Bauern in Wut

4. Januar 2024von 9 Minuten Lesezeit

Bauern sind unter normalen Umständen keine Aufrührer. Die Politik treibt sie zum Protest. Schon zur Zeit der Bauernkriege sorgten die großen Herren selbst dafür, dass ihnen der kleine Mann zum Feind wurde. Damals ging es um den Zehnten und Frondienste. Heute bedrohen bürokratische Auflagen und die Streichung von Steuervergünstigungen die Lebensgrundlagen der Landwirte und nicht nur ihre.

Die Herren (und Damen) in Berlin müssen es schon arg getrieben haben, dass am 18. Dezember vergangenen Jahres Tausende von Bauern die Hauptverkehrsadern der Hauptstadt dicht machten. „Laut Veranstalter sollen an der Demonstration am Brandenburger Tor etwa 8.000 bis 10.000 Menschen teilgenommen haben, mehr als 3.000 Traktoren waren in Berlin unterwegs.“(1)

Der Bauern Not

Seit das Bundesverfassungsgericht mit seinem Urteil vom 15. November 2023 die Berliner Praxis der Geldverschiebung zwischen den Sondervermögen für gesetzwidrig erklärt hat, blinkt die Berliner Ampel im andauernden Warnmodus. Siebzehn Milliarden müssen noch für den Haushalt 2024 zusammengekratzt werden. Woher nehmen und nicht stehlen?

Das heißt: Alle Ausgaben kommen auf den Prüfstand. Alle? Nein, die Ausgaben für die Rüstung und auch jene für den Krieg in der Ukraine werden nicht zusammengestrichen, wohl aber die Ausgaben für die eigene Bevölkerung. Diese scheint den Regierenden in Berlin nicht so wichtig zu sein wie der Wunsch, Russland in die Knie zu zwingen, und die Vorstellung, dass die Ukraine diesen Krieg gewinnen muss.

Um dem Ziel eines soliden Haushalts für 2024 näher zu kommen, wurden von einem Tag auf den anderen zugesagte staatliche Zuschüsse gestrichen. Besonders hart aber geht man bei der diesmaligen Runde der Haushaltskonsolidierung die Landwirte an. Ihre Landmaschinen, die bisher steuerfrei waren, sollen der Kraftfahrzeugsteuer unterworfen werden. Die bisherige Befreiung war damit begründet worden, dass diese Fahrzeuge in erster Linie abseits der Straßen eingesetzt werden und diese deshalb so gut wie nicht abnutzen. Hat sich daran etwas geändert?

Gleichzeitig mit dieser neuen Steuer soll den Landwirten obendrein auch noch die steuerliche Ermäßigung auf Diesel gestrichen werden. Das belastet die bäuerlichen Betriebe mit 21,5 Cent pro Liter Diesel, was einen durchschnittlichen Einkommensverlust von 4.000 Euro pro Betrieb bedeutet. Zusätzlich wird ab dem Jahreswechsel auch die Kohlenstoffdioxid(CO2)-Abgabe um fünfzig Prozent von dreißig auf fünfundvierzig Euro pro Tonne CO2 erhöht. Ursprünglich waren nur vierzig Euro geplant.

Diese CO2-Abgabe betrifft aber nicht nur die Bauern. Sie wirkt sich für alle an den Zapfsäulen aus und wird die Treibstoffpreise noch stärker ansteigen lassen. Besonders betroffen davon sind die Spediteure, denen die Regierung ohnehin schon mit neuen  Mautverordnungen tief in die Taschen greift, soweit sie mit Verbrennerfahrzeugen unterwegs sind. Das geschehe zum Schutz der Umwelt; aber was sollen sie anderes machen, gibt es doch keine Lastwagen mit Elektro-Antrieb.

Der Bauern Wut

Kaum  waren diese Beschlüsse der Ampel veröffentlicht, ist den Bauern der Kragen geplatzt. Sozusagen über Nacht haben sie ihren Protest auf die Beine gestellt und zum Rollen gebracht. Die Regierung schien überrascht und von der prompten Reaktion überrumpelt. Sie hatte anscheinend nicht damit gerechnet, dass eine gut organisierte Berufsgruppe wie die Bauern schneller handlungsfähig ist, als man das im politischen Berlin gewohnt zu sein scheint. Jedenfalls waren im Nu Tausende von Bauern mit ihren Traktoren vor dem Brandenburger Tor.

