Vorbereitungen für Energie-Lockdown: „Sicherheitsplattform Strom“

13. August 2026von 2,4 Minuten Lesezeit

Rund 4.300 Großverbraucher müssen sich in Deutschland für die neue „Sicherheitsplattform Strom“ der Bundesnetzagentur registrieren. Dabei wird Mangel-Organisation und die Digitalisierung vorbereitet.

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) baut derzeit die „Sicherheitsplattform Strom“ (kurz SiPlaS) auf. Das digitale System soll genutzt werden, wenn eine längere Strommangellage vorliegt- man kann sich denken, wie die „Energiewende“ läuft.

Im Fall eines längeren Mangels, soll die Plattform die Kommunikation und Koordination mit großen Stromverbrauchern ermöglichen. Nach Angaben der Behörde müssen sich rund 4.300 Betriebe und andere Großverbraucher registrieren. Die Pläne wurden zunächst intern vorbereitet und erst nach Berichten öffentlich näher erläutert.

Die Sicherheitsplattform Strom ist als Kommunikations- und Datenbank-Tool konzipiert. Sie soll der Bundesnetzagentur in ihrer Rolle als Bundeslastverteiler nach dem Energiesicherungsgesetz (EnSiG) helfen, bei einer festgestellten Mangellage Lastreduktionen anzuordnen.

Im Ernstfall melden die registrierten Unternehmen zunächst ihren geplanten Stromverbrauch und mögliche Einsparpotenziale. Die BNetzA kann dann mit einem Vorlauf von mindestens 24 Stunden (in manchen Darstellungen bis zu drei Tagen) eine Reduktion anordnen: angeordnete Rationierungen also.

Die Betriebe sollen ihre Produktion eigenständig herunterfahren. Bei Nichtbefolgung droht die Aufforderung an den zuständigen Netzbetreiber, den Anschluss abzuschalten. Einen grundsätzlichen Anspruch auf Entschädigung für Produktionsausfälle sieht die Behörde nicht.

Die Plattform richtet sich ausdrücklich nicht an kurzfristige, unvorhersehbare Störungen (etwa durch lokale Kabelschäden oder Sabotage), sondern an absehbare, strukturelle Mangellagen.

Die Registrierungspflicht greift ab einem Jahresverbrauch von 8 Gigawattstunden (GWh) pro Marktlokation (Verbrauchsstelle). Eingriffe und Lastreduktionen sind ab etwa 10 GWh vorgesehen – abhängig von der konkreten Situation. Laut BNetzA sind etwa 3.300 Verbraucher mit mehr als 10 GWh und rund 1.000 mit 8 bis 10 GWh betroffen, insgesamt also rund 4.300. Das berichtet Apollo News.

. Betroffen sind vor allem energieintensive Industrien wie Chemie, Metall, Papier oder Lebensmittelproduktion. Entscheidend ist nicht der Gesamtverbrauch eines Konzerns, sondern der Verbrauch je einzelner Marktlokation. Ein Unternehmen kann daher mehrere Registrierungen haben.

Die Behörde meldet, dass all dies freilich rein präventiv geschehe und dass derzeit keine Strommangellage drohe. Das deutsche Stromnetz gehöre weiterhin zu den stabilsten der Welt. Großflächige, länger andauernde Ausfälle seien sehr unwahrscheinlich. Dennoch sei es Aufgabe der Behörde, auch für unwahrscheinliche Szenarien vorzusorgen.

Den Zusammenhang zwischen Energiewende, des Atomausstieg und der verstärkten Abhängigkeit von wetterabhängigen erneuerbaren Energien sowie der europäischen Vernetzung wird nicht gerne erwähnt. Doch die Versorgungssicherheit war schon einmal besser.

Die BNetzA hat inzwischen Unterlagen und Präsentationen auf ihrer Website veröffentlicht und plant weitere Informationen. Zunächst mussten aber Medien darüber berichten.

Bild „Blackout New York Hospital Hurricane Sandy Manhattan City“ by MichaelTapp is licensed under CC BY-NC 2.0.

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4 Kommentare

  1. rudifluegl 14. August 2026 um 1:48 Uhr - Antworten

    „Das deutsche Stromnetz gehöre weiterhin zu den stabilsten der Welt.“
    Im Marianengraben in 11000 Meter Tiefe ist es allerdings noch stabiler.
    Ich war gerade unten und habe mir das angeschaut.
    Das sollten die verantwortlichen auch tun!

  2. Andreas_Sch. 13. August 2026 um 21:58 Uhr - Antworten

    Haben die Staaten in Westeuropa eigentlich noch den Status eines „Schwellenlandes©“ (Schwelle zu was?) oder sind sie mittlerweile auf sog. „Drittweltniveau ®“ gesunken?

  3. Pierre 13. August 2026 um 17:48 Uhr - Antworten

    Wenn man den Markt immer weiter künstlich verändert, dann muss man halt irgendwann zur Planwirtschaft übergehen.

  4. VerarmterAdel 13. August 2026 um 15:46 Uhr - Antworten

    You will own nothing and be happy (to die) by 2030 oder ansonsten tun, was immer das ferngesteuerte Politverbrecherpack der bis dahin vollständig privatisierten Staaten will.

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