Vitamin E – schützt Arterien und hält den Körper jung

4. August 2026von 6,9 Minuten Lesezeit

Seit Anfang 2020 wurde evidenzbasierte Prophylaxe wieder entdeckt, Millionen Menschen haben sich für die Vitamine D und C interessiert und sie vermehrt eingenommen. Doch ein Vitamin blieb dabei konsequent unter dem Radar: Vitamin E. Es wurde bei einigen Artikeln in Kommentaren thematisiert – hier ein kurzer Überblick.

Die biochemische Forschung hält dazu seit Jahrzehnten Erkenntnisse bereit, die man getrost als sensationell bezeichnen kann. Aber es ist das alte Problem in der Medizin – die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse schaffen es nur mühsam in die Arztpraxis. Außer bei den Orthomolekular-Medizinern, den Alternativ-Medizinern und ja , auch bei den homöopathisch arbeitenden. Also kurz bei denen die sich außerhalb des Angebots der Universitäten und Ärztekammern selbst informieren.

Die Esterbauer-Erkenntnisse: Was Ihr Arzt vermutlich nicht über Vitamin E weiß

Der Name, den man kennen muss, ist Prof. Dr. Hermann Esterbauer, in den 1990er Jahren Chef der Biochemie an der Universität Graz. Esterbauer erforschte den Zusammenhang zwischen oxidativem Stress, freien Radikalen und Veränderungen an LDL-Lipoproteinen — jenen Fetttransportpartikeln im Blut, die bei Oxidation zu Arteriosklerose und Thrombosen führen können.

Seine bahnbrechende Erkenntnis: Vitamin E schützt Blutgefäße und das Herz, indem es die Oxidation von LDL-Partikeln verhindert. Esterbauer dazu:

„Alle Lipidmembranen, auch die Membranen der uns in diesem Zusammenhang interessierenden Lipoproteine, sind zudem geschützt durch fettlösliche Antioxidantien, von denen die wichtigsten Vitamin E und die Carotinoide sind. Solange Vitamin E in der äußeren Hülle des LDL-Partikels vorhanden ist, ist das Partikel gegen Radikalangriffe geschützt.“

Mit anderen Worten: Nicht das Cholesterin an sich ist das Problem — sondern oxidiertes Cholesterin. Und Vitamin E ist der natürliche Rostschutz für Ihre Blutgefäße.

Der biochemische Zyklus: Vitamin E, C und Glutathion

Was die meisten nicht wissen: Vitamin E arbeitet nicht allein. Es ist Teil eines biochemischen Recycling-Systemst:

„Wehrt das Vitamin E in der Blutbahn einen Radikalangriff ab, wird es selbst zum Vitamin-E-Radikal, verbleibt aber in der Membran, wo es sofort durch Vitamin C reaktiviert werden kann. Das dabei entstehende Vitamin-C-Radikal wird sofort über Glutathion reaktiviert, das seinerseits über Glukose reaktiviert wird.“

Ein Teufelskreis — im positiven Sinne. Aber wehe, ein Element fehlt. Bei Rauchern zum Beispiel produziert jeder einzelne Zug an der Zigarette etwa fünf Milliarden freie Radikale, die von Vitamin C abgefangen werden müssen. Raucher haben daher chronisch niedrige Vitamin-C-Spiegel — und plötzlich gibt es nicht reaktivierte Vitamin-E-Radikale, die ihrerseits Schaden anrichten können. Das erklärt auch, warum isolierte Vitamin-E-Studien an Rauchern widersprüchliche Ergebnisse lieferten: Man hat schlicht vergessen, das fehlende Vitamin C mitzumessen.

Esterbauer konnte übrigens zeigen, dass sich mit 95-prozentiger Sicherheit voraussagen lässt, ob jemand an einer Herzerkrankung stirbt — wenn man Vitamin E, Vitamin A und Cholesterin gemeinsam misst. Direkt im Blutplasma. Wann wurde Ihr Vitamin-E-Spiegel zuletzt bestimmt? Eben.

Allerdings gab es zu Esterbauers zeiten noch keine mRNA-Spritzen, die als Impfstoff verkauft wurden. Und diese mRNA hat bekanntlich erheblichen Einfluss auf das Risiko eines Herzinfarkts.

Die CHAOS-Studie: 77 % weniger nicht-tödliche Herzinfarkte

Eine der wichtigsten — und am meisten ignorierten — Studien zu Vitamin E ist die sogenannte CHAOS-Studie (Cambridge Heart Antioxidant Study).

