In der Antike lautete die Kritik an der Demokratie, dass derjenige, der gut reden könne, gewählt werde, während derjenige, der gut regieren könne, verliere. Das Reden übernehmen inzwischen die Medien und die Kandidaten stellen inzwischen Netzwerke, so dass Außenseiter keine Chance mehr haben. Was die Kritik an Demokratie drastisch verschärft.
Nun gibt es eine vorsichtige Einordnung der Netzwerke von Politik, Medien und insbesondere Rüstungsindustrie. Der Blogger FriedemannWo beschreibt die Atlantik-Brücke und verwandte Organisationen (American Council on Germany, Atlantic Council) als dauerhafte Infrastruktur der Elitenvernetzung zwischen Politik, Wirtschaft, Militär und Medien. Er betont ausdrücklich, dass er keine zentrale Steuerung behaupte. Seine Frage lautet vorsichtiger, wie transparent diese Verflechtungen gegenüber der Öffentlichkeit sind.
Das Netzwerk laut Selbstdarstellung
Die Atlantik-Brücke nimmt Mitglieder nur auf Einladung auf. Ihr Nachwuchsprogramm (Young Leaders, seit 1973) wählt gezielt Talente aus, die später Schlüsselpositionen einnehmen. Ein älterer Jahresbericht zählte die Alumni bereits zur „Elite unseres Landes“. Der Autor betont, dies sei die Eigenbeschreibung der Organisation und keine Unterstellung. Wenn bereits Schüler ausgewählt werden, Minister eines Landes zu werden, sollte das zu denken geben.
Politik
Als Young-Leaders-Alumni nennt er u. a. Söder, Özdemir, Spahn, Klöckner (ACG-Programm) und Lambsdorff. Merz leitete die Atlantik-Brücke von 2009 bis 2019, danach Sigmar Gabriel. Klingbeil wurde 2016 von der Organisation als Mitglied geführt. Der Autor trennt sauber zwischen Young-Leader-Status, formaler Mitgliedschaft und Vorstandsamt.
Personelle Verbindungen zu US-Institutionen und Rüstung
- Die heutige Geschäftsführerin Julia Friedlander war früher bei CIA, US-Finanzministerium und Nationalem Sicherheitsrat und ist weiterhin Senior Fellow beim Atlantic Council.
- Der Atlantic Council wird laut Spenderliste 2025 u. a. von US-Verteidigungs- und Außenministerium sowie Rüstungsfirmen wie Saab, Northrop Grumman, Lockheed Martin, RTX und Rheinmetall-Tochter finanziert. Auch die Atlantik-Brücke taucht dort als Geldgeberin auf. Der Autor räumt ein, dass der Atlantic Council inhaltliche Einflussnahme von Geldgebern nach eigenen Angaben ausschließe.
- Gabriel (seit Mai 2025) und der Ex-US-General Ben Hodges (seit Mai 2026) sitzen sowohl in der Führung der Atlantik-Brücke als auch im Rheinmetall-Aufsichtsrat! Der Autor nennt das eine ungewöhnlich direkte Überschneidung, aber keinen Beweis für unzulässigen Einfluss.
Rapid Trident 2015 und Preisverleihung 2024
Der Text erinnert an die US-geführte Übung in der Westukraine, an der auch Deutschland beteiligt war, mit Hodges als damaligem Kommandeur und von der Leyen als Verteidigungsministerin. Ein persönlicher Beleg für eine Entscheidung von der Leyens fehlt, wie der Autor selbst festhält. 2024 überreichte Pistorius den Warburg-Preis an Stoltenberg, mit Gabriel und Rheinmetall-Chef Papperger im Bild.
Medien
Der Blogger listet Journalisten auf, die Vorstand, Mitglieder oder Young-Leaders-Alumni waren, darunter Tina Hassel (ARD), Cecilie Rohwedder (WSJ), Sarah Tacke und Daniel Pontzen (ZDF), Jan Philipp Burgard (WELT), Juliane Schäuble (Tagesspiegel) und Claus Kleber. Die ZEIT-Autorin Kerstin Bund weist ihren Alumni-Status offen aus, was er als vorbildlich hervorhebt. Seine Kernfrage:
Wann ist ein Transparenzhinweis geboten, wenn jemand über NATO, USA oder Russland berichtet und zugleich dem Netzwerk angehört?
