Iran baut Militärführung um und bleibt hart: Straße von Hormus bleibt geschlossen

12. August 2026von 3,8 Minuten Lesezeit

Der Iran hat sein Militärkommando umgebaut und gibt dem US-Druck weiterhin nicht nach. Wenn die Straße von Hormus geöffnet werden soll, müssen die USA einlenken, so Teheran.

Während Pakistan optimistisch meldete, dass die USA und Iran wieder „in Richtung Friedensbemühungen“ gingen, ruderte der Iran umgehend zurück. Kurz darauf betonte ein hochrangiger iranischer Beamter erneut, dass die Straße von Hormus geschlossen bleibe, bis die USA ihr „Verhalten“ ändern.

Laut frischen Berichten aus staatlichen Medienquellen erklärte der Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats Irans, Rezaei: „Die Straße von Hormus wird nicht geöffnet, bis die USA ihr Verhalten ändern und Irans Bedingungen akzeptieren.“

Im Hintergrund hat der Iran eine bedeutende Umbesetzung der obersten Militärführung vorgenommen. Beobachter deuten das als einen Sieg der „islamisch-revolutionären“ Fraktion gegen die Revisionisten. Die Fraktion, die gegen die Unterzeichnung eines MoU-Abkommens mit Washington ist, soll sich in Teheran durchgesetzt haben.

Auch westliche Medien interpretieren das so, etwa das Wall Street Journal. Darin heißt es in einer aktuellen Analyse:

„In einer umfassenden Überholung der obersten Regierungsebene am Sonntag und Montag ernannte Iran erfahrene Hardliner zur Leitung der Sicherheitspolitik und der Repressionsinstitutionen des Landes.

Es war die bedeutendste Regierungs-Umbesetzung unter Mojtaba Khamenei, der seit Kriegsbeginn nicht mehr öffentlich gesehen wurde. US-Geheimdienste sagen, er lebe, sei aber schwer verletzt; hochrangige iranische Kabinettsmitglieder geben an, ihn seit Amtsantritt nie getroffen zu haben. Iranische Beamte sagen, er sei verletzt, aber bei guter Gesundheit.

Analysten sagten, die Ernennungen signalisierten Khameneis Entschlossenheit, in der Konfrontation mit Präsident Trump standhaft zu bleiben, der Zugeständnisse beim iranischen Nuklearprogramm und der Straße von Hormus anstrebt.

‚Das Regime bereitet sich auf eine konfrontativere Haltung im Inland und Ausland vor‘, sagte Kasra Aarabi, Experte für die Islamische Revolutionsgarde (eine mächtige paramilitärische Truppe) bei United Against Nuclear Iran, einer Organisation, die sich gegen die iranische Regierung stellt.“

Damit sind alle Beobachter bestätigt, die dies vorhergesagt haben: Ein Angriff der USA wird die antiamerikanischen Teile im iranischen Regime stärken.

Für manche – besonders die Nicht-Interventionisten – war von Tag eins an klar, dass der Krieg diesen Verlauf nehmen würde.

Dem Ölmarkt scheint das aktuell wieder egal zu sein. Trotz andauernder Angriffe auf internationale Schiffe in den regionalen Gewässern wird derzeit wieder Optimismus gestreut, und der Preis beruhigt sich.

Dafür hat auch Pakistan gesorgt, das signalisiert hat, die USA und Iran stünden kurz vor einer Einigung und die Lage bewege sich in Richtung Frieden. Die Ölpreise stürzten daraufhin vor Markteröffnung ab.

Die Realität sieht anders aus, doch der Markt wurde wieder erfolgreich manipuliert. Denn die USA setzen weiterhin klar ihre militärische Blockade der iranischen Häfen durch. US-Streitkräfte sollen am frühen Dienstag auf ein unter panamaischer Flagge fahrendes Schiff geschossen haben, das versuchte, die amerikanische Blockade iranischer Häfen zu durchbrechen.

