Schweiz: Modellrechnungen wie Wetterbericht oder wie mit falschen Modellen Politik gemacht wird

In den Schweizer Medien finden sich im Gegensatz zu den bei uns völlig gleichgeschalteten doch immer wieder wahre und kritische Berichte. Und das sogar auf der SRF-Webseite. Unter dem Titel „Darum lag die Taskforce falsch bei den Corona-Zahlen“ wird einerseits zugegeben, dass die Modellrechnungen falsch waren und andererseits die Fallzahlen tatsächlich stark sinken.

In dem Artikel werden die Fakten erstaunlich klar benannt:

Diese Woche wurde so richtig klar: Die Corona-Fallzahlen sinken. Die Zusatzmessungen aus dem Abwasser in den Kläranlagen zeigen, dass es wohl nicht daran liegt, dass einfach weniger getestet wird, die Abnahme scheint real zu sein. Dies ganz im Gegensatz zu den Modellierungen, welche die Taskforce des Bundes vor rund zwei Wochen präsentiert hatte: Gemäss den Szenarien wären wir aktuell mit stark steigenden Fallzahlen konfrontiert – selbst wenn es keine Lockerungsmassnahmen gegeben hätte.“

Damit wird auch schon deutlich, was das Problem der Modellierer ist: Sie haben keinerlei Ahnung von der Realität und von Naturwissenschaft. Im April endet die Grippesaison. Und deshalb fallen seit eh und je die „Fallzahlen“ um diese Jahreszeit, egal welche Atemwegsinfektion und welche Viren gerade grassieren. Das Immunsystem wird durch den vermehrten Aufenthalt im Freien und damit an der Sonne gestärkt. Der Körper kann dank der wieder den Boden erreichenden UVB Strahlung in der Haut aus Cholesterin wieder Vitamin D produzieren. Wir essen frisches Gemüse und nehmen dadurch mehr Vitamin C auf. Und noch andere positive Faktoren sorgen für die Stärkung des Immunsystems und damit ein Zurückdrängen auch von anderen Erkrankungen. Ist jedem Biochemiker klar.

Entlarvend ist, was die Vorsitzende der „Expertengruppe“ Tanja Stadler zu sagen hat:

Es gibt gewisse Parallelen zum Wetterbericht. Oft trifft er zu, aber manchmal eben nicht.

Das ist aufgelegter Unsinn. Der Wetterbericht wird auf Grund von Kenntnissen über die physikalischen Vorgänge in der Atmosphäre erstellt. Es gibt dafür ein umfangreiches Repertoire an Erkenntnissen, die ausgehend von den Wellengleichungen der Atmosphäre in Formeln beschrieben wurden und damit der Berechnung zugänglich gemacht wurden. Meteorologie ist eine Naturwissenschaft ebenso wie Biochemie.

Was die Modellierer in der Regel machen, ist eine einfache Fortschreibung des gegenwärtigen Trends. In diesem Artikel habe ich mich mit den „Prognosen“ des österreichischen Covid-Prognose-Konsortiums auseinandergesetzt. Die Mitglieder haben klingende Namen wie etwa „Complexity Science Hub Vienna“. Sieht man sich die „Prognosen“ allerdings an, ist leicht erkennbar, dass es sich lediglich um Fortschreibung des Trends handelt. Das könnte jeder Volksschüler ab der zweiten Klasse mit Papier und Bleistift in einer halben Minute aufzeichnen.

Sehen wir uns die Weihnachts-Prognose an:

Die Kurve mit allem und jedem in grün und blau (getestete, Genesene, Verstorbene) verflacht, wie sich das gehört. Betten, sowohl für normal als auch intensiv zeigen nach unten, allerdings die Wahrscheinlichkeiten ziemlich auseinandergehend. Also alles paletti und für die Regierung ausreichend um ab 25.12. wieder einen Lockdown zu verhängen.

