
Westasien: Ein Imperium am Scheideweg – Zwischen „Theaterdiplomatie“ und Eskalation
Die Lage in Westasien bleibt hochgradig instabil. Während um die Straße von Hormuz zähe Verhandlungen geführt werden, eskalieren die Kämpfe im Jemen, hält die Gewalt in Gaza und der Westbank an und bleiben Libanon sowie Irak Spannungsfelder. Ein Überblick auf Basis aktueller Berichte.
Trump liefert das nächste Schmierenstück und fordert jetzt Kompensation von Iran — und zwar nicht nur für die fünf Monate des laufenden Krieges, sondern gleich für die letzten fünfzig Jahre. Iran kontert mit Reparationsforderungen für US-amerikanische Zerstörungen und lässt über die halboffizielle Nachrichtenagentur Fars News durchsickern, dass US-amerikanische und israelische Schiffe von der Straße von Hormuz ausgeschlossen bleiben — bis zur vollständigen Begleichung der Schadenssumme. Dazu eine Strafgebühr von 20 Prozent des Ladungswerts für jeden Verstoß gegen das neue Schifffahrtsregime, das Teheran gemeinsam mit Oman aufsetzt.
Doch der Reihe nach.
Die Straße von Hormuz: Wer kontrolliert wen?
Die Zahlen, die uns vorliegen, sprechen Bände. Von einst 130 bis 140 täglichen Schiffsdurchfahrten vor Kriegsbeginn ist der Verkehr laut Kpler-Tracking-Daten auf zuletzt zwei Schiffe am Mittwoch zusammengebrochen — um dann am Donnerstag kurzzeitig auf acht anzusteigen. Im Bab el-Mandeb, dem südlichen Nadelöhr zwischen Jemen und Dschibuti, passierte am selben Tag ein einziges Trockengutschiff die Meerenge. Zwanzig waren es noch am Vortag.
Trump behauptete am Montag im Oval Office: „Nur die United States Navy kontrolliert die Straße von Hormuz. Wir haben die gesamte Meerenge minengeräumt.“ Im GRunde ist es müßig auf den Lügenbaron Trump noch zu hören, Sinn macht lediglich die Handlungen der USA zu verfolgen.
Der Iran verfügt über Jahrzehnte entwickelte asymmetrische Seekriegskapazitäten — von Schnellboot-Schwärmen über Seezielflugkörper bis zu intelligenten Seeminen, die selektiv auf bestimmte Schiffsprofile reagieren. Die Vorstellung, die US Navy könne das alles „wegräumen“ und dann den Schiffsverkehr wieder aufnehmen, ignoriert die militärische Realität vollständig.
Die halboffizielle iranische Agentur Tasnim News meldete unterdessen Details zum geplanten Oman-Abkommen: Eingehender Verkehr soll durch iranische Hoheitsgewässer und unter iranischer Kontrolle laufen, ausgehender Verkehr über eine Route näher an Oman. Ein zentraler Korridor soll später beide provisorischen Routen ersetzen. Das klingt technisch; in Wirklichkeit bedeutet es, dass kein Tropfen Öl ohne Teherans Zustimmung den Golf verlässt.
Brent Crude notierte am Freitag bei 83,55 Dollar pro Barrel. WTI bei 78,17 Dollar. Dass diese Preise angesichts eines faktisch geschlossenen Persischen Golfs nicht längst dreistellig sind, liegt nur daran, dass die Märkte noch immer nicht begriffen haben, dass dies kein kurzer Sturm ist, der vorüberzieht.
Jemen und Bab el-Mandeb
CNN meldete unter Berufung auf saudische Geheimdienstquellen, dass Riad sich auf „mehrere koordinierte Angriffe“ irakischer Milizen vorbereitet, die mit den Houthis und den iranischen Revolutionsgarden zusammenarbeiten. Zwei saudische Öltanker wurden bereits im Golf von Aden getroffen — die Houthis reklamierten die Angriffe für sich.
Die strategische Logik ist glasklar: Solange die Houthis das Bab el-Mandeb bedrohen und irakische Milizen saudische Energieinfrastruktur angreifen, sitzt Iran am längeren Hebel. Trump mag die Straße von Hormuz für „offen“ erklären — wenn gleichzeitig im Süden kein Schiff durchkommt und Saudi-Arabiens Ölanlagen brennen, ist das eine Worthülse.
Der Sprecher des iranischen Parlaments, Mohammad Bagher Ghalibaf, lachte auf X über Trumps „Theaterdiplomatie im Loop: ‚Massiver Angriff kommt … warte, vergiss es, sie wollen verhandeln‘“.
Dass Ghalibaf — selbst ehemaliger IRGC-General und keineswegs ein moderater Reformer — derart offen spottet, zeigt, wie wenig Respekt Teheran derzeit vor Washington hat. Man hält die Amerikaner für berechenbar: innenpolitisch unter Druck, militärisch abgenutzt, kurz vor den Kongresswahlen im November.
Der Mekka-Pakt: Eine neue Achse formiert sich
Das bedeutendste geopolitische Signal der letzten Tage kam nicht aus Washington oder Teheran, sondern aus Mekka. Am Freitag unterzeichneten Saudi-Arabien, die Türkei und Pakistan ein gemeinsames Verteidigungsabkommen — den sogenannten Mekka-Pakt.
Präsident Erdoğan reiste unter strengster Geheimhaltung an. Die Reise stand nicht auf seinem offiziellen Terminplan. Türkische Beamte fürchteten, eine frühzeitige Bekanntgabe hätte „unerwünschten Mächten“ die Möglichkeit gegeben, das Abkommen zu sabotieren.