Es sieht demnach keineswegs danach aus, dass sich USA und Iran näherkommen – im Gegenteil. Dazu erneut das Wall Street Journal:

„Ein US-Militärhubschrauber feuerte auf das Ruder des Schiffes, nachdem dessen Besatzung Warnungen amerikanischer Kräfte, die die Seeblockade iranischer Häfen durchsetzen, ignoriert hatte, so der Beamte. Es gab zunächst keine Meldungen über Opfer bei dem Vorfall, der vor der Morgendämmerung am Dienstag stattfand. Der US-Beamte sagte, das Schiff schien nach dem Angriff zu versuchen, seine Besatzung auf ein anderes ziviles Schiff zu überführen.“

Auch im Roten Meer gibt es Zwischenfälle. So kam es zu einem Angriff auf ein Handelsschiff vor der Küste des Jemen. Der Jemen hat bekannt gegeben, dass mindestens drei Menschen bei einem Houthi-Angriff auf ein nicht identifiziertes Handelsschiff in der Bab-al-Mandeb-Straße getötet wurden; eine unmittelbare Bestätigung der Houthis selbst blieb jedoch aus.

Das kleine Schiff wurde als das unter tansanischer Flagge fahrende Tihamah identifiziert. Berichten zufolge sind dies die ersten Todesopfer durch Houthi-Seeangriffe seit Beginn des Iran-Kriegs im Februar.


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10 Kommentare

  1. Jan 12. August 2026 um 22:12 Uhr - Antworten

    Die „Entschlossenheit, in der Konfrontation mit Präsident Trump standhaft zu bleiben“ führt zu Ölpreisen von 150 USD pro Barrel.

    Da der Pipelinesprenger und die Leyen alle Lieferungen aus Russland verunmöglichen, bleibt den Europäern nur, unverschämte Preise bei den Amis zu zahlen – für Öl, das diese aus Kanada importieren.

    Trump hatte seinen Wählern einen Aufschwung versprochen und er wird ihn bekommen!

  2. Siegfried der Drachenkoeter 12. August 2026 um 19:52 Uhr - Antworten

    Trumps Rache. Der Westen hat ihn kaputt machen wollen, also macht Trump den Westen kaputt. Passt doch alles, man muss nur genauer hinsehen :-)

  3. Siegfried der Drachenkoeter 12. August 2026 um 19:48 Uhr - Antworten

    Zur Strafe will Trump die Milchstraße für den Iran sperren.

  4. Glass Steagall Act 12. August 2026 um 12:13 Uhr - Antworten

    Mit einer Sache dürfen wir Aufgrund der Situation um Hormus schon bald rechnen und zwar mit einer aufgestauten heftigen Entladung von Inflation! Solche Kriege entfesseln die Geldentwertung noch viel schneller, mit Zeitverzögerung!

  5. therMOnukular 12. August 2026 um 11:55 Uhr - Antworten

    Die ganze Golf-Story könnte bald eine neue Dimension bekommen…..

    7 Tote und zahlreiche Verletzte durch eine Messerstecherei auf US-Flugzeugträger. Und das nicht wegen einer Frau oder Poker-Betrug, sondern im Rahmen einer Anweisung der Vorgesetzten. Die kamen wohl nicht mehr so gut an wie gewohnt.
    Larry J. bekam Post von einer Mutter, darin Bilder ihres Sohnes, der im Laufe seines Einsatzes bereits 15kg Körpergewicht verlor.
    etc.

    Die US-Navy pfeift aus ihrem letzten Loch und jetzt revoltieren die Besatzungen nicht „nur mehr“ durch Sabotage am Material, sondern direkt an der Befehlskette. Fast dasselbe Bild in den oberen Etagen: die Liste der „entbundenen“ Kommandeure wird immer länger, die Gefolgschaft wird nur noch von Speichelleckern gewährt. Und last but not least zeigt die Ausrede auf Biden und der Wutausbruch gegen Hegseth wegen akutem Munitionsmangel, dass das Scheitern mittlerweile auch der Potus bemerkt hat.

    Zum ersten Mal haben die USA einen strategisch verlorenen Krieg nicht nur aufgegeben, sondern wurden aus über Jahrzehnte ausgebauten Basen vertrieben, die auch in 2000km Entfernung nicht geschützt werden konnten.

