dass sich die Situation weiter verschlimmert und in regelmäßigen Abständen zu akuten Krisen und sichtbaren Anzeichen einer Verschlechterung führt. All dies trotz fortschreitender Technologie und eines atemberaubenden Wachstums der Arbeitsproduktivität. Offensichtlich sind die Probleme systemischer Natur, und das System ist manipuliert.
Der Artikel erschien zuerst auf Englisch in Alex Krainers TrendCompass. Mit freundlicher Genehmigung des Autors hier auf Deutsch.
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Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der fixen Autoren von TKP wieder. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.
Alex Krainer ist Gründer, KRAINER ANALYTICS, I-System Trend Following Autor von: „Alex Krainer’s Trend Following Bible“, „Mastering Uncertainty“, „Grand Deception“ (verboten).
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21 Kommentare
was für eine krise? ich sehe keine, nur panikmache
In Westeuropa herrscht nicht mehr die soziale Marktwirtschaft sondern der ungebremste grün-extreme Linkssozialismus mit dessen Defiziten das System der UDSSR – Planwirtschaft in einen Wettbewerb eintreten und ungefährdet gewinnen könnte.
Das Thema ist viel zu kompliziert für eine Beitrag auf TKP und erst recht für einen Leserkommentar. spare ich mir deshalb
Wie schön dass die Ki auch bei diesem Autor zuschlägt und den Dr. bewahrt,
Vom automatischen, zwanghaften Zug der Konzerne zu Kartellen hat er allerdings auch noch nie etwas gehört?
Dass ich meine Meinung jetzt mit einem Computer schreibe und sie quasi der Welt mitteile und nicht auf einer Buschtrommel, hat ganz gewaltig etwas mit der Kapitalakkumulation zu tun. Mir ist auch keine echte Innovation bekannt, die vom real dahinvegitierenden Sozialismus ausging. Selbst bei Ausnahmen war der Kapitalismus schon marktführend, bevor der Sozialismus das erste Modell in Kleinserie anbieten konnte. Im Kapitalismus löst eine Krise die andere ab, während der Sozialismus eine permanente Kriese war, die Leichenberge produzierte. Die gegenwärtige Kapitalismuskrise wurde zumindest teilweise dadurch hervorgerufen, dass es gelungen ist, linke Wahnvorstellungen in reale Politik zu überführen, ohne dass diese in der breiten Öffentlichkeit beim Namen als solche benannt werden dürfen. Hauptproblem des Westens ist inzwischen wie im Sozialismus das Primat der Ideologie und die Realitätsverleugnung. Mit der Übernahme ideologischer Prämissen, selbst unglaublich dümmlicher sozialistischer Propaganda hat sich der Kapitalismus selbst verraten und bekommt es in Form von Insolvenzen und Deindustrialisierung am eigenen Leib zu spüren. Jüngstes kleines , aber bezeichnendes Beispiel ist die Leasingverweigerung von BMW für den neuen Landtagspräsidenten von Sachsen-Anhalt.
Es wäre schon ein Gewinn wenn sie Schöpfertum, Kreativität nicht mit den Formen in Gesellschaften verwechseln, die versucht haben überbordende Gier von Stammeskulturen an bis zum Manchesterliberalismus, zu zügeln.
Diese Gierschwe… um im richtigen Sprachduktus zu bleiben, haben gewiss nicht dass Rad erfunden. Beim im Morgentau über die Wiesen wieseln noch weniger und waren sie noch flinker als die Wiesel oder härter wie Kruppstahl.
Das traue ich beim Lagerfeuer sinnierenden und wachenden weit eher zu.
In den Stammeskulturen wussten die schon wenn solch gierigen, die gewiss über anderes als Räder sinnierten, zu lange das Zepter in die Hand gedrückt wird, dann fressen die sich z.B. an Ihren zitierten Leichenbergen satt. Und welche Erzählung die gebrauchten um so weit zu kommen hing bestimmt von der Süsse der Worte ab.
Adili aus Aodili pries Lebensräume an _ die Ausmordung derer fiel natürlich unter das Betriebsgeheimnist und zündete vor allem bei dene,n die sich als Landherren , als Gutsbesitzer sahen.
Das dürfte zu Ihnen passen! Die Kartoffel bekommen dann die Erfinder!
Die anderen süßen Erzählungen betrafen, allgemeine Gerechtigkeit, gleichmäßigen Besitz für alle und Mitbestimmungsrechte für alle Lebensumstände.
Das dürfte Sie im speziellen „“infarkteln“, aber die Mehrheit der Menschen ist mit so etwas am leichtesten zu fangen, da sie obendrein meist mit dem genauen Gegenteil aufwachsen.
