Bei den US-Zwischenwahlen am 3. November 2026 haben die Bürger in dutzenden Kommunen nicht nur über Politiker abgestimmt – sie haben auch direkt über Rechenzentren entschieden. Das Ergebnis ist vernichtend für die Tech-Giganten und ihre milliardenschweren KI-Pläne.
In nahezu allen Fällen setzten sich die Gegner durch. Die Bevölkerung will die energie- und wasserfressenden Anlagen nicht vor der eigenen Haustür. Laut Ballotpedia standen mindestens 41 daten-center-bezogene Abstimmungen in zehn Bundesstaaten auf dem Stimmzettel. Frühe Auszählungen zeigen: Die Wähler haben in fast allen Fällen Beschränkungen, Verbote oder Moratorien unterstützt – oder pro-Entwicklungs-Vorlagen abgelehnt. CNBC berichtet von 41 Maßnahmen; die Wähler stellten sich in jedem ausgewerteten Fall gegen die Rechenzentren – mit einer einzigen Ausnahme in Harwood, North Dakota.
The Verge und Washington Post sprechen von mindestens 29 bis 38 Kommunen, die Verbote oder Einschränkungen beschlossen haben. Andere Zählungen gehen von 33 bis 37 Ablehnungen bei 38 ausgewerteten Maßnahmen aus.
Besonders eindrucksvoll war das Ergebnis in Ohio, dem Bundesstaat mit den meisten Abstimmungen (rund 21). Dort setzten sich in zahlreichen Gemeinden Verbote durch – etwa in Hubbard, Urbana, Granville oder Piqua. Mehrere Orte verboten Anlagen über 25 Megawatt. Data Center Dynamics und Engadget dokumentieren die klare Mehrheit. In Ohio hatte der siegreiche Demokrat Sherrod Brown den republikanischen Amtsinhaber als „Gesicht der Rechenzentren“ attackiert – und gewonnen.
Ähnliche Bilder aus anderen Staaten:
- In Maine beschlossen mehrere Gemeinden 180-Tage-Moratorien.
- In Kansas und Illinois gab es klare Ablehnungen, teils mit 80 Prozent der Stimmen.
- In Kalifornien (Alhambra) und Florida (Edgewater) wurden Verbote angenommen.
- Auch in Wisconsin und weiteren Orten setzten sich Auflagen und zusätzliche Bürgerabstimmungen durch.
Exit-Polls untermauern den Trend: 76 Prozent der Befragten lehnten ein Rechenzentrum in ihrer Gemeinde ab. Mehr als die Hälfte der Wähler nannte KI und Rechenzentren als wichtigen oder entscheidenden Faktor bei ihrer Stimme (NBC, CNBC).
Die Gründe der Bürger sind handfest: enorme Stromverbräuche, die lokale Netze und Strompreise belasten, massiver Wasserbedarf zur Kühlung, Lärm, Landschaftsverbrauch und geringe lokale Arbeitsplatzgewinne bei gleichzeitig hohen Steuervergünstigungen für die Konzerne. Die Anlagen dienen vor allem den KI-Ambitionen von Microsoft, Google, Amazon, Meta und OpenAI – nicht den Anwohnern.
Die Schäden durch Rechenzentren für Umwelt und Menschen sind bei Windparks übrigens ziemlich ähnlich – Infraschall, Lärm, Schäden für Vegetation und Böden, Erwärmung der Landoberflächen.
Auch auf höherer Ebene wirkte das Thema: In Texas setzte sich die Demokratin Gina Hinojosa gegen den langjährigen republikanischen Gouverneur Greg Abbott durch – und hatte ein Moratorium gefordert. Ähnliche Signale kamen aus Georgia und Ohio. Die „blaue Welle“ der Demokraten und der Widerstand gegen ungebremsten KI-Infrastrukturausbau gingen Hand in Hand.
Was hier passiert, ist mehr als lokaler Protest. Es ist ein deutliches Signal gegen die von Tech-Konzernen und Teilen der Politik vorangetriebene Vision, in der Rechenzentren um jeden Preis ausgebaut werden müssen – unabhängig von den realen Kosten für Bürger, Umwelt und Energieversorgung. Während die Industrie von einem „KI-Wettrennen“ spricht und Milliarden investiert, sagen die Wähler vor Ort: Nicht bei uns und nicht so.
Die Ergebnisse der lokalen Abstimmungen sind ein seltener Fall direkter Demokratie gegen mächtige Interessen. Ob sie den Ausbau nachhaltig bremsen, wird sich zeigen. Doch der 3. November 2026 hat klargemacht: Die Bevölkerung lässt sich den Preis für die KI-Träume der Konzerne nicht widerstandslos aufzwingen.
Jedenfalls sollte das auch in Europa Politkern zu denken geben, die hemmungslos Rechenzentren und Windräder ausbauen wollen.
Übrigens – in China ist der KI- und Rechenzentrums-Blase bereits geplatzt.
Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇
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Chinas KI-Blase ist geplatzt – 480 Milliarden Dollar vernichtet
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