Tiefschlag gegen Cholesterin-Lüge: Colesterinwerte gestillter Babys

2. Juli 2026von 5,7 Minuten Lesezeit

Eine indische Studie aus dem Jahr 2007, veröffentlicht im renommierten European Journal of Clinical Nutrition, liefert Ergebnisse, die den kardiologischen Mainstream in arge Erklärungsnot bringen müsste — täte er nicht, was er immer tut: unbequeme Daten schlicht ignorieren.

TKP hatte am 29. Juni in einem Artikel über die verwerfliche Praxis von Pharma und Zulassungsbehörden berichtet, die Cholesterinsenker ohne Nachweis einer Wirksamkeit und ohne die verursachten Schäden zu prüfen, für die Verwendung freigeben. Daraufhin machte uns ein Leser auf eine Studie aufmerksam, bei der Cholesterinwerte vergleichen wurden von gestillten Babys gegenüber solchen bei denen zugefüttert wurde. Die Untersuchung von Harit, Faridi und Kollegen verglich die Lipidprofile von 400 gesunden reifgeborenen Säuglingen: 200 wurden ausschließlich gestillt, 200 erhielten Mischnahrung. Die Ergebnisse sind so klar wie unbequem.

Die nackten Zahlen

Die Forscher maßen die Blutfettwerte der Babys mit 14 Wochen und erneut mit 6 Monaten. Was sie fanden:

  • Gesamtcholesterin mit 14 Wochen: 205,27 mg/dl bei gestillten Säuglingen gegenüber 176,55 mg/dl bei gemischt ernährten — eine Differenz von fast 30 mg/dl (P<0,001P < 0,001P<0,001)

  • Gesamtcholesterin mit 6 Monaten: 192,79 vs. 161,05 mg/dl — die Differenz blieb hochsignifikant

  • LDL-Cholesterin und Triglyceride: durchgehend signifikant höher in der Stillgruppe, zu beiden Messzeitpunkten

  • Kopfumfang und Gewicht: in der Stillgruppe signifikant größer — bei vergleichbarem Geburtsgewicht

Die Studie von Harit et al mit dem Titel „Lipid profile of term infants on exclusive breastfeeding and mixed feeding: a comparative study“ (Lipidprofil von Vollzeit-Säuglingen bei ausschließlicher Stillernährung und gemischter Ernährung: eine Vergleichsstudie) wurde 2007 in Nature veröffentlicht. Sie ist methodisch sauber, prospektiv vergleichend, mit adäquater Stichprobengröße und sorgfältiger statistischer Auswertung. Keine Randpublikation, kein Preprint, kein „grauer“ Report — sondern Nature-Verlagsgruppe, peer-reviewed.

Die unbequeme Frage

Wenn Muttermilch — das evolutionär optimierte, biologisch vorgesehene Nahrungsmittel für den menschlichen Säugling — systematisch und signifikant höhere Cholesterinwerte produziert als Formula-Nahrung, was sagt uns das?

Drei mögliche Schlussfolgerungen drängen sich auf, und keine davon gefällt der Statin-Industrie:

  1. Höheres Cholesterin im Säuglingsalter ist physiologisch normal, vielleicht sogar notwendig. Die Natur irrt sich nicht über Jahrmillionen der Evolution. Muttermilch enthält rund 10–20 mg/dl Cholesterin — Formula-Produkte traditionell wenig bis keines. Dass gestillte Babys höhere Serumlipide aufweisen, ist kein Defekt, sondern Design.

  2. Die HDL/LDL-Ratio verbesserte sich in der Stillgruppe signifikant zwischen 14 Wochen und 6 Monaten (P=0,045P = 0,045P=0,045). Der Organismus reguliert also aktiv — das Gesamtcholesterin sinkt, während das Verhältnis günstiger wird. Das ist kein Krankheitsprozess, sondern Reifung.

  3. Wenn die „ideale“ Säuglingsernährung höhere Cholesterinwerte produziert, dann ist die pathologische Interpretation erhöhter Cholesterinwerte grundsätzlich fragwürdig. Vielleicht ist das, was wir als „zu hoch“ definieren, in Wahrheit das normale, gesunde Niveau — und die Interventionsgrenzen wurden so tief angesetzt, dass sie einen künstlichen Markt für Lipidsenker schaffen.