    Nimmer lange und der „Peace-President“ hat sein Werk vollendet und dem Imperium den Todesstoß versetzt. Ohne Imperium wird es deutlich weniger Kriege geben – zumindest in absehbarer Zeit und für eine gewisse Zeit. Das macht Hoffnung.

    • Hello 12. August 2026 um 12:21 Uhr - Antworten

      „Nimmer lange und der „Peace-President“ hat sein Werk vollendet und dem Imperium den Todesstoß versetzt. Ohne Imperium wird es deutlich weniger Kriege geben …“

      Dann hat Trump ja den Friedensnobelpreis tatsächlich verdient!

      „…USA einen strategisch verlorenen Krieg nicht nur aufgegeben, sondern wurden aus über Jahrzehnte ausgebauten Basen vertrieben,…“

      Haben die USA tatsächlich Basen am Golf aufgeben müssen? Welche? Ich bin offenbar nicht up to date.

      • therMOnukular 12. August 2026 um 17:45 Uhr

        „Haben die USA tatsächlich Basen am Golf aufgeben müssen? Welche? “

        Die schlechte Versorgung auf den Schiffen in der Region kommt zB daher, dass die Navy das Hauptquartier in Bahrain und den Heimathafen der 5. Flotte aufgeben musste (schon im März) – die Versorgung der Golf-Flotte erfolgt derzeit über Indien.
        CENTCOM hat zudem vor einigen Tagen selbst verkündet, dass der Iran „eh nur“ leere, verlassene Basen zerstört (woraufhin der Iran sich mehr auf Jordanien konzentrierte).
        Im wesentlichen berichten auch „offizielle“ US-Medien, dass insgesamt 13 Basen unbenutzbar und verlassen seien (manchmal heißt es auch 20), weil Kommunikation, Aufklärung & Logistik zerstört sind. Darunter zB das größte Truppen-„Verteilzentrum“ in Kuwait, über das bisher alle Golf-Kriege der USA versorgt wurden. Der zentrale Flughorst der Region in den UAE ist ebenfalls schon länger verwaist, da man keine Lust mehr hatte, die Flieger am Boden zu verlieren – und ohne Wartungshallen, Betankung, Satellitenkomm, etc. ist es schwer in der Wüste…..auch die CENTCOM-Zentrale in Katar musste auf die Träger „ausgelagert“ werden, nachdem Langstreckenradare und Sat.-Komm. zerstört wurden (und deren Kommandanten man in Hotels aufspürte und ebenfalls mit Drohnen verfolgte).

        Auch andere Länder ziehen ihre Kontingente ab, wie zB Deutschland (Irak/Erbil).
        Bei einer Abfangquote von 2-3% ist das für den Iran das reinste Tontauben-Schießen.
        Und mittlerweile sieht es sogar danach aus, als hätte der Iran mit der Reichweite seiner Raketen bislang untertrieben & geblufft und scheinbar kann man noch eins draufsetzen (sicher aber bald, da es dafür „Gründe“ gibt).

        Kleines Funfact: die USA haben immer wieder versucht, wichtige Assets zu „verstecken“ und an ungewöhnlichen Orten zu parken (zB das AWACS, das der Iran dennoch in 2 Hälften spaltete) – weil man nicht bedachte, dass der Iran Drohnen mit Kameras und „KI“ schickt, die nach ihren Zielen suchen können und sie auch finden, wenn sie die Amis ein paar 100m umgeparkt haben.
        Heißt, die USA sind in ihrem taktischen Denken immer noch im 20. Jhdt, der Iran ist im 21.
        (Viele der sensibelsten und elementarsten mobilen Systeme wie THAAD, HIMARS & Patriot wurden mit solchen Drohnen zerstört – darum auf den Satellitenbildern keinerlei Einschläge im Umkreis, sondern stets direkte Treffer der Fahrzeuge).
        Die USA sind tatsächlich wehrlos und können ihre Assets im Umkreis von 2000km des Iran nicht schützen – so viel steht fest. Sie haben daher gar keine andere Wahl, als ihre Vasen aufzugeben.

