
Österreich: Psychopharmaka-Epidemie unter Kindern
„Alkohol oder Psychopharmaka“ – das waren laut Ex-Kanzler Karl Nehammer die einzigen Auswege, die er der Bevölkerung während der Corona-Zeit anbot. Bei Kindern und Jugendlichen hat man sich offenbar für Letzteres entschieden: Allein von 2024 auf 2025 stieg die Zahl der Psychopharmaka-Verschreibungen um mehr als 10 Prozent. Gegenüber 2019 erhöhte sich die Zahl sogar um 61 Prozent.
Eine parlamentarische Anfrage an das Gesundheitsministerium liefert schockierende Zahlen: Im Jahr 2025 erhielten rund 36.100 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren in Österreich mindestens einmal Psychopharmaka auf Kosten der gesetzlichen Krankenversicherung verschrieben. Das sind 3.500 mehr als im Vorjahr (32.600 im Jahr 2024).
Besonders die Verschreibung von Psychostimulanzien wegen ADHS (TKP hat hier ausführlich und kritisch über diese Diagnose berichtet) steigt weiter an: von 14.000 auf 17.800 Patienten. Auch die Anzahl der abgegebenen Packungen explodierte von 111.600 auf 143.000. Diese Daten stammen aus der Beantwortung der parlamentarischen Anfrage 6020/J des FPÖ-Abgeordneten Sebastian Schwaighofer durch Gesundheitsministerin Korinna Schumann (SPÖ). Die FPÖ sieht darin die direkte und langfristige Folge der Corona-Politik.
In einer scharfen Presseaussendung bezeichnete Schwaighofer die Entwicklung als „schockierenden Beweis“, dass eine ganze junge Generation „psychisch krank gemacht“ wurde. „Zuerst hat man unsere Kinder und Jugendlichen mit Lockdowns, Schulschließungen und Maskenzwang psychisch krank gemacht, und jetzt stellt man sie mit einer Flut an Psychopharmaka ruhig“, so der Abgeordnete.
Er warf der Ministerin vor, sich in „Ausreden“ wie Klimawandel, soziale Medien, Inflation oder internationale Krisen zu flüchten, statt die eigenen Maßnahmen als Ursache zu benennen. Besonders kritisch sieht Schwaighofer den Anstieg bei Schlaf- und Beruhigungsmitteln sowie die insgesamt steigenden Verordnungszahlen trotz unvollständiger Daten. Er forderte eine sofortige, unabhängige und umfassende Corona-Aufarbeitung, den massiven Ausbau nicht-medikamentöser Therapien und eine Politik, die den Schutz der eigenen Bevölkerung wieder in den Mittelpunkt stellt.
Die offiziellen Zahlen im Detail
Die Antwort des Sozialministeriums enthält detaillierte Tabellen zur ambulanten Versorgung (Spitalsbehandlungen sind nicht erfasst). Wichtig: Viele günstige Psychopharmaka unter der Rezeptgebühr werden nur bei Rezeptgebührenbefreiung abgerechnet – die tatsächlichen Zahlen liegen daher höher.
Anzahl Patienten mit mindestens einer Psychopharmaka-Verordnung (in Tsd., gerundet)
| Substanzgruppe | 2024 | 2025 | Veränderung |
| Psychopharmaka gesamt | 32,6 | 36,1 | +11 % |
| Antipsychotika (N05A) | 8,2 | 9,0 | +10 % |
| Anxiolytika (N05B) | 5,0 | 4,7 | –6 % |
| Hypnotika/Sedativa (N05C) | 1,6 | 2,0 | +25 % |
| Antidepressiva (N06A) | 12,4 | 12,4 | stabil |
| Psychostimulanzien (N06B) | 14,0 | 17,8 | +27 % |
Anzahl abgegebener Packungen (in Tsd., gerundet)
- Psychopharmaka gesamt: 245,4 (2024) → 285,8 (2025)
- Psychostimulanzien: 111,6 → 143,0 (+28 %)
Die FPÖ verweist auf einen Anstieg von 61 Prozent gegenüber 2019 (basierend auf früheren Anfragebeantwortungen).
Das Sozialministerium betont, dass die Daten nur ein eingeschränktes Bild liefern. Anstiege hätten bereits vor der Pandemie begonnen. Ursächliche Zusammenhänge mit den Corona-Maßnahmen ließen sich aus den vorliegenden Zahlen nicht ziehen. Als weitere Faktoren nennt das Ministerium:
- gestiegenes gesellschaftliches Bewusstsein für psychische Erkrankungen
- geringere Stigmatisierung
- besserer Zugang zu psychiatrischer Versorgung
- anhaltende Belastungen durch Kriege, Inflation, Klimasorgen und intensive Social-Media-Nutzung
Eine ganze Generation unter Medikamenten?
Auch die FPÖ-Erklärung greift zu kurz, denn schon vor 2020 wurde die jüngere Generation zunehmend auf Medikamente eingestellt. Allerdings stiegen während der Pandemiejahre die Verschreibungen von Antidepressiva und anderen Psychopharmaka bei Kindern und Jugendlichen in mehreren Ländern deutlich an. In Österreich setzte der Trend früher ein und verstärkte sich seither weiter.
