
Eintrittsgeld für den Kölner Dom
Der Kölner Dom ist das größte und wichtigste Bauwerk der Gotik in Deutschland. Bisher konnte man den Dom frei betreten und besichtigen. Das ist nun vorbei. Ab dem 1. Juli 2026 verlangt das Domkapitel für den Besuch des Kölner Domes ein happiges Eintrittsgeld von 12 Euro pro Person.Es sind nicht „nur“ 12 Euro, die 12 Euro sind ein weiteres Anzeichen für den gesellschaftlichen und kulturellen Niedergang Deutschlands.
Es ist keinesfalls so, dass der Dom zu einem großen Teil aus dem 19. Jahrhundert stammt. Das gilt allenfalls für Teile des Schiffes und die beiden Türme. Insbesondere der Chor ist ausschließlich mittelalterlich. Außerdem gibt es im Dom zahlreiche Glasfenster aus dieser Epoche, ebenso viele Altäre, Grabmäler und den Dreikönigsschrein. Im Dom stehen so viele Kunstwerke, so dass man sie bei einem einmaligen Besuch gar nicht alle besichtigen kann. Die beiden Dombaumeister Arnold Wolf und Barbara Schock-Werner haben einen Führer verfasst, der den Dom selbst und alle diese Kunstwerke detailliert beschreibt.[1]
Für die Turmbesteigung und die Schatzkammer musste ohnehin schon gezahlt werden. Ebenso für die Domführungen, wobei man nur im Rahmen dieser Führungen bestimmte Bereiche überhaupt betreten darf.
Offiziell wird diese unverschämte Preissteigerung damit begründet, dass seit 2024 bei der Erhaltung des Domes ein Defizit aufgetreten sei. Dieses ist aber mit rund 200.000 Euro pro Jahr relativ gering.
In den letzten Jahren haben etwa 6 Millionen Menschen pro Jahr den Dom besucht. Mit der Erhebung von Eintrittsgeld dürfte diese Zahl drastisch sinken. Aber selbst wenn die Zahl der Besucher um 70% zurückgeht, wären es immer noch 1,8 Millionen und das Bistum Köln würde damit ein Eintrittsgeld von 21,6 Mio. Euro pro Jahr erlösen. Dies steht in keinem Verhältnis zu dem Defizit von 200.000 Euro, mit dem die Erhebung von Eintrittsgeld offiziell begründet wird.
Zudem werden nur bescheidene 16 Millionen Euro pro Jahr für die Erhaltung des Doms einschließlich des Betriebs der Dombauhütte von Staat und Kirche bereitgestellt. Dazu gehört auch die Beseitigung der Kriegsschäden, die noch lange nicht abgeschlossen ist. Im Vergleich dazu lässt sich der Staat den Betrieb des Zensurkomplexes durch Unterstützung von „N“GOs pro Jahr 300 Millionen Euro kosten. Hieraus wird ersichtlich, was für den Staat wirklich wichtig ist.
In der Diskussion geben die Verantwortlichen im Grunde genommen zu, dass man sich an dem Maximum dessen orientiert, was man für ein Kunstwerk diesen Ranges verlangen kann. So werden häufig die Eintrittsgelder für den Mailänder Dom in Höhe von 13,50 Euro und die Londoner St. Pauls-Cathedral in Höhe von 30 Pfund zum Vergleich angeführt. Das Preisniveau passt sich also an die Zahlungsbereitschaft von wohlhabenden internationalen Touristen vor allem aus Asien an.
Während die ehemalige Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner diesen Schritt scharf kritisiert, sind junge Journalisten hellauf begeistert. Schock-Werner kritisiert, dass wichtige Kulturgüter wie der Kölner Dom nur noch Wohlhabenden offen stehen.[2]
Journalisten wie Arno Frank vom Deutschlandfunk Kultur plappern die die offizielle Begründung gedankenlos nach und ermutigen das Domkapitel im Grunde genommen, noch härter zuzulangen. Der Leser muss hingegen selbst recherchieren, ob die offizielle Begründung überhaupt stichhaltig ist – was sie nicht ist.[3]
Man muss heute offenbar schon über 70 Jahre alt sein wir Schock-Werner, um zu erkennen, dass die Entscheidung des Bistums Köln aus sozialer Sicht höchst problematisch ist.
Angesichts der ohnehin schon voranschreitenden allgemeinen Verblödung durch Smartphones und süchtig machende soziale Netzwerke ist die Erschwerung des Zugangs zu Kulturgütern das Verkehrteste, was man machen kann – wenn es den Klerikern, Politikern und den Medien wirklich um die Menschen gehen würde.
Da aber die meisten Menschen in der gegenwärtigen Leitideologie des Transhumanismus ohnehin nur als Menschenmüll angesehen werden, ist dieser Schritt schon eher verständlich. Die Kritik von Papst Leo XIV an dieser Ideologie[4] entlarvt sich als Wortgeklingel, während die Praxis auch der katholischen Kirche ganz anders aussieht.