Und auch diese Erzähler denen es wahrscheinlich eher später um Macht ging als Adili mutierten zu Menschenfressern. Von Mao, Stalin, Pol Pot bis zu was weiß ich wem, die zum Teil auch Konterrevolutionen abwehrten.
Sie gäben bestimmt einen prima Konterrevolutionär ab, auch wenn ausnahmsweise mal keine
Menschenfresser an der Macht wären!
In diesem Sinne _wie bin ich froh – dass bei Doktoren ausgesprochen wenig Adilis im Keller hängen.
Nicht mal mit einem Faden um den Hals! Den notorischen Che hätten sie aber bei mir auch nie gefunden!
@Varus
„Das S-Ding hat sich längst als nicht reformierbar erwiesen
Ist das K-Ding reformierbar? Was schlagen Sie vor, was ist der Ausweg?
Ressourcen ziehen sich immer tiefer zurück oder konzentrieren sich in politisch schwierigen Gegenden – das entsteht aus der Logik: leicht förderbare sind zuerst weg. Energiemangel führt zu Rückgang der Industrieproduktion, Dūnger, Nahrungsmittel und erstaunlicherweise Bildung.
„/“
Die Babyboomer gehen in Rente, damit entsteht eine Reduktion der Arbeitenden. Bevölkerungsreduktion von Masochisten kommt dazu. Wo weniger arbeiten, gibts weniger zu verteilen.
„/“
Die Demokratie wird durch Erpressungsstrukturen ausgehöhlt, der Rechtsstaat auch. Dadurch besteht keine Korrektur bei Fehlentscheidungen mehr.
„/“
Zivilisationen entwickeln sich von geringer zu hoher Komplexität an Prozessen. Mit steigender Komplexität fällt der Grenznutzen. Unterm Strich bleibt nichts übrig.
„/“
Zivilisationen wachsen und zerfallen, letzteres über einen Zeitraum von 20 bis 50 Jahren. Am Ende steht kein „Great Reset“, sondern ein Mittelalter oder eine Bronzezeit.
„Ist die Krise im Westen unumkehrbar?“
Es gibt immer auch ein Nach-dem-Finanzcrash! Das Problem der WEF-Eliten ist aber, dass sie das Finanzsystem zur Rückzahlung der Luftgeld-Weltkredite von über 300 Billionen Dollar auf jeden Fall weiterführen wollen… das ist der einzige Grund für den ganzen Digitalgeld-Quatsch!!! Die Zecken lassen das Blutsaugen nicht, koste es was es wolle…
Dabei ist Tauschhandel soviel eleganter, weil es nur mit Sachwerten richtig geht…
Der Staat könnte ja auch ein Sondervermögen für die weniger Reichen schaffen, freilich käme die Kaufkraft weniger Einflussreichen zugute, nicht Rheinmetall etc. Aktuell vernichtet deutsches Vermögen mit deutschen Drohnen russischen Wohlstand und russisches Vermögen Ukrainischen Wohlstand, ein ganz mieses Spiel, aber der Wiederaufbau wird wieder einige reicher machen.
Es wird ja behauptet, daß uns der Kapitalismus all den technischen Fortschritt beschert hat. Nun ja, im Westen diente er immer dazu, andere outzuperformen und militärisch zu besiegen. Im Grunde war der technische Fortschritt im Westen in schlechten Händen.
Und der deutsche „Wohlstand“, als Fast-Schlusslicht in der EU, konzentriert sich auf die obersten 0,1%. Die anderen 99,9% werden oder sind schon verarmt. Ein ganz mieses Spiel!
Der anglozionistische Imperialismus des Westens ist eine nimmersatter Tümpelhecht.
Zuerst frisst er gierig alle anderen Fische und dann seine eigenen Kinder.
Kulturell ist die westliche Welt Anderen unterlegen.
Wir sind quasi nur die Nachfolger der grausamen englischen Piraten.
In unserer Kultur entsteht duch das ausschweifende Verhalten unserer Eliten Druck.
Dieser Druck wird durch den Ankauf Verbündeter und die Ausbeutung Fremder Kulturen abgefeuert.
Da diese Kulturen aber vermehrt Widerstand gegen die Ausbeutung zeigen, gehen unsere Gesellschaften unweigerlich den Bach hinunter.
Und der alte Hecht beginnt seine eigenen Kinder zu verspeisen.
…“englische Piraten.“
Man vergesse besser nicht die norwegischen, französischen, spanischen, portugisischen, niederländischen und monegassischen Piraten, sowie die Blutpäpste in Rom…
Das und plus Jurgen gefällt mir mal ohne anmaßend klingen zu wollen!
