Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) schlägt vor, daß wir höchstens ein Ei und ein Mini-Steak pro Woche verzehren. Die Deutsche Herzstiftung macht Angst vor hohen LDL-Werten und bewirbt Statine. Beide Vereine agieren politisch und gegen die Gesundheit der Menschen.
Die DGE empfahl schon 2024 das Solo-Ei nicht wegen des „bösen“ Cholesterins, sondern wegen des Klimas: Deren Ernährungsmodell geht zu 40% auf die Eßgewohnheit der Menschen ein und zu je 30% auf Klima und Umwelt. So ordnet sich die DGE mit ihrer „umwelt- & klimafreundlichen“ Empfehlung dem One-Health Ansatz der WHO unter. Wie würde man demnach das Kleinkind zum „klimaneutralen“ Essen motivieren? So etwa:
Ein Löffelchen fürs Klima, ein Löffelchen für die Umwelt und ein gutes Löffelchen für Oma & Opa!
Es sollte schlechte Eßgewohnheit kein Maßstab sein, sondern je nach Altersgruppe und genetischen Vorbedingungen allein die optimale individuell angepaßte Ernährung, die ein gesundes langes Leben ermöglicht und sich vor Ort umsetzen läßt.
Die Ernährung sollte dem Menschen guttun und seine Gesundheit stärken und sich nicht dem unwissenschaftlichen CO2-Klimanarrativ und den Pharmainteressen unterwerfen.
Ideologie und Unsinn
Wie sehr sich die zu etwa 70-80% aus öffentlichen Mitteln von Bund und Ländern finanzierte DGE auch rein optisch der Regierungsideologie unterwirft, fällt bei der Lektüre des Jahresberichts der DGE 2025 einem buchstäblich ins Auge: Auf 72 Seiten sind 121 Gendersternchen verteilt. Obgleich sich die DGE „der Wissenschaft verpflichtet“ fühlt, betreibt sie faktisch Pseudowissenschaft. Es klingt dann wie ein schlechter Witz, wenn eine deutsche Fachhochschule ihren Studiengang „Ernährungswissenschaften, B.Sc.“ bewirbt mit dem Satz: „Dieser Studiengang orientiert sich an den Standards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE).“
Blühenden Unsinn verzapft die DGE (und mit ihr so mancher Orthopäde oder Hausarzt) z.B. auch in Sachen Vitamin D (Stand: 30.09.2025). Unter Punkt 15 schreiben die glatt: „Bei ausreichendem Aufenthalt im Freien und entsprechender Sonnenbestrahlung der Haut sowie ausgewogener Ernährung kann eine gute Vitamin D-Versorgung ohne die Einnahme von Vitamin-D-Präparaten erreicht werden.“ Und das im Herbst und Winter! Hat niemand in diesem Verein Ahnung von Physik? Weniger als 1% der Norddeutschen hat genügend Vitamin D im Frühjahr und Sommer auf natürliche Weise gespeichert, um ohne Einnahme von D3 sicher gesund über den Winter zu kommen. Auch der wohlinformierte Osteopath und bekannte YouTuber Ralf Blume regt sich da auf – und auch die Verbraucherzentrale nimmt er sich vor, die ebenfalls allerlei Unfug kundtut.
Der Standardspruch (aus der Verbraucherzentrale), daß man sich nicht wirklich mit Ernährung auseinandersetzen muß, lautet: „Eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung versorge den gesunden Körper in aller Regel ausreichend mit lebensnotwendigen Nährstoffen.“ Das Dumme ist nur, daß die Körper mehrheitlich eben nicht mehr gesund sind und mit dem Alter noch kränker werden. Abwechslungsreich kann heißen: gestern Kekse, heute ein Burger und morgen Currywurst.
