Dresdner Studie stellt neuerlich fest: Kinder wenig anfällig für Corona Infektion

Wie oft muss man es den verantwortlichen Politikern noch einbleuen, dass Kinder weder anfällig für Infektionen sind, noch selbst das Virus verbreiten. Überfallsartige Schulschließungen für 100.000 Kinder wie zuletzt in Oberösterreich sind sinnlos und schaden den Kindern und Eltern massiv. Eine Untersuchung in Dresden mit 2045 zeigt nun wieder, dass Schulen haben sich nicht zu Hotspots entwickeln.

Forscher der Technischen Universität Dresden und des Dresdner Universitätsklinikums haben mehr als 2.000 Blutproben von Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften aus Dresden und den Landkreisen Bautzen und Görlitz auf Antikörper gegen das neuartige Coronavirus untersucht.

Dabei wurde laut Studienbetreuer Reinhard Berner, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin an der Uniklinik Dresden, festgestellt, dass die Immunitätsrate an den untersuchten Schulen bislang gering ausfällt.

Immunisierungsgrad liegt bei unter einem Prozent

„Schulen wurden nach Wiedereröffnung nicht zum Hotspot“, heißt es in der Pressemitteilung der TU Dresden.

Von den 2045 untersuchten Blutproben ließen sich in 12 zweifelsfrei Antikörper gegen das SARS-CoV-2-Virus nachweisen. Damit liegt der Immunisierungsgrad in der Gruppe der Studienteilnehmer bei deutlich unter einem Prozent (0,6 Prozent) und fällt geringer aus als prognostiziert.

Die Wissenschaftler um Studienleiter Prof. Reinhard Berner, Klinikdirektor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus, ziehen ein positives Fazit, die dynamische Verbreitung des Virus in Familien betreffend. Diese wurde offenbar bisher überschätzt. Denn in 24 Familien der Studienteilnehmer gab es mindestens einen bestätigten Corona-Fall, aber nur bei einem der Probanden ließen sich Antikörper nachweisen.

Schulen wurden nach Wiedereröffnung nicht zum Hotspot: In drei der untersuchten Schulen gab es bestätigte Corona-Fälle. Dennoch waren bei den Lehrern und Schülern der betreffenden Einrichtungen nicht überdurchschnittlich mehr Antikörper nachweisbar, was darauf schließen lässt, dass sich die Schulen nicht zu Hotspots entwickelt haben.

Widerspruch der Interpretation zu internationalen Studien

Die Ergebnisse der Studie sind angesichts einer Reihe von früheren internationalen Studien weniger überraschend als in der Pressemitteilung dargestellt. Es wurde wiederholt gezeigt, dass Kinder weder selbst leicht angesteckt werden, noch umgekehrt andere anstecken. So zum Beispiel schon im April in einer großen Studie in Australien.

Sehr fraglich ist auch die Interpretation des Ergebnisses der Antikörpertests. Die Testungen wurden erst im Juni vorgenommen, also lange nach dem Höhepunkt der Infektionswelle im März. Nachdem aber schon seit den ersten Studien aus China im März immer schlüssiger nachgewiesen wird, dass sich Antikörper entweder gar nicht bilden oder sehr rasch binnen Wochen verschwinden, sagt die geringe Zahl von nachgewiesenen Antikörpern nicht mehr viel aus.

Das rasche Verschwinden von Antikörpern wurde mittlerweile vielfach nachgewiesen, erstaunlich dass die Studienautoren nicht darauf eingehen. Am eindrücklichsten in der bereits Ende Mai erschienen immunologischen Studie der Universität Zürich dargelegt, die erstmals nachwies, dass die üblichen Antikörper-Tests, die Antikörper im Blut messen (IgG und IgM), höchstens ca. ein Fünftel aller Coronavirus-Infektionen erkennen können.

Der Grund dafür ist, dass das neue Coronavirus bei den meisten Menschen bereits durch Antikörper auf der Schleimhaut (IgA) oder durch eine zelluläre Immunität (T-Zellen) neutralisiert wird und sich dabei entweder keine oder nur milde Symptome ausbilden. Die Autoren der Studie erklären, dass das neue Coronavirus vermutlich viel weiter verbreitet ist als bisher angenommen. Hier sind weitere Studien aus China, Schweden, Spanien und Frankreich aufgelistet, die zeigen wie rasch die Antikörper verschwinden.

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