
Warum Erdöl und Erdgas nicht aus Wäldern und Farnen entstanden sind
Die meisten Menschen glauben, Erdöl sei „fossil“ — entstanden aus abgestorbenen Pflanzen, Plankton und Dinosauriern über Jahrmillionen. Diese Geschichte wird in Schulen gelehrt, in Museen ausgestellt und von der Ölindustrie selbst verbreitet. Es gibt nur ein Problem: Sie ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit falsch.
Die konventionelle Erdölentstehungstheorie — genannt biotische oder organische Theorie — besagt: Abgestorbene Organismen sanken auf den Grund urzeitlicher Meere, wurden unter Sauerstoffabschluss von Sedimenten überdeckt und durch Druck und Temperatur über Jahrhundertmillionen in Kerogen umgewandelt, aus dem schließlich Öl und Gas entstanden. Als Kerogen wird derjenige Anteil an organischer Substanz in Sedimenten bezeichnet, der in nichtpolaren organischen Lösungsmitteln unlöslich ist.
Um die Jahrtausendwende wurde immer wieder vor „peak oil“, also dem Ende der Ölförderung gewarnt. Die großen Ölfelder würden bald stillgelegt werden müssen. Deshalb solle Photovoltaik und Windkraft massiv ausgebaut werden. Die Ölfelder versiegten aber nicht und liefern heute noch. Warum ist das so ist wird in den Mainstream Medien verschwiegen. Wären Öl und Gas tatsächlich fossil, dann hätte peak oil tatsächlich passieren können.
Nehmen wir Saudi-Arabien. Die nachgewiesenen förderbaren Reserven betragen 36 Milliarden Tonnen Öl. Das „original oil in place“ (OOIP) — also das, was ursprünglich in den Lagerstätten vorhanden war — wird auf etwa 127 Milliarden Kubikmeter geschätzt. Die organische Theorie identifiziert als Muttergestein eine dünnschichtige, karbonatreiche Jura-Kreide-Formation mit 3–5 % organischem Material. Ayres et al. (1982) kartierten die Zonen, in denen dieses Kerogen „reif“ war — also den richtigen H/C-Quotienten für Ölbildung aufwies.
Die Rechnung geht so:
- Volumen des Muttergesteins: 5.000 km³
- Kerogenanteil: 10 % des Volumens
- Umwandlungsrate Kerogen → Bitumen: 15 %
- Migrationsfähiger Anteil des Bitumens: 10 %
Das ergibt: 7,5 Milliarden Kubikmeter Öl, die aus dem Muttergestein ausgewandert sein könnten. Das sind weniger als 6 % der tatsächlich vorhandenen Ölmenge. Selbst wenn man alle Parameter verdoppelt, kommt man nur auf die Hälfte des OOIP.
Wo kommen die anderen 94 % her? Diese Frage ist nicht rhetorisch. Es gibt in Saudi-Arabien — wie auch in Bahrain, Iran, Irak, Kuwait, Oman, Katar, Syrien, den Emiraten und Jemen — kein anderes Muttergestein. Dunnington (1958, 1967) wies nach, dass sämtliche Rohöle der arabisch-iranischen Beckens eine gemeinsame Quelle haben. Eine Quelle, die nach biotischer Theorie nicht genug Material hergegeben haben kann.
Kanada: Noch eine Rechnung, die nicht aufgeht
Das Westkanadische Sedimentbecken enthält den berühmten Ölsandgürtel — einen Bogen von 960 Kilometern Länge von Peace River über Athabasca bis Lloydminster. Die Gesamtmenge an in place Öl in diesen Lagerstätten:
- Athabasca: 92–187 Milliarden Kubikmeter
- Cold Lake: 32–75 Milliarden Kubikmeter
- Peace River: 15–19 Milliarden Kubikmeter
- Wabaska: 4,5–50 Milliarden Kubikmeter
- Lloydminster: 2–5 Milliarden Kubikmeter
Gesamt: 170–388 Milliarden Kubikmeter.
Das anerkannte Muttergestein ist die Mannville-Gruppe der Unterkreide — 100 bis 300 Meter mächtig, etwa 190.000 Kubikkilometer Volumen, davon 65 % Schieferton. Mit den Standardparametern der organischen Geochemie (TOC, Wasserstoffindex, Transformationskonstante) durchgerechnet, ergibt sich eine maximale Ölausbeute von 71,5 Milliarden Kubikmetern.