Das rote Fleisch
Nicht allein das Ei ist bei der DGE in törichten Verruf geraten, auch das rote Fleisch wird dort verteufelt: Nur 100 Gramm rotes Fleisch pro Woche wird zugestanden. Dazu sekundiert die Professorin Anette Buyken, eine der Vizepräsidenten der DGE, in einem Interview auf die lächerliche Frage ‚Kann gesunde Ernährung umgekehrt auch einen Beitrag zum Klimaschutz leisten?‘ mit der Antwort: „Tatsächlich ist der Beitrag der Ernährung zum Ausstoß von Treibhausgasen entlang der Wertschöpfungskette vom Hof bis zum Tisch auch in Deutschland erheblich. Den wichtigsten Beitrag zur Reduktion des diesbezüglichen Fußabdrucks kann der sehr maßvolle Konsum von rotem Fleisch leisten. Dazu wäre es sinnvoll, unseren derzeitigen Verbrauch auf ca. 300 Gramm pro Woche zu reduzieren und davon maximal ein Drittel als rotes Fleisch von Rind, Schwein und Lamm zu verzehren.“
Das gleiche Muster beim Fleisch wie beim Ei – was steckt dahinter, Ei und (unverarbeitetes mageres) Fleisch faktisch aus dem täglichen Speiseplan zu verbannen? Man muß sich da die Agenda One-Health (WHO) vor Augen halten und sich die aktuellen und geplanten niederländischen und deutschen Schikanen gegenüber Landwirten vergegenwärtigen, die erst das Vorspiel darstellen zur weitgehenden Abschaffung der traditionellen Landwirtschaft. Das soll Raum geben für industrielle Fabrikation von schädlichem Fraß für die Bevölkerung. Bill Gates setzte im ersten Schritt, was Eiweiß betrifft, auf Würmer und Insekten – für den Menschen nicht zuträglich.
Klima-Mythen
Die Vermengung von sogenannter Klima- und Gesundheitspolitik läßt geradezu wahnwitzige Konstrukte und Einschränkungen des Wohlergehens auf die breite Mehrheit der Europäer zukommen. „Klimaschutz“ sticht alles andere aus – außer Krieg gen Osten, der erste Priorität in der EU hat. Klima kann man gar nicht schützen, denn für das Klima ist immer noch die Sonne zuständig, die wir uns nicht untertan machen können – mit der Erde hatte es auch schon nicht so recht geklappt.
Nichtsdestoweniger gibt es seitens der Regierungen in den USA und Europa kranke Pläne, durch „Stratospheric Aerosol Injection (SAI)“ den Albedoeffekt zu verstärken, um die Erde weiter abzukühlen. Man sollte nicht vergessen, daß die Menschheit seit rund 2,6 Millionen Jahren im Erdeiszeitalter lebt, das obendrein durch eine langfristig abkühlende (!) Tendenz und den periodischen Wechsel von extremen Kaltzeiten (Glazialen) und wärmeren Zwischenphasen (Interglazialen) geprägt ist. Unsere Nachfahren werden eher erfrieren als verbrennen.
Die wissenschaftlichen Fachartikel der letzten 30 Jahre hoben stets die (quasi-)zyklischen Klimaveränderungen hervor, die absolut nichts mit menschlicher Aktivität zu tun haben. Die Temperaturevidenz aus den letzten 11000 Jahren liegt bisweilen als Baumstamm noch buchstäblich unter Eis: Vor 10000 bis 7000 Jahren war es in der Alpenregion wärmer als im letzten Vierteljahrhundert – und widerspricht damit den politischen Äußerungen des sogenannten Weltklimarats: „The 2021 IPCC report expressed medium [sic!] confidence that temperatures in the last decade are higher than they were in the Mid-Holocene Warm Period“, was laut IPCC sogar verstärkt für die nördliche Halbkugel gelten soll. Dieses faule IPCC-Ei paßt zum DGE-Solo-Ei.
Die Eisbohrkerndaten haben gezeigt, daß erst die Erwärmung stattfindet und dann aus den erwärmten Ozeanen durch langsame Ausgasung im Laufe von bis zu 800 Jahren das CO2 entsprechend ansteigt. Das herrschende Klimanarrativ stellt das auf den Kopf und betrügt mit manipulierten Temperaturmessungen (an stadtnahen Meßstationen) sowie mit sukessiven rückwärtigen „Anpassungen“ (sprich: betrügerische Änderungen) älterer Daten und mit erfundenen Daten an nicht (mehr) existierenden Meßstationen. Die „globale Temperatur“ ist sowieso ein manipulierbares bloßes Konstrukt. Alle IPCC Klimamodelle zerschellen an der Realität der letzten 120 Jahre, weil sie ohne Wasserdampf auskommen und falsche Annahmen setzen.
