
Die stillgelegte Werkbank: Wie Deutschland sich selbst von der Zukunft abschneidet
Eine Zahl von McKinsey legt offen, wie weit sich das einstige Erfinderland von seiner industriellen Substanz entfernt hat, auch wenn einige Daten die in Medien behauptet wurden, bei der Recherche nicht 100% bestätigt werden konnten. Hier das Ergebnis.
Es gibt Kennzahlen, die eine wirtschaftspolitische Debatte zusammenfassen, ohne dass es weiterer Erklärung bedürfte. Die aktuelle McKinsey-Studie „Produktivität. Neu gedacht.“ liefert eine solche Zahl: Die produktiven Nettoinvestitionen in Deutschland – also jene Investitionen, die über den reinen Erhalt vorhandener Substanz hinausgehen – sind 2024 auf nur noch 0,2 Prozent der Wirtschaftsleistung gefallen. Noch 2019 lag dieser Wert bei rund 2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.
Damit ist eine vielfach kursierende Version dieser Zahl zu korrigieren: In sozialen Netzwerken wird der Einbruch häufig auf die Finanzkrise von 2008 zurückdatiert. McKinsey selbst benennt jedoch den Zeitraum seit 2019 als Ausgangspunkt des Absturzes – ein Zeitfenster von nur fünf Jahren, in dem die deutsche Investitionsquote um den Faktor zehn eingebrochen ist. Das ändert nichts an der Dramatik des Befunds, präzisiert aber die Diagnose: Es handelt sich nicht um einen langsamen, anderthalb Jahrzehnte währenden Niedergang, sondern um einen sehr jungen, sehr steilen Absturz.
Woher der Kostenabstand kommt
Die McKinsey-Analyse macht die Ursache nicht an mangelndem Investitionswillen der Unternehmen fest, sondern an strukturellen Kostennachteilen des Standorts.
Je nach Branche liegen die Produktionskosten in Deutschland 35 bis 50 Prozent über dem Niveau des jeweils wettbewerbsfähigsten Standorts weltweit – bei energieintensiven Vorprodukten wie Flachstahl oder Polyethylen fällt die Differenz noch größer aus.
Die Studie beziffert die Bestandteile dieser Lücke konkret:
- Baukosten in Deutschland liegen bis zu doppelt so hoch wie in China,
- Lohnkosten rund fünfmal so hoch, und
- Energiekosten drei- bis viermal so hoch wie in den jeweils günstigsten Regionen der USA, Chinas oder Europas.
- Hinzu kommt ein zweiter, strukturell ebenso bedeutsamer Befund: Zwischen 2011 und 2023 ist die Zahl der Patentanmeldungen in Deutschland um 13 Prozent gesunken – in China im selben Zeitraum um 311 Prozent gestiegen.
Bei den weltweit größten Unternehmen entfallen auf deutsche Firmen in den globalen Wachstumsfeldern von morgen heute nur noch 6 Prozent des dort erzielten Umsatzes, ein Drittel des chinesischen Anteils.
Die Automobilindustrie als Brennglas
Was diese Zahlen in der Praxis bedeuten, zeigt sich am deutlichsten in der Automobilindustrie, die seit Jahrzehnten als industrieller Kern des Landes gilt. Eine gesonderte McKinsey-Untersuchung zur europäischen Autoindustrie beziffert das bis 2035 auf dem Spiel stehende Wertschöpfungsvolumen auf bis zu 440 Milliarden Euro – ein Drittel der gesamten Branchenwertschöpfung. Chinesische Anbieter bieten der Studie zufolge Kostenvorteile zwischen 20 und 30 Prozent gegenüber europäischer Produktion, in einzelnen Industrien sogar bis zu 50 Prozent, und dringen damit zunehmend in die Kernmärkte europäischer Hersteller vor. Wobei sich die Arbeitskosten nicht direkt vergleichen lassen, da die Lebenshaltungskosten und staatlichen Leistungen der Länder unterschiedlich sind.
Die in viralen Zusammenfassungen kursierenden Detailzahlen – etwa ein dreifach bis vierfach höherer Entwicklungsaufwand für eine neue Elektroauto-Plattform oder ein exakter Vergleichswert für Löhne und Produktivität in der deutschen Autoindustrie gegenüber China – ließen sich in den öffentlich zugänglichen McKinsey-Publikationen nicht eins zu eins verifizieren. Die Tendenz, die sie behaupten, deckt sich jedoch mit der dokumentierten Kostenstruktur: höhere Lohnkosten, die nicht durch höhere Produktivität ausgeglichen werden, gelten in der McKinsey-Analyse als einer der zentralen Treiber des Wettbewerbsnachteils.
