
Warum bombardiert Russland Einkaufszentren, wann endet der Krieg in der Ukraine?
Man sollte eher fragen: „Warum hat die Ukraine damit begonnen große Lager von Versandhändlern in Russland zu zerstören?“ Dazu gibt es eine offizielle, und eine nicht ausgesprochene Antworten. Die auch Erklärungen für ein mögliches Ende des Krieges liefern.
Die ersten Antworten, die man von westlichen Analysten regelmäßig hört, sind, man wolle „dual use“ als Ziele treffen, die auch dem Militär dienen. Als Beweis wird gezeigt, dass Versandhändler Drohnen anbieten. Auf die Frage, ob das Militär bei Online-Händlern einkaufe, bleibt die Antwort meist aus. Die schon etwas ehrlichere Analyse lautet, man wolle durch die für viele kleine Händler erzeugten wirtschaftlichen Schwierigkeiten Druck auf die Regierung ausüben. Was aber nie gewagt wird auszusprechen, sind die vermutlich wirklichen Gründe.
Bevor wir zu denen kommen, müssen wir feststellen, dass Russland jeden Angriff der Ukraine auf zivile Ziele mehrfach erwidert. Und da die Ukraine kleiner ist als Russland, ist die Wirkung ungleich größer. Bombardiert die Ukraine stolz zivile Schiffe, antwortet Russland mit der de facto Schließung der Schwarzmeerhäfen und Bombardierung aller Schiffe, die Waren von und nach Ukraine bringen. Bombardiert die Ukraine Ölraffinerien, zerstört Russland Tankstellen und Öllager, greift die Ukraine die erwähnten Versandhandelslager an, zerstört Russland Einkaufszentren. Und immer ist die Zerstörung durch Russland größer, als die durch die Ukraine.
Trotzdem: Täglich fliegt die Ukraine hunderte von Langstreckendrohnen nach Russland. Die wurden nicht in der Ukraine produziert. Höchstens zusammengesetzt aus Komponenten, welche von NATO-Ländern geliefert wurden.
After Ukraine/NATO blew up Russian food warehouses Putin struck back.
Now 90% of the facilities are destroyed!
NATO is literally fighting to the last Ukrainian.
Ukraine started the war on civilian (dual-use) logistics, and now Russia responded in kind… at 10x scale.
“Russia… pic.twitter.com/0WDnYvKQkz
— Alex Jones (@RealAlexJones) August 29, 2026
Die wirklichen Gründe
Kommen wir jetzt zu den wirklichen Gründen, warum Selenskyj trotz der verheerenden Auswirkungen auf die eigene Gesellschaft, diese Angriffe anordnet.
- Die ukrainische Regierung, ebenso wie die Regierungen der NATO-Länder, benötigen Medienerfolge, um den westlichen Gesellschaften zu zeigen, dass „die Ukraine gewinnt“-Erzählung eine berechtigte Basis hat.
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Die Vergeltungsangriffe Russlands sind eingeplant und sogar gewünscht. Je größer der Angriff, desto wahrscheinlicher, so die Kalkulation der ukrainischen Regierung, dass die NATO sich entschließt, doch noch einzugreifen. Und die Kalkulation der NATO-Regierungen, dass der Widerstand der Gesellschaften gegen den Krieg nicht zu groß wird.
Der Kreml weiß das natürlich
Und er weiß auch, dass diese Angriffe auf zivile Ziele in Russland nicht ohne die wirtschaftliche, logistische, technische, geheimdienstliche und finanzielle Unterstützung der NATO-Länder möglich wäre. Aus diesem Grunde sind die Vergeltungsschläge sehr vorsichtig ausbalanciert. Sie bedienen einerseits die Wut der russischen Menschen, sind aber andererseits nicht so dramatisch, dass sie NATO-Wähler wirklich motivieren könnten, in den Krieg einzutreten, auch wenn ihre Führung das gerne möchte.
Das gleiche gilt an der Grenze. Westliche Erklärer meinen, es gäbe eine Drohnen-Todeszone an der Front, die jede Bewegung ersticken würde. Gleichzeitig aber müssen sie wenige Sätze später zugeben, dass sich die russische Armee langsam aber stetig vorwärts bewegt. In Zeitlupe sozusagen, verglichen mit konventionellen Kriegen der Vergangenheit.