Die Regierung hatte sich weggeduckt. Allein der zuständige Landwirtschaftsminister Cem Özdemir hatte in den sauren Apfel beißen müssen und die Regierung vor den Landwirten vertreten müssen. Willkommen war er nicht und dementsprechend verunsichert und wenig überzeugend wirkte er. Özdemir gab sich selbst  empört über diese Beschlüsse, als sei er kein Mitglied dieser Regierung und nicht an der Beschlussfassung beteiligt gewesen. Wie üblich in solchen Konfliktsituationen sicherte er den Bauern seine volle Unterstützung zu, gab sich kämpferisch und versprach, alles in seinen Kräften zu tun im Interesse der Landwirte.

Vielleicht haben er und seine Regierung darauf gehofft, dass belanglose Versprechungen die Bauern besänftigen und sie sich dann im Vertrauen auf sein Wort zufrieden nach Hause trollen. Sollten diese Überlegungen im Hintergrund gestanden haben, so haben sie sich nicht erfüllt. Denn Bauernpräsident Joachim Rukwied  machte deutlich, dass man den Kampf gegen die Regierungsvorhaben aufnehmen werde, solange sie nicht ersatzlos gestrichen werden.

Auch in den Tagen nach der Berliner Veranstaltung gingen die Proteste der Landwirte in vielen Städten und Regionen der Bundesrepublik weiter. Tausende von Traktoren blockierten Landstraßen und Innenstädte. Inzwischen werden weitere Demonstrationen am 8. Januar in einigen Städten der Bundesrepublik vorbereitet und zu einer zentralen Veranstaltung für den 15. Januar in Berlin (2) aufgerufen.

Aber auch immer mehr andere gesellschaftliche Gruppen schließen sich dem Protest an. Mittlerweile  wurden die Forderungen der wachsenden öffentlichen Beteiligung angepasst. Jetzt handelt es sich nicht mehr nur um eine allein an den Interessen der Bauern orientierten Aktion sondern um eine „bundesweite Aktionswoche zur Agrardiesel und Kfz-Steuerbefreiung, sowie Maut- und CO2-Besteuerung.“(3). Man hat also die ursprünglich nur auf die eigene Interessen begrenzten Forderungen erweitert um die der Spediteure nach einer Entlastung von  den Mautkosten.

Dass auch gegen die CO2-Besteuerung demonstriert werden soll, dient den Interessen der gesamten Bevölkerung. Anscheinend ist man sich dessen bewusst, dass mit der Erfüllung der  berufsspezifischen Forderungen allein nicht viel gewonnen ist, wenn auf der anderen Seite durch die Anhebung der CO2-Besteuerung diese Zugeständnisse wieder zunichte gemacht werden.

Um den Kampf gegen die CO2-Besteuerung aufzunehmen, könnte die Kampfkraft der Bauern alleine vielleicht nicht ausreichen. Man scheint zu sehen, dass es dazu einer breiten Unterstützung aus der Bevölkerung bedarf. Denn hier geht es um mehr als nur Geld. Der Kampf gegen den CO2-Wahnsinn berührt einen Kern europäischer Politik. Da wird eine politische Machtfrage gestellt, zu der sich die gesamte Klimadiskussion mittlerweile ausgewachsen hat.

Landesweite Wut

Das erkennen immer mehr Menschen in diesem Lande. Es sind die Abgehobenheit, Starrsinn und Verblendung der Regierenden in Berlin und ihrer Parteien leid, die den Aktionen der Bauern eine breite Sympathie vonseiten der Bevölkerung entgegenbringen. Den Menschen reicht es. Sie sind empört über die Politik der Ampel, die zu einer massiven Verschlechterung der Lebensbedingungen fast aller gesellschaftlichen Gruppen geführt hat.