Das ist bestenfalls ein Drittel der tatsächlichen Menge. Und da ist noch nicht eingerechnet, dass ein erheblicher Teil des Öls niemals aus dem Muttergestein herausmigriert wäre, sondern darin gebunden bliebe.
Die Massenbilanz geht nicht auf. Nicht in Saudi-Arabien. Nicht in Kanada. Nicht in Venezuela. Nicht in Westasien insgesamt.
Die abiogene Theorie: Öl aus der Tiefe der Erde
Die Alternative zur biotischen heißt abiogene oder abyssale Theorie. Sie wurde nicht von verrückten Außenseitern erfunden, sondern von ernstzunehmenden Wissenschaftlern — darunter der große russische Chemiker Dmitri Mendelejew (der das Periodensystem der Elemente schuf). Im Westen wurde sie vor allem durch den aus Österreich stammenden Astrophysiker Thomas Gold und dessen Buch „Die Biosphäre der heißen Tiefe und der Mythos der fossilen Energieträger“ bekannt. In der Ukraine und Russland ist sie seit Jahrzehnten Grundlage erfolgreicher Exploration.
Die Kernaussage: Kohlenwasserstoffe entstehen in der Asthenosphäre der Erde — in 70 bis 250 Kilometern Tiefe — und steigen durch tiefe Verwerfungen in die Erdkruste auf, wo sie in jedwedem Gestein Lagerstätten bilden.
Die Bedingungen dafür sind in der Asthenosphäre gegeben:
- Temperatur: 600–1.500 °C
- Druck: 20–70 kbar (2–7 GPa)
- Kohlenstoffquellen: Karbonate (CaCO₃, MgCO₃), elementarer Kohlenstoff, CO₂ — Hazen et al. (2012) schätzen, dass über 90 % des irdischen Kohlenstoffs im tiefen Erdinneren gespeichert sind
- Wasserstoffquellen: Wasser (H₂O), Hydroxylgruppen in Mineralien wie Biotit und Muskovit — Green et al. (2010), publiziert in Nature, dokumentiert Wasserspeicherkapazitäten des oberen Erdmantels von bis zu 0,6 Gewichtsprozent
- Reduzierende Bedingungen: durch FeO (Wüstit) in basischen und ultrabasischen Gesteinen
Die theoretische Thermodynamik — Kenney et al. (2002) — zeigt: Die Polymerisation von Kohlenwasserstoffen findet genau im Druck-Temperatur-Fenster der Asthenosphäre statt. Methylen (CH₂) und Methyl (CH₃) kombinieren sich zu Alkanen aller Kettenlängen. Genau das, was wir in Erdöllagerstätten finden.
Der experimentelle Beweis: Öl im Labor aus anorganischen Stoffen
Die Kritiker der abiogenen Theorie argumentierten lange: Das mag theoretisch möglich sein, aber niemand hat es je im Labor nachgewiesen. Das stimmt allerdings nicht und TkP hat bereits darüber berichtet.
Kutcherov et al. (2002) führten Experimente in einer CONAC-Hochdruckkammer durch. Ausgangsstoffe: chemisch reines FeO (Wüstit), chemisch reines CaCO₃ (Calcit) und doppelt destilliertes Wasser. Erzeugt wurden Kohlenwasserstoffe bis hin zu Undecan (C₁₁H₂₄) — also flüssige Alkane, die Hauptbestandteile von Rohöl — entstehen unter Mantelbedingungen aus rein anorganischen Ausgangsstoffen.
Scott et al. (2004) bestätigten die Reaktion unabhängig mit Diamantstempelzellen und Raman-Spektroskopie. Sie fanden Methan. Der Unterschied zu Kutcherovs Ergebnissen (Gemisch bis Hexan) erklärt sich durch die Nachweisgrenzen der Raman-Spektroskopie in Diamantstempelzellen — schwerere Alkane sind in den winzigen Probenmengen nicht detektierbar.