Auch hier wird nur ein Teil der Fakten präsentiert. Denn erklärtes Ziel Russlands ist nicht nur die, aus seiner Sicht „Befreiung“ der Teile des Landes, welche sich abgespalten hatten und der Russischen Föderation beitraten. Sondern ein Grund des Krieges ist die Zerstörung der Fähigkeit der Ukraine, diese Gebiete erneut anzugreifen. Minsk2 hatte gezeigt, dass einfache Verträge nicht ausreichten, sondern dass Fakten geschaffen werden mussten, um dieses Ziel zu erreichen. Und so zermahlt die russische Armee langsam aber systematisch die Fähigkeiten der Ukraine für längere Zeit Krieg zu führen. Und dieser Krieg wäre längst vorbei, würde er nicht alleine durch Lieferungen von Geld, Waffen, Munition und Motivation aus den NATO-Ländern immer wieder neu belebt.
Wie geht es weiter?
Ich habe keinen Grund, meine Vorhersagen von Januar 2025 zu verändern. Damals sagte ich, ausgehend von den Erklärungen Russlands und denen von NATO-Ländern, dass der Krieg bis 2027 dauern wird. Dann wird die Ukraine de facto kapitulieren müssen, einfach weil das Land keine Soldaten mehr hat, und die NATO-Länder nicht einmarschiert sind. Die Gebiete, welche sich bereits der Russischen Föderation angeschlossen hatten, werden „befreit“ sein, und das Gebiet östlich des Dnepr wird zur entmilitarisierten Pufferzone.
Damit die Ukraine nicht zum Binnenstaat wird, bleibt Odessa Teil der Ukraine, erhält aber eine Autonomie, ähnlich wie früher die Krim, und wird entmilitarisiert.
Aber natürlich kann ich nicht in die Köpfe der Kreml-Strategen schauen, wie sich dort langsam aber sicher die Wut anstaut darüber, wie die NATO diese Krieg überhaupt am Leben erhält.
Wenn es dazu kommt, und Russland sich selbst beschränkt, werden die NATO-Länder die Lösung als Sieg feiern, und den Steuerzahlern erklären, dass Russland erfolgreich davon abgehalten worden sei, bis Berlin durchzumarschieren. Eine neue „Solidaritätsabgabe“ wird eingeführt werden, um den Wiederaufbau des westlichen Teils der Ukraine zu finanzieren. Ein paar Banken werden möglicherweise gerettet werden, weil ihre Wetten auf die Ukraine schief gingen, und die Verschuldung der NATO-Staaten wird noch einmal steigen.
In Russland wird das Ende des Krieges einerseits begrüßt werden, andererseits das Ergebnis von Teilen der Bevölkerung als unzureichend angesehen werden. Aber es wird der Führung des Landes gelingen, eine patriotische Begeisterung für den Wiederaufbau der zerstörten Teile der neuen Gebiete der Russischen Föderation zu entzünden. Und wie bereits gesehen, werden aus der ganzen Föderation Unternehmen und Freiwillige zum Wiederaufbau nach Westen strömen, was wiederum das Bruttosozialprodukt durch die Aufbaumaßnahmen ankurbeln dürfte.
Die unbekannten Faktoren
Jeder Konflikt enthält Unbekannte, welche das Ergebnis verändern können. Im Fall der Ukraine sind diese relativ bekannt.
1. FalseFlag-Anschläge der Ukraine
Durch einen großen Angriff unter „falscher Flagge“ könnte die Ukraine versuchen, die NATO-Länder zu einem Kriegseintritt zu bewegen. Z.B. ein gefälschter Angriff auf eine Nuklearanlage, oder ein größerer Giftgaszwischenfall. Es gibt genügend Beispiele in der Vergangenheit.
2. Die Energiepreise könnten plötzlich durch unerwarteten Frieden mit dem Iran und Vergrößerungen der Fördermengen anderer Länder drastisch sinken.
Wenn die Energiepreise plötzlich und unerwartet fallen, und zwar unter die Erzeugerkosten in Russland (was unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich ist), würde Russland gezwungen werden, die Intensität des Krieges zu verringern.
Diese Möglichkeit schwebte über dem Konflikt nur bis zu dem Moment, da der Iran begonnen hatte, Förder- und Verschiffungsanlagen im Persischen Golf zu bombardieren. Nunmehr dürfte es bis nach 2027 dauern, um die Kapazitäten so zu erhöhen, dass ein dramatischer Verfall der Energiepreise eintritt.
