Streiks in Europa angesichts steigender Lebenshaltungskosten und Arbeitsbelastung

26. Juni 2022von 3,8 Minuten Lesezeit

Was spätestens für den Herbst prognostiziert wurde, wird bereits immer mehr sichtbarer. Als Folge der Corona-Maßnahmen und den von den USA verlangten Sanktionen im kalten Krieg gegen Russland, haben zu stark steigenden Lebenshaltungskosten geführt. Streiks sowie hohe Corona-Krankenstände geimpften Personals im europäischen Verkehrssektor haben die Flug- und Zugfahrpläne gestört, da die Verkehrsunternehmen nach der Aufhebung der Beschränkungen mit der steigenden Nachfrage zu Beginn der Hauptreisezeit im Sommer zu kämpfen haben.

Ein Streik des Personals der irischen Fluggesellschaft Ryanair und von Brussels Airlines wegen der Lohn- und Arbeitsbedingungen führte am Samstag zur Streichung zahlreicher Flüge und verstärkte damit auch das durch Erkrankungen von geimpften Personal der Lufthansa Tochter AUA verursachte Chaos.

Der Streik der Beschäftigten brachte auch die Flugpläne in Spanien, Italien, Frankreich, Portugal und Belgien durcheinander. Seit Freitag musste die Billigfluggesellschaft Ryanair 127 Flüge streichen, wie eine Flughafensprecherin am Samstag gegenüber AFP erklärte.

Zusätzlich durch die 52 bei der AUA gestrichenen Flügen, wurden wegen Arbeitsniederlegung zwei Flüge zwischen Lissabon und Brüssel gestrichen werden. Die Flughäfen in Bordeaux und Marseille erklärten, dass am Sonntag neun bzw. 12 Flüge gestrichen würden.

Auch Ryanair-Flüge wurden in Frankreich gestrichen. Damien Mourgues von der Gewerkschaft SNPNC sagte, dass 36 von 80 Flügen wegen eines Streiks der Flugbegleiter gestrichen worden seien.

In Belgien führte die Arbeitsniederlegung dazu, dass am Samstag nur 41 Prozent der Ryanair-Flüge vom Flughafen Charleroi bei Brüssel abflogen.

Die Situation in Belgien wurde durch einen dreitägigen Streik des Personals von Brussels Airlines, der am Samstag zu Ende ging, zusätzlich erschwert. Der Streik zwang die Fluggesellschaft, die ebenfalls Lufthansa gehört, dazu, etwa 300 von 500 Flügen zu streichen.

Die spanische Verkehrsgewerkschaft USO teilte mit, dass 75 Flüge aus sechs verschiedenen Städten gestrichen wurden, wobei sie darauf hinwies, dass das streikende Personal durch Arbeitnehmer aus Marokko ersetzt wurde, was die Gewerkschaft am Donnerstag als Verstoß bezeichnete.

Die Gewerkschaften haben das Kabinenpersonal von EasyJet in Spanien im Juli zu einem neuntägigen Streik im Rahmen eines Lohnstreits aufgerufen. Die Schweizer Fluggesellschaft musste in diesem Sommer bereits Tausende von Flügen wegen Personalmangels an den Flughäfen streichen.

Personalknappheit

Der Luftfahrtsektor kämpft noch immer damit, sich von der Corona-Maßnahmen wie Lockdowns und Reisebeschränkungen zu erholen, die zu Personalabbau führte, da der internationale Reiseverkehr eingestellt wurde. Abgesehen davon werden Ungeimpfte nicht mehr zur Arbeit zugelassen oder waren schon früher gekündigt worden.

Eine steigende Zahl von Covid-Infektionen, die bei geimpften Mitarbeitern der Austria Airlines am Samstag gemeldet wurden, führte zur Streichung ihrer Flüge. „Unsere Besatzungsmitglieder sind krank, die Zahl der Infektionen steigt„, sagte eine Sprecherin von Austria Airlines gegenüber AFP.

Angesichts des Personalmangels sah sich auch der Amsterdamer Flughafen Schiphol Anfang des Monats gezwungen, die Zahl der Reisenden in diesem Sommer zu begrenzen und Flüge zu streichen.

Im Vereinigten Königreich kam der Bahnverkehr am Samstag erneut zum Erliegen.

Im Laufe der Woche haben Zehntausende von Arbeitnehmern im größten Bahnstreik seit 30 Jahren die Arbeit niedergelegt, und Millionen von Fahrgästen sahen sich mit einem tagelangen Chaos konfrontiert, da sowohl die Gewerkschaften als auch die Regierung im Streit um die Löhne und Gehälter nicht locker ließen.