[1] Arnold Wolf: Der Dom zu Köln. Bearbeitet und ergänzt von Barbara Schock-Werner. Köln 2015.
[2] 15 Euro für den Dom? Zu teuer, sagt Ex-Dombaumeisterin, in Die Welt, 09.03.2026, im Internet: https://www.welt.de/regionales/nrw/article69ae89e210f264d559778e4c/15-euro-fuer-den-dom-zu-teuer-sagt-ex-dombaumeisterin.html
[3] Arno Frank: Eintrittsgebühr für Touristen im Kölner Dom – warum nicht?, in Deutschlandfunk-Kultur, 24.03.2026, im Internet: https://www.deutschlandfunkkultur.de/koelner-dom-eintritt-gebuehr-debatte-kommentar-100.html
[4] Peter F. Mayer: Der Papst und die Maschinen: Leo XIV. ruft zum KI-Fasten auf, TKP, 25.05.2026, im Internet: https://tkp.at/2026/05/26/der-papst-und-die-maschinen-leo-xiv-ruft-zum-ki-fasten-auf/
Bild Jan Müller
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Jan Müller, geboren 1971, ist Soziologe und lebt in einer Stadt in Hessen.
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Die Energiepolitik der Parteien – Teil 2: Die AfD
Museen Burg Altena – Es geht auch anders
Die Schäfchen laufen weg
Zahlen für 2025
Christliche Kirchen verlieren weiter Mitglieder
Im vergangenen Jahr sank die Zahl der Mitglieder der Großkirchen um etwa 1,13 Millionen, wie aus den von der katholischen Deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) veröffentlichten Statistiken für 2025 hervorgeht.
https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/kirchen-verlieren-weiter-mitglieder-100.html
Die Kirche kennt den CO2-Hoax
Was ist, wenn der Winter immer länger dauert?
2010_12_25
https://www.welt.de/geschichte/article11639867/Was-ist-wenn-der-Winter-immer-laenger-dauert.html
Vom 15. bis zum 19. Jahrhundert war es außerordentlich kalt in Europa…
:::Die „Kleine Eiszeit“ brachte den Menschen nach dem Mittelalter für Jahrhunderte Not und Elend. Die Schuld gab man den Hexen. ..
Wissenschaftliche Bestätigung der kleinen Eiszeit:
Lapointe & Bradley
Die kleine Eiszeit war die kälteste Periode der letzten 10.000 Jahre
2021_12_15
https://www.science.org/doi/10.1126/sciadv.abi8230
Die Höhe des Eintrittsgeldes lässt darauf schließen, dass man in Köln jedenfalls nicht einer baldigen Wiederkunft des Messias rechnet, denn sonst könnte es schließlich handfesten Ärger geben.
Na ja, und die Zahl 12 hat halt so einen herrlich biblischen Touch. Wahrscheinlich konnte man gar nicht anders. Herr, vergib Ihnen!
Eintrittsgelder steigen überall, weil die Kosten explodieren und die Kassen sich leeren. Letztlich ein Ergebnis der Wirtschaftspolitik.
Der Vatikan braucht sein Geld für ganz andere Sachen – etwa das weltweite Spionage-Netzwerk (das uns noch nützen könnte). Gotteshäuser waren immer Sache des Volkes, was die Erhaltung angeht – eigentlich hat das Tradition in den meisten Religionen. Gott als Geschäftsmann.
Vieles ist nur noch Show, also muss bezahlt werden. Auch den Kirchenbeitrag in A kann man „widmen“.
Der „Heilige Vater“ weiß schon, was er tut. Vor allem als Amerikaner… aber den gewissen guten Willen soll man ihm nicht absprechen, solange er nicht das Gegenteil beweist. „Arm“ war die katholische Kirche nie, nur die meisten ihrer Anhänger. Der Apparat in Rom muss erhalten werden…auch für die „Mission“. Der Schöpfer wohnt nicht in Kirchen, das ist tröstlich – ihn/sie/es findet man in der Natur und in jedem Stein. Die verlangen bisher noch keine Gebühr.
Gegen Eintrittsgelder ist erst einmal nichts zu sagen, es geht immer darum, wie ein Staat seine Überschüsse verteilt und investiert. Ob er Steuern erhebt und Kulturgüter gratis sind oder keine Steuern und Kultur zu zahlen ist.
Die Deutschen entscheiden sich gerade für Milliarden für den Pipelinesprenger statt Rente.
Man darf sich fragen, wie die Zukunft eines Volkes aussieht, das sich so etwas dringend wünscht?
Die zunehmende Propagandasteuerung à la Honecker ist Kennzeichen eines baldigen Zusammenbruchs. Da keine Kritik mehr erlaubt ist, verliert die Verwaltung an Realitätsbezug und fällt katastrophale Entscheidungen. Es geht darum, die Märkte zu besänftigen, anstelle strukturelle Besserung zu bringen.