Ärzteschaft auf Abwegen
Man könnte meinen, daß sich eine ausschließlich von Einzelpersonen finanzierte Herzstiftung nicht ums Klima Sorgen machte. Weit gefehlt:
„Deutsche Herzstiftung warnt vor gesundheitlichen Folgen des Klimawandels für Herz-Kreislauf-Patienten und fordert Politik zu mehr Anstrengungen zum Schutz vor akuten Folgen extremer Hitze und Luftverschmutzung auf.“
Die Luftverschmutung hat in Europa inzwischen hauptsächlich mit dem überbordenden Geoengineering zu tun – Stichwort: ‚Mikado am Himmel‘; das ist nichts Neues, siehe das 14 Jahre alte Video aus den USA).
„Wer sich durch einen neuen Lebensstil gegen den Klimawandel engagiert, verbessert zugleich durch Umstellung der Ernährung, etwa auf die herzgesunde Mittelmeerküche, und vermehrte körperliche Aktivität seinen Gesundheitszustand“, sagt Prof. Meinertz. Das klingt in meinen Ohren wie eine Erklärung ‚One-Health for Dummies‘. Der Mensch konnte selbst die Glaziale überleben und extreme plötzliche Temperaturänderungen (z.B. die seltenen Heinrich Ereignisse in den fast 100000 Jahren langen Glazialen oder die finale Erwärmung vor 11700 Jahren zu Beginn des aktuellen Interglazials (Holozäns), die um eine Größenordnung relativ schneller und höher ausfielen als im letzten Vierteljahrhundert.
Das Deutsche Ärzteblatt haute am 1.6.2026 ebenso in die Klimakerbe: „Die menschengemachte Erderwärmung mit immer häufigeren Hitzewellen bedroht zunehmend die kardiovaskuläre Gesundheit der Bevölkerung. Das bestätigt eine Querschnittstudie anhand US-amerikanischer Gesundheitsregisterdaten mithilfe von Klimamodellen.“
Nein, die kardiovaskuläre Gesundheit wird vor allem durch den miserablen und verzuckerten Industriefraß und mangelnde Bewegung hervorgerufen. Statistiken belegen übrigens, daß derzeit Hitzewellen und andere Extremwettereignisse eher zurückgegangen sind. Und was Klimamodelle betrifft, so sind jene in ihren Annahmen notorisch falsch, um die erwünschten Ergebnisse zu produzieren. Das müssen Ärzte nicht wissen (obwohl Allgemeinbildung nicht schaden würde), aber dann sollten sie nicht den Unsinn von der „menschengemachten Erderwärmung“ nachbeten. Das Menetekel der nächsten natürlichen Abkühlung ist bereits in der Arktis wie Antarktis erkennbar.
Das Solo-Ei schmeckt weder der hkk noch der Herzstiftung
Die Krankenkasse hkk schrieb: „Trotz ihres Cholesteringehalts sind Eier für gesunde Menschen unbedenklich. […] Gesunde Erwachsene können 3–7 Eier pro Woche essen. Sportler profitieren vom Eiweißgehalt.“ Nun, ein Ei pro Tag sollte es gerne sein, weil damit alle essentiellen Aminosäuren in (fast) halber Höhe abgedeckt sind. Sportler brauchen eher die doppelte Menge. Wenn mehr als ein Ei pro Tag gegessen wird, muß die Zufuhr der Omega-6 Arachidonsäure bedacht werden.
Die hkk ist mit ihrer Ablehnung der absurden Beschränkung des wöchentlichen Eierverzehrs nicht allein. Die Deutsche Herzstiftung läßt die Medizinredakteurin Ruth Ney dem wissenschaftlichen Berater und Lipid-Experten Prof. Ulrich Laufs einige Fragen stellen zur Einschätzung jener DGE Ein-Ei-Empfehlung; aber da offenbart sich noch mehr [ – hier als kleiner Ausschnitt mit Originalsätzen, die ich in eckigen Klammern jeweils kommentiere]:
[Frage:] „Begrüßen Sie als Lipidexperte diesen Rat mit Blick auf eine cholesterinarme Ernährung?“
[Antwort:] „Nein, es ist sogar so, daß eine solche Empfehlung schädlich sein kann, weil es den Menschen vorgaukelt, daß jeder durch die Ernährung etwas am Cholesterin im Blut ändern kann und daß insbesondere Personen mit hohen Cholesterinwerten selbst schuld sind. Dabei ist der Cholesterinstoffwechsel im Wesentlichen genetisch determiniert, also ererbt aus der Familie. Und wie viel Cholesterin im Blut ist, wird über die Leber reguliert.“
[Allein der letzte Satz ist halbrichtig, denn der Ernährungsstil kann die Leber (über die gesättigten Fettsäuren) triggern mehr oder weniger Cholesterin zu produzieren. Viele Menschen mit (angeblich) zu hohen LDL-Werten (z.B. mit 160 mg/dl) haben definitiv keine zu hohen Werte und die anderen mit LDL-Werten unter z.B. 290 mg/dl sind gewiß selber schuld, weil eine zielgerichtete lebenslange Diät es schon richten könnte. Denn es ist umgekehrt die Ernährungsweise und tägliche mehr oder weniger intensive Bewegung, die den LDL-Spiegel entscheidend determinieren (wenn man von der homozygoten familiären Hypercholesterinämie absieht, wo weitere Maßnahmen nötig sind), obgleich es viele genetische Vorbedingungen gibt, unter denen LDL-Werte offenbar mäßig erhöht sind – aber nur in viel geringerem Umfang, wenn man mit strikter Diät und intensivem Sport dagegenhält.]
