Dänemarks Premier im KI-Alarm: Monster gegen Demokratie

1. Juni 2026von 2,3 Minuten Lesezeit

Ein Auftritt der dänischen Ministerpräsidentin geht viral. Sie berichtet dabei über ihr Gespräch mit Sam Altman und die aktive Unterwanderung des politischen Systems durch die KI-Konzerne.

Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen zieht aktuell eine Menge virale Aufmerksamkeit auf sich. Bei ihrem Auftritt in einem einem Fireside-Chat beim Copenhagen Democracy Summit sprach die Sozialdemokratin über die Macht von Künstlicher Intelligenz. Der 46-sekündige Ausschnitt verbreitete sich rasend schnell auf X und anderen Plattformen – mit Hunderttausenden Views innerhalb weniger Stunden.

Frederiksen, seit 2019 Regierungschefin und nach den Wahlen 2026 weiterhin im Amt, zeichnete ein düsteres Bild der aktuellen Machtverhältnisse. Sie sagte:

„Es gibt eine totale etablierte Verbindung zwischen Macht, politischer Macht, Kapital, Tech-Giganten und KI. Und der Zweck davon ist, die Demokratie zu untergraben. Das ist das Ziel, weil die Leute, die dieses Zeug entwickeln, gegen die Demokratie sind. Ich habe Sam Altman vor ein paar Jahren getroffen. Ich habe Stunden mit ihm verbracht und am Ende des Gesprächs habe ich zu ihm gesagt: ‚Du hast ein Monster geschaffen.‘ Und er hat gesagt: ‚Ja, und jetzt liegt es an euch herauszufinden, wie ihr damit umgeht.‘“

Frederiksen ist bekannt für ihre Skepsis gegenüber unkontrollierter KI-Entwicklung. Bereits 2023 ließ sie einen Teil ihrer Parlamentsrede bewusst von ChatGPT schreiben, um die Technologie als „gleichzeitig faszinierend und beängstigend“ zu demonstrieren. Sie versucht auch, in der EU eine starke Regulierung der KI (AI-Act) durchzusetzen – diese Regulierungen haben weder China noch die USA.

Das Treffen zwischen Frederiksen und Altman, der anders als Peter Thiel, weitaus weniger Aufmerksamkeit bekommt, vermutlich weil er nicht als „libertär“ sondern „liberal“ gilt, dürfte 2023 oder 2024 stattgefunden haben. Doch Kritik an der dänischen Regierungschefin folgre prompt. Dänemark kooperiert seit 2017 eng mit dem US-Datenanalysekonzern Palantir bei Polizei und Geheimdienst. Andere sehen in ihrer Warnung lediglich populistische Angstmache oder Ablenkung von eigenen demokratischen Defiziten. Es gibt aber auch Lob: Immerhin spreche eine Spitzenpolitikerin offen über die Gefahr einer Machtkonzentration bei wenigen Tech-Milliardären.

Die Aussage offenbar auch die tiefe transatlantische Kluft in der KI-Politik. Die EU tendiert zu Regulierung, die USA finanzieren die „innovative“ Forschung der Konzerne noch mit Steuergeld.


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