Kolesnikov et al. (2009) gingen noch weiter: Sie setzten reines Methan Drücken von 2–5 GPa und Temperaturen von 900–1.500 K aus. Ergebnis: Methan polymerisiert zu Ethan, Propan und Butan. Oberhalb von 1.500 K dissoziiert es zu Graphit und H₂.
Die Experimente zeigen außerdem: Die Abkühlgeschwindigkeit der Fluide bestimmt die Zusammensetzung. Schnelles Quenchen → methanreiche („trockene“) Gasmischung. Langsames Abkühlen → schwerere Kohlenwasserstoffe bis C₄/C₅ („fettes“ Gas, wie am Vuktylskoje-Feld). Genau dieses Muster findet man in natürlichen Lagerstätten.

Der Aufbau der Erde
Diamanten: Kohlenwasserstoffe aus dem Erdmantel, eingeschlossen in der härtesten Substanz der Welt
Diamanten entstehen in Tiefen von 150 bis über 600 Kilometern — im oberen und unteren Erdmantel. Sie sind buchstäblich die tiefsten Boten, die wir von dort haben. Und was finden wir in ihren primären Fluideinschlüssen?
Die Untersuchungen von Diamanten aus Afrika, Brasilien, Zaire, Arkansas und Ostsibirien zeigen in allen Proben:
- Methan, Ethylen, Propylen, Butan — also gasförmige Kohlenwasserstoffe
- Feste Kohlenwasserstoffe — also Bitumen
- Aromaten: Naphthalin (C₁₀H₈), Phenanthren (C₁₄H₁₀), Pyren (C₁₆H₁₀)
- Alkohole: Methanol, Ethanol
- Dazu CO, CO₂, H₂, H₂O, N₂
In brasilianischen Karbonados wurden aromatische Kohlenwasserstoffe mit einer Gesamtkonzentration von 20–38,75 Gramm pro Tonne gefunden. In sibirischen Diamanten und Kimberliten Benzol, Diphenyl, Perylen und andere polyzyklische Aromaten.
Das ist keine Kontamination. Es sind primäre Einschlüsse — eingeschlossen bei der Diamantbildung in Manteltiefen. Die Kohlenstoffisotopie (δ¹³C) der Diamanten variiert von −1,88 ‰ bis −16 ‰, was auf unterschiedliche Mantelumgebungen hinweist, aber nichts mit biologischen Prozessen zu tun hat.
Die Schlussfolgerung ist zwingend: Wenn Diamanten aus Kohlenwasserstoff-Fluiden im Erdmantel kristallisieren, dann existieren diese Fluide dort. Punkt.
Hydrothermalquellen: Öl, das heute am Meeresboden austritt
Entlang der mittelozeanischen Rücken — 55.000 Kilometer lang, 99 % magmatisches Gestein, Sedimentbedeckung maximal 450–500 Meter — treten an über 100 dokumentierten Hydrothermalfeldern heiße Fluide aus dem Meeresboden aus. Die Temperaturen liegen bei 170–430 °C. Die „Black Smoker“ und „White Smoker“ dieser Systeme wurden mit Forschungs-U-Booten wie ALVIN, Mir, Nautile und Nautilus untersucht.
Was tritt dort aus?
- Methanfahnen („Plumes“) von 800–1.000 Metern Höhe, gefunden alle 20–40 Kilometer entlang des Mittelatlantischen Rückens über 1.200 Kilometer — zwischen 12°N und 37°N
- Am Rainbow-Feld (37°17’N): Methan, Ethan, Propan, CO, CO₂, H₂, H₂S, N₂ und Rohöl, bestehend aus n-Alkanen von C₁₆ bis C₂₉, verzweigten Alkanen und Diaromaten — Charlou et al. (1993, 2002)
- Am TAG-Feld (26°N): keinerlei Sedimente, kein Muttergestein, keine vergrabene organische Substanz. Die Fluide sind mit 290–321 °C viel zu heiß für Mikroben.
- Am Ostpazifischen Rücken (13°N): ebenfalls sedimentfrei — trotzdem aliphatische Kohlenwasserstoffe in den Hydrothermalaustritten und in Sulfiderz-Ablagerungen
Proskurowski et al. (2008), publiziert in Science, bestätigten am Lost City Hydrothermal Field die abiotische Synthese von Kohlenwasserstoffen im Erdmantel.