In der Wettervorhersage werden sehr wohl Änderungen großteils richtig prognostiziert. Die Modellierer würden dagegen glauben, wenn es einmal schön ist, bleibt es immer so und wenn es regnet, dann regnet es gleich die nächsten Wochen und Monate.

In dem kürzlich ausgestrahlten Servus TV Beitrag über die Corona Krise, interviewt Prof. Martin Haditsch den Chemie Nobelpreisträger und Biostatistiker, Stanford Professor Michael Levitt zum Thema der Prognosen des Imperial College London über erwartete Todesfälle. Levitt erzählt, dass er schon im März 2020 die ICL Leute darauf hingewiesen hat, dass ihre Prognosemodelle falsch sind und um mindestens Faktor 10 zu hohe Werte liefern. Reaktion kam keine.

Im Gegensatz zu den Schweizern, geben die Herrschaften des ICL ihre groben Fehler noch immer nicht zu. Sie warten mit Berechnungen auf, dass durch die Lockdowns Millionen Tote verhindert worden sein. Was allerdings im Fall Schweden überhaupt nicht gelingt, da es dort keinen Lockdown gab und keine Masken und keine Schließungen von Geschäften, Restaurants oder Schulen. Und die Prognosen des ICL weichen damit im das 75-fache von der Realität ab.

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Die orange Kurve zeigt die „Do Nothing“ Variante, also eine Ausbreitung der Infektion ohne jegliche Maßnahme. Die graue gezeichnete Linie ist die Vorhersage für die milden Maßnahmen wie sie eben in Schweden gehandhabt wurden. Blau ist der tatsächliche Verlauf laut dem schwedischen Gesundheitsamt. Die Vorhersage von Neil Ferguson ist um den Faktor 75 falsch.

Dennoch stützen sich Regierungen nach wie vor auf den Unsinn, den die Modellierer produzieren.

Bei Österreichs Panikpapier oder „Wie wir die Maske lieben lernten“ vom 30. März 2020, stützte sich Kurz auf eine Modellrechnung von Walter Schachermayer, den er Ende März ins Kanzleramt geladen hatte. Wenige Tage später führte Kurz in Österreich die Maskenpflicht ein und kündigte „100.000 Tote“ an. Der ORF berichtete damals:

Stellungnahme zur COVID19 Krise“ – diesen schlichten Titel trägt das Papier, das von den Mathematikern Walter Schachermayer, Mathias Beiglböck, Philipp Grohs, Joachim Hermisson, alle Forscher an der Universität Wien, und dem Populationsgenetiker Magnus Nordborg von der Akademie der Wissenschaften erstellt wurde.“

Und weiter:

Die Maßnahmen des „Lock-down“ zwei Wochen vorher greifen zu diesem Zeitpunkt bereits, …. Entsprechend erleichtert war die Stimmung in der Taskforce im Gesundheitsministerim gegen Ende März, das bestätigen mehrere Mitglieder gegenüber science.ORF.at. Der Public-Health-Experte Martin Sprenger sagt: „Alle waren froh, dass Österreich diese Herausforderung gut bewältigen wird. Sogar aus Tirol ist die Nachricht gekommen, dass sich alles ohne Überlastung der Intensivkapazitäten ausgehen wird. Und das war ja das Ziel der Maßnahmen.“

Daher war man überrascht, als Bundeskanzler Kurz am 30. März in einer Pressekonferenz sagt: „Die Maßnahmen wirken, aber wir müssen die Ausbreitung in Österreich deutlich stärker und weiter drücken.“

Den Modellrechnungen fehlt offenbar jegliche naturwissenschaftliche Grundlage aber dient der Politik um Maßnahmen durchzudrücken, die Demokratie zu schwächen und Grundrechte zu beschneiden oder abzuschaffen. Und jetzt mehr als 1 Jahr später um uns alle permanent zu Tests zu zwingen und mit experimentellen Präparaten mit noch nie dagewesenen Nebenwirkungen und hohen Zahlen von Todesfällen zu impfen.

