Wenn Sonnenlicht auf Samenöle trifft – die unterschlagene Verbindung zwischen Pflanzenfetten und Hautkrebs

6. Juli 2026von 12,2 Minuten Lesezeit

Die Schuldigen für Hautkrebs sind angeblich längst identifiziert: zu viel Sonne, zu wenig Sonnencreme. Was, wenn die industriellen Samenöle in nahezu jedem verarbeiteten Lebensmittel unsere Haut von innen heraus zum Tumorbeschleuniger umprogrammieren? Neue genetische Studien, jahrzehntealte Tiermodelle und große Kohortenstudien konvergieren auf einen unbequemen Befund.

Sommer, Sonne und Meer. Zeit für massive Mengen Sonnencreme? Oder für UV-Schutzkleidung. Genau das habe ich bei einem Kurzurlaub in Kreta leider nicht zu selten gesehen. Die Gipfel des Schwachsinns war ein Kind in einem Ganzkörperanzug, riesigem Hut und Plastikschuhen. Selbst kam ich, Fisch essend und Brot nur voll mit Olivenöl, völlig ohne Sonnencreme aus. Samenöle vermeide ich seit vielen Jahren. Mit diesen Studien wird mir nun auch klar, warum das sehr hilfreich ist.

Zwei Studien, ein scheinbarer Widerspruch

Auf den ersten Blick stehen sich zwei Forschungsstränge unversöhnlich gegenüber.

Da ist zum einen die brandaktuelle Mendelsche-Randomisierungs-Studie Polyunsaturated Fatty Acids and Skin Cancer: Two-Sample Mendelian Randomization Study (Mehrfach ungesättigte Fettsäuren und Hautkrebs), die kausal — nicht bloß korrelativ — prüft, ob genetisch vorhergesagte PUFA-Spiegel das Hautkrebsrisiko beeinflussen. Ihr Befund:

  • Genetisch höhere Omega-6-Spiegelniedrigeres Risiko für Basalzell- und Plattenepithelkarzinom.

  • Genetisch höhere Omega-3-Spiegelerhöhtes Risiko für Basalzellkarzinom, Plattenepithelkarzinom und Melanom.

Und da sind zum anderen die jahrzehntealten Fütterungsstudien der Arbeitsgruppe um Homer S. Black, zusammengefasst in seiner aktuellen Übersichtsarbeit The Relationship Between Dietary Factors and Skin Cancer Development: Clinical Relevance (Der Zusammenhang zwischen Ernährungsfaktoren und der Entstehung von Hautkrebs: Klinische Relevanz). SKH-1-Haarlosmäuse unter UV-Bestrahlung:

  • Omega-6-reiche Diäten (Maisöl, Sonnenblumenöl) → beschleunigte Tumorbildung, nahezu lineare Dosis-Wirkungs-Beziehung. Je mehr Omega-6, desto mehr und frühere Tumore.

  • Omega-3-reiche Diäten (Fischöl, Menhadenöl) → hemmten die UV-Karzinogenese — weniger Tumore, kleinere Tumore, längere Latenzzeiten.

  • Vollständig gesättigte (hydrierte) Sonnenblumenöl-Diäten → blockierten die karzinogene Antwort auf UV-Strahlung komplett. 100% Tumorinzidenz versus nahezu null.

Omega-6 einmal protektiv, einmal krebsfördernd. Omega-3 einmal riskant, einmal schützend. Ein klarer Widerspruch — oder?

Warum das kein Widerspruch ist: Genetik versus Substratflut

Der Schlüssel zur Auflösung liegt in dem, was die Mendelsche Randomisierung tatsächlich misst — und was nicht.

Was die MR-Studie misst

Sie untersucht den Effekt genetisch vorhergesagter, lebenslang stabiler zirkulierender PUFA-Spiegel. Das sind winzige, evolutionär konservierte Unterschiede im Fettsäurestoffwechsel, die durch Varianten im FADS1-Gencluster bestimmt werden — also das, was Ihr Körper endogen aus der Nahrung macht, nicht das, was Sie ihm an industriellen Samenölen zuführen.

Die Black’schen Fütterungsstudien dagegen untersuchen, was passiert, wenn Sie ein Tier mit 20–30% der Kalorien aus industriellem Maisöl vollpumpen. Das ist eine völlig andere Intervention — vergleichbar mit dem Unterschied zwischen jemandem mit genetisch leicht erhöhtem Alkohol-Metabolismus und jemandem, der täglich zwei Flaschen Wodka säuft.