  • 2.002 Patienten mit angiographisch nachgewiesener koronarer Herzkrankheit
  • Entscheidend: Es wurden die tatsächlichen Vitamin-E-Blutspiegel vorher und nachher gemessen — nicht einfach blind supplementiert wie in fast allen anderen Studien
  • Dosierung: 400 bzw. 800 IE Vitamin E pro Tag
  • Ergebnis: Nicht-tödliche Herzinfarkte wurden um 77 % reduziert

77 Prozent. Kein Statin, kein Blutdrucksenker, kein gerinnungshemmendes Medikament hat jemals annähernd solche Ergebnisse erzielt. Dennoch verschreiben Ärzte weiterhin routinemäßig Statine — mit ihren bekannten Nebenwirkungen: Muskelschmerzen, Ekzeme, offene nässende Hautstellen, Diabetes, grauer Star, Potenzstörungen. Die Liste ist lang, der Nutzen im Vergleich bescheiden.

Der Jungbrunnen-Effekt: 62 % weniger körperlicher Abbau im Alter

Vielleicht noch beeindruckender ist eine Studie von Frau Prof. Bartali von der Yale University. Sie beobachtete 700 Senioren mit einem Durchschnittsalter von 73 Jahren über drei Jahre hinweg. Ergebnis:

„Der übliche, erwartete körperliche Abbau innerhalb von 3 Jahren wurde durch Vitamin E aufgehalten, deutlich gebremst. In 62 %! Mit Medikamenten nicht erreichbar.“

62 Prozent weniger körperlicher Verfall — ohne Medikamente, ohne Nebenwirkungen, ohne Patent. Dazu kam: Schlechter körperlicher Zustand war korreliert mit niedrigeren Vitamin-E-Spiegeln und erhöhten Entzündungsmarkern. Patienten mit eingeschränkten mentalen Fähigkeiten zeigten ebenfalls niedrigere Vitamin-E-Spiegel — wenig überraschend, wenn man bedenkt, dass das Gehirn zu 70 Prozent aus Fett besteht und auf fettlösliche Antioxidantien angewiesen ist.

Eine weitere Studie von 2009 trug den vielsagenden Titel: Vitamin E status and quality of life in the elderly: influence of inflammatory processes. Vitamin E als Garant für Lebensqualität im Alter — kein Marketing-Slogan, sondern publizierte Wissenschaft.

Darmentzündungen, Mikrobiom und das Immunsystem

Vitamin E kann noch mehr. Eine im Oktober 2008 erschienene Studie zeigte, dass Vitamin E — verabreicht als Zäpfchen mit 8.000 IE über 12 Wochen — Colitis, also Darmentzündungen, besänftigt. Spätere Studien bewiesen, dass Vitamin E das Mikrobiom positiv beeinflusst, indem es einen Biofilm aus Schleim verhindert, den schädliche Bakterien zur Vermehrung benötigen.

Die Kausalkette ist klar: Vitamin E heilt und verhindert Darmentzündungen → stärkt das Mikrobiom → stärkt das Immunsystem → schützt vor allen Arten von Krankheiten. Vitamin E ist in einem Atemzug mit D, C, A und der B-Gruppe zu nennen — als essenziellen Baustein einer ernsthaften Gesundheitsvorsorge.

Acht Formen — und die meisten Supplemente enthalten nur eine

Was die wenigsten wissen: Vitamin E ist kein einzelner Stoff, sondern eine Familie von acht Verbindungen:

  • Vier Tocopherole: alpha, beta, gamma, delta
  • Vier Tocotrienole: alpha, beta, gamma, delta

Die meisten handelsüblichen Supplemente enthalten nur alpha-Tocopherol — und das oft noch in synthetischer Form. Das ist ungefähr so, als würde man ein Symphonieorchester durch einen einzelnen Geiger ersetzen. Die Tocotrienole, insbesondere gamma- und delta-Tocotrienol, haben in der Forschung teils stärkere anti-inflammatorische und anti-kanzerogene Effekte gezeigt als alpha-Tocopherol. Tocopherol ist sogar im Novavax-Impfstoff enthalten — vermutlich, um bei Oxidation der Fettbestandteile die Radikale umgehend zu neutralisieren. Die Ironie entgeht dem aufmerksamen Leser nicht.

Schulmedizin und Bioethik: Das systematische Versagen

Warum weiß das alles kaum jemand? Warum misst kein Arzt routinemäßig Vitamin-E-Spiegel? Was den Juristen der ‚Ethik’kommission und weiten Teilen der Ärzteschaft fehlt, ist grundlegendes Wissen der Naturwissenschaft, nämlich in den Fächern Biochemie, Chemie, Mikrobiologie, Psychoneuroimmunologie und noch einigen anderen.

Ein System, das Lockdowns und Impfpflichten empfiehlt, aber die biochemischen Grundlagen der Prophylaxe ignoriert, hat mit Ethik nichts zu tun. Es ist das Gegenteil davon.