Drei sunnitische Schwergewichte — das saudische Königreich, die türkische Republik und die pakistanische Atommacht — schließen einen militärischen Beistandspakt. Iran reagierte betont gelassen. Außenministeriumssprecher Esmaeil Baghaei erklärte, Teheran sehe „keinen Grund zur Besorgnis“ und interpretiere das Abkommen als „Wandel in der Wahrnehmung“ der USA sowie als Hinwendung zu größerer regionaler Selbstständigkeit.
David Hearst, Chefredakteur von Middle East Eye, nannte den Pakt in seiner Analyse eine „notwendige Machtdemonstration“ — und verwies darauf, dass Ankara und die arabischen Staaten drei Jahre lang tatenlos zugesehen hatten, während Israel erst Gaza, dann das Westjordanland, dann den Südlibanon in Schutt und Asche legte.
Gaza, Westbank, Libanon: Der Krieg, der nicht endet
Während alle Augen auf Hormuz gerichtet sind, läuft der israelische Vernichtungsfeldzug weiter — jetzt im dritten Jahr.
Im Gazastreifen lehnte Netanjahu am Sonntag einen von Trump forcierten Abzugsplan kategorisch ab. Bedingung für jeden israelischen Rückzug: die „vollständige Entwaffnung“ der Hamas. Ein US-Beamter des sogenannten „Board of Peace“ — man beachte die Orwell’sche Namensgebung — erklärte zwar, der Plan sei „sehr wohl noch operativ“, aber die israelische Regierung stellt Bedingungen, die keiner palästinensischen Fraktion akzeptabel sind.
Im besetzten Westjordanland eskalieren Siedlergewalt und Militärpräsenz gleichermaßen. Wafa meldete allein am Montag: Schüsse auf Palästinenser nahe al-Ram, Zerstörung von Wasserleitungen bei Tubas für den Bau einer Militärstraße, Brandstiftung durch Siedler in Jiljilyya, die Belagerung einer palästinensischen Familie in Qusra — israelische Soldaten machten Selfies mit den Siedlern und zogen dann ab, ohne die Belagerung zu beenden. Dazu Razzien in Balata, Landenteignung in Marda.
Das ist keine „Sicherheitsoperation“. Das ist Massenmord, systematische Vertreibung und Landraub unter Kriegsbedingungen, gedeckt von einer Regierung in Jerusalem, die weiß, dass Washington sie nicht fallenlassen kann — bei aller Rhetorik über Differenzen zwischen Trump und Netanjahu.
Im Südlibanon gab es am Montag zwei israelische Luftangriffe nahe Mansouri. Gleichzeitig sollen US-vermittelte Gespräche zwischen Libanon und Israel Anfang September in Rom fortgesetzt werden. Ein US-Beamter sprach von „positivem Prozess“ und ersten operativen Pilotzonen — während im Hintergrund die Bomben fallen. (Middle East Eye)
Im Irak schließlich bereiten sich pro-iranische Milizen offenbar auf Angriffe gegen Saudi-Arabien vor — koordiniert mit den Houthis und den Revolutionsgarden. CNN zitierte einen saudischen Beamten mit der Einschätzung, Angriffe stünden „in sehr naher Zukunft“ bevor. (CNN)
Die Inszenierung und die Realität
Was wir hier beobachten, folgt einem Muster, das aus den letzten drei Jahrzehnten vertraut ist: Washingtons außenpolitisches Establishment inszeniert Verhandlungen, während die militärische Eskalation weiterläuft.
Trump sagt, die Straße sei offen. Die Schiffsdaten sagen etwas anderes.
Trump sagt, die Beziehung zu Netanjahu sei „sehr gut“. Netanjahu lehnt Trumps Gaza-Plan öffentlich ab.
Trump sagt, eine Einigung mit Iran stehe kurz bevor. Irans Chefunterhändler nennt das „Theaterdiplomatie“.
Die iranische Führung — Präsident Pezeshkian und der neue Oberste Führer Mojtaba Khamenei, der sich seit seiner Machtübernahme nicht ein einziges Mal öffentlich gezeigt hat — spielt unterdessen Schach, während Washington Dame spielt. „Wir sind professionelle Schachspieler“, ließ Teheran verlauten. Trump konterte mit „es ist wie ein Schachspiel“ — was eher den Eindruck erweckt, er habe die Regeln noch nicht ganz verstanden. (Al Jazeera)
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„Trump liefert das nächste Schmierenstück … Im GRunde ist es müßig auf den Lügenbaron Trump noch zu hören“
Über den POTUS würde Charlie Chaplin heute wohl einen Film drehen wie seinerzeit über den GRÖFAZ, diese Operettenfigur ist einfach wie gechaffen dafür …
Welch ein Schmierentheater!
Trump mimt den Politclown wären er und seine Spießgesellen Millionen scheffeln.
Das Großmaul Trump ist ein großes Ärgernis. In seiner Jugend war die USA Great, aber er hat keine Ahnung warum und noch weniger hat er eine Idee für einen neuen Weg, die USA wieder Great zu machen. Er zündelt mit der Welt stärkstem Militär, das sich einst als Weltpolizei positionierte.
Hat ihm niemand gesagt, dass ihm die Raketen ausgegangen sind? Währenddessen werfen ihm Tucker Carlson und Andere offen Wahlbetrug vor, wo er doch versprochen hat, Kriege zu beenden statt neue anzufangen – im fremden Interesse. Mit weiteren Spinnereien macht er seine Lage nur noch schlimmer.
Bibi is Controlling Trump Behind the Scenes – w/ Col. Larry Wilkerson | The Truthseeker – https://www.thetruthseeker.co.uk/?p=329894
Patrick O’Carroll – Iran Leads the Masonic Muslim Brotherhood | The Truthseeker – https://www.thetruthseeker.co.uk/?p=329906
„It’s a big club, and you ain’t in it!“
— George Carlin