Die EU und das eherne Gesetz der Oligarchie

4. August 2026von 4,2 Minuten Lesezeit

Die EU ist eine Oligarchie, die von einer kleinen, sich selbst erhaltenden Elite regiert wird. Diese sieht „das Volk“ vor allem als Hindernis für ihr technokratisches Programm. Ein Blick eines US-Politikwissenschaftlers auf die EU, der ihren Untergang vorhersagt.

Der Politikwissenschaftler und Autor Stephen Soukup („The Dictatorship of Woke Capital“) hat ein aktuelles Essay über die EU verfasst. Er prophezeit ihr den Untergang. Hier das Essay auf Deutsch übersetzt und leicht gekürzt:

Vor 27 Jahren prophezeiten mein damaliger Chef Mark Melcher und ich, dass die Europäische Währungsunion den Untergang der EU einleiten würde. Der Euro, so schrieben wir, werde eine soziale, wirtschaftliche und politische Katastrophe und für das Europa des 21. Jahrhunderts das, was die Ermordung des Erzherzogs Franz Ferdinand für das 20. Jahrhundert war: der Beginn des Zerfalls. Das Problem sei nicht nur, dass die „Politiker“ der verschiedenen Regionen um Wirtschaftspolitik streiten würden – sondern dass am Tisch voraussichtlich nur wirtschaftliche Ignoranten sitzen.

Ab etwa 2010 wiederholte ich diese Prognose jahrelang in meinen Jahresvorschauen: Der Euro werde unweigerlich zusammenbrechen, weil die Ignoranten nicht aufhören können, ökonomischen Unsinn zu betreiben. Irgendwann stellte ich die Vorhersage ein. Zum einen hatte sich mein Fokus geändert, zum anderen war sie überflüssig geworden. Die EU hatte sich bereits selbst wirtschaftlich irrelevant gemacht – durch ihren Hass auf amerikanische Tech-Firmen, die Obsession mit CO₂-Emissionen und die politische Gängelung der Kapitalmärkte. Sie entschied sich bewusst für die Deindustrialisierung und eine düstere wirtschaftliche Zukunft. Der Euro erschien mir letztlich sinnlos.

An den wirtschaftlichen Fehleinschätzungen halte ich fest: Die Ignoranten regieren allein. Selbst Giorgia Meloni, die einzige Eurozonen-Chefin, die vor „industrieller Verödung“ durch die Klimapolitik warnt, unterstützt offiziell die EU-Linie und das Pariser Abkommen. Es sind Ignoranten, wohin man schaut.

Nur war ich wohl falsch mit der Annahme, dass ausgerechnet die Wirtschaftsignoranz den offiziellen Zusammenbruch auslösen würde. Es sind dieselben Leute – nur andere Themen.

Vergangene Woche stürmten zehntausende „Migranten“ aus Marokko die spanische Enklave Ceuta. Die Bilder waren düster: vor allem junge Männer, die sich den Weg nach Europa erkämpften. Mindestens 70 Tote, über tausend Verletzte. Schockierend – und zugleich völlig vorhersehbar.

Spanien ist seit Jahrzehnten Drehscheibe nordafrikanischer und nahöstlicher Migration. Seit den 1980er-Jahren gab es sechs große „außerordentliche Regularisierungen“ – faktisch Amnestien für Illegale. 2005 legalisierte José Luis Rodríguez Zapatero über eine halbe Million. Unter Pedro Sánchez läuft gerade eine weitere, geschätzt 500 000 bis über 800 000 Personen. Ein Gerichtsurteil erschwerte zudem Abschiebungen aus Ceuta und Melilla. Die Regierung räumt offen ein, Massenmigration aus demografischen und arbeitsmarktpolitischen Gründen für notwendig zu halten. Der Anteil der im Ausland Geborenen stieg in weniger als zwei Jahren von 18,2 auf 20,3 Prozent.