Der FADS1-Schlüssel — den die MR-Studie selbst liefert

Die Mendelsche-Studie enthält den Auflösungsmechanismus in sich selbst. Der entscheidende Satz:

„The risk effect on SCC was attenuated upon exclusion of rs174528, a variant in the fatty acid desaturase 1 (FADS1) gene, suggesting a role for endogenous PUFA metabolism in carcinogenesis.“
(Der Risikoeffekt auf das Plattenepithelkarzinom (SCC) schwächte sich ab, wenn rs174528 – eine Variante im Gen für die Fettsäure-Desaturase 1 (FADS1) – aus der Analyse ausgeschlossen wurde, was auf eine Rolle des endogenen PUFA-Stoffwechsels bei der Karzinogenese hindeutet.)

Die Risikoerhöhung durch Omega-3 verschwindet, wenn man die FADS1-Variante herausrechnet. Was bedeutet das?

  • Nicht das zirkulierende Omega-3 selbst ist das Problem.

  • Das Problem ist der FADS-vermittelte endogene PUFA-Metabolismus — also das, was der Körper aus den PUFAs macht.

  • Die FADS-Enzyme (Δ5- und Δ6-Desaturasen) sind der geschwindigkeitsbestimmende Schritt in der Umwandlung von Linolsäure (Omega-6) zu Arachidonsäure und von Alpha-Linolensäure (Omega-3) zu EPA/DHA.

FADS-Enzyme werden durch hohe Omega-6-Zufuhr nicht etwa gesättigt — sie werden dysreguliert. Die industrielle Flut an Linolsäure überfordert ein System, das evolutionär auf ein Omega-6:3-Verhältnis von etwa 1:1 bis 4:1 geeicht ist — nicht auf 15:1 oder 20:1, wie es die westliche Ernährung liefert.

Der scheinbare Omega-6-Schutz: Ein genetisches Artefakt

Warum zeigt die MR-Studie dann einen protektiven Effekt genetisch höherer Omega-6-Spiegel?

Weil die genetischen Varianten, die höhere zirkulierende Linolsäure-Spiegel produzieren, dies nicht über eine höhere Aufnahme tun — sondern über eine ineffizientere FADS-vermittelte Umwandlung. Anders gesagt: Menschen mit genetisch höheren Linolsäure-Spiegeln haben oft trägere Desaturasen. Sie wandeln weniger Linolsäure in die eigentlich gefährliche Arachidonsäure um. Das Substrat (Linolsäure) staut sich im Blut, während das schädliche Produkt (Arachidonsäure → PGE2) niedriger bleibt.

Das ist kein Beweis, dass Omega-6-reiche Ernährung schützt. Es ist ein Beweis, dass ein langsamerer FADS-Metabolismus schützt — was exakt mit den Black’schen Daten übereinstimmt:

  • Hydriertes (gesättigtes) Sonnenblumenöl → keine Doppelbindungen → kein FADS-Substrat → 100% Tumorschutz

  • Polyungesättigtes Sonnenblumenöl (65% Linolsäure) → massiv FADS-Substrat → Arachidonsäure-Kaskade → 100% Tumorinzidenz

Die MR-Studie und die Black’schen Fütterungsstudien widersprechen sich nicht — sie beschreiben denselben Mechanismus aus zwei verschiedenen Blickwinkeln.

Und was ist mit Omega-3?

Hier wird es noch interessanter. Die MR-Studie findet ein erhöhtes Risiko durch genetisch vorhergesagte höhere Omega-3-Spiegel — für semimaligne Basalzellkarzinom (BCC), maligne Plattenepithelkarzinom (SCC) und Melanom. Die Black’schen Daten zeigen einen protektiven Effekt von diätetischem Fischöl.

Die Auflösung liegt wieder im FADS-Weg:

  • Genetisch höhere Omega-3-Spiegel in der MR-Studie sind ein Marker für hyperaktive FADS-Enzyme. Diese Menschen wandeln nicht nur mehr ALA zu EPA/DHA um — sie wandeln auch mehr Linolsäure zu Arachidonsäure um. Der Omega-3-Spiegel ist hier ein Proxy für einen insgesamt hochgekurbelten PUFA-Metabolismus, der beide Seiten betrifft. Das erhöhte Krebsrisiko kommt von der Arachidonsäure-Seite, nicht vom Omega-3.

