Massensterben bei Geflügel und Schweinen in Industriebetrieben

1. Juli 2026von 2,2 Minuten Lesezeit

Französische Behörden sind mit dem massiven Anstieg toter Schweine und Geflügel überfordert. In industriellen Großbetrieben verenden die Tiere derzeit reihenweise wegen der extremen Hitze.

Die industrielle Landwirtschaft zeigt hier ihr brutales Gesicht: In den Anlagen, in denen Tausende Tiere auf engstem Raum zusammengepfercht sind, wird die Sommerhitze zum tödlichen Problem. Besonders hart getroffen ist die Bretagne. Die Behörden sind mit der Entsorgung der toten Tiere überfordert und haben deshalb Ausnahmegenehmigungen erteilt, damit Landwirte ihre Kadaver selbst vor Ort vergraben dürfen.

Die DRAAF Bretagne (Direction régionale de l’alimentation, de l’agriculture et de la forêt) hat ein spezielles Verfahren eingerichtet: Landwirte müssen eine massenhafte Tiersterblichkeit online deklarieren, um eine Genehmigung zur Einbettung zu erhalten. Die Kapazitäten der normalen Kadaverentsorgung sind derzeit komplett überlastet.

Ein besonders dramatisches Beispiel kommt aus den Côtes-d’Armor: In einem Betrieb mit 30.000 bis 40.000 Masthühnern starben in einer einzigen Nacht bis zu 10.000 Tiere.Französische Behörden und Medien verweisen schnell auf Klima und Hitze. Der Klimawandel habe die Tiere getötet, heißt es. Tatsächlich liegt das Problem jedoch nicht am „menschengemachten Klimawandel“, sondern an den menschengemachten Belüftungssystemen in den industriellen Anlagen, die man kaum noch als „Stall“ bezeichnen kann. Landwirte berichten von einem psychischen Schock, wenn sie morgens Tausende tote Tiere vorfinden, wie die französische Presse schreibt.

Auch bei Schweinen gibt es erhöhte Mortalität, weshalb die Ausnahmegenehmigungen ausdrücklich für Geflügel und Schweine gelten. Bei Rindern steht weniger die direkte Sterblichkeit im Vordergrund, sondern starker Hitzestress: Viele Betriebe melden einen Rückgang der Milchleistung um 15–20 Prozent.

Menschengemachte industrielle Großbetriebe

In den CAFOs werden Tausende Tiere auf engstem Raum in oft schlecht belüfteten Betonställen gehalten. Bei Ausfall oder Überlastung der technischen Kühl- und Belüftungssysteme führt die Hitze schnell zu Massensterben. Viele kleinere Hinterhofhaltungen melden kaum oder nur geringe Verluste.  Auch kleinere und traditionellere Betriebe mit offeneren Strukturen, besserer natürlicher Belüftung oder geringerer Besatzdichte kommen deutlich besser durch die Hitzewelle. Doch die Versorgung ist zentralisiert, Massentierhaltung dominiert besonders auch in Frankreich.

Obwohl Frankreich am stärksten getroffen ist, werden auch aus Spanien, Italien, Deutschland und Großbritannien erhöhte Verluste in der Tierhaltung gemeldet. Die aktuelle Hitzewelle in Westeuropa setzt die gesamte intensive Nutztierhaltung unter Druck.

Bild „Legehennen“ by Landwirtschaftlicher Informationsdienst is licensed under CC BY-SA 2.0.

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10 Kommentare

  1. Andreas N. 2. Juli 2026 um 6:44 Uhr - Antworten

    Was soll man zur Massentierhaltung schreiben was nicht schon bekannt ist? Es steht jedem frei seine Ernährung ohne Tierqualprodukte zu gestalten, Käse, Eier und Fleisch aus kleinen Betrieben direkt zu besorgen. Oder darauf zu verzichten, der homo-supermarctus hat doch heute alle Möglichkeiten dazu.
    Es wundert mich bis heute, dass sämtliche Mitmachenden bei der CO2 Hysterie nicht zuallererst auf vegane Ernährung umstellen. Daher: in Wahrheit nimmt es doch eh keiner Ernst und kann bei drehenden Wind ab morgen so tun als ob es das Thema nie gab. Der Tag wird kommen, covidiotie hat gezeigt wie vergesslich Menschen sein können.