Die britische Verkehrsgewerkschaft National Union of Rail, Maritime and Transport Workers (RMT) hat damit gedroht, den Arbeitskampf fortzusetzen, bis die Manager auf die Beschwerden der Beschäftigten eingehen und ihre Lohnforderungen erfüllen.

Trotz der laufenden Verhandlungen zwischen Vertretern der Unternehmensleitung und des Personals sagten die Medien eine Fortsetzung der Streiks voraus.

Sie führten weitere Arbeitskampfmaßnahmen auf die rasch steigenden Inflationsraten zurück, die durch das schleppende Wirtschaftswachstum noch verschärft werden, und sagten, dass diese Kombination im kommenden Sommer wahrscheinlich zu weiteren Streiks der Arbeitnehmer auf dem gesamten europäischen Kontinent führen wird.

Die Gewerkschaften haben erklärt, dass die Bahnstreiks den Beginn eines „Sommers der Unzufriedenheit“ markieren könnten, in dem Lehrer, Mediziner, Abfallentsorger und sogar Anwälte in den Arbeitskampf treten, da die Inflation auf 10 % steigt.

Die Inflation ist in ganz Europa aufgrund eines starken Anstiegs der Energiekosten durch Spekulanten und Monopole in die Höhe geschnellt, und Großbritannien steht mit seinen Streiks nicht allein da.

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

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12 Kommentare

  1. Fritz Madersbacher 26. Juni 2022 at 21:22Antworten

    „Was spätestens für den Herbst prognostiziert wurde, wird bereits immer sichtbarer …“
    Der heutigen ORF-Pressestunde zufolge scheint Minister Rauch der erste in dieser Funktion zu sein, der aufgrund der wahrlich desaströsen Situation in Gesellschaft und Wirtschaft und des Vertrauensschwundes in der Bevölkerung gezwungenermaßen (ansatzweise) begriffen hat, daß Österreich nicht mehr im „Pandemie“-Modus weitermachen kann, ohne eine Situation mit unabsehbaren Folgen heraufzubeschwören.
    Zugleich hat diese Pressestunde schonungslos ein verheerendes Problem aufgezeigt, das unserer Gesellschaft schwer zu schaffen macht. Sie hat nämlich ein Natterngezücht an ihrer Brust genährt, eine nicht mehr lernfähige, hysterische, selbstverliebt hypochondrische Journaille, mittlerweile mit einem irreparablen Viruswahn-Dachschaden, die mit einer sagenhaften Verkalktheit alle Versuche zu vereiteln trachtet, wieder auf den Boden der Realität zurückzukehren und endlich die verrücktmachenden „Inzidenzen“ mit der davon ausgehenden geringen Gefahr ins Verhältnis zu bringen. Oder, wie es der neue Präsident der Tiroler Ärztekammer, Stefan Kastner, ausgedrückt hat: „Wir sehen es am Abwasserscreening, dass sich derzeit eine Welle aufbaut, die Frage ist immer, worauf eine solche Welle trifft“ … Gemeint ist damit, wie hoch die Immunität in der Bevölkerung ist. Diese schätzt Kastner als hoch ein“ („Tiroler Tageszeitung“, 24/06/2022).
    Unsere hypochondrische Viruswahn-Journaille muß zur Raison gebracht werden!

    • Charly1 26. Juni 2022 at 22:23Antworten

      Wir befinden uns in einer sich zuspitzenden Phase des Deklinismus: einem spiralförmig nach unten laufenden zivilisatorischen Sog. Politik ist Kabarett und umgekehrt, grün ist jetzt olivgrün, Gesundheit ist ein staatliches Massenexperiment, Geld lässt sich nachdrucken ohne Ende, Moral triumphiert über Vernunft und Transsexualität
      ist die neue Götze.

      • Al 28. Juni 2022 at 11:06

        … und Komiker sind Kriegspräsidenten, süchtige Irre „Gesundheits“-Minister, Praktikanten sind „MinisterInnen“ für das Äußerste, mit Tücke, Amoral, pure Selbstsucht und Betrug zu Milliardären Gewordene werden als Philanthropen be-rufen und be-rühmt …

  2. Charly1 26. Juni 2022 at 20:51Antworten

    Nur ein Generalstreik in allen Bereichen löst das Problem!
    Zwei Forderungen, mehr Lohn und einstellen sämtlicher Sanktionen gegen Russland!