Nach dem Ceuta-Chaos forderten mehrere EU-Staaten die Suspendierung Spaniens aus dem Schengen-Raum. Italien (Tajani und Salvini) setzte die Schengen-Beziehungen zu Spanien für einen Monat aus und führte gezielte Kontrollen ein. Frankreich verstärkte die Landgrenzkontrollen, Finnland bereitete eigene Maßnahmen vor. Innenministerin Mari Rantanen formulierte es am schärfsten: „Spaniens Außengrenze ist auch unsere Außengrenze … sie haben versagt, diesen Einfall, diese Invasion zu verhindern.“ Dänemark und Tschechien verlangten ebenfalls die Suspendierung. Sánchez reagierte mit dem Vorwurf, der Rest Europas sei „egoistisch, polarisierend und rechtswidrig“.

Dieser Vorgang – Spaniens erklärte Absicht, möglichst viele Einwanderer aufzunehmen, und die darauffolgenden Schengen-Forderungen – macht die Grundprobleme der EU deutlich.

Erstens zeigt Schengen im Zeitalter der Massenmigration, dass die EU von Anfang an halbgar war. Schengen begann als Nebenabkommen weniger Staaten und wurde erst 1999 per Amsterdamer Vertrag in EU-Recht überführt. Als Franzosen und Niederländer 2005 die EU-Verfassung ablehnten, die Schengen verbindlich machen sollte, ignorierte Brüssel den Volkswillen und setzte das Wesentliche über den Lissabon-Vertrag trotzdem durch.

Zweitens bestätigen der Euro, das Migrationschaos und die Weigerung, den Volkswillen als endgültig zu akzeptieren, Robert Michels’ „eherne Gesetz der Oligarchie“. Michels, Schüler Max Webers, untersuchte die damals demokratischste Massenpartei Europas – die SPD – und fand das Gegenteil von Gleichheit: Auch Organisationen, die auf demokratischen Prinzipien beruhen, entwickeln sich unweigerlich zu Oligarchien mit einer kleinen, sich selbst erhaltenden Führungsschicht. „Wer Organisation sagt, sagt Oligarchie.“

Genau das ist die EU: eine Oligarchie, die das Volk als Störfaktor ihres technokratischen Programms betrachtet und dieses Programm um jeden Preis durchsetzt.

Schließlich wird die EU zerbrechen. Alle utopischen Unternehmungen tun das irgendwann. Vielleicht wird es Schengen und die Migration sein, vielleicht etwas anderes. Das eigentliche Problem des oligarchischen Gesetzes: Solche Systeme können sich nicht selbst reformieren. Die Antwort auf Ceuta und Spaniens Alleingänge wird voraussichtlich noch mehr zentralistische Regulierung sein – und damit die Lage weiter verschlimmern.

Die EU reformiert sich nicht, weil sie es nicht kann. Deshalb wird sie zusammenbrechen.

Bild KI

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9 Kommentare

  1. Daisy 5. August 2026 um 6:08 Uhr - Antworten

    „Wie Apollo News” berichtet, stellte von der Leyen in einem Schreiben an den spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez zusätzliche technische und finanzielle Unterstützung für Marokko in Aussicht – nur wenige Tage, nachdem innerhalb eines einzigen Tages Zehntausende Migranten aus Marokko in die spanische Exklave Ceuta geströmt waren.“
    https://exxpress.at/politik/mehr-geld-fuer-marokko-das-ist-von-der-leyens-antwort-auf-die-ceuta-eskalation/

    Sie fühlen sich schon relativ sicher.

    Die EU verschärft immer mehr die Überwachung und Kontrolle der Bürger. Sie haben nämlich Angst vor Aufständen. Ebenso rüstet sie massiv auf, freilich wieder mit Geld, das niemand hat, aus ebendemselben Grund. Das geht gegen uns. Man braucht das Militär, um Volksaufstände niederzudrücken.

    Das ist die analoge Entwicklung wie bei der Sowjetunion. Wieder spielt die ideologische (religiöse) Zwangsbeglückung diese Rolle und endet in einer Diktatur mit Gulag.