  • Diätetisches Omega-3 in den Black’schen Studien hingegen kompetitiv verdrängt Omega-6 aus den Zellmembranen und den FADS-Enzymen. EPA konkurriert mit Arachidonsäure um Cyclooxygenase und produziert die weniger entzündlichen 3er- statt 2er-Prostaglandine. Das ist ein pharmakologischer Effekt hoher Zufuhr, nicht ein genetischer.

Es geht um Verhältnis zwischen den beiden Fettfraktionen, so sollte möglichst nahe an dem über hunderttausende Jahre gewohnten liegen.

Der gemeinsame Nenner: Arachidonsäure und PGE2

Beide Studien, die MR-Analyse und die Black’schen Fütterungsexperimente, konvergieren auf exakt denselben biochemischen Endpunkt:

Linolsäure →FADS→ Arachidonsäure →COX→ PGE2 → Entzündung → Tumorprogression

Der Unterschied ist nur, wie man dort hinkommt:

  • Industrielle Omega-6-Öle liefern das Rohmaterial (Linolsäure) im Übermaß. Der FADS-Weg produziert daraus Arachidonsäure, solange Substrat da ist. Bei 30% Kalorien aus Sojaöl ist immer Substrat da.

  • Genetisch hyperaktiver FADS-Weg produziert selbst bei moderater Aufnahme überproportional viel Arachidonsäure. Die Omega-3-Erhöhung ist dabei nur ein Nebeneffekt desselben hochgekurbelten Systems.

  • Genetisch träger FADS-Weg staut Linolsäure an, produziert aber wenig Arachidonsäure — daher der scheinbar protektive Effekt der genetisch hohen Omega-6-Spiegel.

Die epidemiologische Brücke: Was große Human-Studien tatsächlich sagen

Die Nurses‘ Health Study und die Health Professionals Follow-up Study — zwei der größten prospektiven Kohortenstudien der Welt — schlagen die Brücke zwischen MR-Studie und Tiermodell. Die Analyse von Fat Intake and Risk of Skin Cancer in U.S. Adults (Fettaufnahme und Hautkrebsrisiko bei Erwachsenen in den USA) verfolgte 794 Melanom-Fälle, 2.223 SCC-Fälle und über 17.500 BCC-Fälle über fast drei Jahrzehnte:

  • Höhere PUFA-Aufnahme+16% Risiko für Plattenepithelkarzinome (gepoolte HR: 1,16; 95%-KI: 1,05–1,28; P-Trend = 0,001)

  • Höhere Omega-6-Aufnahme → erhöhtes Risiko für SCC, BCC und Melanom

  • Höhere Omega-3-Aufnahme → erhöhtes Risiko für BCC (nicht für SCC oder Melanom)

Die damaligen Schlagzeilen verharmlosten: „Nur bescheidene Assoziationen“, „kein Grund zur Sorge“. Doch 16% höheres Risiko in der höchsten versus niedrigsten Aufnahme-Quintile — und das in einer Population, in der selbst die niedrigste Quintile immer noch weit über dem evolutionär normalen Omega-6-Konsum liegt. Der wahre Effekt im Kontrast zu einer Population, die keine industriellen Samenöle konsumiert, wäre mit Sicherheit deutlich größer. Die NHS/HPFS-Daten zeigen den Unterschied zwischen „viel“ und „sehr viel“ — nicht zwischen „kein“ und „viel“.

Der oxidative Doppelschlag: Wie Samenöle die Haut von innen präparieren

Um zu verstehen, wie es funktioniert, muss man zwei biochemische Grundtatsachen kennen:

Erstens: PUFAs sind chemisch instabil. Die mehrfachen Doppelbindungen machen sie extrem anfällig für Oxidation — besonders bei Hitze, Licht und Sauerstoff. Industrielle Samenöle werden mit Hexan extrahiert, mit Lauge entschleimt, mit Phosphorsäure entsäuert, bei hohen Temperaturen desodoriert und dann mit synthetischen Antioxidantien „stabilisiert“. Was dabei entsteht, sind oxidierte Lipidperoxide, 4-Hydroxynonenal und andere hochtoxische Abbauprodukte — bevor die Flasche überhaupt im Supermarktregal steht.

Zweitens: PUFAs reichern sich in Zellmembranen an. Sie essen nicht nur Fett — Sie bauen es in jede einzelne Zellmembran Ihres Körpers ein. Wenn Ihre Membranen mit oxidationsanfälligen Omega-6-Fetten vollgestopft sind, wird jede UV-Exposition zur Kettenreaktion: Ein Photon trifft eine PUFA-haltige Membran, löst eine Lipidperoxidations-Kaskade aus, die wiederum DNA-Schäden, Entzündungssignale und letztlich Mutationen produziert.