Das Leben der meisten Menschen in Deutschland ist durch Unsicherheit geprägt, seit sich die Sanktionen gegen Russland immer mehr zum Schaden für die eigene Wirtschaft ausweiten. Die Energiepreise sind massiv gestiegen und in deren Folge auch die Lebensmittelpreise. Werden die Produktionskosten der Bauern und die Transportkosten der Spediteure nun auch noch steigen, bleibt das mit Sicherheit nicht ohne Auswirkungen auf die Lebensmittelpreise.

Schon jetzt können sich laut einer Studie aus Özdemirs Ministerium vom März 2023 „3,5 Prozent oder rund 3 Millionen Menschen … nicht jeden Tag die für eine gesunde Ernährung notwendigen Produkte leisten.“(4) Der Bundesverband der Tafeln gab Mitte des Jahres bekannt, dass inzwischen „36% der Mitgliedsorganisationen … bis zu 50 Prozent mehr Kunden haben. Ein Fünftel zählt bis zu doppelt so viele, weitere 16% mehr als doppelt so viele Menschen“(5), die in einem der reichsten Länder der Welt auf Lebensmittelspenden angewiesen sind, die zudem immer knapper werden.

Aber auch an allen anderen gehen die Auswirkungen der Sanktionen nicht vorbei. Die Menschen spüren es in allen Lebensbereichen. Mit gestiegenen Zinsen sollte die Inflation bekämpft werden, aber es werden auch Wohnungsbaugesellschaften in den Ruin getrieben. Privater Wohnungsneubau ist aufgrund der gestiegenen Zinsen und Materialkosten unrentabel geworden. Statt den öffentlichen Wohnungsbau zu fördern, fließt Geld in die Rüstung und die Finanzierung der Ukraine, das für die Bedürfnisse der eigenen Bevölkerung notwendig wäre. Wohnungsknappheit lässt die Mieten steigen.

Landesweite Unterstützung

In dieser sich aufheizenden Stimmung schien nach den Bildern aus Berlin ein Ruck des Aufbruchs und der Erleichterung durch das Land zu gehen. Endlich scheint jemand das Heft des Handels in die Hand zu nehmen. Endlich stößt jemand den Protest gegen diese Regierung und ihre weltfremden Beschlüsse an. Der Unmut, der lange gebrodelt hat, scheint nun eine Richtung und auch eine Führung zu bekommen.

Trotz der Behinderungen, die die Demonstrationen der Bauern in Städten und auf Landstraßen verursacht haben, traf ihr Handeln auf eine verständnisvolle und wohlwollende Haltung in der Bevölkerung. Die Menschen wissen sehr gut zu unterscheiden, ob selbstgerechte Klimakleber sie auf dem Weg zur Arbeit behindern oder hart arbeitende Landwirte. Deren Forderungen sind für die meisten nachvollziehbar, und viele sehen diese mit ihren eigenen Anliegen im Einklang.

Selbst als die Forderungen der Bauern sich noch weitestgehend auf ihre eigenen Interessen bezogen und die meisten Bürger sich darin eigentlich nicht hatten wiederfinden können, hielt das einen Großteil von ihnen nicht davon ab, sich mit den Bauern zu solidarisieren. Eine Petition „Gegen die Streichungen der Agrardieselrückvergütung & Kfz-Steuerbefreiung (Landwirtschaft)“(6), die am 17.12.2023 gestartet worden war, hatten innerhalb weniger Tage mehr als eine Million Menschen unterschrieben.

Dass die Landwirte nun ihre Forderungen erweitert haben, zeugt von ihrem Gespür für die Lage. Anders als die Politiker, Medienvertreter und sogenannte Experten sind sie selbst bodenständiger Teil der Bevölkerung. Ihnen scheint bewusst zu sein, dass sie die breite Unterstützung aus der Bevölkerung gewinnen müssen. Und diese Unterstützung fliegt ihnen zu, sie müssen gar nicht darum kämpfen.

Die Bauern sind gut organisiert, und sie sind im Moment die einzige Organisation in Deutschland, die den Kampf aufnimmt gegen eine Regierung, die sich immer weiter von der Lebenswirklichkeit der Bevölkerung entfernt hat. Die Mehrheit der Menschen, die unter den Beschlüssen der Regierung leiden, sind nicht organisiert und deshalb gegenüber der Kampfansage von oben wehrlos.