Bild von mohamed Hassan auf Pixabay

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Über den Zusammenhang von Impftempo, Fallzahlen und Erkrankungen

Die erstaunlichen Vorhersagen der Modellierer im Covid-Prognose-Konsortium

 

15 Kommentare zu „Schweiz: Modellrechnungen wie Wetterbericht oder wie mit falschen Modellen Politik gemacht wird

  1. ich denk mir, einige leute (wie der hier genannte neil ferguson), die sich mit simulationsmodellen für die zukunft befassen, haben offenbar ein paar hollywood-pandemie-filme zu viel gesehen und aufgrund derer ihre abstrusen prognosen erstellt…

    ich find es aber auch immer wieder interessant, wie in den (mainstream-)medien andauernd von einem angeblichen „exponentiellen“ wachstum der zahlen die rede ist. und die meisten menschen kauern das brav nach, ohne eine ahnung von diesem begriff zu haben.
    nein, ein virus, das nach dessen überstehung eine immunität auslöst, verbreitet sich nicht exponentiell, sondern logistisch. das kann man selbst auf wikipedia nachlesen:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Logistische_Funktion

    1. „Exponentiell“ und „Welle“ passt irgendwie auch nicht zusammen. Achte Klasse Mathe.

  2. Trotzdem, auch in der Schweiz ist man zumindest an den Medienkonferenzen des Bundesamtes für Gesundheit mit ausweichenden Antworten konfrontiert.

    Es war immer das Verhalten der Bevölkerung der ausschlaggebende Faktor und die unberechenbare Komponente.

    Zum Glück hatte in der letzten Medienkonferenz vom 5.5. Journalist André Ruch dem Siwss National Covid-19 Taskforce Vertreter, Urs Karrer, noch das Stichwort ‚Wetter‘ in den Mund gelegt, welcher das Argument dankbar aufnahm.

    Schade nur, dass die Zeit um April ein Jahrhundertkälte-Monat war. Wenn die Leute nach draussen gingen, dann hatte es einen Grund, wie in Moutier, die Feier der Jura-Abstimmung, oder die FCB -Demo in Basel und auch noch ein paar Corona-Massnahmenkritiker Veranstaltungen mit tausenden von dicht gedrängten Personen, ein Grossteil ohne Maske. Also rundum eigentlich negative Faktoren für den Pandemieverlauf.

    Nichts desto trotz sieht es jetzt ganz anders aus und da freuen wir uns doch einfach sicher alle.

    Der Link auf die Stelle in der Medienkonferenz:

  3. https://www.youtube.com/watch?v=AABpysOPOF0

    Minute 1:02:00 Gast, Musiker Andrej Hermlin erklärt seinen Standpunkt

    Minute 1:04:00 Moderator Robert Cibis, Filmemacher hält dagegen:

    Cibis hat 7 Jahren lang für einen Film über die Schweinegrippe recherchiert, kannte also bereits alle Akteure. Das
    Faszinierende für Cibis (von mir in kurzen Worten zusammengefasst):

    1. Keiner der Experten ist Experte für das worüber er redet. Die Epidemiologen kamen nicht zu Wort. Die 10 etabliertesten Epidemiologen der Welt sagen nach dem 1. Lockdown, dass der nicht geholfen hätte und erklären in der Great Barrington Deklaration, dass sie keinen 2. Lockdown empfehlen.

    2. Die Leute, die zu Wort kamen waren exakt dieselben, die bei der Zika-Krise, der Vogel- und Schweinegrippe auch Panik verbreiteten und jedesmal falsch lagen.

    3. Als Kanzler hätte er versucht, die Gefährlichkeit festzustellen. Erste Studie am 18.3.20. Er hätte nicht denen geglaubt, die sich immer irrten und nicht die Fallsterblichkeitsrate kommuniziert.