Scholz, Merz und Warburg
Ein Foto von 2013 zeigt Scholz und Merz bei einer Atlantik-Brücke-Veranstaltung im Haus von Max Warburg. Der Autor stellt klar, dass das nichts über die späteren Cum-Ex-Vorgänge beweise. Scholz bestritt jede Einflussnahme, und laut Tagesschau(!) fanden sich bis Ende 2024 keine Beweise dafür. Scholz kann sich nicht erinnern. Als Beispiel für journalistische Nähe dient Josef Joffes Brief an Warburg. Die ZEIT erklärte, er habe die Recherchen nicht beeinflusst, und Joffe ließ sein Herausgebermandat ruhen.
Zusammenfassung
Belegt ist eine über Jahrzehnte gewachsene Infrastruktur, die Menschen gezielt zusammenbringt und deren Absolventen in Parlamenten, Regierungen, Redaktionen und Konzernen landen. Ein Netzwerk müsse keine Befehle erteilen, um Interessenkonflikte oder deren Anschein zu erzeugen. Der Autor fordert allerdings mehr Transparenz und mehr Berichterstattung darüber.
Der Abschnitt zu Rapid Trident geht ausnahmsweise über die Belege hinaus. Die Behauptung, man habe die Ukrainer dort „für den Bürgerkrieg im Donbass“ trainiert und das Wort „unprovoziert“ sei damit infrage gestellt, stützt sich auf ein verlinktes Video.
Der Text arbeitet überwiegend mit Selbstauskünften der Organisationen (Jahresberichte, Websites, Spenderlisten) und markiert Grenzen der Aussagekraft meist selbst. Der brisante Teil steht zwischen den Zeilen. Wie kann es sein, dass solche Netzwerke bereits Schüler ausbilden, um später Minister zu werden?
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4 Kommentare
hahahaha, die Epstein Klasse und Demokratie, ja klar!
Es gibt ebensowenig demokratische Führer wie schwarze Schimmel.
Meine Theorie zu den „Antidemokraten“ ist die, dass sie speziell von geschulten Psychologen ausgewählt werden! Diejenigen, die unter kindheitlichen Traumata leiden, sind die besten Kandidaten! Zusätzlich ist noch wichtig, dass sie lieblos sind und früher keine oder wenig Liebe erfahren haben! Dadurch sind sie gegenüber den Bürgern ebenfalls lieblos und skrupellos! Eine wichtige Eigenschaft, um lieblose Gesetze durchzubringen, selbst wenn das Volk auf die Straße geht. Außerdem müssen sie charakterschwach und von oben her formbar sein, so dass die der Obrigkeit der Machteliten dienen und nicht widersprechen. Dann ist noch von Vorteil, wenn sie manchmal halbdumm, aber ideologisch hoch aufgeladen sind und somit der Sache dienen oder ideal für ihren Posten sind. Auch eine gewisse Arroganz, Überheblichkeit und ein wenig Egoismus ist gut, gepaart mit Narzissmus! Und zum Schluss ist Erpressbarkeit auch ein wichtiger Faktor!
Ich denke, sie durchlaufen alle vorher einen psychologischen Test. Ausgesucht werden genau die, die diese Eigenschaften mitbringen.
Fürsorgliche, Barmherzige, Liebevolle, Gerechte kommen definitiv nicht in das Programm und werden aussortiert! Im Übrigen, wer in diesem Haifischbecken mitschwimmen will, wird mit diesen Eigenschaften nicht weit kommen! Nur die Skrupellosen, Empathielosen und Bissigen überleben in diesem Klima!
In den letzten Jahren kam noch eine weitere Spezies hinzu, die Dummen! Denn diejenigen der politisch ausgesuchten Kandidaten, die schon schlecht genug sind, mögen es nicht, wenn vermeintlich „bessere“ oder klügere in ihrem Umfeld arbeiten, also wählen sie immer dümmere aus und stellen sie ein, denn unter denen wirken sie noch schlau.
Ich ergänze: Und die ganz wichtigen „Eliten“ werden bewusst traumatisiert (Rockefeller und Konsorten).
Spätestens nach der Aufzählung und Erklärung hier im Text sollte doch jeder zu der Erkenntnis kommen, dass es gar keine Demokratie dem Wortsinn nach gibt. Es gibt auch kein Primat der Politik. Die Politik hat die Interessen der herrschenden Klasse zu bedienen. Dafür wählt diese herrschende Klasse die für sie geeignetsten Kandidaten aus und trainiert sie.
Es wäre der Anfang einer möglichen Verbesserung der Situation der arbeitenden Menschen, wenn dieses Wissen um den Klassencharakter der Gesellschaft, der in der DDR Schulstoff war, sich wieder stärker verbreiten würde. Leider nutzen die Menschen, die dazu die Möglichkeiten und Reichweite hätten, diese nicht.
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