Die Lösung liegt nicht in immer neuen Patentmedikamenten, sondern in dem, was die Biochemie seit Jahrzehnten weiß: Ein Körper, der ausreichend mit Vitamin E, C, D und den richtigen Fettsäuren versorgt ist, kann sich selbst schützen. Nicht immer, nicht in jedem Fall — aber in erschreckend vielen Fällen, in denen heute zu teuren, nebenwirkungsreichen Medikamenten gegriffen wird.

Unterschätzt aber lebenswichtig

Vitamin E ist kein Wundermittel, aber ein systematisch unterschätztes, lebenswichtiges Antioxidans, dessen Wirkung weit über das hinausgeht, was die meisten Ärzte im Studium gelernt haben. Es schützt Herz und Gefäße, bremst den körperlichen Verfall im Alter, beruhigt Darmentzündungen, stärkt das Mikrobiom und ist ein unverzichtbarer Teil des biochemischen Abwehrsystems gegen oxidativen Stress.

Wer heute Vitamin E supplementiert, sollte auf vollspektrige, natürliche Mischformen aus allen acht Vitaminern achten und die Kombination mit Vitamin C nicht vergessen — denn ohne C kann E nicht recycelt werden.

Eine andere Quelle sind Samenöle. Vitamin E wird in Pflanzen mit Hilfe von Sonnenlicht hergestellt. Die Pflanzen machen aus CO2 plus H2O Zucker und daraus mit weiterem Sonnenlicht unter anderem Vitamin E, Blätter und Holz. Am meisten finden wir Vitamin E in Weizenkeimöl, gefolgt von roten Palmöl und Sonnenblumenöl. Als Faustregel gilt: je mehr ungesättigte Fettsäuren das Öl enthält, desto mehr Vitamin E. Verständlich, denn Vitamin E schützt den Keim vor Oxidation und damit vor dem Verlust der Keimfähigkeit. Und besonders empfindlich sind eben Öle, die mehrfach ungesättigt sind.

Wer das nächste Mal beim Arzt sitzt, sollte eine einfache Frage stellen: „Wann wurde eigentlich zuletzt mein Vitamin-E-Spiegel gemessen?“

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Bild: Lesathomas, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

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6 Kommentare

  1. hossa 6. August 2026 um 6:43 Uhr - Antworten

    @Jürgen
    Geschmacksprobe mache ich fast jeden Tag kann absolut nichts negatives bemerken. Bei mir entscheideden Fakten und nicht die Ideologie.

  2. Eva Schumacher 4. August 2026 um 21:58 Uhr - Antworten

    Vitamin E in Form von d-alpha-tocopherol bildet mit andern Antioxidation wie Vitamin C, Provitamin A, Coenzym Q10 und L-Selenmethionin einen synergen Effekt, was bedeutet, dass ein Vitamin das andere aufbaut.
    Immer wieder werde ich gefragt, weshalb Hyänen, Geier und andere Aasfresser verfaultes Fleisch verdauen können und nicht daran sterben. Die Antwort ist sehr spannend: Weil diese Tiere nicht nur wie alle Tiere, bis auf Menschenaffe und das Meerschweinchen, Vitamin C synthetisieren können, sondern auch Vitamin E und Vitamin A.

    • Jurgen 5. August 2026 um 11:19 Uhr - Antworten

      In meinen Morgen-Smoothie kommt genau 1 Karotte, 1 Kiwi, 2 TL Sonnenblumenöl, 3 TL Braunhirse, 3 TL Haferflocken, aufgefüllt mit gefiltertem Wasser und ein klein wenig Ingwer oder Zitrone für den volleren Geschmack… ;-)

  3. Jurgen 4. August 2026 um 14:38 Uhr - Antworten

    Zuviel Samenöl ist ungesund für die Haut bei UVB, aber ein/zwei Teelöffel Sonnenblumenöl schmecken gut und lösen das Problem billigst ohne Kapselschlucken.

    • hossa 5. August 2026 um 5:20 Uhr - Antworten

      Sonnenblumeöl hat leider ein sehr ungüstiges Fettsäureverhältnis von Omega 3 zu Omega 6.
      Omega 6 fördert Entzündungen im Körper während Omega 3 sie senkt.

      Besser: Rapsöl: https://www.vitamine.com/lebensmittel/rapsoel/
      oder: Leinöl: https://www.vitamine.com/lebensmittel/leinoel/

      • Jurgen 5. August 2026 um 20:15 Uhr

        Man mache die Geschmacksprobe… Rapsöl ist Rattengift für den Körper, aber die Sonne ist im Sonnenblumenöl direkt zu schmecken.

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