Trotz Rekordausbau von Wind und Solar produziert Kohle weiterhin mehr Strom als jede andere Quelle – und das mit großem Abstand. Die Zahlen der International Energy Agency (IEA) für 2026 machen das unmissverständlich klar.
Laut aktuellen IEA-Prognosen werden Kohlekraftwerke 2026 weltweit 10.974 Terawattstunden (TWh) erzeugen. Das entspricht fast einem Drittel der globalen Stromproduktion von insgesamt 33.313 TWh. Erdgas folgt mit deutlichem Abstand auf Platz zwei (6.976 TWh), danach kommen Wasserkraft (4.536 TWh), Solar (3.289 TWh), Wind (2.898 TWh) und Kernkraft (2.871 TWh).
Kohle erzeugt damit beinahe so viel Strom wie Erdgas und Wasserkraft zusammen. Gegenüber Wind und Solar zusammen produziert sie 77 Prozent mehr. Das schreibt Charles Kennedy in einem Beitrag auf Oilprice.com vom 19. August 2026: Coal Remains The Undisputed King Of Global Power.
Die IEA rechnet zwar damit, dass Wind, Solar gemeinsam mit Wasserkraft, Bioenergie und Geothermie die Kohle 2026 erstmals überholen. Doch keine einzelne Quelle kommt auch nur annähernd an die Kohle heran. Die „Energiewende“-Erzählung, die in westlichen Medien und Politik täglich verbreitet wird, steht damit auf tönernen Füßen.
Unerwarteter Schub durch den Iran-Krieg
Ursprünglich hatte die IEA für 2026 einen Rückgang der Kohleverstromung um 1,3 Prozent erwartet. Der anhaltende US-Iran-Krieg hat diese Prognose über den Haufen geworfen. Der Ausfall von LNG-Lieferungen durch die Straße von Hormus trieb die Gaspreise in Europa und Asien massiv nach oben. Für Kraftwerke, die zwischen den Brennstoffen wechseln können, wurde Kohle plötzlich wieder deutlich attraktiver. Die Gasverstromung stagniert nun, die Kohleverstromung steigt.
Asien hält die Zahlen am Laufen
Die Dominanz der Kohle konzentriert sich zunehmend auf Asien. China allein erzeugt mehr als die Hälfte des weltweiten Kohlestroms. 2025 stammten noch rund 55 Prozent des chinesischen Stroms aus Kohle – obwohl das Land mehr Wind- und Solarkapazität installiert als der Rest der Welt zusammen. Indien hängt sogar zu 71 Prozent an der Kohle, Südostasien zu etwa 48 Prozent.
Für China und Indien geht es nicht um den Ersatz einer Energiequelle durch eine andere. Es geht um den Aufbau massiver neuer Kapazitäten, um den rasant steigenden Strombedarf zu decken. Chinas Stromnachfrage soll 2026 um 5,5 Prozent wachsen, Indiens um 7 Prozent. Global erwartet die IEA ein Plus von 3,6 Prozent in diesem und 3,8 Prozent im nächsten Jahr.
Solar und Wind wachsen schnell – starten aber von weit hinten
Solar soll 2026 um rund 30 Prozent zulegen, Wind um etwa 10 Prozent. Zusammen mit Wasserkraft, Bio- und Geothermie ergibt sich ein Zuwachs um mehr als 8 Prozent. Trotzdem werden Wind und Solar zusammen nur 6.187 TWh liefern – immer noch 44 Prozent weniger als die Kohle. Die IEA geht davon aus, dass Kohle bis 2030 die größte einzelne Stromquelle bleibt. Der Rückgang der Kohleverstromung wird nur bei durchschnittlich 0,9 Prozent pro Jahr liegen.
Neue Kapazitäten der unzuverlässigen Quellen (Wind, Solar) müssen zuerst den zusätzlichen Strombedarf decken,wobei hier immer das Problem der Zuverlässigkeit besteht und etwa Dunkelflauten Kohle, Gas und Erdöl weiter erfordert. Das ist die Realität hinter den schönen Bildern von Windparks und Solarfeldern.
Die Zahlen aus der IEA-Prognose, zusammengefasst bei Oilprice.com, zeigen ungeschminkt: Die Welt baut so viele Windparks und Photovoltaik wie nie zuvor – und verbrennt gleichzeitig weiterhin enorme Mengen Kohle. Wer glaubt, die „Energiewende“ sei in greifbarer Nähe, ignoriert schlicht die Physik und die Nachfrage.
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2 Kommentare
Klar ist Kohle vorn, weil man zahlt ja für die Energie. Und dazu braucht man die Kohle. Lol.
Ich habe dazu nochmal ein LLM bemüht, um den Vergleich mit Germany aufzubereiten.
Sorry für die schelchte Zuordnung der Werte zu den Spalten…
Chatgpt:
Ja — dann sollte man Wind und Solar getrennt ausweisen und auch die übrigen Erzeugungsarten einzeln aufführen. Für eine forumstaugliche Darstellung:
Land Gesamt Kohle Gas KKW Wasser Wind Solar Öl Biomasse Sonstige
China 10.575 5.816 317 423 1.375 997 1.118 11 180 338
USA 4.772 811 1909 859 286 469 316 20 56 46
Indien 2.055 1.459 62 62 185 134 133 16 54 20
Russland 1.194 191 525 227 215 8 28 12 4 4
Japan 1.027 82 329 103 82 101 53 62 33 182
Brasilien 764 15 46 15 428 108 121 12 19 0
Kanada 660 20 79 92 363 42 17 7 8 32
Südkorea 628 113 176 195 6 5 58 75 0 0
Frankreich 572 6 40 389 69 51 12 2 8 -5
Deutschland 508 97 76 0 20 136 128 3 50 -2
TOP 10 22.755 8.610 3559 2365 3.029 2.051 1.984 220 412 615
WELT 32.200 — — — — — — — —
Alle Angaben: TWh Strom pro Jahr, gerundet.
Hinweis: Die Aufteilung der einzelnen Länder ist hier stärker gerundet als die Gesamterzeugung; „Sonstige“ umfasst u. a. Geothermie, Müll, sonstige erneuerbare Energien und kleinere Quellen.
Erkläre mir wie eine Negativ-Erzeugung in die Tabelle kommt, wird produziert oder nicht? Kann dann ja nur 0 sein oder?
Nein – negative Stromerzeugung gibt es nicht. Das war in meiner Tabelle schlicht ein Fehler bzw. eine unsaubere Restkategorie.
Wenn bei „Sonstige“ −5 TWh steht, bedeutet das nicht, dass Frankreich Strom „negativ“ erzeugt. Es entsteht nur rechnerisch, wenn die einzelnen gerundeten Kategorien zusammen mehr ergeben als die angegebene Gesamtproduktion.
Korrekt wäre daher:
Erzeugung aus einer Quelle: 0 oder größer
„Sonstige“ als Restgröße: niemals negativ
Bei Rundungsdifferenzen sollte man die Werte entsprechend anpassen oder „≈“ verwenden.
Die −5 TWh und −2 TWh in meiner Tabelle waren also nicht sachlich korrekt.
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