  3. Jupiter 26. Juni 2022 at 20:28Antworten

    Der Gamechanger in Action

  4. Taktgefühl 26. Juni 2022 at 20:18Antworten

    Dahinter stecken auch die Gewerkschaften. Wir haben das mit egoistischen Wortführern zu tun. Die sind weder integer noch altruistisch. Die denken nur an sich. Die Krise wird benutzt, um Öl ins Feuer zu gießen und zur Selbstdarstellung. Das sind Populisten und Spalter.

    „Wie Spekulation ins Chaos führt Doku ARTE“ Die Dokumentation habe ich gerade entdeckt. Die ist ganz ausgezeichnet und erklärt anhand der Chaostheorie – Schmetterlingseffekt -, wie die Wall Street mit ihren Spekulationen Unruhen, Aufstände, Preisanstiegen und Kriege auslöst.

    Man kann die mit Duckduckgo suchen und mit einem Online-Downloader herunterladen.

    Im Internet geht’s immer nur um Infos. Was zu tun ist, darüber muß man sich selber Gedanken machen. Und das ist auch gut so. Das Smartphone geht das ebenso wenig an wie den Computer.

    Mit Adressaufklebern kann man sich selber passable Aufkleber herstellen für unterwegs. Das ist eine Abwechslung und man hat was zu tun. Wenig ist mehr. Word hat auch die richtigen Pics.
    Zudem kriegt man die Vorlagen beim Hersteller der Aufkleber. Man braucht da nicht viel herumzufummeln.

  5. Rolf Lindner 26. Juni 2022 at 20:10Antworten

    Aus der NZZ:

    Herr von Habeck auf Habeck im Schwafelland,
    Ein Windrad in seinem Garten stand,
    Und kam die Herbst- und Winterzeit,
    Armut, Mangel und Not weit und breit,
    Da stopfte, wenn’s Mittag vom Turme scholl,
    Sich täglich Herr Habeck die Backen voll.
    Kam ein hungriger Junge, mit frostigen Beulen,
    Rief Habeck: „Frier weiter, dann wird Putin heulen.“
    Und kam ein Mädel, so rief er: „Lütt Dirn,
    Hüpfe für’s Klima, dann wirste nicht friern.“
    Armut für Deutschland spendet täglich die Hand
    Des von Habeck auf Habeck im Schwafelland.

  6. Hans im Glück 26. Juni 2022 at 19:14Antworten

    Vielleicht darf ich noch einen Off Topic einstellen.
    Wie man diversen MSM Beiträgen entnehmen konnte, haben ja diverse Bürgermeister in Deutschland, Österreich anregende Gespräche mit Vitali Klitschko geführt. Blöd nur, dass das ein – vermutlich russischer – „deep fake“ war.
    ABER: Im Grunde kommt das meiner Meinung der ersten Turing Maschine sehr nahe. Zumindest, wenn man den Beteiligten Intelligenz > Goldfisch attestiert. Gut, das ist der Haken.

    • Hanna 27. Juni 2022 at 1:25Antworten

      Der Wiener Bürgermeister habe sich mit seinem vermeintlichen Kollegen unter anderem über die Leistung von Beihilfe zur Abwicklung einer „Pride“ in Kyiv ausgetauscht, heißt es.

      Das „kollegiale“ Gespräch von Metropole zu Metropole wurde auf Englisch geführt. Nun ist Wien ja eine Stadt von Welt, wo Fremdsprachen allemal ihren Platz haben. Mit einem Kiewer Bürgermeister aber in Englisch zu parlieren, obwohl dieser bekanntlich (in Echt) fließend Deutsch spricht, womöglich auch Wienerisch versteht, gibt dem Ganzen eine besondere Note.

      Die rheinische Dichterin Prinzessin Elisabeth zu Wied (Pseudonym: Carmen Sylva):

      »Dummheit stellt sich in die erste Reihe, um gesehen zu werden;
      der Verstand stellt sich zurück, um zu sehen.«

  7. Karsten Mitka 26. Juni 2022 at 19:02Antworten

    Ob die gespritzten Reisewütigen inzwischen peilen, dass Flugzeuge und Bahnen wegen erkrankten, gespritzten Personals ausfallen oder ist die kognitive Dissonanz immernoch stärker?

    • Elisabeth 26. Juni 2022 at 20:26Antworten

      Ich tippe auf letzteres ;-)

    • Al 28. Juni 2022 at 11:08Antworten

      Ah, das typische GANZ-und-ALLES-Wissen ist wieder unterwegs – wenn wir den Evonowitschkie nicht hätten, der uns seine Welt erklärt …

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