Quantitativ: Die Ozeanbodenspreizungszentren geben jährlich schätzungsweise 1,3 Milliarden Kubikmeter Wasserstoff und 160 Millionen Kubikmeter Methan ab — Welhan et al. (1979).
Die moderne Wissenschaft kennt keinen Mikroorganismus, der n-C₁₁–C₂₂-Alkane, Phytan, Pristan und aromatische Kohlenwasserstoffe produziert. Das ist Rohöl — und es kommt direkt aus dem Mantel.
Einschlagkrater: Öl, wo es nach biotischer Theorie keines geben dürfte
Meteoriteneinschläge erzeugen Temperaturen von 3.000 °C und Drücke von 600–900 kbar. Dabei wird sämtliches Gestein am Einschlagsort zertrümmert, pulverisiert, verdampft und hydrothermal umgewandelt. Jegliches Muttergestein wird vollständig zerstört. Masaitis et al. (1980) dokumentierten dies detailliert.
Trotzdem findet man in Einschlagkratern kommerzielle Erdöl- und Erdgasvorkommen:
- Cantarell, Mexiko (Chicxulub-Krater, 240 km Durchmesser): Kumulative Förderung über 1,1 Milliarden Kubikmeter Öl und 83 Milliarden Kubikmeter Gas. Aktuelle Restreserven: 1,6 Milliarden Kubikmeter Öl, 146 Milliarden Kubikmeter Gas.
- Ames, USA: Öl- und Gaslagerstätten in Karbonaten und Graniten
- Avak, USA: Gas in Sandsteinen
- Red Wing Creek, USA: Öl und Gas in Karbonaten
- Steen River, Kanada: Öl in Karbonaten und Graniten
- Viewfield, Kanada: Öl und Gas in Karbonaten
Insgesamt sind etwa 170 Einschlagkrater auf allen Kontinenten identifiziert. Donofrio (1981) schätzt, dass während der letzten 3 Milliarden Jahre etwa 3.060 Onshore-Einschlagkrater entstanden sind. Krayushkin (2000) rechnet mit etwa 7.140 submarinen Kratern, deren Öl- und Gaspotenzial auf 12 × 10¹⁴ Kubikmeter Öl und 7,4 × 10¹⁴ Kubikmeter Gas geschätzt wird.
Das Öl in diesen Kratern kann nicht biotisch sein. Das Muttergestein wurde beim Einschlag ausgelöscht. Laterale Migration aus angrenzenden Gebieten ist durch die konzentrischen Ringaufwölbungen (100–300 m Höhe) und Ringgräben (100–300 m Tiefe) um den Zentral uplift unmöglich.
Das Öl kam von unten. Durch die tiefreichenden Impaktfrakturen, die bis zu 35–40 Kilometer in die Kruste und in den Mantel reichen.
Kristallines Grundgebirge: Öl und Gas im Granit
Nach biotischer Theorie ist kristallines Grundgebirge — Granite, Gneise, Amphibolite — petroleumfrei. Es enthält keine Fossilien, keine organische Substanz, kein Kerogen. Es war nie „Muttergestein“.
Trotzdem existieren 496 Öl- und Gasfelder, deren Reserven teilweise oder vollständig im kristallinen Grundgebirge liegen. Davon sind 55 als Riesenfelder klassifiziert (>500 Millionen Barrel). Sie befinden sich in 60 Sedimentbecken in 29 Ländern. Die Gesamtreserven: 9.432 Milliarden Kubikmeter Erdgas und 32.837 Millionen Tonnen Erdöl — das sind etwa 18 % der weltweiten Ölreserven und 5,4 % der Gasreserven.
Die produktiven Intervalle liegen in Tiefen von 900 bis 5.985 Metern. Die Fördermächtigkeit im Grundgebirge reicht von 320 Metern (Gomez und Puckett, USA) über 680 Meter (Xinglontai, China) bis zu 760 Metern (Dniepr-Donez-Becken). In manchen Feldern liegt das Öl nicht direkt an der Oberkante des Grundgebirges, sondern 18–20 Meter (La Paz, Venezuela) oder 140 Meter (Oimasha, Kasachstan) darunter.
