Wenn EU-Spieler für Marokko gewinnen und Randale in Den Haag folgen

30. Juni 2026von 2,3 Minuten Lesezeit

Die marokkanische Nationalmannschaft, bei der fast alle Spieler in der EU geboren sind, hat die Niederlande aus dem Turnier geworfen. Danach kam es in den Niederlanden zu Krawallen – verursacht von Marokkanern.

Marokko hat die Niederlande im Achtelfinale der WM 2026 im Elfmeterschießen ausgeschaltet. Das Spiel endete nach 120 Minuten unentschieden, im Elfmeterschießen setzte sich die nordafrikanische Mannschaft durch. Wobei: Ist Marokko wirklich eine nordafrikanische Mannschaft?

Marokkos Mannschaft steht wie kaum eine andere für die EU. Fast alle Spieler sind in der EU (Frankreich, den Niederlanden, Spanien oder Belgien) geboren und dort sportlich ausgebildet worden. Sie sind meist zweite oder dritte Generation von Zuwanderern und besitzen fast alle einen EU-Pass. Dennoch blieben die Spieler ihren Wurzeln treu: Statt säkular-liberal sind viele gläubig-muslimisch und spielen lieber für Marokko als für eine europäische Nationalmannschaft.

Wie bei fast jeder WM gibt es auch diesmal spontane Feiern von Fußballfans. Allerdings blieb es in Casablanca oder Marrakesch relativ ruhig. Das Spiel wurde um 3 Uhr MESZ angepfiffen. Am frühen Morgen jubelten die Fans in Marokko – aber nicht nur dort.

Direkt nach Abpfiff kam es in mehreren niederländischen Städten zu spontanen Feiern marokkanischer Fans. In Amsterdam, Utrecht und vor allem in Den Haag zogen Hunderte Menschen auf die Straßen. Autos hupten, Fans jubelten und feierten ausgelassen – und das ausgerechnet in dem Land, das sie gerade aus dem Turnier geworfen hatten

.In Den Haag, wo besonders viele marokkanische Einwanderer leben (mehr als 6 Prozent der Bewohner sind marokkanischer Herkunft), eskalierten die Feiern. Es kam zu Zusammenstößen mit der Polizei. Beamte wurden mit Steinen und Feuerwerkskörpern beworfen, Straßen wurden blockiert und der Verkehr behindert. Die Einsatzkräfte setzten einen Wasserwerfer ein und nahmen 13 Personen fest.

In Schilderswijk tanzten Fans mit marokkanischen Flaggen auf den Straßen, Autohupen ertönten und Feuerwerk wurde gezündet. Mehrere Hundert Anhänger versammelten sich an einer belebten Kreuzung, kickten Bälle in die Luft, feierten mit vorbeifahrenden Autofahrern und kletterten teilweise auf Autos.

In Marokko selbst gab es keine Krawalle.

Eine Mannschaft mit überwiegend europäischen Pässen, die unter marokkanischer Flagge die Niederlande aus dem Turnier kickt – und deren Anhänger anschließend in Den Haag und Amsterdam die Straßen unsicher machen. Der Fußball von heute schreibt manchmal bizarre Geschichten.

. Eine junge rechte Künstlerin aus den Niederlanden kommentierte am Dienstagmorgen: „Ich erwarte, dass der durchschnittliche Niederländer nach diesem Spiel deutlich mehr Verständnis für ICE [die US-Abschiebebehörde, Anm.] haben wird.“

Bild „Chefchaouen, Morocco. 2018.“ by Boris Thaser is licensed under CC BY 2.0.

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4 Kommentare

  1. VerarmterAdel 30. Juni 2026 um 15:43 Uhr - Antworten

    Sie hassen uns, und das ist gewollt. Wir sollen uns gegenseitig abschlachten, damit die Psychopathen im Hintergrund die Welt ganz für sich alleine haben.

    YT-Video: „Sunday livestream 28 June 2026“ (ab Minute 4)

  2. Varus 30. Juni 2026 um 15:32 Uhr - Antworten

    In Marokko selbst gab es keine Krawalle.

    Vielleicht wollten Marokkaner in Westeuropa zeigen, wie sehr sie hiesige Dekadenz verachten?

    blieben die Spieler ihren Wurzeln treu: Statt säkular-liberal sind viele gläubig-muslimisch und spielen lieber für Marokko als für eine europäische Nationalmannschaft.

    Wie TKP heute im anderen Artikel schrieb, in Österreich redet man von Fußballenden:innen (m/w/d/x) – und Niederländende:innen sind noch schiefer gewickelt.

  3. cwsuisse 30. Juni 2026 um 14:32 Uhr - Antworten

    Ohne Nationalbewusstsein keine Siege. Regenbogenbändchen sind kontraproduktiv.

    • Konrad Kugler 30. Juni 2026 um 14:52 Uhr - Antworten

      Ein Volk ohne Vision geht zugrunde. Dorothee Sölle

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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