Um ein ähnliches Ergebnis zu erzielen sollen russische Tanker von NATO-Ländern „beschlagnahmt“ werden. Es ist unwahrscheinlich, dass Russland das in größerem Ausmaß hinnehmen würde, ohne gegen die Angreifer, auch wenn sie NATO-Länder sind, zurück zu schlagen. Was dann passiert, würde natürlich alles Gesagte hinfällig werden lassen
3. Großbritanniens Provokationen könnten eine letzte Rote Linie überschreiten
Hauptkriegstreiber gegen Russland ist zweifelsohne wieder einmal London. Es ist erstaunlich, wie konsequent die Geschichte ist. Denken wir nur an den Plan „Operation Unthinkable“ (Operation Undenkbar). Er wurde im Mai 1945 vom britischen Premierminister Winston Churchill in Auftrag gegeben. Ziel war es, die Rote Armee aus Osteuropa (insbesondere Polen) zurückzudrängen und dem „sowjetischen Diktator“ Josef Stalin die Stirn zu bieten. Also ähnlich wie es heute heißt, man müsse den „Diktator Putin“ in „die Knie zwingen“. Der Plan sah tatsächlich vor, etwa 100.000 Soldaten der geschlagenen deutschen Wehrmacht neu zu bewaffnen und gemeinsam mit britischen, amerikanischen und polnischen Truppen gegen die Sowjetunion einzusetzen. Und wenn Stalins Geheimdienst nicht davon erfahren hätte, wäre er vermutlich sogar umgesetzt worden.
Seitdem hat sich erstaunlicherweise wenig in der politischen Haltung des Landes verändert. Weshalb durchaus möglich ist, dass es wieder einen Plan für eine „Operation Undenkbar“ gibt.
3. Wirtschaftliche Gründe – EU-Regierungen mit Rücken gegen die Wand
Ein Frieden in der Ukraine würde eine Kaskade von finanziellen Folgen haben, welche Banken und Regierungen zum Einsturz bringen könnte.
Abschreibung von Ukraine-Investitionen: Ein russischer Sieg würde bedeuten, dass die westlichen Kredite und Finanzhilfen für den Wiederaufbau oder die Kriegskasse der Ukraine verloren sind. Banken und Institutionen, die tief im ukrainischen Markt oder in darauf spekulierenden Staatsanleihen stecken, müssten diese Vermögenswerte vollständig abschreiben.
Das „Friedens-Paradoxon„ für die Wirtschaft: Die These, dass ein plötzlicher Frieden das System erschüttert, basiert oft auf der Annahme, dass die westliche Wirtschaft (insbesondere Rüstungs- und Energiekonzerne) künstlich durch den Konflikt hochgehalten wird. Fällt dieser Motor weg und offenbart gleichzeitig die geopolitische Niederlage des Westens, droht der Entzug von Liquidität auf den Finanzmärkten.
Aus Angst vor dramatischen Veränderungen im Wählerverhalten könnten Politiker versuchen, das von mir beschriebene Szenario durch eine Eskalation und Kriegseintritt zu verhindern oder mindestens zu verzögern.
Aber ansonsten …
Ansonsten dürfte das tägliche Töten in der Ukraine Ende 2027 zu Ende gehen, … nicht aber der Krieg des Westens gegen Russland. Mehrere Kriegsbefürworter im Westen und auch Deutschland haben bereits implizit angekündigt, dass ein Krieg gegen Russland quasi unabwendbar bis 2030 stattfinden werde. Ob sie Erfolg mit ihren Bemühungen haben werden, ist noch unklar.
Bild: Screenshot von Video über Angriffe gegen Wildberries Lager in Russland
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35 Jahre Ukraine: Was ging schief?
NATO-Söldner im Ukraine-Krieg: Polen und 16.000 ausländische Kämpfer an der Front
Der Preis des Friedens: Was den Krieg in der Ukraine und gegen den Iran wirklich am Laufen hält
Zitat:
Maria Sacharowa über die britische Entscheidung, Kiew die Baupläne für „Storm Shadow“-Raketen zur Verfügung zu stellen: „Jede britische militärische Einrichtung und jedes militärische Gerät, das sowohl innerhalb der Ukraine als auch außerhalb ihrer Grenzen gelegen ist, kann als legitimes Ziel im Rahmen einer Reaktion auf ukrainische Angriffe auf russisches Territorium mit britischen Waffen werden.
Alle an Kriegsverbrechen Beteiligten, einschließlich Handlungen, die sich gegen unsere Zivilbevölkerung richten, werden proportional zu ihren Vergehen bestraft.“
„Der Versuch, Russland eine ‚strategische Niederlage‘ zuzufügen, ist zum Scheitern verurteilt, obwohl London seine Hände bereits gründlich darin beschmutzt hat.
Wir drängen alle Bewohner des Vereinigten Königreichs, über die unvermeidlichen katastrophalen Folgen der feindseligen Handlungen ihrer eigenen Regierung nachzudenken.“ https://x.com/Your_Tweety/status/2093489017694171539