Im Siljan-Ring, Schweden, förderte die Bohrung Gravberg-1 Öl aus präkambrischen magmatischen Gesteinen in 6.800 Metern Tiefe. Die Kola-Ultra-Tiefbohrung auf der Halbinsel Kola durchteufte mehrere ölgesättigte Zonen im präkambrischen Grundgebirge zwischen 7.004 und 8.004 Metern.
Das Dniepr-Donez-Becken: Der praktische Beweis
Die vielleicht überzeugendste Fallstudie für die abiogene Theorie ist das Dniepr-Donez-Becken (DDB) in der Ukraine — ein kratonisches Riftbecken zwischen 30,6°O und 40,5°O.
Die nördliche Monoklinalflanke des DDB wurde nach biotischer Theorie als aussichtslos eingestuft. Warum? Kein Muttergestein. Keine Salzlagerstätten. Keine Stratovulkane. Dafür ein dichtes Netzwerk synthetischer und antithetischer Verwerfungen und ein hochdynamischer artesischer Aquifer. Jegliche laterale Kohlenwasserstoffmigration aus dem Donez-Faltengürtel oder dem Dniepr-Graben war strukturell unmöglich.
Dann interpretierte man das Gebiet nach abiogener Theorie neu. Man analysierte die tektonische Geschichte und die Struktur des kristallinen Grundgebirges, führte geophysikalische und geochemische Prospektionsprogramme durch — und bohrte.
Das Ergebnis: Von 61 Bohrungen waren 37 kommerziell fündig — eine Erfolgsrate von 57 %. Es wurden 12 Öl- und Gasfelder entdeckt. Wert 1991: 4,38 Milliarden Dollar. Wert 2008: 26,3 Milliarden Dollar. Die Entdecker — Chebanenko, Krayushkin, Klochko, Dvoryanin, Krot, Pavlenko, Ponomarenko und Zabello — erhielten 1992 den Staatspreis der Ukraine für Wissenschaft und Technologie.
Heute sind 50 kommerzielle Felder in der Nordflanke bekannt. 32 fördern aus Sandsteinen des Mittel- und Unterkarbons. 16 haben zusätzliche Reservoire in Amphiboliten, Graniten und Granodioriten des kristallinen Grundgebirges. Zwei Felder produzieren ausschließlich aus dem Grundgebirge. Öl- und Gasshows wurden bis zu 760 Meter unter der Oberkante des Grundgebirges gefunden.
Die nachgewiesenen Reserven betragen 289 Millionen Tonnen Öläquivalent. Die prospektiven in place Ressourcen: etwa 13.000 Millionen Tonnen Öläquivalent auf 48.000 km² in der Nordflanke plus 6.000 Millionen Tonnen auf 22.000 km² in der Südflanke. Die Exploration läuft weiter und ist weiterhin erfolgreich.
In China wurde das riesige Xinjiang-Gasfeld mit etwa 400 Billionen Kubikmetern abiogenem Erdgas entdeckt — in vulkanischen Inselbögen, Tiefseegräben und kontinentalen Riftbecken.
Ultra-tiefe Lagerstätten: Öl unterhalb der „Todeszone“ der biotischen Theorie
Nach biotischer Theorie liegt das „Hauptfenster der Erdölbildung“ in 2–4 Kilometern Tiefe, maximal bei 8 Kilometern. Darunter — so die Theorie — werden Kohlenwasserstoffe thermisch zerstört, die Porosität kollabiert, die Reserven verschwinden.
Die Realität: Mehr als 1.000 kommerzielle Erdöl- und Erdgasfelder produzieren aus Tiefen von 4.500 bis 10.685 Metern — in 50 Sedimentbecken weltweit.
In den USA wurden zwischen 1963 und 1979 über 7.000 Bohrungen mit Endteufen unter 4.575 Metern abgeteuft. Der Tuscaloosa-Trend im Golf von Mexiko — 32–48 km breit, 520 km lang — enthält zahlreiche Felder in 4.500–6.100 Metern Tiefe. Die Reservoirtemperatur erreicht 232 °C (Freeland-Feld) — weit oberhalb der Temperatur, bei der organisches Material angeblich Öl bildet. Die Reserven: 170 Milliarden Kubikmeter Gas, mit einem geschätzten Potenzial von 850 Milliarden Kubikmetern Gas und 240 Millionen Kubikmetern Kondensat allein im zentralen Abschnitt.