Der Anschluss an die Statin-Kritik

Genau diesen Mechanismus — die Absenkung von Interventionsschwellen ohne belastbaren Wirksamkeitsnachweis, um einen Milliardenmarkt zu erschließen — hat TKP zuletzt in dem Beitrag „Wie ein Cholesterinsenker ohne Nachweis der Wirksamkeit in die Medizin geschmuggelt wurde“ analysiert.

Die Stillstudie von Harit et al. liefert dazu den biologischen Gegenbeweis: Wenn das optimale, natürliche Aufzuchtprogramm des Menschen den Cholesterinspiegel in den ersten Lebensmonaten auf über 200 mg/dl treibt, dann ist die Vorstellung, dasselbe Cholesterin sei ab einem bestimmten Labor-Grenzwert plötzlich ein kardiovaskulärer Risikofaktor, schlicht absurd.

Hier die Auswertung aus der Studie:

 

Die Autoren selbst formulieren vorsichtig — wie es in der akademischen Medizin üblich ist, wenn man nicht verbrannt werden will:

„The high-density lipoprotein cholesterol (HDL-C)/LDL-C significantly improved at 6 months in exclusively breastfed group.“

(„Das Verhältnis von High-Density-Lipoprotein-Cholesterin (HDL-C) zu LDL-C verbesserte sich nach 6 Monaten in der Gruppe der ausschließlich gestillten Säuglinge signifikant.“)

Mehr nicht. Kein Aufschrei, keine Infragestellung der Cholesterin-Hypothese. Aber die Daten stehen im Paper. Jeder kann sie lesen.

Was der Körper wirklich braucht

Cholesterin ist kein Gift. Es ist ein essentieller Baustein:

  • Jede Zellmembran benötigt Cholesterin für Struktur und Fluidität

  • Myelinisierung des Gehirns — die Ummantelung zur Isolierung der Nervenbahnen — läuft im Säuglingsalter auf Hochtouren und ist cholesterinabhängig (das ist ähnlich der Plastikhülle von elektrischen Leitungen)

  • Steroidhormone (Cortisol, Testosteron, Östrogen) werden aus Cholesterin synthetisiert

  • Vitamin D beginnt als Cholesterin-Derivat in der Haut

Dass ein rapide wachsender Organismus mit explodierender Gehirnentwicklung hohe Cholesterinwerte aufweist, ist biologisch vollkommen plausibel.

Die Auswirkungen des Stillens auf die Mutter

Die von Harit und Kollegen dokumentierte positive Korrelation zwischen mütterlichem und kindlichem Cholesterin — allerdings nur in der Mischkostgruppe (r=0,332r = 0,332r=0,332 für Gesamtcholesterin, r=0,223r = 0,223r=0,223 für LDL-C) — ist ein faszinierendes Detail. In der ausschließlichen Stillgruppe fand sich diese Korrelation nicht.

Das deutet darauf hin, dass ausschließliches Stillen eine eigenständige metabolische Programmierung bewirkt, die sich von der bloßen Übertragung mütterlicher Lipidprofile löst. Der kindliche Organismus reguliert autonom — und zwar auf einem höheren Niveau.

Die Studie reiht sich damit in eine lange Forschungstradition. Bereits 1975 zeigten Friedman und Goldberg, dass gestillte Säuglinge höhere Cholesterinwerte aufweisen. Die Bogalusa-Herz-Studie (Farris et al., 1982) bestätigte den Befund. Kallio et al. (1992) dokumentierten den gleichen Effekt im ersten Lebensjahr. Wong et al. (1993) wiesen nach, dass die endogene Cholesterinsynthese bei gestillten Säuglingen niedriger ist — der Körper fährt die Eigenproduktion also herunter, weil ausreichend exogenes Cholesterin aus der Muttermilch zur Verfügung steht. Genau das Gegenteil eines pathologischen Prozesses: Es ist homöostatische Regulation in Reinkultur.