In dieser Lage nun bieten die Bauern Anker und Halt für all jene, die sich zur Wehr setzen wollen. Sie bündeln deren Bereitschaft zum Widerstand und erhöhen damit die eigene Durchsetzungskraft. Deshalb ist es im Interesse aller, die mit den Maßnahmen und der Politik der Regierung unzufrieden sind, die Bauern mit aller Kraft zu unterstützen, denn es gibt keine vergleichbare Kraft im Lande, die den Kampf organisieren und erfolgreich führen könnte. Sie stehen stellvertretend für die Interessen der gesamten Bevölkerung.

(1) https://web.de/magazine/politik/bauern-proteste-gesamte-landwirtschaft-fuehlt-kopf-gestossen-39001132

(2) https://t.me/LsV_RLP_ev/21

(3) ebenda

(4) Handelsblatt vom 20.12.2023: Es fehlt an Geld für Essen

(5) ebenda

(6) Gegen die Streichungen der Agrardieselrückvergütung & Kfz-Steuerbefreiung (Landwirtschaft)

Bild „Aerial view of German farmers tractor convoy protesting new agricultural policy“ by verchmarco is licensed under CC BY 2.0.

Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der fixen Autoren von TKP wieder. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.

Rüdiger Rauls ist Buchautor und betreibt den Blog Politische Analyse


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23 Kommentare

  1. Georg Uttenthaler 5. Januar 2024 um 7:20 Uhr

    Gerade fällt mir ein Spruche ein, den ich vor wenigen Monaten bei einer Bauern Demo in Passau gesehen habe. Zur Ankunft von Söderlein vor einer Wahl-Veranstaltung:
    „WER BAUERN QUÄLT; WIRD ABGEWÄHLT“
    Das sollen sich unsere „sogenannten“ Bauernvertreter in Bünden, Kammern und im Parlament hinter die Löffel schreiben!!!

  2. Werner 5. Januar 2024 um 4:28 Uhr

    Bin seit 12 Jahren vegan. Habe mit Tierzucht-Bauern keinerlei Mitleid und auch keinerlei Verständnis. Ich kenne mehrere Höfe, die selbst Rindsviecher und Hühner halten im kleinen Rahmen, und sehr sehr hochpreisig ihre Bioware verkaufen. Das ist in Ordnung. Wer das zahlen möchte und gerne isst und auch ethisch vertreten kann, das ist jedem seine Wahl was für eine Art Mensch er sein möchte. Ein Nachbar hatte 10+ Jahre lang einen Esel allein auf der Wiese, das einsamste Tier der Welt, noch nicht einmal ein Dach zum Unterstellen bei Regen war da, totale Tierquälerei, nur weil der Nachbar für die Wiese Fördergelder bekommen hat. Und dann noch die Massentierhaltung, Massenproduktion von Tiernahrung, Übersee-Transport von Tiernahrung und Schlachtgut, Antibiotika-Verschwendung, und MILLIARDEN und AberMILLIARDEN an Fördergeldern, und dann noch extra Steuern oben drauf, und dann noch das ganze Gejammer, da sag ich nur: hoffentlich sind die bald alle weg diese angeblichen Bauern, weg vom Fenster. Good riddance! sagt man auf Englisch.

    • brigbrei 6. Januar 2024 um 9:08 Uhr

      @Werner 5. Januar 2024 at 4:28
      „und sehr sehr hochpreisig ihre Bioware verkaufen. Das ist in Ordnung.“

      Ich gehe noch einen Schritt weiter als Sie: Ich finde auch das nicht in Ordnung – auch ich bin Veganerin und zudem Tierrechtlerin, denn auch für Biofleisch werden Tiere getötet, schließlich werden sie nicht zu Tode gestreichelt…
      Ethisch vertretbar ist das für mich alles nicht, auch die Milch“gewinnung“ ist an Grausamkeit gegenüber den Muttertieren und Kälbern kaum zu ertragen: Speziesismus ist die Diskriminierung von Tieren, Rassismus gegenüber Tiere, was zu der Annahme führt, der Mensch sei anderen Arten überlegen und hätte daher das Recht, sie nach ihrem „Bedürfnis“ zu nutzen. Tiere sind Lebewesen, die wie wir Angst, Panik und Schmerz empfinden und unsäglich leiden…

