Antikörper Test in Indiens Hauptstadt New Delhi: 23% positiv

Das Ministerium für Gesundheit und Familienfürsorge gab die Ergebnisse einer serologischen Untersuchung bekannt, die zwischen dem 27. Juni und dem 10. Juli in Delhi durchgeführt wurde. Dabei ergab sich, dass 22,86% der Befragten IgG-Antikörper geegen das neue Coronavirus entwickelt hatten.

Insgesamt wurden 21.387 Proben gesammelt, um das Vorhandensein von Antikörpern festzustellen. Die Studie hat ergeben, dass eine große Anzahl infizierter Personen asymptomatisch bleibt.

Die Umfrage umfasste den ELISA-Test (IgG Enzyme-Linked Immunosorbent Assay), der den Anteil der Bevölkerung schätzt, die einer SARS-CoV-2-Infektion ausgesetzt ist. Der IgG-Test ist nicht zum Nachweis akuter Infektionen geeignet, zeigt jedoch Episoden von Infektionen an, die in der Vergangenheit aufgetreten sind. Der Test wurde von der Behörde wegen seiner hohen Empfindlichkeit und Spezifität genehmigt.

Was zeigt die in Delhi durchgeführte Umfrage?

Die Seroprävalenzstudie ergab bei 22,86 Prozent der Befragten das Vorhandensein von Antikörpern. Im Zentrum von Delhi wurden Werte von knapp 28% ermittelt.

Auf die tatsächliche Zahl der Infizierten kann aber aus diesen Daten auch nicht geschlossen werden, wie früher vermutet wurde. In der Zwischenzeit haben mehrere Studien, wie etwa die von der Universität Zürich nachgewiesen, dass bei weitem nicht alle Infizierten bei der Abwehr des Virus auch Antikörper entwickeln. Bis zum Fünffachen der Personen, die Antikörper haben, können infiziert gewesen sein.

Ein hoher Anteil davon entwickelt nur T-Zellen zur Abwehr, bei anderen sind schon die schnell verschwindenden IgA Antikörper im Mund- und Rachenraum ausreichend. Die Behörden geben auch an, dass ein großer Teil ohne Symptome blieb.

In Indien gab es bisher 29.890 Todesfälle, das sind 22 pro Million Einwohnern, davon in Delhi 3690.

Die Maßnahmen in Indien

In Indien wurde am 24. März eine Ausgangssperre für 21 Tage erlassen. Die Zahl der Infizierten betrug an diesem Tag 536,  davon waren bereits 10 verstorben. Die Folgen dieser Maßnahmen waren katastrophal:

„Die Maßnahme löste eine Massenmigration von Dutzenden Millionen Menschen — Tagelöhnern und Saisonarbeitern — aus, die teilweise über Hunderte von Kilometern zu großen Teilen zu Fuß in ihre Heimatorte zurückkehrten, da sie arbeitslos geworden waren und wirtschaftlich sonst nicht überleben konnten.“

Lockdown in Ländern wie Indien, Pakistan und Nigeria ohne epidemiologischen Grund

Bild von Murthy SN auf Pixabay

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