„…und irgendwie scheinen unsere lieben Politiker unfähig zu sein, das Ruder herumzureißen.“
Die sind alle entweder rotzdämlich oder gekauft.
…das „entweder“ ist wohl zuviel im Satz.
Warum hört der Autor plötzlich mit seinem Text auf? Wenn der Kapitalismus nicht rettbar resp. reformierbar ist, dann müssen die Menschen des Überlebens willen einen Ausweg finden. Diesen gibt es sogar. Aber dann müsste man das böse S-Wort verwenden und über die Erkenntnisse von Marx, Engels, Lenin und vielen anderen schreiben. Die Menschheit hat mit einer klassenlosen Gesellschaft angefangen und wenn sie überleben will, muss sie zu dieser klassenlosen Gesellschaft zurückkehren. Die technologische Basis ist vorhanden.
„Die Menschheit hat mit einer klassenlosen Gesellschaft angefangen …“
Hat sie das?
Die Geschichte von Kain und Abel (ich nehme sie jetzt als Allegorie) sagt uns etwas anderes.
Mir scheint, dass es in jeder Gesellschaft Anführer gab und andere, die diesen Anführern gern oder weniger gern folgten. Jedenfalls übertrugen sie die Verantwortung den Anführern – und schon bildeten sich Klassen. Auch in einer „klassenlosen“ Gesellschaft wird es in Betrieben Menschen geben, die mehr können und mehr Verantwortung tragen.
@Hello
„Die Menschheit hat mit einer klassenlosen Gesellschaft angefangen …“
Hat sie das? Die Geschichte von Kain und Abel (ich nehme sie jetzt als Allegorie) sagt uns etwas anderes“
In der Genesis (1. Buch Moses) geht – wie Sie wissen – der Geschichte von Kain und Abel ein paradiesischer Zustand voraus, aber das nur nebenbei.
In seiner Schrift „Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats“ behandelt Friedrich Engels im Anschluß an die Forschungen des amerikanischen Ethnologen Lewis H. Morgan den Zusammenhang zwischen der zur höheren Produktivität notwendigen Arbeitsteilung und der Entstehung von Privateigentum, Patriarchat, Klassen und Staat. Bei seiner Erforschung nordamerikanischer Stammesverbände, insbesondere der Irokesen, war Morgan auf Parallelen mit den ältesten Organisationsformen der antiken griechischen, italischen und germanischen Stämme gestoßen, von denen sich (bis zu Morgans Entdeckungen) rätselhafte Spuren in Schriften der Antike finden (z.B. Spuren von Mutterrecht in der Tragödie „Die Eumeniden“ von Aischylos).
„Je weniger die Arbeit noch entwickelt ist, je beschränkter die Menge ihrer Erzeugnisse, also auch der Reichtum der Gesellschaft, desto überwiegender erscheint die Gesellschaftsordnung beherrscht durch Geschlechtsbande. Unter dieser, auf Geschlechtsbande begründeten Gliederung der Gesellschaft entwickelt sich indes die Produktivität der Arbeit mehr und mehr; mit ihr Privateigentum und Austausch, Unterschiede des Reichtums, Verwertbarkeit fremder Arbeitskraft und damit die Grundlage von Klassengegensätzen … Die alte, auf Geschlechtsverbänden beruhende Gesellschaft wird gesprengt im Zusammenstoß der neu entwickelten gesellschaftlichen Klassen; an ihre Stelle tritt eine neue Gesellschaft … in der die Familienordnung ganz von der Eigentumsordnung beherrscht wird und in der sich nun jene Klassengegensätze und Klassenkämpfe frei entfalten, aus denen der Inhalt aller bisherigen geschriebenen Geschichte besteht“
(Friedrich Engels, Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats. Im Anschluß an Lewis H. Morgans Forschungen, 1884; aus dem Vorwort zur ersten Auflage 1884)
Das Zusammenleben der Menschen hat sehr wahrscheinlich mit Geschlechtsverbänden, nicht mit Klassenstrukturen begonnen. Sicher sind Menschen unterschiedlich in der Fähigkeit zum Tragen von Verantwortung, aber gerade diese Fähigkeit sollte nicht zur Einzementierung von Klassen führen. Ein wirklicher gesellschaftlicher Fortschritt besteht gerade darin, dass möglichst viele Menschen Verantwortung tragen können und auch tragen …
Das S-Ding hat sich längst als nicht reformierbar erwiesen. Ich war in meiner Jugend Augenzeuge.
@Varus
„Das S-Ding hat sich längst als nicht reformierbar erwiesen“
Ist das K-Ding reformierbar? Was schlagen Sie vor, was ist der Ausweg?
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