Fazit

Die Studie von Harit, Faridi, Aggarwal und Sharma ist ein klassisches Beispiel für Forschung, die im Mainstream-Diskurs keine Spuren hinterlässt — nicht weil sie schlecht wäre, sondern weil ihre Implikationen zu unbequem sind.

Gestillte Säuglinge haben höhere Cholesterinwerte. Das ist kein Risiko. Das ist Normalfunktion eines gesunden Stoffwechsels. Wer das Gegenteil behauptet, muss erklären, warum die Natur seit Hunderttausenden von Jahren einen „Risikofaktor“ in die Muttermilch packt.

Dass die Statin-Industrie und ihre akademischen Statthalter diese Frage nicht beantworten können — und deshalb lieber nicht stellen —, passt ins Bild einer Medizin, die zunehmend Marktinteressen über biologische Plausibilität stellt. Die Parallelen zu meiner Analyse des „hereingeschmuggelten“ Cholesterinsenkers sind offensichtlich: Wo kein statistisch robuster Wirksamkeitsnachweis existiert, muss die Krankheitsdefinition so lange zurechtgebogen werden, bis die Pillen doch noch in den Markt passen.

Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇

Bild von sam moody auf Pixabay

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5 Kommentare

  1. Waldgaengerin 2. Juli 2026 um 10:22 Uhr - Antworten

    …. und daß die Leute Angst vor Cholesterin bekommen und sich ungesund /falsch ernähren.
    Die größte Lüge ist die der schädlichen Eier. Dabei sind Eier ein Superfood. Und dann gibt es noch die Lüge vom schädlichen Fett. Klar, gemischte, gepanschte Fette sind schlecht, aber Rinderfett und gute Butter sind gesund. Gepanschtes, billiges Öl dagegen ist der Krankmacher schlechthin.

    Man kann ohne Probleme täglich vier bis fünf Eier essen, ich mache das jedenfalls. Aber mir ist meine Gesundheit auch wichtig und ich glaube keinen Medizinlügen.

  2. Patient Null 2. Juli 2026 um 9:55 Uhr - Antworten

    Wahrscheinlich wird das abgehakt unter – das Stillen gesünder ist wussten wir ja. Das Wissenschaftler mittlerweile so ängstlich sind ist bedenkenswert. Cancel Culture? Schade auch das man nicht reine Pulvernahrung mitgetestet hat, evtl auch aus Absicht.

    Hatte ja schonmal geschrieben das die Carnivore Esser unterscheiden zudem zwischen gutem und schlechten LDL. Gut (groß) aus gesättigten ! Fetten und schlecht (klein) aus ungesättigten, also den sogenannten guten Fetten. Die Unterscheidung scheints in der Studie nicht zu geben. Unterscheidet das derzeit überhaupt jemand?

    • Waldgaengerin 2. Juli 2026 um 10:24 Uhr - Antworten

      Nein. Ich habe ein Jahr carni gegessen und das tat mir unheimlich gut – ua. massiver Gewichtsverlust, Reduktion fast aller krankheitsbedingten Symptome. Leider ist vor allen Dingen RindFleisch sehr teuer geworden.
      Es soll wohl dahin gehen daß die Leute sich kein Fleisch mehr leisten können.

  3. Jurgen 2. Juli 2026 um 9:49 Uhr - Antworten

    Tja, am besten gar keine Blutuntersuchungen machen lassen. Spart den KK massenweise Geld ein.

  4. Jakob 2. Juli 2026 um 9:38 Uhr - Antworten

    Geh Hr. Dr. Mayer.
    Sie habens noch immer nicht geschnallt.

    Die Natur muss von Experten, wissenschaftlich ausgebildeten Fachkräften und den allumfänglich informierten Politikern und den für unser Wohlbefinden eingesetzten Beamten (Gesundheitswesen, NormenErfindern, VorschriftenBeauftragten) verbessert werden.
    Sonst wären die dafür bereitgestellten Milliarden doch umsonst, oder?
    …….
    Danke, dass immer wieder derartige Studien gemacht werden, auch gegen die LobbyMächte und für die Veröffentlichung dieser.

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