Die guten Nachrichten der letzten 24 Stunden

24. Mai 2026von 4,7 Minuten Lesezeit

Schauen wir uns an, was weniger Aufmerksamkeit in den Medien erregt, nämlich was keine Sensation darstellt oder Panik auslöst, die Guten Neuigkeiten.

Rekordjahr für den Artenschutz: Puffin-Population boomt: Bei der jährlichen Zählung auf der walisischen Insel Skomer wurde am Wochenende ein sensationeller Höchststand von 52.019 Brutpaaren der bedrohten Papageientaucher (Puffins) registriert. Damit wurde der bisherige Rekord aus dem Vorjahr (43.626) massiv übertroffen.

Nach schweren Sorgen wegen mariner Ökosystem-Verschiebungen im Atlantik beweist dieser sprunghafte Anstieg, dass die strengen regionalen Schutzmaßnahmen der Naturschützer Früchte tragen.

Einen detaillierten Bericht über die Zählung und den Zustand der Seevögel finden Sie im aktuellen Wochen-Report von Good Good Good.

Freigabe der Eisbachwelle: Münchens Surfer-Paradies ist zurück

Oberbürgermeister Krause hat die weltberühmte Eisbachwelle im Englischen Garten nach einer Sperrung überraschend wieder für den Surfsport freigegeben.

Warum die Welle verschwand und von alleine wiederkehrte
  1. Die Zerstörung durch die „Bachauskehr“: Jeden Herbst stellt die Stadt München das Wasser des Eisbachs ab, um Schlamm und Unrat zu entfernen. Bei der Reinigung im Oktober 2025 wurde das Flussbett jedoch unabsichtlich zu gründlich glattgespült. Für eine stehende Surfwelle benötigt das Wasser unter der Wasseroberfläche jedoch exakt ausbalancierte Widerstände wie Schwellen, Steine und Kies. Ohne diese Strömungsbremsen schoss das Wasser ungehindert davon – die Welle brach in sich zusammen und wurde zu einer un-surfbaren, flachen Walze.
  2. Die natürliche Selbstheilung: In den darauffolgenden Monaten schwemmte die Isar kontinuierlich neues natürliches Material wie Kieselsteine, Sedimente und Treibgut in den Eisbach. Dieses Material lagerte sich im Laufe des Winters und Frühlings durch die wirbelnde Strömung exakt an den strömungsmechanisch entscheidenden Punkten hinter der Prinzregentenstraße ab.
  3. Der finale Pegelsprung: Zusammen mit den steigenden Wassermengen im Frühjahr staute sich das anströmende Wasser an den neu formierten, natürlichen Kiesbänken schließlich wieder so perfekt auf, dass die Welle im Mai 2026 ganz ohne menschliches Zutun plötzlich in voller Pracht wiederauferstanden ist.

Der FC Barcelona gewinnt die Frauen-Champions-League in Oslo

In einem packenden Finale in Oslo haben die Fußballerinnen des FC Barcelona den wichtigsten Titel im europäischen Vereinsfußball geholt.

Das Finale war ein Fest für den Frauenfußball, das die weltweit wachsende Begeisterung und die sportliche Klasse dieses Wettbewerbs eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat.

Eine sportliche Einordnung und alle Höhepunkte des Finalabends bietet die Hauptseite der Tagesschau.

Durchbruch bei der Trinkwasserrettung: Der 7-Cent-Teebeutel gegen Arsen

Ein Forschungsteam der City University of New York (ASRC Nanoscience Initiative) hat am Wochenende eine bahnbrechende Lösung für ein globales Gesundheitsproblem vorgestellt. Es hat einen speziellen, filternden „Teebeutel“ entwickelt, der für nur 7 Cent rund 90 Prozent der giftigen Arsen-Ionen aus kontaminiertem Grundwasser filtert.

Laut Weltgesundheitsorganisation sind weltweit über 140 Millionen Menschen in 70 Ländern von Arsen im Trinkwasser bedroht. Diese extrem günstige und leicht skalierbare Methode kann ab sofort Leben retten, ohne dass teure Filteranlagen gebaut werden müssen.

Den vollständigen Bericht über das Projekt und die Funktionsweise findet man im Wochenend-Report von Good Good Good.

Trendwende im Regenwald: Abholzung im Amazonas um 36 % gesunken

Neue globale Satellitendaten von Global Forest Watch zeigen für den Zeitraum 2025/2026 einen massiven Erfolg im Kampf gegen die Zerstörung des Regenwaldes. Nach den verheerenden Rekordbränden der Vorjahre ist der Verlust von Waldflächen in Brasilien dank verschärfter Kontrollen um 36 Prozent eingebrochen. Auch außerhalb der Tropen sank der globale Waldverlust um 14 Prozent.

  • Warum es erfreulich ist: Es liefert den messbaren Beweis, dass strengere Umweltauflagen und gezielte politische Schutzmaßnahmen vor Ort tatsächlich greifen und die „grüne Lunge“ der Erde sich stabilisieren kann.
  • Hintergrund und Daten lesen: Die genaue Analyse der Satellitendaten und die Reaktionen der Umweltschützer sind ebenfalls im Umwelt-Ressort von Good Good Good aufbereitet

VORSICHT: Leider gilt, dass man immer noch mal genauer hinschauen muss, wenn „gute Nachrichten“ verbreitet werden. Der von Global Forest Watch (GFW) gemeldete Rückgang des globalen Waldverlustes beruht zu einem erheblichen Teil auf statistischen Effekten und geografischen Verschiebungen.

Faktor 1: Der statistische „Basiseffekt“ nach dem verheerenden Vorjahr

  • Der Rückgang um 36 % im Jahr 2025 ist ein klassischer statistischer Basiseffekt. Das Vorjahr (2024) war durch die historisch schlimmste El-Niño-Dürre im Amazonasbecken ein extremes Katastrophenjahr mit beispiellosen Waldbränden.
  • Im Jahr 2024 verbrannte und verschwand eine Rekordfläche von 6,7 Millionen Hektar Primärwald. Wenn das darauffolgende Jahr (2025) wettertechnisch wieder „normaler“ verläuft, sinkt die Verlustrate automatisch drastisch (auf 4,3 Millionen Hektar).
  • Die Co-Direktorin von Global Forest Watch, Elizabeth Goldman, bestätigte exakt Ihre Skepsis: Ein großer Teil des Rückgangs spiegelt schlicht die „Atempause nach einem extremen Feuerjahr“ wider, nicht nur reine Politik

Faktor 2: Chinas massiver Waldaufbau verzerrt die globale Gesamtbilanz

  • Man muss strikt zwischen globalem Netto-Waldverlust und dem Verlust von tropischem Primärwald unterscheiden.
  • China betreibt seit Jahren die weltweit größten Aufforstungsprogramme (Afforestation). Wenn man nun alle globalen Daten in einen Topf wirft, gleichen Chinas neu gepflanzte Monokulturen und Nutzwälder den Verlust im Amazonas rein rechnerisch auf dem Papier aus.
  • Ein neu gepflanzter Wald in China kann den unwiederbringlichen Verlust an biologischer Vielfalt und CO₂-Speicherkapazität eines jahrhundertealten, abgeholzten Regenwalds im Amazonas ökologisch niemals kompensieren.

Aber auch wenn der angebliche Grund, politische und gesellschaftliche Veränderungen im Amazonas, ein falscher Grund war, bleibt die positive Nachricht des Wettereinflusses und der massiven Aufforstung durch China.

Bild: München Wiki

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