2009 entdeckte BP das Tiber-Feld im Golf von Mexiko. Wassertiefe: 1.259 Meter. Bohrteufe: 10.685 Meter. Geschätzte Reserven: 4–6 Milliarden Barrel Öläquivalent — der drittgrößte Fund in der Geschichte der USA.
In Russland produzieren Felder in 4.000–4.600 Metern Tiefe insgesamt 421 Millionen Tonnen Öl, 45,5 Milliarden Kubikmeter Begleitgas und 641 Millionen Kubikmeter Erdgas. Alle diese Felder sind an tiefe Verwerfungen gebunden, deren „Wurzeln“ bis in den Mantel reichen.
In der Ukraine wurden im Dniepr-Donez-Becken 17 Riesen- und Superriesen-Gasfelder in 4.500–6.287 Metern Tiefe entdeckt — mit Reserven von 142,6 Milliarden Kubikmetern Gas und 2,3 Millionen Tonnen Kondensat.
Die Konsequenz: Öl ist nicht fossil, sondern primordial
Die abiogene Theorie erklärt, was die biotische nicht erklären kann:
| Phänomen | Biotische Theorie | Abiogene Theorie |
|---|---|---|
| Massenbilanz Saudi-Arabien | 94 % des Öls unerklärbar | ✅ Kein Problem — kontinuierlicher Nachschub aus der Tiefe |
| Massenbilanz Kanada | Faktor 3–5 zu wenig Muttergestein | ✅ Kein Problem |
| Öl in Einschlagkratern | Muttergestein zerstört, Migration unmöglich | ✅ Impaktfrakturen reichen in den Mantel |
| Öl im kristallinen Grundgebirge | Kein Muttergestein, keine Fossilien | ✅ Aufstieg durch tiefe Verwerfungen |
| Öl unterhalb 8 km Tiefe | Thermische Zerstörung | ✅ Synthese bei hohen Drücken und Temperaturen |
| Öl an mittelozeanischen Rücken | Kein Muttergestein, zu heiß für Mikroben | ✅ Direkter Austritt aus dem Mantel |
| Kohlenwasserstoffe in Diamanten | Unmöglich | ✅ Primäre Fluideinschlüsse aus dem Mantel |
| Laborsynthese aus anorganischen Stoffen | Sollte nicht möglich sein | ✅ Experimentell bestätigt |
| Erfolgreiche Exploration DDB | Gebiet war als aussichtslos eingestuft | ✅ 57 % Erfolgsrate, 50 kommerzielle Felder |
Die abiogene Theorie ist nicht nur theoretisch schlüssiger — sie funktioniert in der Praxis. Das Dniepr-Donez-Becken ist der lebende Beweis: Ein Gebiet, das nach biotischer Theorie als hoffnungslos galt, wurde nach abiogener Neuinterpretation zu einer der erfolgreichsten Petroleumprovinzen der Welt.
Fazit: Die strategische Bedeutung — und warum die biotische Theorie trotzdem verteidigt wird
Warum hält sich die biotische Theorie so hartnäckig? Drei Gründe:
- Peak-Oil-Narrativ. Wenn Öl fossil und endlich ist, kann man Verknappung, Preisanstiege und geopolitische Kontrolle rechtfertigen. Wenn Öl kontinuierlich aus dem Erdmantel nachströmt, bricht dieses Narrativ zusammen.
- Wissenschaftliche Trägheit. Generationen von Erdölgeologen wurden in der biotischen Theorie ausgebildet. Lehrbücher, Studiengänge, Forschungsförderung — alles darauf aufgebaut. Ein Paradigmenwechsel kostet Karrieren.
- Explorationskontrolle. Die biotische Theorie begrenzt die Suche auf Sedimentbecken mit „Muttergestein“. Die abiogene Theorie öffnet die Exploration für kristallines Grundgebirge, Einschlagkrater und tiefe Verwerfungszonen — also für Gebiete, die von den etablierten Playern nicht kontrolliert werden.