  4. Modellrechnungen sind nichts weiter als extreme Vereinfachungen, die anschließend verallgemeinert werden und somit erst den Eindruck erwecken, dass gehörig Komplexität diesen Weg notwendig werden lässt, um Erkenntnisse für die (nahe) Zukunft zu gewinnen. Dem dürfte jedoch keineswegs so sein, wie Medien und der Umgang mit Komplexität alltäglich bezeugen:

    https://guidovobig.com/2017/04/08/text-30-auf-dem-heimweg-durch-den-maerchenwald/

  5. Auch swprs hat den Eintrag zu „Impfungen“ geändert. Und verkompliziert … ganzganz kurzfristig sind sie effektiv, ganzganz langfristig wissen wir noch nicht.

    Vorweg müsste jedoch stehen:
    – es ist keine Impfung
    – es ist ein Feldversuch
    – es gibt keinen ‚informed consent‘ (also keine umfassende Aufklärung über den Versuch mit entsprechender Einwilligung.)

    Aber immerhin, eppur si muove…

  6. Unter Physikern geht folgender Witz bzgl. „modelern“ um: mit vier Parametern simulier‘ ich Dir nen Elephanten; und mit fünf Parametern mach‘ ich dass er seinen Rüssel wackelt 😉 ZB „Drawing an elephant with four complex parameters“ DOI 10.1119/1.3254017

  7. Bitte helfen Sie mit:

    https://t.me/geroldbeneder/1764

    Hier ist eine Vorlage für ein Schreiben an die Bundesärztekammer bzgl. des Beschluss zur Covid-19-Impfung von Kindern, um ihr Recht auf Bildung sicherzustellen. Bitte ändert den rotmarkierten Text und schickt es an die Bundesärztekammer. Die müssen merken, dass wir Eltern hier sehr genau aufpassen, wer dazu aufruft Kinder und Jugendliche einer experimentellen Covid-19 Impfung zu unterziehen, deren Spätfolgen ungeklärt sind und deren Nutzung minimal ist.

  8. Man sollte allerdings SRF nicht allzustark loben. Der Beitrag ist am 08. 05. im „Echo der Zeit“ gesendet worden. Siehe hier: https://www.srf.ch/audio/echo-der-zeit/wenn-die-corona-taskforce-falsch-modelliert?partId=11980664
    Stadler gab zwar zu – weil man es schlicht nicht mehr leugnen kann -, dass ihre Modellierungen nicht zuverlässig sind. Sie konnte aber unwidersprochen die Behauptung nachschieben, die Modellierungen hätten trotzhdem mehr genützt als geschoadet. Würde auf die Leute in der SRF-Wissenschaftsredaktion der Ausdruck „Journalist“ zutreffen, so hätte Herr von Burg nachgefragt, worin denn der Nutzen von Fehlprognosen bestunde. Aber es hätte vielleicht etwas dabei herauskommen können, das nicht der Lockdown-Ideologie der Mainstream-Medien entspricht. Da graben wir doch lieber nicht zu tief.

    1. Naja, wer jetzt hier die Sache so darstellt, als würde da ein System oder bestimmte Absicht dahinterstecken, wird wohl auch seine ganz eigenen Grpnde dafür haben. Gehaltlost ists trotzdem

  9. Mit Formeln und Zahlenwerk dem Leben unter die Arme greifen? Dabei bedeutet, Gesundheit mittels Algorithmen zu berechnen, dass wieder nur ein weiterer Schritt weg vom Leben und hin zur Maschinisierung der Biologie vollzogen wird:

    https://www.berliner-zeitung.de/gesundheit-oekologie/revolution-in-der-medizin-wie-wir-unsere-gesundheit-kuenftig-berechnen-li.152614

    “Systembiologie vermisst und berechnet das Leben immer genauer. Sie ermöglicht Präzisionsmedizin und wird die Beziehung zwischen Ärzten und Patienten verändern.“

    Was versteht eine Maschine vom Leben, wenn selbst Menschen es nicht verstehen (wollen)?

    https://guidovobig.com/2019/02/10/sich-schwerwiegend-in-sicherheit-zu-wiegen/

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