[Frage:] „Wie relevant ist denn nun speziell der Ei-Konsum für den Fettstoffwechsel?“
[Antwort:] „ … Wenn wir einen ‚metabolischen Totalschaden‘ vor uns haben, also einen Patienten, der nur aus der Fritteuse lebt und vor einem Bildschirm sitzt, dann kann eine Änderung des Lebensstils mit mehr Bewegung, Gewichtsreduktion und Reduktion einer zuvor sehr fettbetonten Ernährung schon dazu führen, daß das LDL-Cholesterin – das ist unsere Zielgröße – um 20-30% sinkt. Wenn wir aber eine schlanke Person vor uns haben, die die Farbe Grün auf dem Teller kennt, dann wird eine Ernährungsumstellung, egal welcher Art, selbst eine vegane Ernährung, fast nichts am LDL-Cholesterin-Wert ändern. Vor allem bei Personen mit familiärer Hypercholesterinämie und dementsprechend hohen Cholesterinwerten hat die Ernährung oft überhaupt keinen Einfluß.“
[Im ersten Satz über den „metabolischen Totalschaden“ könnten die genannten Prozentsätze locker verdoppelt werden; eine fettbetonte Ernährung ist umgekehrt geradezu erstrebenswert, allerdings nur mit den richtigen Fetten, denn eine low-fat Diät gerät meist zu einer high-carb Ernährung, die langfristig zur Insulinresistenz führt. Die zweite Aussage ist ärztlicher Aberglaube, der als Mantra immer wieder abgespult wird. Mein eigener Fall (neben vielen anderen Fällen) widerlegt diesen Mythos sehr deutlich; ebenso ist die dritte Aussage unbelegt (– was heißt da „oft“) und widerspricht vielen Beobachtungen. Gern zitierte Großstudien sind in aller Regel pharmafinanziert und daher so angelegt, daß die Ernährungsumstellung punktuell und halbherzig bleibt und eben nicht mittels grundsätzlicher Ersetzung von Lebensmitteln durch solche mit sehr geringem Anteil gesättigter Fettsäuren bei konsequenter Vermeidung von zugesetztem Zucker und Industriestärke erfolgt.]
Familiäre Hypercholesterinämie (FH)
„Ein genetischer Defekt der LDL-Rezeptoren ist übrigens auch die Ursache für eine vererbliche familiäre Hypercholesterinämie. Die Patienten besitzen dabei wenige bis gar keine funktionsfähigen LDL-Rezeptoren und weisen dadurch stark erhöhte LDL-Blutwerte auf (über 190 mg/dl) auf. Oft kommt es infolgedessen schon in jungen Jahren zur schwerer Arteriosklerose und zu frühen Herzinfarkten. Von einer familiären Hypercholesterinämie ist immerhin einer unter 250 – 300 Menschen betroffen. Unter den vererblichen Formen gibt es eine besonders schwere Form – die homozygote Hypercholesterinämie, bei der der Defekt von beiden Elternteilen vererbt wurde. Bei der heterozygoten Form wurde der Gendefekt nur von einem Elternteil vererbt.“
Es gibt einige Gene (für LDL-Rezeptor, ApoB100 oder PCSK9), die für die Regulierung des Fettstoffwechsels zuständig sind. Somit ist die obige Beschreibung etwas zu oberflächlich; eine recht knappe, aber genauere findet sich in diesem JJ Video. Bemerkenswerterweise wird in Min. 12:14 für den Fall homozygoter FH der LDL-Wert > 500 mg/dl (falls unbehandelt) bzw. > 300 mg/dl (falls behandelt – mit Statinen) als typisch in Anschlag gebracht. Das heißt aber doch, daß eine Behandlung mit Statinen nicht mehr als 40% Reduktion in der Praxis verspricht. Bei der heterozygoten Form FH (die auch mehr als eine Mutation betreffen kann) wird oft ein LDL-Wert von 300-450 mg/dl gemessen.