Nicht übersehen werden sollte auch das Zusammenspiel zwischen Pharmaindustrie und Gesundheitssystem sowie die politische Agenda. Einerseits sind die Präparate ein lukratives Geschäft. Für viele Ärzte ist die Vergabe von Psychopharmaka eine schnelle und unkomplizierte Lösung – und oft auch ein wirtschaftliches Interesse. Gleichzeitig scheint es der Politik und dem Bildungssystem nicht zu stören, wenn Kinder und Jugendliche medikamentös ruhiggestellt werden. Die teilweise dramatischen Langzeitfolgen dieser Behandlungen werden weitgehend ignoriert.
Bild „Antidepressiva“ by focal5 is licensed under CC BY-NC 2.0.
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ADHD-Explosion: Was wirklich passiert ist – Diagnoseflut statt Gehirnepidemie
Als wäre die Belastung der Schülerinnen in der Schule durch Ganztagsschulen bis 15.30 oder länger, und die Errichtung der WLAN- Router in allen Klassen, noch nicht genug, so hat man sie zusätzlich ab 2020 durch Lockdowns und ständiger Angstpresse mit schier unlösbaren Problemen allein gelassen!
Besonders schlimm war in der „Coronakrise“, dass die Schülerinnen zu den Staubmasken genötigt wurden, ohne zu wissen, was Viren wirklich sind, oder weshalb man sich impfen lassen sollte.
Bei der Messung von O2 habe ich bei manchen Schüler*innen nur noch einen Wert von 70% gemessen. Wen hat es interessiert, wie es den armen Lernenden geht? Völlig überfordert mit etwas, das auch ihre Eltern überfordert hat. Eine Welt, die ihnen keine Sicherheiten oder Freiheiten gelassen hat – und all das, ohne logische Erklärung und der Angst vor der Zukunft!
Medikamente wie Ritalin haben enorme Nebenwirkungen: Symptome wie Schlaflosigkeit, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Gewichtsabnahme können auftreten, was Eltern und Kinder wiederum belasten könnte!
Was Kindern und Jugendlichen wirklich fehlt sind keine Medikamente, die in ihrem Gehirn Dopamin, Serotonin und Noradrenalin ansteigen lassen, sondern Eltern und eine Lehrerschaft, sowie eine konstruktive, weitsichtige Politik, die sich ehrlich und empathisch für sie und ihre berechtigten Ängste und Sorgen interessiert! Probleme die alle betreffen, sollten auch gemeinsam erkannt und gelöst werden.
Ja, ein paar Pülverchen schlucken, und schon hält man das tägliche Mobbing in der Schule besser aus…
Den Mobbern geht es gut, die brauchen nichts.
Wenn die Familie den Bach runtergeht, täglich mit Krieg gedroht und die digitale Verblödung noch gefördert wird. Wenn ein Kindergehirn damit nicht mehr zurechtkommt – einfach was schlucken….ebenso nützlich für renitente Ehefrauen und Mütter, die nicht mehr alles mitmachen, z. B. ihre Kinder nicht „impfen“ lassen wollen.
Die bunten „Little Helpers“ für alle – wie sie seinerzeit aus den USA kamen und bejubelt wurden.
„Besonders die Verschreibung von Psychostimulanzien wegen ADHS … steigt weiter an“
„ADHS“ („Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung“) ist die unfreiwillige Entwicklungsreaktion der Kinder auf die fehlende Zuwendung bzw. das fehlende Einfühlungsvermögen im Säuglings- und Kleinkindalter durch eine gestresste Elterngeneration, die bereits selbst so aufgewachsen ist, verschärft durch die technischen „Errungenschaften“ wie Smartphones etc. In der „Corona-Zeit“ ist das noch verschlimmert worden, insbesondere für bereits ältere, eh schon geschädigte Kinder im Schulalter.
„Gestiegenes gesellschaftliches Bewusstsein für psychische Erkrankungen, geringere Stigmatisierung,
besserer Zugang zu psychiatrischer Versorgung“ ändern daran wenig, nicht nur, weil die Kosten dafür explodieren, sondern weil „unsere“ Gesellschaft(en) so beschaffen ist (sind), dass die Probleme immer umfangreicher, die Betroffenen immer zahlreicher werden.
Daran werden alle Politiker/-innen scheitern, auch wenn sie das Blaue vom Himmel herunter versprechen, weil sie diese gesellschaftlichen Umstände nicht in Frage stellen, sondern verteidigen. Diese Gesellschaft und die zugrundeliegenden wirtschaftlichen Strukturen gleichen einem Ozeandampfer, dessen Richtung nur schwer zu ändern ist. Arme Kinder, auch wenn sie noch so verwöhnt und angehimmelt werden, was kein Ersatz für geduldige Zuwendung ist. Auch und als Folge davon werden auch die Geburtenraten weiter sinken, Xenophobie wird immer absurder …
Die Aussage im Titel stammt von Karl Nehammer, nicht Sebastian Kurz.