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Politik

Autonome KI-Drohne tötete erstmals Soldaten

6 Kommentare 19. Juni 2026 3 Minuten Lesezeit von Thomas Oysmüller

Es ist militärtechnisch ein historischer Schritt, mit weitreichenden und düsteren Folgen für die Menschheit: Vollautonome KI-gesteuerte Drohnen der Ukraine haben ohne jegliche menschliche Einflussnahme russische Soldaten getötet – und das schon vor 2 Jahren. 

Ein einmaliger Test vor etwa zwei Jahren hat einen Wendepunkt in der modernen Kriegsführung markiert: Vollautonome KI-gesteuerte Drohnen haben ohne jegliche menschliche Einflussnahme russische Soldaten getötet. Die Ukraine bestätigt den Vorfall nun öffentlich. Offiziell ist der Einsatz des Systems seither untersagt.

Der Bericht stammt aus dem britischen Wissenschaftsmagazin New Scientist und beruht auf Aussagen von Alexander Kokhanovskyy, einem führenden Vertreter der ukrainischen Drohnenindustrie und CEO des Unternehmens Aero Center. Er lieferte die Technik für den Test, war selbst jedoch nicht vor Ort. Eine ungenannte ukrainische Militäreinheit führte den Versuch im Rahmen einer Gegenoffensive nahe den Städten Bachmut und Tschassiw Jar durch.

Der Test: „Terminator-Modus“ ohne menschliche Kontrolle´

Zehn Quadcopter-Drohnen des Typs „Terminator“ wurden gestartet. Sie flogen selbstständig drei bis fünf Kilometer in ein definiertes Frontgebiet. Nach Erreichen des Ziels aktivierten sie den sogenannten „Terminator-Modus“: Eine KI suchte eigenständig nach Zielen und griff sie an – alles, was sich bewegte, wurde als Ziel klassifiziert und zerstört. Es gab keine Videoübertragung, keine Funkverbindung und keinen menschlichen Operator, der den finalen Abschussbefehl gab. Kokhanovskyy beschrieb es so: „Wir starten sie einfach, und wir wissen, dass alles tot sein wird – alles, was sich in diesem bestimmten Gebiet befindet, wird tot sein. Es gibt überhaupt keine Verbindung zur Drohne, man kann das Video nicht sehen, gar nichts. Alles, was sie sieht, wird getötet.“

Nach dem Einsatz wurden bemannte Drohnen zur Schadensfeststellung geschickt. Sie fanden „ein paar Soldaten“ und einen zerstörten Lastwagen. Auf dieser Basis wurde geschlossen, dass die autonomen Systeme die Tötungen verursacht hatten. Es existieren keine Aufzeichnungen der KI-Angriffe selbst.

Die Ukraine hat den Test nicht wiederholt und den Einsatz vollautonomer KI bei der finalen Zielauswahl und -bekämpfung offiziell verboten. Das ist die bekannte Linie. Im Krieg stirbt bekanntlich aber die Wahrheit zuerst. Es kann stimmen, eine Garantie gibt es dafür aber nicht.

Offiziell benutzt man semi-autonome Systeme, bei denen KI zwar bei Navigation, Zielerkennung und Schwarmkoordination hilft, der finale Abschussbefehl aber weiterhin von einem Menschen kommen muss. Ein Sprecher der ukrainischen Streitkräfte, Major Danylo Polozhukhno, erklärt gegenüber New Scientist: Die Ukraine halte sich an das humanitäre Völkerrecht und treffe „große Sorgfalt bei der Entscheidungsfindung, um zivile Opfer zu vermeiden“. Das gelingt beiden Seiten im Krieg nicht. Zuletzt trafen Drohnen Wohnhäuser in Moskau, auch russische Angriffe verlangen immer wieder zivile Opfer.

Und es gibt stimmen, die vollautonome Drohnen wollen – aus der Industrie. Kokhanovskyy wünscht sich etwa eine Lockerung – seine Firma arbeitet derzeit an einem neuen semi-autonomen Abwehrsystem (ALITA), bei dem der letzte Schritt jedoch weiterhin manuell bleibt.

Der Vorfall befeuert die seit Jahren laufende Debatte über Lethal Autonomous Weapon Systems (LAWS) – autonome Waffensysteme, die ohne menschliche Kontrolle töten können. Bisher gibt es kein verbindliches internationales Abkommen. Die UN-Verhandlungen im Rahmen der Waffenkonvention (CCW) laufen seit über einem Jahrzehnt ohne Durchbruch. Viele Staaten fordern ein Verbot oder zumindest strenge Regeln; andere sehen in autonomen Systemen einen militärischen Vorteil.