Henderson et al. Influence of omega-3 and omega-6 fatty acid sources on prostaglandin levels in mice (Einfluss von Omega-3- und Omega-6-Fettsäurequellen auf den Prostaglandinspiegel bei Mäusen) demonstrierten den Mechanismus direkt: Plasma-PGE2-Spiegel bei Maisöl-Diät lagen etwa sechsfach höher als bei Menhadenöl-Diät. Haut-PGE2-Spiegel waren etwa 2,5-fach höher. PGE2 ist einer der potentesten proinflammatorischen und tumorpromovierenden Mediatoren, die der menschliche Körper kennt.

Die Saatöl-Lüge: Wie wir dazu gebracht wurden, unsere Zellmembranen zu vergiften

Die Geschichte der Samenöle ist eine Geschichte von Industrie-Interessen und gefälschter Wissenschaft. In den 1960er-Jahren finanzierte die Zuckerindustrie Studien, die gesättigte Fette zum Sündenbock für Herzkrankheiten machten. Ancel Keys‘ „Seven Countries Study“ war methodisch manipuliert: Er wählte nur die Länder aus, die in sein Narrativ passten, und ignorierte jene — wie Frankreich oder die Schweiz —, die hohe Mengen gesättigter Fette aßen und trotzdem niedrige Herzinfarktraten hatten.

Das Ergebnis: Die Lebensmittelindustrie ersetzte Butter, Schmalz und Kokosöl durch billige, industriell verarbeitete Samenöle. Heute machen diese Öle 50–60% der verarbeiteten Lebensmittel aus. Sie stecken in Brot, Keksen, Fertiggerichten, Salatdressings, Babynahrung und selbst in sogenannten „Gesundheitsprodukten“.

Die Folgen für die öffentliche Gesundheit sind katastrophal — und die Hautkrebs-Daten sind nur die Spitze des Eisbergs. Omega-6-vermittelte chronische Entzündungen treiben Fettleibigkeit, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und neurodegenerative Leiden an. Die Haut ist nur das sichtbarste Organ, an dem sich der Schaden manifestiert.

Die Alternative: Warum gesättigte Fette die Antwort sind

Wenn PUFAs das Problem sind, ist die Lösung biochemisch eindeutig: gesättigte Fette. Keine Doppelbindungen, keine Neigung zur Oxidation, keine Lipidperoxidations-Kaskade. Keine Prostaglandin-Explosion nach UV-Exposition. Die Reeve-Experimente mit hydriertem Sonnenblumenöl — null Tumore unter UV-Bestrahlung — sind der ultimative Beweis.

Kokosöl ist dabei der Star:

  • 92% gesättigte Fettsäuren, überwiegend mittelkettige Triglyceride (MCTs), die der Körper direkt als Energie nutzt, statt sie in Membranen einzubauen.

  • Extrem oxidationsstabil — hoher Rauchpunkt, keine toxischen Abbauprodukte beim Erhitzen, jahrelang haltbar ohne synthetische Antioxidantien.

  • Laurinsäure (etwa 50% des Kokosöls) mit antimikrobiellen Eigenschaften, die kein Sojaöl der Welt bieten kann.

Die Ironie ist perfekt: Dieselben Gesundheitsbehörden, die uns vor der „gefährlichen“ Sonne warnen, empfehlen uns Öle, die unsere Hautzellen zu wandelnden Zeitbomben machen, sobald ein UV-Photon auftrifft.

Das Schweigen der Institutionen

Kein einziges dermatologisches Fachgremium erwähnt in seinen Hautkrebs-Präventionsrichtlinien auch nur ein Wort über Nahrungsfette. Keine Krebsgesellschaft informiert die Öffentlichkeit über die Rolle von Omega-6-Fettsäuren in der UV-Karzinogenese. Die American Academy of Dermatology wird großzügig von Pharma- und Kosmetikindustrie gesponsert. Sonnencreme ist ein Multi-Milliarden-Dollar-Markt. Samenöle sind ein Multi-Milliarden-Dollar-Markt.

Die Wahrheit, dass das, was Sie essen, Ihre Hautkrebsempfindlichkeit fundamental beeinflusst, gefährdet beide Geschäftsmodelle gleichzeitig. Kein Wunder also, dass die Forschung von Homer Black, die Reeve-Experimente und die NHS/HPFS-Daten nicht in den Sprechstunden der Dermatologen landen. Die umfassende Analyse auf biologyinsights.com fasst die Mechanismen prägnant zusammen: Samenöle fördern chronische Entzündungen, oxidative Schäden und mitochondriale Dysfunktion — die perfekte biochemische Grundlage für maligne Transformation unter UV-Exposition.