Wenige Champions, viele Zuschauer
Ein weiterer Teil der Studie relativiert das Bild, ohne es zu entkräften. Unter rund 16.200 untersuchten deutschen Unternehmen haben gerade einmal 29 Firmen – 0,2 Prozent der Stichprobe – fast die Hälfte des gesamten Produktivitätswachstums zwischen 2019 und 2023 erwirtschaftet. McKinsey-Partner Fabian Billing beschreibt die Lage so, dass Zurückhaltung die teuerste aller verfügbaren Strategien sei und der Handlungsspielraum größer ausfalle, als es die gegenwärtige Debatte vermuten lasse.
Die Verantwortung wird dabei nicht einseitig auf die Politik abgewälzt. In Befragungen unter Spitzenmanagern nennen 29 Prozent die eigene Unternehmenskultur und mangelnde Veränderungsbereitschaft als größtes Wachstumshemmnis – exakt so viele wie Bürokratie und Regulierung. Über 70 Prozent der großen Unternehmen setzen mittlerweile auf Künstliche Intelligenz, doch nur rund 6 Prozent schöpfen das wirtschaftliche Potenzial nach eigener Einschätzung tatsächlich aus.
Was eine Trendwende kosten würde
In einer früheren, breiter angelegten McKinsey-Studie zur „Wachstumswende“ wird beziffert, was eine Umkehr verlangen würde:
zusätzliche Investitionen von 330 Milliarden Euro pro Jahr, umgerechnet 8 Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts, zusätzlich zu den bereits jährlich investierten rund 950 Milliarden Euro. Also in etwa, was die Politik als „Sondervermögen“ für die Aufrüstung vorgesehen hat.
Die vergangenen fünf Jahre gelten der Studie zufolge als die wachstumsschwächsten der gesamten Geschichte der Bundesrepublik. Befragt, ob die wirtschaftliche Erneuerung Deutschlands auf einem guten Weg sei, antworteten lediglich 2 Prozent der befragten Vorstände mit Ja.
Auch der bürokratische Faktor ist beziffert: Überregulierung kostet Deutschland nach McKinsey-Schätzung jährlich 146 Milliarden Euro an Wirtschaftsleistung – ein Betrag in einer Größenordnung, die fast die Hälfte des für eine Trendwende veranschlagten Zusatzinvestitionsbedarfs ausmachen würde.
Zusammenfassung
Der Befund von 0,2 Prozent Nettoinvestitionsquote ist real, dokumentiert und ungewöhnlich eindeutig – er beschreibt jedoch eine Entwicklung der vergangenen fünf, nicht der vergangenen sechzehn Jahre. Das macht die Lage nicht weniger ernst, sondern präziser benennbar:
Deutschland hat in kurzer Zeit einen erheblichen Teil seiner Investitionsdynamik verloren, während Wettbewerber wie China ihre Investitionsquote auf einem Vielfachen des deutschen Niveaus halten.
VW, Mercedes oder Bosch sind in diesem Licht weniger Einzelfälle als sichtbare Symptome eines strukturellen Kostenproblems, das sich durch nahezu alle exportstarken Branchen des Landes zieht.
Bild: Wikipedia
Unsere Arbeit ist spendenfinanziert – wir bitten um Unterstützung.
Folge TKP auf Telegram oder GETTR und abonniere unseren Newsletter.
Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇
Deutschland wieder Lieferant von Tod und Verderben?
US-Kontrolle über Deutschland: Morgenthau-Plan für Bevölkerungsaustausch und Deindustrialisierung
Nach dem Abwürgen der Industrie und des Handwerks durch die Alliierten aufgrund der Abwicklung des Bund inkl. allen deutschen Regelwerken und inkl. allen deutschen Handelsregistern, müsste eigentlich jedem klar sein, dass man aufhören sollte für die alliiert kontrollierten (angeblich noch deutschen) Großunternehmen zu arbeiten, um sich auf sich selbst zu besinnen, autark zu werden und möglichst viel Wissen zu bewahren für einen lokalen Neuanfang nach dem Ende des Bund (ab 2033).
Deutschland ist nun einmal fast Geschichte und das ist gut so! Große Reiche erzeugen keinen Mehrwert, sondern beschleunigen nur einen Niedergang; sind anfällig für äußere Einmischungen aufgrund der geringen Personenzahl in den Schaltstellen der Macht.
Kleiner Einwand: Große Reiche beschleunigen nicht nur den Niedergang – sie sind eher ein Zeichen und Merkmal des Selben.