In jenem JJ Video wird – wie üblich in Ärztekreisen – LDL unreflektiert dämonisiert, ohne zu differenzieren – ganz im Sinne der Pharmamedizin. Mehrere Kommentatoren dieses Videos stellen jedoch die nötigen Fragen oder geben richtige Hinweise:
„Is it even possible to treat FH with diet and exercise changes?“ [@UAL320]
„Isn’t it true that small dense LDL [sdLDL] particles, aka damaged ldl, are what cause artery blockage? If a person is metabolically sound, without oxidized LDL, why does it matter if LDL is high? Healthy LDL being light and buoyant isn’t able to cause blockages because it doesn’t get under the endothelium.“ [@russellrobins5320]
„I would recommend that you research and post a video regarding OXIDIZED LDL (almost exclusively caused by the over-consumption of carbohydrates) and its relationship to atherosclerosis. High LDL is not the problem. High LDL is NOT necessarily „Lethal“. It’s OXIDIZED LDL and particle size which determine greater risk for atherosclerosis. There are people who do NOT have FH, have an LDL of 100-150 mg/dl and yet they unknowingly had heart disease and had a heart attack before they were 50 BECAUSE their LDL level of 100-150 mg/dl contained an enormous amount of SMALL, OXIDIZED LDL.“ [@DARKLYLIT]
Wie wahr, wie wahr: Das Video „The BIGGEST Risk Factor For Heart Attack“ eines in den USA populären YouTubers, ‚Doctor Mike Hansen‚, macht deutlich, daß beispielsweise 80% des LDL (large and buoyant) keine Probleme bereiten, sondern nur die restlichen 20% sdLDL. Und letztere haben ein hohes atherogenes Potential und finden sich in solchem Maße und mehr im Blut bei den (normalkranken) Personen, die viel zuviel Zucker und schlechte Fette (wie Sonnenblumen-, Raps- und Sojaöl, sowie alle gehärteten Pflanzenfette und Transfette) verstoffwechseln.
„Eine individuelle Dominanz der sdLDL erhöht – und zwar unabhängig vom LDL Cholesterin – das Herzinfarktrisiko um das 3 bis 7fache. Die individuelle Häufung der sdLDL läßt sich nämlich bei 30% der erwachsenen Männer, bei 5-10% der jungen Männer und weiblichen Teenager, sowie bei 15-25% der postmenopausalen Frauen nachweisen.“
Die 30% der erwachsenen Männer mit zu hohem Anteil von sdLDL im Blute werden sicherlich die „metabolischen Totalschäden“ umfassen. Es haben nämlich 20-30% der Erwachsenen ein metabolisches Syndrom (obgleich die übliche Definition leicht problematisch ist). Laut RKI (2020) stiegen die Adipositasprävalenzen von 2,0% bei 3- bis 6-Jährigen auf 8,5% bei 14- bis 17-Jährigen. Letzterer Prozentsatz korrespondiert genau zu den 5-10% der Teenager mit erhöhtem sdLDL.
Wie einfach könnte es sein, einen „metabolischen Totalschaden“ mittels einer passenden Ketodiät zu kurieren – wenn nicht die Lebensmittel- und Pharmaindustrien mit ihren Interessen da wären und die Betroffenen nicht auf eine Pille oder ein ärztliches Wunder hofften?
Barking up the wrong tree
Cholesterin wurde von der Herzstiftung geschickt in Szene gesetzt: Während für die Cholesterinproduktion zunächst die ‚Leber‘ allein verantwortlich gemacht wird, die angeblich nur ihr genetisches Programm abarbeitet und bestenfalls einen LDL-Rabatt von <10% unter Ballaststoffeinnahme gewährt, wird sodann argumentativ auf ‚Herzgesundheit‘ umgeschaltet, die durch Rauchverzicht, gesunde Ernährung und sportliche Aktivitäten gefördert werde, was ja alles vernünftig klingt, ohne jedoch die zentrale Rolle der gesättigten Fettsäuren in den Blick zu nehmen.