  2. Gabriele 1. Juli 2026 um 14:48 Uhr - Antworten

    Bei all dem nie vergessen, dass WIR ALLE – die eifrigsten Fleischesser jedenfalls – mit Schuld an diesen Zuständen sind. Manchmal ist MEA CULPA und an die Brust klopfen ganz nützlich…
    Diese Chats unter Jugendgruppen, die nun aufgedeckt wurden, waren ja auch ganz nett – wo geschrieben wurde, dass angeblich Fleisch umso besser schmeckt, je mehr das Tier gelitten hat… meinen Dank an solche „Menschen“ (menschliche Teufel sollte man wohl eher sagen).

    • Waldgaengerin 1. Juli 2026 um 16:58 Uhr - Antworten

      Kohlehydratmast macht nachweislich krank. Was jetzt nicht heißen soll, daß ich Massentierhaltung befürworte.
      Aber ich wünsche mir manchmal ein bisschen mehr Nachdenken.
      Die Rindfleischpreise haben sich in einem Jahr verdoppelt. Wer soll sich das noch leisten können. Dann ißt man eben, gewungenermaßen, billigeres Fleisch.
      Aus gesundheitlichen Gründen.
      Bei mir steht der Mensch immer noch über dem Tier. Was jetzt wiederum nicht heißen soll, daß ich Massentierhaltung befürworte.

      • Gabriele 1. Juli 2026 um 18:00 Uhr

        Man kann auch ganz ohne Fleisch UND Kohlenhydratmast gesund essen – versuchen Sie es mal.
        Ich wünsche mir mehr Nachdenken bezüglich, was nur „Gusto“ ist und was echter Hunger.
        Ihre Aussage, dass Sie „über dem Tier“ stehen, will ich nicht weiter kommentieren, nur sagen: Besuchen Sie solche Mastanstalten, bevor Sie essen, besuchen Sie vorher einen Schlachthof….
        und dann reden. Oder sehen Sie beim Schächten zu…

      • Daisy 1. Juli 2026 um 18:53 Uhr

        Ich rate immer, statt sich das Schlachten anzusehen, weil das macht ja keiner, schau dir das mal an….

        YT
        Die glücklichen Kühe der Fam. Pfister im Frühling

    • Waldgaengerin 1. Juli 2026 um 20:45 Uhr - Antworten

      „Ich wünsche mir mehr Nachdenken bezüglich, was nur „Gusto“ ist und was echter Hunger.“

      Nein, kann man nicht wenn man so viele Allergien und Zöliakie hat, wie ich.

      Ich bin aber keine Ausnahme. Die Meisten, die bezüglich Ernährung dumm gehalten werden, und chronisch krank sind, wissen das alles nur nicht, weil Leute wie Sie das falsche Essen propagieren.
      Leute wie Sie habe ich „gefressen“, weil Sie so gut wie nichts wissen und indoktriniert sind.

      Das hat ja auch einen Vorteil: Sie können sich als Gutmensch darstellen. Huch, wir schlachten doch kein Tier.

      Ich würde mal sagen, Sie haben noch nie richtig Hunger gehabt.

      Im Übrigen schlachte ich selber Hühner.

  3. Jurgen 1. Juli 2026 um 13:45 Uhr - Antworten

    Oder: sind geimpfte Bestände nicht so robust wie ungeimpfte…?
    Es soll angeblich auch einen Unterschied machen, wenn alle 2 Wochen kolloidales Silberwasser angeboten wird… reduziert die Keime, Pilze (und manche Viren/Nanopartikel).
    Und Weihrauch erst.

  4. Glass Steagall Act 1. Juli 2026 um 13:13 Uhr - Antworten

    Das zeigt mal wieder, dass eine unnatürliche Haltung, die nicht der Natur des Tieres entspricht, seine Folgen hat!

    • Daisy 1. Juli 2026 um 13:38 Uhr - Antworten

      Ja.
      Auch der Mensch lebt nicht natürlich. Das Leben in Stadtwohnungen ist auch Käfighaltung.

      • Jurgen 1. Juli 2026 um 13:46 Uhr

        Darum sollte man auch einen Laserdrucker haben – wegen des Ozons…

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann. Benutzer haften für den Inhalt ihrer Kommentare.

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