Kann man durchaus so sehen. Bankenfusion passiert ja auch nur kurz vor einer Insolvenz…
Dieser Trend ist leider auch in anderen Bereichen sichtbar derselbe:
Ich hatte die letzten Monate mit für mich neuer Software zu tun, in D entwickelt und von dort vertrieben. Schnell wurde klar, dass dieses Produkt absolut unausgereift ist und Fehler produziert, die digitale Audio-Technik grundlegend schon zu Zeiten des DAT-Recorders (also in den 90ern) behoben hatte.
Das alleine wäre schon schlimm genug, aber es gibt keine praktikablen Alternativen und es wird auch nicht bemerkt, dass die Performance unzureichend ist – weder von den Herstellern noch den Anwendern. Ist halt so. Worüber regst dich so auf….? Vielmehr wurde mir vom Hersteller erklärt, ich sei der Fehler, weil ich nicht a), b) und c) mache – wobei ich alles davon natürlich kenne, weil ich es vor 25 Jahren mit meiner Software auch noch aus guten Gründen tun musste, weil damals das Problem erst auftauchte, das nun aber seit 20 Jahren – zumindest bei meinem Hersteller – gelöst und automatisiert integriert ist.
Es geht dabei also nicht nur um industrielle Produktion und Patente, das gesamte Denken trudelt ins Bodenlose, mit ihr jedwedes Bewusstsein für Qualität und Funktionalität. Der gesamte Anspruch an sich selbst ist gesunken – der Werbetext (der Überlegenheit der eigenen Produkte) geblieben oder gewachsen.
Ich fürchte das geht so tief, dass es schon bei der Kindererziehung anfängt und die „Wirtschaftspolitik“ und Verschwörungen kommen noch oben drauf.
Qualität wurde durch Just-in-Time bei der Fertigung und Scrum-Methodik bei der Entwicklung massiv abgewürgt und stand im englischen Spachraum eh nie im Vordergrund (übrigens auch im chinesischen nicht). Bei den Amerikanern testet immer der Kunde. Nur die Japaner können immer (noch) Qualität, aber die Fiatfinanz wird in Japan zuerst crashen und dann wird das weltweit abstürzen und die Börsen mitreißen. Nur werthaltige Sachwerte überleben das.
Das Kostenproblem ist nicht von der Hand zu weisen. Das Kostenproblem heisst namendlich „Green Deal“ und ist die Politik bpn Uschi von der Leyen.
Gleichzeitiger Kohle- und Atomausstieg kommen dazu.
Es geht aber weiter in den Bereich der politischen Steuerung von Industrie, wo man der aufkeimenden Solarbranche erlaubt hat, sich mit Subventionen in die Pleite abzusetzen. Wo man international nachgefragte Topmotoren durch Überregulierung verhindert hat. Wo man eine billige Elektrokarre durch Hifi-Sound und Gängelung aufgemotzt und zum Preis eines Verbrenners kalkuliert hat.
Dazu kommt die Erosion der Grundrechte, auf Arbeit, Eigentum und ein faires Verfahren – ohne echte Evidenz. Plus dubiose Existenzen, die plötzlich im Fernsehen Staatsziele definieren dürfen. Plus willkürliche Kündigung von Konten. Plus willkürliche Finanz.
Gute Leute sind dann mal weg.
Und jetzt die drastische Erhöhung der Schulden samt Kriegskeynesianismus – obwohl ein Krieg aus Energiemangel ungewinnbar scheint. In solchen Zeiten gedeiht nur Protektorismus. Gesundschrumpfen ist das nicht.
Hooton-Plan: Wie lasse ich ein Volk verschwinden? Masseneinwanderung und Vermischung.
Morgenthau-Plan: Brd wird Agrarstaat ohne Militär.- (Gut, für den show-Krieg gegen Ru macht man bezügl. des Militärs eine Ausnahme.)
Kaufmann-Plan: Sterilisierung aller Deutschen. Das wäre zu öffentlich gewesen und hätte zuviel Aufmerksamkeit hervorgerufen, deshalb hat man davon Abstand genommen.
Die Massenmigration und der Morgenthau-Plan alleine reichen schon aus. Man darf auch nicht vergessen wie überbevölkert die brd ist. In engen Käfigen ist kein Tier mehr erfinderisch oder fruchtbar. Die Leute empfinden das Leben in der brd als Freiluftgefängnis – das Größte der Welt.
Die Frage, warum sie sich nicht wehren, kann leider von mir nicht beantwortet werden.