Was tun? Praktische Konsequenzen

Die Beweislage ist klar genug, um zu handeln — auch wenn die perfekte randomisierte kontrollierte Studie, die jeden Aspekt kontrolliert, niemals kommen wird, weil niemand sie finanzieren will:

  1. Samenöle vermeiden. Sojaöl, Maisöl, Sonnenblumenöl, Distelöl, Rapsöl, Traubenkernöl, Reiskeimöl — alles, was industriell extrahiert und desodoriert wurde, gehört nicht in die Küche.

  2. Kochen mit gesättigten Fetten. Kokosöl, Butter, Ghee, Rindertalg, Schweineschmalz — die Fette, mit denen die Menschheit seit Jahrtausenden kocht, bevor die Zivilisationskrankheiten explodierten.

  3. Olivenöl und Avocadoöl sind akzeptable Alternativen für die kalte Küche — niedriger PUFA-Gehalt, aber immer noch anfälliger als gesättigte Fette.

  4. Omega-3-Zufuhr aus echten Lebensmitteln erhöhen. Wild gefangener Fisch (Aquazucht hilft wenig), grasgefüttertes Fleisch, Weideeier — nicht aus industriell verarbeiteten Fischölkapseln, die selbst oft oxidiert sind.

  5. Die Sonne ist nicht der Feind. UV-Strahlung ist ein notwendiger physiologischer Reiz für Vitamin-D-Synthese, Immunmodulation und zirkadiane Rhythmik. Eine Haut, deren Membranen nicht mit oxidationsanfälligen PUFAs vollgestopft sind, kann mit moderater Sonnenexposition umgehen — so wie sie es in der gesamten Menschheitsgeschichte getan hat.

  6. Das Omega-6:3-Verhältnis in der Nahrung ist der dominante modifizierbare Faktor. Die westliche Ernährung hat es von ~1:1 auf ~15:1 verschoben. Das ist der Treiber, den weder die MR-Studie (die Genetik misst) noch die NHS-Daten (die nur Quintilen innerhalb einer bereits entgleisten Population vergleichen) vollständig erfassen.

Die Vorstellung, dass Hautkrebs ausschließlich ein externes Problem sei — verursacht durch Sonne und verhindert durch Sonnencreme — ist wissenschaftlich unhaltbar. Sie ist eine bequeme Vereinfachung, die Milliarden-Industrien schützt.

Meine eigene Erfahrung bestätigt diese Erkenntnisse. 10 Tage Kreta zur Sommersonnenwende, also extrem viel Sonne am südlichsten Punkt Europas völlig ohne Sonnencreme und völlig ohne Saatöle, aber Butter und Olivenöl, haben nicht zu Sonnenbrand geführt. Hautrötungen durch intensive Sonneneinstrahlung und generell strapazierte Hautpartien pflege ich mit einem Hautgel, das bioenergetisch aktives Ubiquinon Q10 (0,6 %) in ultrakleinen Tropfen enthält. Q10 kann durch diese spezielle Struktur intensiver in die Hautschichten vordringen und damit seine schützenden und pflegenden Eigenschaften voll entfalten. Insbesondere wird das Coenzym Q10 von den Kraftwerken der Zelle, den Mitochondrien, benötigt, die allfällige Schäden blitzschnell reparieren können.

Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇

Bild: Strand in Südkreta © pfm

Unsere Arbeit ist spendenfinanziert – wir bitten um Unterstützung.

Folge TKP auf Telegram oder GETTR und abonniere unseren Newsletter.



Sonnencreme verbunden mit erhöhtem Risiko von Hautkrebs

Sonnencreme, Hautkrebs und „die Wissenschaft™“

Der lukrative Feldzug der Dermatologie gegen die Sonne

Schattenseiten der“;Sonne-ist-giftig“-Ideologie: Warum wir das Licht zurückgewinnen müssen

Hohe Sonneneinstrahlung reduziert Todesfälle durch Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Desinformationen zu Hautkrebs – Sonne schützt und schadet nicht

6 Kommentare

  1. Hello 6. Juli 2026 um 21:38 Uhr - Antworten

    „Samenöle vermeide ich seit vielen Jahren.“

    2023 jedenfalls propagierten Sie noch Sonnenblumenöl wegen des hohen Vit E Spiegels, der für Sie wichtig war.