      „Auschwitz begins wherever someone looks at a slaughterhouse and thinks: they’re only animals.“ Theodor W. Adorno

      „Der Mensch ist kein Machwerk und die Tiere sind kein Fabrikat zu unserem Gebrauch. Nicht Erbarmen, sondern Gerechtigkeit ist man den Tieren schuldig.“ Arthur Schopenhauer

      • ibido 7. Januar 2024 um 1:06 Uhr

        und der Tiger und die Löwenmutter, die eine Antilope erlegen, um ihren Hunger zu stillen??? Fühlen die sich auch den Antilopen „überlegen“?? Und nehmen sich das Recht die Antilopen nach ihrem Bedürfnis zu nutzen??
        Und die Katze die eine Maus fängt. Hat sie Lust am „Spielen“ oder lässt ihr angeborener Instinkt sie so agieren, damit sie keine Giftstoffe aus dem Darm der Maus frisst?
        Wir sollten vorsichtig sein, die Dinge zu vermenschlicht zu sehen und mit Begriffen wie Diskriminierung/Rassismus gegenüber Tiere herumzuwerfen. Und wir wissen noch viel zu wenig. Z.B. fällt eine Maus oder Antilope angesichts des nahenden Todes in einen Zustand, der sie die Realität anders wahrnehmen lässt. Siehe dazu die Forschungen von Peter Levine und der Polyvagaltheorie. Sie empfinden in dem Augenblick weder Angst, noch Panik, noch Schmerz.

        PS: Ich will damit keinesfalls die Massentierhaltung schönreden! Da sind die Tiere diesen Gefühlen sehr wohl ausgesetzt.

    • oHenri 6. Januar 2024 um 16:19 Uhr

      @Werner und den veganhochmütigen Bessermenschen @brigbrei
      Hättet Ihr soch besser geschwiegen: dieses dümmliche hochmütige und auch bösartige Gequatsche der Vegetarier und Veganer ist schwer auszuhalten. Als Denkanstoss, obwohl ich nicht annehme, dass leute wie Ihr der Vernunft zugänlich seid: Eure Sparten-Landwirtschaft ist nur möglich, weil es daneben eine breite konventionelle Landwirtschaft gibt, welche die Extrawürste und auch Unfähigkeit, Lebensmittel in der nötigen Menge herzustellen, kompensiert.
      Kurzum, Ihr seid im Grunde genommen Läuse im Katzenpelz. Sind es nur wenige Läuse, macht der der Katze nichts, sie trägt sie rum ohne es zu merken; sind es zuviele Läuse, muss man was unternehmen, ansonst werden die Parasiten ihren Ernährer sogar umbringen.
      Nun, wir Normalen lassen Euch Euere Art zu leben, aber verschont uns doch mit Eurer hochnäsigen und besserwisserischen Bösartigkeit.
      Danke.

  3. Fred 4. Januar 2024 um 23:56 Uhr

    Es geht nicht um „Wut“ der Bauern, sondern um ihren berechtigten ZORN !!

    Der sehr geschätzte Georg Schramm hat ein altes Zitat des Papstes Gregor des Großen aus dem 6. Jahrhundert ausgegraben:

    „Die Vernunft kann sich mit größerer Wucht dem Bösen entgegenstellen, wenn der Zorn ihr dienstbar zur Hand geht.“

    Es geht um Zorn. Die Hammelmedien und Politschranzen verwenden den Begriff „Wut“, welcher blind-aggressives und sinnloses Agieren impliziert, zum vorsätzlichen Diffamieren der zurecht Zornigen.

    Ich finde es sehr schade, daß auch tkp hier nicht differenziert, den Schmarrn mitmacht und damit das Anliegen der Bauern/von uns allen abwertet.