Und was sagt die Leber dazu? Gibt sie daraufhin keine weiteren LDL-Rabatte? Das stünde mit anderen Beobachtungen im Widerspruch. Jener Ansatz der „Herzspezialisten“ ist der starre Blick des Kaninchens auf die angeblich böse Schlange LDL: Der große Zusammenhang soll nicht gesehen oder bewußt zerfleddert werden wie bei einem „Faktencheck“.
Dabei muß jede „herzgesunde“ Umstellung von Ernährung und Lebensstil eigentlich im ersten Schritt nur gezielt das vorhandene metabolische Syndrom oder eine Vorstufe davon therapieren, d.h. vor allem den gestörten Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel wieder ins Lot bringen, indem Insulinresistenz, wo die Zellen in Muskeln, Fett und Leber vermindert auf Insulin reagieren und Glukose schlechter aufnehmen, durch eine erste Ernährungsumstellung versucht wird zu beseitigen. Die folgenden Sätze finden sich mehrfach auf Facebook und Instagram:
„Improve insulin sensitivity: A high-fiber, lower saturated-fat diet can help your cells respond better to insulin over time. Many people also use berberine as part of their blood sugar management routine. Slow glucose absorption: Choose more fiber-rich, minimally processed carbohydrates and fewer refined carbs to help reduce blood sugar spikes after meals.“
Bereits die gängige Definition von metabolischem Syndrom hat eine Schieflage. So heißt es oft: Das metabolische Syndrom sei keine einzelne Krankheit, sondern ein Bündel von Faktoren, die gemeinsam das Risiko für ernste gesundheitliche Probleme drastisch erhöhen. Faktoren sind aber keine Ursachen.
Zu den Merkmalen gehört auf jeden Fall das tödliche Terzett von (1) Insulinresistenz/ Glukoseintoleranz oder Diabetes/ erhöhte Blutzuckerwerte, (2) Adipositas/ Übermaß an viszeralem Fett, (3) Hypertonie. Soll es als Quartett bezeichnet werden, so darf das vierte Merkmal nicht einfach „erhöhte LDL-Werte“ heißen, es sei denn, es läge homozygote oder schwere heterozygote Hypercholesterinämie vor. Korrekt ist, was schon einige Jahre in der Forschung bekannt ist: (4) „Dyslipidämie (erhöhte Triglyzeride, erniedrigtes HDL-Cholesterin, vermehrt kleine, dichte LDL-Partikel = sdLDL )“.
Das Metabolische Syndrom ist eine schwere Störung des Kohlehydrat- und Fettstoffwechsels mit assoziierter Adipositas und Hypertonie, hervorgerufen durch jahrelange Fehlernährung – u.a. Überschuß an Zucker, industrieller Stärke und Transfetten – bei fehlendem Sport.
Eigenerfahrung
Ich selber war immer schlank, ernährte mich früher nur normal-„gesund“ mit viel Gemüse und Obst, wenig Fleisch, aber eben auch mit viel Käse und Kuchen, trieb jedoch seit 1973 vielfältigen Sport, von 1985 bis 2019 Leistungssport (anfangs Laufen Langstrecke 10 bis 100 km und Triathlon Olympische Distanz bis Ironman).
Noch 1985 wurde ich zum Ovo-lacto-Vegetarier (und ca. acht Jahre später nach einem Japanaufenthalt, kam Fisch dazu), bis rund zwei Jahrzehnte später ein Gastroenterologe bei mir Hypercholesterinämie attestierte; nur meine HDL- und Triglyceridwerte waren befriedigend bis gut. Da ich nie im Leben Statine hätte einnehmen wollen, durchleuchtete ich daraufhin die medizinische Literatur über Statine in Fällen, wo der LDL-Wert angeblich noch nicht weit genug durch Statingabe zurückging: Da wurden einige Lebensmittel empfohlen wie Hafer etc.; all diesen war gemeinsam, daß sie relativ wenig gesättigte Fettsäuren enthalten.