Die Ukraine hat vorgemacht, wie es geht. China zieht nach. Russland nutzt die abiogene Theorie seit Jahrzehnten. Der Westen hinkt hinterher — nicht aus Mangel an Beweisen, sondern aus Mangel an Bereitschaft, ein liebgewonnenes Narrativ aufzugeben.
Erdöl und Erdgas sind nicht fossil. Sie sind primordial. Die Erde produziert sie kontinuierlich in Tiefen, die wir nie erreichen werden. Was wir anzapfen, ist kein endlicher Vorrat aus der Vergangenheit — es ist ein aktiver geologischer Prozess, der nicht aufhört.
Die Vorstellung, dass die Erde ihre wertvollste Energiequelle aus abgestorbenen Algen und Farnen gebacken hat, ist ungefähr so wissenschaftlich fundiert wie die Idee, dass der Blitz von Thor mit seinem Hammer geschleudert wird. Der Unterschied: An Thor glaubt heute niemand mehr. An das fossile Märchen schon.
Thomas Gold „Die Biosphäre der heißen Tiefe und der Mythos der fossilen Energieträger
Quelle: Abiogenic Deep Origin of Hydrocarbons and Oil and Gas Deposits Formation
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Haben wir so gut wie unerschöpfliche Vorräte an Erdöl und Erdgas?
Öl und Gas sind keine „fossilen“ Brennstoffe – Studie
Unerschöpfliche Reserven von Erdgas und Erdöl in tieferen Schichten des Erdmantels
Und es heißt ja auch noch: Erdöl sei aus Dinos entstanden, aber das haut mengenmäßig überhaupt nicht hin.
Es geht einfach drum, aus Scheiße Gold zu machen, großer Meister in DIESER Sparte der Club of Rome mit seinen ‚Grenzen des Wachstums‘
Fossil ist ein verdrehter Begriff, es kommt vom lateinischen Fossa, das heißt Quelle und da kommen Öl & Gas ja nun mal her.
Wir haben bisher einfach nicht tief genug gebohrt.
Die Frage ist nicht: Wie groß sind die Bestände, sondern wie schnell produziert die Erde Gas & Öl ?
Insgesamt überzeugt mich diese neue These nicht wirklich. Warum werden wohl alle Ölvorkommen mithilfe des PNET Vertrages zur friedlichen Nutzung von Atombomben (Sequenzen zu 50kt oder einmal 100kt Sprengkraft- erkennbar am kurzen blauen Aufleuchten der Luft durch die Gammastrahlung der Explosionen) regelmäßig erweitert?
Genug Nachschub von weiter unten scheint es eben nicht wirklich zu geben. Das mag verbrauchsabhängig sein, oder aber die Kohlenwasserstoffe kommen von noch weiter unten, von unterhalb der Magmaschale, diffundieren da durch und haben mit dem selbst Erdkern zu tun…
In der Regel folgen starke Erdbeben kurz darauf…
„Warum Erdöl und Erdgas nicht aus Wäldern und Farnen entstanden sind“, und warum das Grund für CCS ist. Aberwitzig.
Ich könnte mir vorstellen, dass es noch ein paar Jahrzehnte dauert, bis diese Theorie dann letzten Endes als die mit der Realität besser übereinstimmende anerkannt wird. So wie bei der Kontinentalplatten-Theorie.
Ich habe das Buch von Thomas Gold im Original gelesen, für mich klangen die Ausführungen sehr plausibel, auch wenn ich kein Geologe oder Chemiker bin.
Die deutsche Übersetzung gibt es, glaube ich, noch nicht so lange. Aber ich denke das Buch ist auf jeden Fall lesenswert.
Dieses Thema hatte man uns schon beim Studium vor vielen Jahren an die „Wand“ geworfen. Rechner waren da noch Fremdwort. In dem Zusammenhang wurde auch auf die „unerklärliche“ Nachfüllung versiegter Gas- und Ölfelder eingegangen mit dem Thema Migrationsspalten. Ob da vielleicht größere Unfälle mit der Jagd auf eine Migrationsspalte zusammenhängen ist eine anderes Thema. Bei uns wurde es noch abiotische Entstehung genannt. Nun müßten noch eine Brücke zu unserem Universum, Planeten, Magnetfelder usw. usw. geschlagen werden und weitere Hypothesen betrachtet werden.