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Politik

Trump verkündet Waffenruhe, die Drohnen fliegen weiter

1 Kommentare 12. Oktober 2026 3 Minuten Lesezeit von Thomas Oysmüller

Am Sonntag erklärte Donald Trump eine Energie-Waffenruhe zwischen Russland und der Ukraine. Für Selenskyj war das eine „neue“ Information; kurz danach kam es zu einer Explosion bei einem ukrainischen Kraftwerk.

Vor den Zwischenwahlen konzentriert sich Donald Trump nun wieder stärker auf die Ukraine – wohl auch, um Westasien aus den Schlagzeilen zu bekommen. Dabei erinnert alles stark an ein Déjà-vu. Nicht zum ersten Mal erklärte Trump, dass er genug von Selenskyj habe. (Erinnert sich noch jemand an Selenskyjs ersten Besuch bei Trump im Weißen Haus?) Am Sonntag verkündete er dann eine „sofortige Energie-Waffenruhe“. Ob Moskau und Kiew davon gewusst haben, bleibt offen.

Am Samstag hatte Trump zumindest indirekt mit Selenskyj gestritten, der die Diesel-Vereinbarung als „nicht fair und nicht ehrlich“, als „Zeichen der Schwäche“ von Trump und als „Geburtstagsgeschenk“ an Putin bezeichnet hatte. Trump wünschte sich daraufhin (wieder einmal) einen neuen Präsidenten für die Ukraine.

Am Sonntag verkündete Trump dann – erneut zur großen Überraschung der westlichen Verbündeten – auf Social Media eine neue Energie-Waffenruhe zwischen der Ukraine und Russland. Kiews Reaktion: Davon wisse man nichts. Auch das ist nicht das erste Mal. Erst Mitte September hatte Trump eine Energie-Waffenruhe verkündet. Am 14. September hieß es: „Die Ukraine hat zugestimmt, keine russischen Energieziele zu treffen. Russland hat zugestimmt, dasselbe zu tun.“

An der Kriegsführung änderte sich damals nichts. Und auch diesmal scheint es ähnlich zu laufen. Selenskyj beschuldigte nur wenige Stunden später Russland, ein Kraftwerk in Kiew angegriffen zu haben. Ihm zufolge sei ein Kraftwerk in Kiew mit einer „Shahed“-Drohne getroffen worden, und viele Bezirke hätten Stromausfälle gehabt. Später soll es Angriffe auf Energieanlagen in der Region Charkiw gegeben haben. Russland hat diese Angriffe nicht bestätigt.

Auch ob die Ukraine sich an Trumps Vorgabe halten wird, ist höchst fraglich. Westliche Medien berichten, dass amerikanische Diplomaten derzeit europäische Hauptstädte lobbyieren sollen, um die Ukraine unter Druck zu setzen, die Angriffe auf russische Ölraffinerien einzustellen. Auch das hat man schon öfter gehört. Und täglich grüßt das Murmeltier…So droht Washington wieder einmal, die Kriegsunterstützung für Kiew zurückzunehmen. Schon öfter gehört: US-Waffen, Geheimdienstinformationen und so weiter. Ein Beamter, der eine Nachricht von einem Pentagon-Beamten erhielt, sagte: „Sie rufen Kiew an. … Sie rufen alle [in Europa] an“, um sie unter Druck zu setzen.

Immerhin gab es in der Nacht auf Montag keine gemeldeten Treffer auf russische Energieinfrastruktur. Russland meldete allerdings 151 abgeschossene Drohnen über elf Regionen. Am Wochenende dürfte zudem ein Yandex-Datenzentrum getroffen worden sein. Ein russischer oppositioneller Bericht sprach davon, dass möglicherweise drei der fünf größten Yandex-Supercomputer beeinträchtigt wurden. Es war der dritte Angriff auf Yandex-Datenzentren innerhalb weniger Tage. Yandex bestätigte den Schaden und den Betriebsstopp; es gab starke Störungen bei Taxi-, Zahlungs- und anderen Diensten in Russland und Nachbarländern. Nach einer Waffenruhe klingt das nicht.


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1 Kommentar

  1. Varus
    Antworten

    @“Ein russischer oppositioneller Bericht sprach davon, dass möglicherweise drei der fünf größten Yandex-Supercomputer beeinträchtigt wurden.“

    Wenn man seit 4,5 Jahren im Krieg ist, hätte man längst dafür sorgen müssen, dass eigene Rechenzentren viel robuster geschützt sind?

    Solange der Trumpigste nicht nachrichtendienstliche Infos usw. abstellt, glaube ich ihm nichts mehr.

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