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6 Kommentare

  1. Hausmann_Alexander
    Antworten

    KI gesteuerte Drohnen sind meiner Meinung nach unzweckmäßig.
    Begründung:

    Die Drohnen könnten Freund-Feindkennung nicht erfüllen

    Eine Drohne könnte zu früh ein Ziel ausfindig machen und weitere Ziele „verschrecken“

    KI gesteuerte Drohnen könnten durch Attrappen zu hohe
    Kosten verursachen

    Zu viele Neuerungen im Militär
    aber gleichzeitiger Rückgang beim IQ (Corona Maßnahmen, Schulschließungen, Angstmacherei und modRNR im Gehirn, Frühsexualisierung) und wie man mit Menschen umgeht, führt meiner Meinung nicht zum Frieden

  2. Informationsbefreier
    Antworten

    Fun Fact: Wer in der EU durch eine autonome KI-Drohne zerfetzt wird, kann sich hernach mit einer Beschwerde an den Datenschutzbeauftragten wenden wegen Verletzung von Art. 22 DSGVO. Dieser Artikel schützt den EU-Bürger vor automatisierten Entscheidungen, die erheblich in seine Rechte eingreifen.

  3. therMOnukular
    Antworten

    Ich fürchte, da fallen Sie auf BS-Propaganda herein, Herr Oysmüller!

    Einerseits tun das streng genommen russische Drohnen von Anbeginn des Krieges, zB mit Lancet-Drohnen, die autonom im Zielgebiet kreisen, bis sie ein Ziel identifiziert haben und es zerstören, nachdem sie das Ziel an umliegende Drohnen und HQ gemeldet haben (damit nicht mehrere Drohnen auf ein Ziel fliegen und das HQ die geplante Zerstörung hinterher verifizieren kann, sofern die Video-Übertragung gestört wird). Auch der Iran verfügt seit einigen Jahren über Luftabwehr-Drohnen, die autonom im Zielgebiet kreisen und nach feindlichen Drohnen Ausschau halten, sich für eine „entscheiden“ und selbstständig zerstören. Damit schießt zB die Hisbollah die isr. Hermes ab…

    Andererseits ist es die perfekte „Simulation von Überlegenheit“: man verfügt über eine angebliche Revolution in der Kriegsführung, die so tödlich und überlegen ist, dass man sie aus moralischen Gründen (noch) nicht einsetzen kann. Man versichert der Bevölkerung „keine Sorge, wir haben eh DIE Wunderwaffe“ und beschwichtigt sie zugleich „aber wir sind so moralisch, dass wir sie erst im Notfall einsetzen“ – und schlägt damit 2 Propaganda-Fliegen mit einer Lügenklappe: militärische UND moralische Überlegenheit auf einmal. IST DAS NICHT TOLL?

    Ich glaube keinen Beistrich von dem BS-„Bericht“.

  4. Thomas Moser
    Antworten

    „Und es gibt stimmen, die vollautonome Drohnen wollen.“ Das sind oft Leute, die nicht verstehen was ein statistischer Funktionsapproximator (stetig differenzierbarer Automat), simuliert auf einer Turingmaschine, ist, was seine Leistungen und prinzipiellen Grenzen sind, Typischerweise Politiker, aber auch Programmierer ohne Grundlagen in theoretischer Informatik (Berechenbarkeit) und mit mystischem KI-Hyping, sie werden bald durch KI selbst ersetzt.

    KI‑basierte Vision‑Systeme können nicht sicherheitskritisch eingesetzt werden, da sie keine Objekte oder Szenen verstehen, sondern letztlich Pixelmuster statistisch klassifizieren. Sie erkennen nicht, wenn ein Hindernis außerhalb ihres Trainingsspektrums liegt, und liefern in solchen Fällen falsche, aber scheinbar sichere Klassifikationen.
    Dies führt zu systematischen Wahrnehmungsfehlern, die nicht durch Redundanz oder zusätzliche Trainingsdaten mitigierbar sind. Die Fehler entstehen nicht aus mangelnder Abdeckung, sondern aus der prinzipiellen Unfähigkeit neuronaler Netze, Semantik, Physik und Unknowns zu repräsentieren.
    Ähnliche Problematik wie beim autonomen Fahren: Solange die Wahrnehmung KI‑basiert ist, kann ein Fahrzeug nicht die Anforderungen an Level 4/5 erfüllen. Eine sichere Zulassung ist nur möglich, wenn die Wahrnehmung auf deterministischen, modellbasierten, physikalisch interpretierbaren Verfahren beruht.

  5. 1150
    Antworten

    was in einem kampfgebiet möglich ist, kann auch abseits davon möglich sein.
    man parkt z.b. einen lkw voller drohnen irgendwo in einer grossstadt, das kann dann wohl überall sein.
    ob die °°elitären°° dann noch jemals aus ihren bunkern kommen werden?

    1. 1150
      Antworten

      das ganze erinnert mich an amon göth in schindlers liste

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