Die Uminterpretation von „diesmal wird Honecker funktionieren“ in eine Zeitenwende ist übliche Begleitmusik. Aber da ist ja von vorne bis hinten kein Argument sichbar. Das bleibt ein Fetisch!
Ich bin ganz sicher kein Freund der katholischen Kirche (auch keiner anderen).
Aber so wie für viele Kulturgüter weltweit Eintritt bezahlt werden muss, warum nicht auch für den Kölner Dom.
Über die Höhe kann sicher diskutiert werden.
Ganz sicher soll auch über die Zuwendungen des Staates an die Religionsgemeinschaften generell gesprochen werden.
Für den Besuch einer Messe wird ja nichts verlangt werden, oder?
Notre-Dame verzichtete bewusst auf Eintritt, weil jeder Besuch höchstens zum Teil touristisch, aber auch zum Teil spirituell ist. Wenn man aber die eigene Kirche für ein Disneyland mit zwei Türmen hält…
Wer mit einer Glaubenssteuer, mit Eintritt oder wie auch immer bezahlt dafür, dass er glauben darf, hat eh schon die Kontrolle über sein Leben verloren.
Als logisch denkender Mensch habe ich mich schon als Kind gefragt, was dieser ganze Humbug soll, diese ganzen Verkleidungen, Rituale, Zeremonien, der auf nichts als Glauben basiert.
Aber es ist alles ganz einfach: Wer glaubt, der schaltet das Hirn aus, und genau darum geht es. „Halt du so arm, ich halt sie dumm und doof.“
Wer glaubt, der kommt den Interessen der Psychopathenelite und ihrem Millionenheer willer Unterstützer und Profiteure nicht in die Quere – im Grunde ist es eine Mafia -, die die komplette Welt unter sich aufteilen und alle entsorgen, die stören.
Wer glaubt, der fragt nicht weiter, so wie es Kinder tun, bis sie etwas verstanden haben.
Kind: Warum dürfen Banken Geld verleihen und Zinsen dafür kassieren, das sie gar nicht haben? Warum dürfen wir das nicht auch? Warum nur die Banken? Wem gehören die Banken? Warum drucken Staaten das Geld nicht einfach selbst, statt es sich bei Banken zu leihen, die jemand gehören? Warum darf der Mann mit der dicken Zigarre und dem 666er Mercedes, der nebenan wohnt, auf einen Knopf drücken und dem Staat gegen Zins und Zinseszins 50 Milliarden leihen und ich nicht? Ich will auch in einem 666er Mercedes fahren, menno!
Papa: Frag nicht so viel. Das hat schon alles seine Richtigkeit. Sonst würde es ja nicht so geschehen.
Opium des Volkes – https://opium-des-volkes.blogspot.com/
„Wer glaubt, der schaltet das Hirn aus“
Spricht mir aus der Seele…
„Religion ist die Unfähigkeit des menschlichen Verstandes, Ereignissen ins Gesicht zu sehen, die er nicht versteht.“ Karl Marx
Und passend zur grade hochaktuellen kirchlichen Kriegstreiberei: „Hat eigentlich die Skepsis auf die Schlachtfelder geführt oder der Glaube? Karlheinz Deschner
Ahm, ich seh das so: Die Kirche und auch der Staat haben die Menschen ausgesackelt. Die Kirche häufte dadurch unvorstellbare Reichtümer an…. Der Dom wurde mit dem Geld der vielen gequälten Mensch errichtet und wird vom Steuer- und Kirchenbeitragszahler erhalten. Der Dom gehört sohin der Allgemeinheit und deswegen darf keinerlei Eintritt verlangt werden.
Als Hagia Sophia vom Museum zur (wieder) Moschee wurde, wurde mW Eintrittsgeld gestrichen. Im Jahr 2008 im Urlaub in Istanbul musste ich für keine einzige Moschee bezahlen, davon ein paar berühmte, eine mit Sultans-Särgen.
Werden die hier rumlaufenden Rechtsextremen für diese Feststellung wieder was kontextbefreit anhängen wollen?
2015: Eintrittsgeld für die Hagia Sophia (Höhe weiß ich nicht mehr, da über die Reisegruppe abgewickelt); kein Eintrittsgeld für die Blaue Moschee.
@,
ich finde das kopftuchverbot diskriminierend und abstossend,
jeder soll sie sehen, die friedensreligion ……..
„… Journalisten wie Arno Frank vom Deutschlandfunk Kultur plappern die die offizielle Begründung gedankenlos nach und ermutigen das Domkapitel im Grunde genommen, noch härter zuzulangen. …“
Was kann man vom Deutschlandfunk-Plappermäulchen schon anderes erwarten, als auf diese Weise (wenn man sich dazu hergibt) gehirngewaschen zu werden?