      • Hello 12. August 2026 um 19:01 Uhr

        therMOnukular
        12. August 2026 um 17:45 Uhr

        Eine sehr gute Zusammenfassung. Danke.
        Hoffen wir also auf einen verdienten Friedensnobelpreis für Trump.

      • therMOnukular 12. August 2026 um 20:17 Uhr

        Gern geschehen…aber nehmen Sie sie nicht zu wörtlich.

        In Summe ist alles von verschiedensten Stellen rund um den Globus bestätigt, auch in Bildern und von Fox, CNN & Co.
        Ich gehe aber davon aus, dass ich Details verwechsle….und der zentrale Flughorst (also inkl. Airforce-Koordinationsknoten) ist/war zB doch nicht in den UAE, sondern Katar….oder so….;))

        Das „Bild“, das ich gezeichnet habe, halte ich aber für erwiesen und zutreffend.

        Und direkt aus dem Kongress (oder Senat?…;)) ein zusätzliches Funfact, das mich diese Minuten erreicht hat: in einer Sitzung argumentierte die Abgeordnete das gewachsene Militärbudget damit, dass man ja schließlich u.a. angeordnet habe, die Produktion von 600 Patriot PAC3/Jahr auf 14.000 (!) anzuheben.
        Sagt einem doch alles: nix mehr da; irrationale „Planung“ da einerseits absurd unerreichbar und andererseits, weil es schlicht Alternativlosigkeit zeigt, wenn man genau das so massiv ausbauen will, was sichtbar versagt (sowohl in der Ukraine als auch gegen den Iran – wobei man anmerken muss, dass sich das „nur“ auf Raketenabwehr bezieht, gegen Flugzeuge sind diese Systeme deutlich besser aufgestellt….aber eben darauf hat der Iran seine Strategie ja a priori ausgelegt (und Russland kann sich anpassen)).

        Wie gesagt, nimmer lang…;))
        (Speichellecker sind eben noch einen Deut blöder, als Mitläufer!)

      • Fritz Madersbacher 12. August 2026 um 22:33 Uhr

        „Trump weist Berichte über Munitionsknappheit zurück

        US-Präsident Donald Trump hat Medienberichte über eine Munitionsknappheit im Krieg gegen den Iran zurückgewiesen und Journalisten mit hohen Haftstrafen gedroht. Die US-Streitkräfte hätten „riesige Mengen an ‚Munition‘, vor allem bestimmter Arten“, schrieb Trump heute in seinem Onlinedienst Truth Social. US-Medien hatten zuvor berichtet, ein Mangel an Raketen habe Trump von weiteren Angriffen auf den Iran abgehalten.
        Laut einem Bericht der „Washington Post“ hatte Trump am Freitag seinen Verteidigungsminister Pete Hegseth wegen der fehlenden Munition zur Rede gestellt. Er habe gedacht, die Probleme seien „gelöst worden“, habe Trump gesagt, zitierte die Zeitung aus mit den Vorgängen vertrauten Kreisen.
        Dem Bericht zufolge musste der US-Präsident wegen der schrumpfenden Vorräte geplante neue Angriffe auf den Iran absagen, nachdem er Teheran zuvor gedroht hatte, das Land „sehr hart“ zu attackieren.
        Der Fernsehsender CNN berichtete ebenfalls, ein Mangel an Langstrecken- und Abwehrraketen habe Trumps Strategie im Krieg gegen den Iran beeinträchtigt. Die US-Streitkräfte hätten inzwischen „fast 80 Prozent“ ihres Vorrats an Abwehrraketen vom Typ THAAD aufgebraucht. Die THAAD-Raketen sind nach dem Patriot-System die zweitwichtigste Technologie für die Luftabwehr.
        Trump-Drohung gegen Journalisten

        In einem Post auf seiner Plattform Truth Social schrieb Trump gestern Abend (Ortszeit): Jene Journalisten, die „diese verräterischen Aussagen“ veröffentlicht hätten, würden „gejagt“, und er ergänzte: „Es werden lange Haftstrafen angestrebt werden!“

        (ORF.at/Agenturen, 6. August 2026)

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