    In Brüssel spielt aber auch noch der zweifelsohne geistgestörte Deep State eine Rolle. Das sind die woken Globalisten, die ihr Nest in Davos haben. Sie wollen uns aussaugen. Auch in der Sowjetunion gab es kein normales Eigentum, s. „Kollektivierung und Zwangskollektivierung“. Genau darauf arbeitet auch die WEF-EU hin….die SU reloaded entwickelt sich zu einem riesigen Gefangenenlager…und auf den Äckern wächst alle paar Kilometer ein Getreidehalm…

    • Daisy 5. August 2026 um 6:35 Uhr - Antworten

      Die Duck AI antwortet:
      In der Sowjetunion gab es kein „Privateigentum wie im westlichen Sinn“ als allgemeines Leitprinzip. Stattdessen war das Eigentum rechtlich und wirtschaftlich stark durch den Staat bzw. durch staatliche Planungs- und Verfügungssysteme geprägt. Grob kann man drei Ebenen unterscheiden:

      Staatliches (bzw. sozialistisches) Eigentum
      Das war die wichtigste Eigentumsform: Produktionsmittel, große Unternehmen, Rohstoffe, Verkehr, Energie usw.
      In der Praxis lief viel über staatliche Betriebe und Ministerien/Planungsstrukturen; der Staat bestimmte, was hergestellt, wie verteilt und an wen geliefert wurde.
      Kollektives Eigentum
      Daneben gab es „kollektive“ Formen, besonders im Agrarsektor:
      Typisch waren z. B. Kolchosen (landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften) und Sowchosen (staatliche Güter).
      Bei Kolchosen war die Landwirtschaft gemeinschaftlich organisiert; individuelle Nutzung/Anteile konnten es zwar geben, aber die entscheidenden Produktions- und Leitungsfunktionen waren kollektiv bzw. planwirtschaftlich eingebunden.

      „Persönliches“ Eigentum vs. private Produktionsmittel
      Die Sowjetverfassung unterschied oft zwischen:
      persönlichem Eigentum (Gebrauchs- und Konsumeigentum des Individuums: Wohnung, persönliche Gegenstände, Haushaltswaren, Dinge des täglichen Lebens)
      und Eigentum an Produktionsmitteln, das grundsätzlich stärker dem staatlichen/kollektiven Bereich zugeordnet war.

      Privatunternehmerische Tätigkeit im Sinne eigener Produktionsbetriebe war nicht der Normalfall und unterlag vielen Einschränkungen (v. a. in früheren Jahrzehnten).
      Wichtige Besonderheiten:

      Planwirtschaft prägte die Kontrolle: Selbst wenn jemand persönlich Dinge besitzen konnte, bestimmten Planvorgaben (und staatliche Organisation) den wirtschaftlichen Spielraum.
      Mit der Zeit gab es Reformphasen: Spätere Reformen (z. B. unter Breschnew mit mehr betrieblicher Eigenverantwortung in Teilen, oder vor allem die Perestroika unter Gorbatschow) öffneten wirtschaftlich zeitweise mehr Spielräume und führten teilweise wieder zu mehr Marktmechanismen – aber das Grundprinzip staatlich/kollektiv blieb lange zentral.

      Menschen im Alltag „hatten“
      Persönlicher Besitz: Möbel, Haushaltsgegenstände, Kleidung usw. konnte man typischerweise wie „privat“ nutzen.
      Die Wohnung selbst war aber meistens nicht so frei privat wie im heutigen westlichen Sinn.

      …..
      Nun wieder Daisy Duck ;-)
      Dank Digitalisierung sind nunmehr die Geräte smart und das Auto gehört dir auch nicht mehr. Hätte es in der SU schon modernere Technik der Überwachung gegeben, hätte denen nicht mal die U-Hose gehört. In der EU sind U-Hosen mit Chip geplant. Sie messen die Anzahl der Furze und ihren Duft. Weiters wird notiert, wie oft man aufs Häusel muss, dort in der Muschel übernimmt dann die Klo-Wanze. Sie wollen ja nur wissen, wieviel Fleisch du gegessen hast und ob du eh brav deine Pulverln geschluckt hast…

  2. Jan 4. August 2026 um 18:37 Uhr - Antworten

    Europa steht vor der schwersten Energiekrise seit den 70ern. Die Gaslieferungen sind um 2/3, die Öllieferungen um 1/4 gefallen. Das entspricht einem Einbruch der Energieversorgung um 30%. Die Krise wird mit der Heizsaison im November schlagend werden.

