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Wissenschaft

Wie viel Blei steckt im Tampon?

5 Kommentare 8. Oktober 2026 3 Minuten Lesezeit von Thomas Oysmüller

Eine Studie untersuchte erstmals systematisch Metallkonzentrationen in Tampons. In allen 60 Proben konnte eine messbare Konzentration aller untersuchten Stoffe festgestellt werden, darunter Blei.

Die Studie, die in der Fachzeitschrift Environment International erschienen ist, hat erstmals systematisch Metallkonzentrationen in Tampons gemessen. Dabei wurden 60 Proben aus 30 Produktlinien von 14 gängigen Marken untersucht, die in den USA, der EU und dem Vereinigten Königreich vertrieben werden. Man bestimmte die Gehalte von 16 Metallen und Metalloiden, darunter Arsen, Blei, Cadmium, Chrom, Quecksilber, Nickel, Vanadium und Zink.

In allen Proben konnten Stoffe gefunden werden; zwölf Metalle wurden in allen 60 Proben nachgewiesen, darunter Blei mit einem geometrischen Mittelwert von 120 Nanogramm pro Gramm. Für Cadmium ergab sich ein Mittelwert von 6,74 ng/g, für Arsen von 2,56 ng/g. Die höchsten Konzentrationen wiesen Zink (52 000 ng/g) und Calcium (39 000 ng/g) auf. Unterschiede zeigten sich je nach Kaufregion, organischer oder konventioneller Herstellung sowie bei Marken- oder Eigenmarkenprodukten. Blei war in nicht-organischen Tampons höher, Arsen in organischen. Keine Kategorie wies durchgängig niedrigere Werte für alle oder die meisten Metalle auf.

Die Studienautoren verweisen auf ein entsprechendes Gesundheitsrisiko. Das Vaginalgewebe sei hochgradig absorptionsfähig; aufgenommene Stoffe gelangen ohne Leberpassage direkt in den Blutkreislauf. Zwischen 52 und 86 Prozent der menstruierenden Frauen in den USA verwenden Tampons. Man fordert weitere Untersuchungen, etwa ob die Metalle während der Anwendung austreten und die Schleimhaut passieren, sowie regulatorische Vorgaben. Hersteller sollten sich zu regelmäßigen Metalltests verpflichten.

Die Studienleiterin äußerte sich im norwegischen Rundfunk besorgt.

In einem Beitrag des norwegischen Rundfunks NRK vom Juli 2024 äußerte Shearston Überraschung darüber, Blei in jeder Probe gefunden zu haben. Gerade dieser Befund bereite ihr die größte Sorge, da es kein sicheres Expositionsniveau gebe. Trotz des potenziellen Gesundheitsrisikos für Millionen Nutzerinnen sei dies die erste derartige Untersuchung. Markennamen nannte das Team nicht; entscheidend sei die Übereinstimmung der Ergebnisse über alle Produkte hinweg.

Cadmium, Blei und Arsen sind toxisch. Bereits geringe Mengen könnten Gesundheitsschäden verursachen; alle Bleikonzentrationen seien bedenklich. Ob die Metalle aus dem Tampon austreten und über die Vaginalschleimhaut aufgenommen werden, sei jedoch noch ungeklärt. Shearston bestätigte gegenüber NRK, dass sich derzeit nicht sagen lasse, ob ein Produkttyp sicherer sei als ein anderer.

Die Forscherin führte den Mangel an Studien unter anderem auf historische Tabus rund um die Menstruation zurück und forderte mehr Forschung. Dem steht entgegen, dass die Absorption über Schleimhäute seit langem bekannt ist: Blei wurde unter anderem aus Farben und Kraftstoffen entfernt, weil es über Mund- und Lungenschleimhäute aufgenommen wird.

Weder in den USA noch in Großbritannien oder der EU bestehen spezifische Vorschriften, die regelmäßige Metalltests von Tampons vorschreiben. Die Untersuchung lässt den Verdacht aufkommen, dass die Tamponnutzung eine bislang unregulierte Quelle systemischer Metallbelastung darstellt. Eine weitere Diskussion der Studie findet sich hier. 

Bild „Tampons“ by mag3737 is licensed under CC BY-NC-SA 2.0.

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5 Kommentare

  1. Jurgen
    Antworten

    Mich würde als Vergleichswert dazu mal interessieren, wieviel Blei man über die Haut aufnimmt, wenn man einen Bleiklumpen in die ungeschützte Hand nimmt…

    Früher hat man medizinisch(!) ja den Leuten Blei oral gegeben und es hat trotzdem lange gedauert bis zu fatalen Auswirkungen.

