
Israel hat seit Unterzeichnung „Waffenstillstandsabkommens“ mindestens 713 Palästinenser in Gaza getötet
Die Berichterstattung über den Irankrieg überschattet im Moment alle anderen Meldungen aus Westasien. Dabei geht der Krieg Israels gegen die Bevölkerung von Gaza weiter.
Das israelische Militär hat seit der Unterzeichnung des von den USA unterstützten „Waffenstillstandsabkommens“ Anfang Oktober mindestens 713 Palästinenser in Gaza getötet, teilte das Gesundheitsministerium von Gaza in seinem täglichen Bericht am Donnerstag mit, während die israelischen Angriffe unter Verletzung des Abkommens im gesamten Gazastreifen weitergehen.
„Eine Reihe von Opfern befinden sich noch unter den Trümmern und auf den Straßen, da es den Rettungskräften und der Zivilverteidigung bisher nicht gelungen ist, zu ihnen zu gelangen.“, schrieb das Ministerium auf Telegram.
Das Ministerium gab an, dass weitere 1.943 Palästinenser verwundet wurden, womit sich die Gesamtzahl der palästinensischen Opfer im Rahmen des von den USA überwachten Abkommens auf 2.656 beläuft.
Die palästinensische Nachrichtenagentur WAFA berichtete, dass mindestens ein palästinensischer Mann am Donnerstag in Khan Yunis im Süden des Gazastreifens durch israelische Schüsse getötet wurde. Einen Tag zuvor teilte die Nachrichtenagentur mit, dass drei Palästinenser in verschiedenen Teilen des Gazastreifens durch israelische Schüsse verletzt worden seien, darunter ein Kind, das sich in kritischem Zustand befand.
Israelische Truppen besetzen weiterhin mehr als 50 % des Gazastreifens, während der andere Teil des palästinensischen Gebiets unter der Kontrolle der Hamas steht. Es gibt keine Anzeichen für Fortschritte bei der Umsetzung von Präsident Trumps „Gaza-Plan“ neben des US-israelischen Krieges gegen den Iran, den der Präsident weniger als zwei Wochen nach der ersten Sitzung seines sogenannten „Friedensgremiums“ begonnen hat, das die Verwaltung des Gazastreifens überwachen sollte.
Die USA und Israel fordern von der Hamas, alle ihre Waffen abzugeben; erst dann soll der Wiederaufbau stattfinden dürfen. Die Hamas vertritt ihrerseits den Standpunkt, dass sie ihre Waffen nicht niederlegen werde, solange es keine Fortschritte in Richtung eines palästinensischen Staates gebe. Vertreter der Hamas haben angedeutet, dass sie einer begrenzten Entwaffnung oder einem „Einfrieren“ ihrer Waffen offen gegenüberstehen, doch laut den neuesten Berichten reicht das den USA und Israel nicht aus.
Das Gesundheitsministerium von Gaza teilte am Donnerstag mit, dass seit dem Angriff der Hamas auf den Süden Israels am 7. Oktober 2023 und dem Beginn der völkermörderischen Kampagne Israels in Gaza mindestens 72.289 Palästinenser getötet und 172.043 verletzt wurden. Diese Zahl gilt als zu niedrig angesetzt, da noch viele Tausende unter den Trümmern vermisst werden, und mehrere Studien haben ergeben, dass die tatsächliche Zahl der Todesopfer wahrscheinlich weit höher liegt.
Eine mit Harvard in Verbindung stehende Studie aus 2025 hat ergeben, dass Israel seit Oktober 2023 377.000 Palästinenser aus Gaza „verschwinden“ ließ – fast 17 % der Bevölkerung, die Hälfte davon Kinder.
In einem in der britischen medizinischen Fachzeitschrift Lancet veröffentlichten Schreiben schätzten Experten bereits im Sommer 2024, dass noch etwa 10.000 Menschen unter den Trümmern in Gaza begraben sein könnten. Die Zahl der getöteten Palästinenser, darunter überwiegend Frauen und Kinder, soll mittlerweile auf über 186.000 angestiegen sein.
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Das ist die offizielle Zahl. Inoffiziell dürfte es ein Vielfaches dieser 713 sein.
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