    Die Politik hält sich für eine Avantgarde, die ihre unfehlbaren Entscheidungen nur „kommunizieren“ müsse. Sie ist von der Realität und vom Strafgesetz abgekoppelt, die Konfrontation mit realen Zahlen ist strafbar als Beleidigung oder als Spionage. Schimmern doch einmal Zahlen durch, ändert man die Definition.

    Die deutsche Industrieproduktion ist seit 2017 um 24% gefallen. Die Reduktion der Energieverfügbarkeit wird zu einem europaweiten Einbruch von weiteren 25% führen, in energieintensiven Branchen wie Dünger, Glas, Stahl von 40%. Kommen zum deutschen Einbruch von 24% weitere 25% hinzu, beläuft sich die Industrieproduktion auf 50% von 2017. Dies wird sich deutlich auf den Lebensstandard auswirken.

    Der BIP-Rückgang dürfte bis zu 3,5% betragen, die Inflation 7% und die Arbeitslosenrate 9%.

    Die österreichische Industrie ist besonders von Lieferungen abhängig, die durch die Milliarden an den Pipelinsprenger erfolgreich beendet wurden.

    Das führt zu einer Arbeitslosenquote für Oberösterreich von bis zu 12%, in der Steiermark von bis zu 11% und im Rest von bis zu 10%.

    Die Bevölkerung besteht zum Großteil aus Geistesschwachen, die mit sich machen lassen, was selbstvergöttlichte Sadisten sich ausdenken. Die giftigen Injektionen der letzten Jahre dürften die Hirnschwäche noch befördert haben.

    Es ist ausgeschlossen, dass selbst diese Schildbürger nicht merken werden, dass ihre Selbstvergöttlichten falsche Entscheidungen getroffen haben.

    Die realistischste Überlebenschance der EU bestünde wohl darin, Kommission und „Parlament“ komplett aufzulösen und in nationale Ministerien zu integrieren, die entsprechend aufgestockt werden. Überlegungen, denen nicht alle nationalen Parlamente folgen (Veto), können dann nicht umgesetzt werden.

  3. Varus 4. August 2026 um 15:05 Uhr - Antworten

    Alle utopischen Unternehmungen tun das irgendwann.

    „Irgendwann“ könnte sogar noch Generationen bedeuten – der Ami hätte gerne aufzeigen können, wie man es auf wenige Jahre oder sogar Monate beschleunigt.

  4. Jurgen 4. August 2026 um 14:36 Uhr - Antworten

    Der digitale Euro ist ein verzweifelter Versuch, die Inflation in ein Simulationsmodell zu überführen, auf das die kleinen Leute keinen Zugriff haben. Pure Enteignung der Kaufkraft also.

  5. Andreas_Sch. 4. August 2026 um 14:27 Uhr - Antworten

    Eine Oligarchie muss nicht perse schlecht sein, so lange die Herrschenden sich nicht einfach nur als Parasiten gerieren … 🤔

    • Jurgen 5. August 2026 um 11:27 Uhr - Antworten

      Wäre ein absolutes Novum. Galgenberge und -hügel gibt es in diesen Landen reihum dicht an dicht… #

  6. VerarmterAdel 4. August 2026 um 13:33 Uhr - Antworten

    Sean Young (lifeinthemix) hat gerade ein hervorragendes Video gemacht, in dem er die Vorgehensweise schildert um Gemeingut in private Hände zu transferieren.

    Sunday livestream 3 August 2026 – (YT-Video)
    How the Billionaires Liquidate Our Assets and Move the Liquidity Offshore.

    Domestic asset liquidation.pages – Domestic-asset-liquidation.pdf – https://thebridgelifeinthemix.info/wp-content/uploads/2026/08/Domestic-asset-liquidation.pdf

    BSE, CJD & MS? Organic Farmer Mark Purdey on Organophosphates – the bridge – https://thebridgelifeinthemix.info/environment/bse-cjd-ms-organic-farmer-mark-purdey-organophosphates/

  7. fdik 4. August 2026 um 13:05 Uhr - Antworten

    Heute ist ein wunderschöner Tag. Aber dass auch noch die EU untergeht, das wäre zuviel verlangt.

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