  2. Jurgen
    Antworten

    Aha, eine weitere Sau wird durchs Dorf getrieben. Die Chemtrail Nanopartikel aus der Luft (Aluminium, Barium, Strontium) fallen dadurch wieder gewollt hinten runter aus der Aufmerksamkeit.

  3. local.man
    Antworten

    Stellt sich die Frage nach Krankheiten die möglicherweise dazu auch steigend.
    Da ich selbst davon keinen Plan habe, kann ich nur extern mir helfen.

    Dazu habe ich erstmal weltweit alles erfassen lassen, dann EU weit, nur GER/AUT. Zuerst nur Gebärmutterhalskrebs und dann auf weitere Krankheiten in dem Bereich.
    Alles war immer etwas rauf runter, je nach Region und Auswertungsmethode.
    Da es mehr Frauen gibt als 1990, habe ich dies berücksichtigt.

    Schlussendlich habe ich es weltweit gelassen, da es hier die beste Aussagekraft hatte.

    Dazu die ChatGPT Auswertung..
    Natürlich stellt sich die Frage, welche Frauen nutzen Tampons und welche nicht.. Das fehlt hier bei der Übersicht der Krankheiten im Genitalbereich der Frau in dieser Altersgruppe.. Es gab dazu keine echten belastbaren Studien und Nachweise.. Zumindest behauptet das ChatGPT.. also immer ein wenig mit Vorsicht zu genießen. Ist aber nachvollziehbar.

    Es gibt also auch ein generelles Bild, wie sich die ganze Lage entwickelt. Da fällt also auch mehr rein als nur Tampon-Nutzung, sondern eine umfassendere Lebensführung.

    Ich habe extra nur 15-49-jährige Frauen einbezogen, da irgendwann ja die Regelblutung ausbleibt.
    Ich wollte es hier eher bei dem Damen belassen, die am ehesten in Frage kommen, ein Tampon zu tragen.
    Im Schnitt endet die Menstruation mit 51/52 Jahren.
    Da ich selbst die Begriffe nicht kannte, auch eine kurze Erklärung dazu..

    Unser Bürger-CHATGPT:

    Weltweit – Frauen 15–49 Jahre, 1990–2021

    Datengrundlage: Global Burden of Disease (GBD) 2021. Angegeben ist die altersbereinigte Prävalenzrate pro 100.000 Frauen – dadurch wird berücksichtigt, dass sich Größe und Altersstruktur der weiblichen Bevölkerung verändert haben.

    Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS) – hormonelle Stoffwechselstörung, die u. a. Zyklus- und Eisprungprobleme verursachen kann.

    34,8 → 65,8 Mio. Betroffene | Rate: +28,0 % ↗️

    Weibliche Unfruchtbarkeit (Infertilität) – ausbleibende Schwangerschaft trotz regelmäßigem ungeschütztem Geschlechtsverkehr über längere Zeit.

    59,7 → 110,1 Mio. Betroffene | Rate: +21,9 % ↗️

    Gebärmuttermyome (Fibrome) – gutartige Muskelknoten in der Gebärmutter, die u. a. starke Blutungen und Schmerzen verursachen können.

    48,1 → 85,2 Mio. Betroffene | Rate: +5,2 % ↗️

    Endometriose – gebärmutterschleimhautähnliches Gewebe wächst außerhalb der Gebärmutter und kann starke Schmerzen und Unfruchtbarkeit verursachen.

    19,1 → 21,0 Mio. Betroffene | Rate: −26,5 % ↘️

    Genitalprolaps (Senkung von Gebärmutter/Beckenorganen) – Beckenorgane senken sich aufgrund geschwächter Haltestrukturen in Richtung Scheide ab.

    23,0 → 32,0 Mio. Betroffene | Rate: −21,2 % ↘️

    Prämenstruelles Syndrom (PMS) – körperliche und psychische Beschwerden in den Tagen vor der Menstruation.

    593,8 → 890,0 Mio. Betroffene | Rate: +1,2 % ➡️ praktisch stabil

    Kernaussage: Trotz deutlich gestiegener absoluter Fallzahlen sind die Entwicklungen sehr unterschiedlich: PCOS und Unfruchtbarkeit zeigen den stärksten Anstieg der altersbereinigten Rate, während Endometriose und Genitalprolaps deutlich zurückgingen.

    Bürger-ChatGPT Ende.

    1. 1150
      Antworten

      das auffälligste und gefährlichste ist die wohl toxische enzophalopathie
      strack-zimmermann, meinl-reisinger, kallas, vdl, uvm. um nur die prominensten zu nennen …..

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