Also lautete der Entschluß, genau solchen Ernährungsempfehlungen zu folgen und die Aufnahme gesättigter Fettsäuren, die die Leber triggern, mehr Cholesterin zu bilden, grundsätzlich zu beschränken, indem ich deren relativen Anteil am Gesamtfett des jeweiligen Lebensmittels auf weniger als 20% deckelte (wobei ich es nicht für jeden einzelnen Fisch und jede Nuß überprüfte).
Das implizierte eine pesco-vegane Ernährung, d.h. fast täglich Fisch und ansonsten vegan, aber ohne Kokos-, Palm- und Transfette. Nach gut einem Vierteljahr war (trotz seltener kleiner Inkonsequenzen in der Umsetzung der Diät) tatsächlich mein LDL auf 51-52%, also um fast die Hälfte (!) gesunken – Statine würden es nie besser tun können; der behandelnde Gastroenterologe meinte, das hätte er noch nie bei einem Patienten erlebt. Nun, man muß es halt nur auf den Punkt richtig angehen und recht konsequent durchziehen.
Viel Sport & fleischlose Ernährung als Vorbedingung, kann eine pesco-vegane Ernährungsweise mit Haferflocken (& ohne hochverarbeitete Fette) einen recht hohen LDL-Wert bereits halbieren.
Wäre ich vor der Messung ein „metabolischer Totalschaden“ im Sinne des oben zitierten Lipid-Experten gewesen, wäre ein LDL-Wert von vielleicht 225 mg/dl aufgelaufen, wenn man 20% Reduktion für extrem viel Sport und bei fehlendem Konsum von Fleisch/Speck/Wurst abrechnet, so daß die gemessenen 180 mg/dl wieder herausgekommen wären. Mit dem höheren Wert würde ich im Sinne der Ärzteschaft ganz klar als Patient mit (heterozygoter) FH gelten – ein Leben lang. Mit 225 ± 65 mg/dl hat man jedoch noch keine echte FH, sondern befindet sich eher in einer genetischen Grauzone ungünstiger Mutationen, wo es eventuell einen Handlungsbedarf hinsichtlich Ernährungsumstellung gibt, die die Triglyceridwerte im Zusammenspiel mit den anderen Blutfettwerten nahelegen würden (s. Teil II).
Alles in Butter?
Vorweg gesagt, die meisten jungen Menschen (sofern sie nicht schon übergewichtig sind) können Butter gut vertragen; aber je älter und fetter sie werden, desto weniger dient es ihrer Gesundheit. Im Lichte des avisierten industriellen Umbaus der Nahrungsproduktion müssen irritierende Losungen vorausschauend gedeutet werden – etwa wenn es wieder zurückgehen soll zur guten (?) alten Ernährung mit viel Butter und Schmalz und somit dem LDL freien Lauf gegeben werden soll.
Dieser mindestens seit 2020 gärende und nun scheinbar „neue“ Trend kommt natürlich aus den USA; siehe das Video mit Michael Nehls ab Minute 18:15. So wird (auch hier in Europa) allen Ernstes wieder Kochen mit viel gesättigten Fettsäuren absolut allen empfohlen: „Kokosöl, Butter, Ghee, Rindertalg, Schweineschmalz — die Fette, mit denen die Menschheit seit Jahrtausenden kocht, bevor die Zivilisationskrankheiten explodierten.“
Nein, das kann ich bei bestem Wohlwollen so nicht stehen lassen, denn da stimmt erstens die erzählte Vorgeschichte nicht ganz. Zweitens sollten Menschen mit metabolischem Syndrom (oder einer Vorstufe davon) und gewissen genetischen Vorbedingungen von Fetten mit hohem Anteil gesättigter Fettsäuren großen Abstand nehmen.
Es gibt Tiermilch zur Ernährung von Menschen seit höchstens 10.000 Jahren und Butter wohl erst seit 5000 Jahren. Davor ernährten sich während Hunderttausenden von Jahren Jäger, Fischer und Sammler vorwiegend von erlegtem Wild und Meeresfrüchten, gesammelten Pflanzenbättern und -knollen, sowie Nüssen, Beeren und anderen Früchten. Die wahre Ernährungsweise war tatsächlich im Prinzip (saisonal) recht vielfältig: Schon vor 30.000 Jahren „– lange vor den ersten Ackerbauexperimenten – kannten sie auch Methoden, Körner und Feldfrüchte sinnvoll zuzubereiten“.