Deshalb kann man so generell zu Artikeln wie dem obigen nicht viel schreiben. Aber ganz klar ist – auch China wird das lernen müssen – daß kein Wachstum unendlich ist. Auch Wirtschaftswachstum nicht.
Grund-Frage: Warum soll man für die brd oder die „Rothschilds“ oder sonst irgend einen Elite-Hansel etwas erfinden? Ist doch unsinnig. Die gesamte Brd als öffentliches Freiluftgefängnis / Irrenanstalt ist so surreal geworden, daß sich die Frage nach investitionen von alleine erledigt.
Volle Zustimmung!
Nur, ich erlaube mir zu zitieren:
„Die Frage, warum sie sich nicht wehren, kann leider von mir nicht beantwortet werden.“
Ich finde, genau das ist die Kernfrage! Dieses ewige „Was soll man denn machen?“-Gelaber, wenn man auf den Irrsinn hinweist, geht mir unendlich auf die Nerven … 😩 Wie wäre es zunächst einmal damit, endlich einmal den Mund aufzumachen und (zumindest den unsinnigsten Quatsch) nicht mehr mitzumachen? Aber, auch hier war Corona tatsächlich so eine Krönung, wo die meisten Leute sich derart klischeehaft verhalten haben, dass mir das Bild des täppischen „Michels“, mit Zipfelmütze einfach nicht aus dem Kopf wollte. Eigentlich bin ich in einem Alter, wo das nicht mehr so leicht ist, aber hier war ich wirklich enttäuscht – von den meisten.
„Ich finde, genau das ist die Kernfrage! Dieses ewige „Was soll man denn machen?“-Gelaber, wenn man auf den Irrsinn hinweist, geht mir unendlich auf die Nerven … 😩 Wie wäre es zunächst einmal damit, endlich einmal den Mund aufzumachen und (zumindest den unsinnigsten Quatsch) nicht mehr mitzumachen? “
Ja, es wäre so einfach.
Mir geht das schon 15 Jahre auf die Nerven, das ewiggleiche Gejammer.
Die Standortnachteile wären nicht das Problem und ein Vergleich der Lohnkosten mit einem aufstrebenden Dritte-Welt-Land das m.W. immer noch mit EU-Fördergeldern gestützt wird mit einem eigenen Riesenmarkt is unfair.
Damit wären die Deutschen klargekommen, soviel Kreativität und Leistungsbereitschaft war zumindest in der Vergangenheit vorhanden um hiermit – im Europäischen Vergleich – einigermaßen mithalten zu können und z.B. durch Verlagerungen lohnintensiver Arbeiten nach Osteuropa trotzdem wirtschaftlich gut dastehen zu können.
Was sich nicht ausgeht und absolut desaströs ist die die offensichtlich bewusste Zerstörung des Industriekerns Deutschlands – und damit auch Europas – durch das anglo-zionistische Finanzkapital mit ihrer Vielzahl von Vektoren, sei es C02-Lüge, Klimalüge / Klimaideologie mit ihrer Zerstörung von billigen und stabilen Energiequellen durch Aufbau von Russland als Feindbild, und dem zügellosen Abfluss von Steuergeldern in eines der korruptesten Länder Europas zur Befeuerung des US-Amerikanischen Stellvertreterkriegs gegen Russland. Das auch noch in die EU aufgenommen werden soll – ein Todesurteil für die EU, als hätte es dieses noch gebraucht. Alles diese wird durch gekaperte „linksgrünwoke“ Koalationsparteien, zentral koordiniert durch ungewählte Bürokraten in Brüssel gnadenlos gegen die Interessen ihrer eigenen Bevölkerungen durchgesetzt. Zur massiven Beschleunigung des Untergangsprozesses tragen die weiter geleugneten massiven Gesundheitsschäden, Toten und Behinderten in den Bevölkerungen durch die rein politisch durchgesetzte toxische, als Impfung getarnte Genspritze und die bewusst herbeigeführte Destablisierung der öffentlichen Sicherheitssituation durch extern gesteuerte, von der Politik unterstützte, extern gesteuerte Massenimmigration und unausweichlicher Kollaps der Sozialsysteme bei.
In diesem Umfeld verbietet sich jegliche Investiton in „Schland“, sei es durch Industrie- oder natürlich auch durch privates Kapital.
Leider.
Da die Amis in De investiert sind, schneiden die sich ins eigene Fleisch. Es sei denn, man meint, den Staat durch Plattformkapitalismus ersetzen zu können! Aber das geht nur gut bis zum ersten Blackout!