    „Vitamin E wird in Pflanzen mit Hilfe von Sonnenlicht hergestellt. Am meisten finden wir in Weizenkeimöl, gefolgt von roten Palmöl und Sonnenblumenöl. Als Faustregel gilt: je mehr ungesättigte Fettsäuren das Öl enthält, desto mehr Vitamin E.

    Zu Vitamin E zählen mehrere Substanzen. Den Hauptteil machen die Tocopherole aus, gefolgt von den Tocotrienolen und in geringen Maß die Tocomonoenole. Dabei gibt es jeweils noch alpha, beta, delta und gamma Fraktionen. In den Ölen finden sich alle Bestandteile, die vermutlich für die höchste Wirksamkeit sorgen, da unser Organismus ja daran gewöhnt ist.“
    (https://tkp.at/2023/04/19/vitamin-e-oft-unterschaetzt-lebenswichtig-und-ein-jungbrunnen/)

    Den Kommentarbereich dazu gibt es nicht mehr, aber ich kann mich erinnern, dass jemand oder einige vor dem hohen Omega 6 Gehalt warnten und Sie (in meiner Wahrnehmung) ziemlich genervt antworteten, dass für Sie der Vitamin E Gehalt ausschlaggebend ist.

    Die „Wissenschaft“ sagt – wurde das hier nicht schon oft kritisiert? Auch die Ernährungswissenschaft sagt alle paar Jahre etwas anderes. Die Wissenschaft ist der derzeitige Stand der Unwissenheit.

  2. Gautier Blanc 6. Juli 2026 um 20:16 Uhr - Antworten

    «…Wild gefangener Fisch…» («wild» gefangen mit Schleppnetzen und langsam verendend, verm. am besten noch Lachs), Rindertalg und Schweineschmalz aus den Tierfabriken und industriellen Fliessbandschlachthöfen…
    …guten Appetit und schöne Träume.

    Was ist mit Algenöl für Omega-3? Die Fische haben ihr Omega-3 schliesslich auch von dort.

  3. Gabriele 6. Juli 2026 um 19:03 Uhr - Antworten

    Diese Theorie hatte ich auch schon lange… sie scheint tatsächlich zu stimmen.
    Sesamöl wird allerdings auch seit jeher in der asiatischen Küche verwendet, das dürfte in Kleinmengen nicht besonders schädlich sein. Außerdem ist es ideal zum „Ölziehen“.

  4. Sceeneshifter 6. Juli 2026 um 14:17 Uhr - Antworten

    Danke für den ausführlichen Artikel. Das mit der Butter und dem Kokosöl unterschreibe ich vollumfänglisch. Kaltgepreßtes Bio-Kokosöl hat noch den Vorteil, dass es Zecken etc. fernhält.
    Viele Naturheiler und unabhängige Ernährungswissenschaftler behaupten, dass kaltgepreßtes Bio-Leinöl das gesündeste Öl überhaupt ist ( Verhältnis Omega-6 zu Omega-3 = 1 : 4 ).
    Wenn ich davon 1 EL in Müsli einrühre ( keine Erhitzung ), dürfte es doch nicht schaden ? Es dient außerdem zur Herauslösung fettlöslicher Vitamine.

    • Daisy 6. Juli 2026 um 18:01 Uhr - Antworten

      https://www.zentrum-der-gesundheit.de/ernaehrung/lebensmittel/fette-oele-essig/leinoel

      Leinol ist sehr gesund. Ich verwende es gerne zu selbstgemachten Topfenaufstrichen…
      Als Omega 3 Quelle nehme ich allerdings sicherheitshalber Kapseln, esse regelm. Fisch und natürlich verwende ich Olivenöl schon seit vielen Jahren. Kaltgepresstes Olivenöl hat einen niedrigen Rauchpunkt, wird es zu stark erhitzt kann es krebserregend werden. Zum Erhitzen gibt es raffiniertes Olivenöl (Bratolivenöl) oder halt Butterschmalz oder Kokosfett. Kokosfett ist toll. Ich habe damit die Ohrmilben meines geliebten Katers weggebracht..:-)

      Am schlechtesten ist mMn Rapsöl, Sonnenblumenöl und auch Maiskeimöl…Leinôl ist OK, hab ich immer daheim. Muss aber im Kühlschrank bleiben.

  5. Daisy 6. Juli 2026 um 14:16 Uhr - Antworten

    Samenöle sollte man als Biodiesel benützen.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

Aktuelle Beiträge