In wirklichen Klimakrisen, z.B. während der Bølling-Allerød Oszillationen und erst recht am fulminanten Ende der letzten Kaltzeit (Glazial) vor rund 11.700 Jahren waren neue Ideen und Anpassungen vonnöten. In der Natufien-Kultur der Levante zwischen dem Älteren und dem Jüngeren Dryas wurden z.B. systematisch Grassamen geerntet und anfangs Brei bereitet und später ungesäuertes Brot gebacken – ohne daß bewußter Anbau betrieben worden wäre.
Die Spätphase des Natufien fällt klimatisch im Wesentlichen mit dem extrem kalten Jüngeren Dryas zusammen und ist kulturell dem nahöstlichen Mesolithikum (Mittelsteinzeit) zuzuordnen, also dem langsamen Übergang zum Neolithikum (Jungsteinzeit). Die frühen Neolithiker der Levante (nach dem Jüngeren Dryas) oder auch später der südosteuropäischen Vinča-Kultur (vor 7000±500 Jahren) der Kupferzeit (im Übergang vom Neolithikum zur Bronzezeit) hingegen litten tatsächlich an einer Vielzahl gesundheitlicher Probleme – sozusagen an den Krankheiten der neolithischen Zivilisation.
Die durchschnittliche Lebenserwartung sank im frühen Neolithikum und lag nur bei knapp über 30 Jahren – wegen einseitiger Ernährung und Zoonosen, Infektionen usf. Der „Butter-Horizont“ ist eigentlich der Beginn der Bronzezeit und hat relativ wenig mit der ursprünglichen Ernährung des vorangegangen Mesolithikums zu tun.
Die „gute“ Butter hat manche frühzeitig ins Grab gebracht, wenn sie eine gewisse genetische Disposition zur Hypercholesterinämie aufwiesen. Das betraf möglicherweise die Nachfahren eines Urgroßelternpaares von mir, das drei Söhne und drei Töchter hatte. Die drei Söhne starben alle an Herzinfarkt (bzw. Herzriß) mit Ende 50, bzw. Anfang 60 und Anfang 70. Eine Tochter erreichte nicht das Erwachsenenalter, eine weitere, die sich jahrelang ihre Brote dick mit Butter bestrich, starb schließlich mit Mitte-Ende 70 am Schlaganfall; nur die dritte wurde alt (> 90 Jahre). Da könnte Hypercholesterinämie in der Familie gewesen sein, denn: „Meist sind in den Familien mehrere Mitglieder von Hypercholesterinämie sowie Schlaganfällen oder Herzinfarkten im frühen Alter betroffen.“ Die traditionelle Ernährung vor dem zweiten Weltkrieg war keineswegs so gesund und konnte bei denen zu Herzversagen und Schlagfluß führen, die genug Geld hatten, nicht körperlich schwer arbeiten zu müssen und sich ungesundes Essen gönnen zu können.
Fazit dieses ersten Teils
Regierungstreue Ideologie infiltriert Ernährung und Gesundheit. Eingetragene Vereine zu diesen Themen wetteifern um Finanzierungsquellen. Ärztliche „Experten“ gebärden sich bisweilen wie Hohepriester und erzählen die alten Mythen im Dienste der Pharmaindustrie.
Komplexe Detailinformationen über Lipide sind zunehmend verfügbar, erreichen aber nicht die Hausarztpraxen und werden so nicht umgesetzt. Der Lebensstil von Patienten ist wichtiger als irgendwelche ärztlichen LDL-Leitlinien. Nebenwirkungsfreie heftige Therapien sind seitens der Patienten meist nicht erwünscht, sofern sie Ernährung und Sport betreffen. Die Ursachen sind es aber, die bekämpft werden müssen, und nicht irgendwelche Indikatoren oder Symptome.
Im nächsten Teil II geht es um die Aus- und Bewertung der vier Basismessungen für den Fettstoffwechsel in Hinblick auf metabolische Gesundheit, welche jeder erreichen könnte – wenn er denn wollte und sein Arzt ihm nicht abriet.
Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇
Bild: © pfm
Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der fixen Autoren von TKP wieder. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.
Prof.em. Dr. Hans-Jürgen Bandelt war Professor am Fachbereich Mathematik der Universität Hamburg, wo er sich neben der Behandlung kombinatorisch-geometrischer Probleme den Anwendungen der Genetik auf vorgeschichtliche Fragestellungen widmete, sowie Studien zur forensischen und medizinischen Genetik betrieb.
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