    • brigbrei 5. Januar 2024 um 11:54 Uhr

      @Fred 4. Januar 2024 at 23:56
      „Es geht nicht um “Wut” der Bauern, sondern um ihren berechtigten ZORN !! Die Hammelmedien und Politschranzen verwenden den Begriff “Wut”, welcher blind-aggressives und sinnloses Agieren impliziert.“

      Sie haben vollkommen Recht!!
      Ein weiteres Problem sehe ich auch darin, dass der Begriff Zorn quasi aus dem deutschen Vokabular verschwunden ist, besser gesagt verschwunden WURDE, wie so viele ältere/alte Wörter, die vor allem von jüngeren Generationen nicht mehr benutzt werden, u.a. weil die überbordenden Anglizismen an ihre Stelle getreten sind und ältere Wörter nicht ‚woke‘ sind. Andererseits sind viele Begriffe von Politik und Journaille bewusst verfälscht worden…
      Das erinnert mich an den Begriff „radikal“ wie z.B. Willy Brandts unsäglichen „Radikalen-Erlass“, der zu politischen Zwecken bewusst negativ „übersetzt“ wird (wie hier bei Wut…), nämlich mit Aggression und Gewalt. ABER: „Radikal sein ist, die Sache an der Wurzel fassen.“ Karl Marx

      Ich verwende immer noch gern ältere Wörter wie z.B. Ich bin zornig… Als kurz nach dem Krieg Geborene kenne ich noch die alten Wörter durch Eltern und Großeltern und gebe sie meinem begeisterten Filius (46 Jahre) weiter, der sich wie ich mit Sprache beschäftigt. Lesenswert dazu „Deutsche Sprache, kaputte Sprache“, erschienen auf Manova (vormals Rubikon) am 25. Juli 2023.

    • ibido 7. Januar 2024 um 0:46 Uhr

      Interessante Gedanken. Auch von brigbei.
      Ich hatte bisher die Wörter Wut und Zorn immer synonym verwendet.

      Ja, blinde Wut = blind-aggressives und sinnloses Agieren

      Aber es gibt auch den Jähzorn. Der Jähzornige hat sich auch nicht im Griff…
      Zornesröte macht Angst vor dem – bald Explodierenden? Und es gibt auch „blind vor Zorn“. Und den Zornpinkel.

      Zorn ist zielgerichtet, Wut ist diffus?? Vielleicht ist das der essentielle Unterschied. Wut gegen alles und jeden ist ein Grundgefühl, das zu nichts führt. Zorn will etwas bestimmtes ändern (unabhängig davon ob es änderbar ist…)

      Was den Bauernprotest betrifft: Ein ist die Kommunikation eines (in ihren Augen) berechtigten Anliegens, eines Interesses! Und um der Politik (gesunde) Grenzen zu setzen. Sie müssen dazu weder zornig noch wütend sein.
      Aggression kommt von „a-gredi“ = „zugehen auf“. Es ist einfach Energie, die aufgewendet wird, um ein Ziel anzustreben. Um sich Gehör zu verschaffen muss eine Aktion gestaltet werden, muss so agiert werden, dass das Anliegen nicht überhört werden kann. Die Bauern agieren – dass sie wütend oder zornig wären, ist reine Interpretation der Journalisten (einige sind es zweifellos).

  4. Jurgen 4. Januar 2024 um 22:22 Uhr

    Ich würde als Bauer einfach nur noch mit Heizöl fahren… weg mit der Grünrotz-Regierung.

  5. Andreas I. 4. Januar 2024 um 20:53 Uhr

    Hallo,
    und?!

    Ich kann im Supermarkt alles kaufen.
    Das bedeutet,. die Großaktionäre trifft dieser „Protest“ nicht; die Bauern verbrennen zusätzlich Diesel.

    So lange die Mehrheit der Dichter und Denker nicht begreifen wollen , was das Wort Widerstand bedeutet …

  6. Georg Uttenthaler 4. Januar 2024 um 18:42 Uhr

    Bauern wachen auf! Bünde und Kammern, besetzt mit vorwiegend „Schreibtisch- Tätern“ sowie ungebildete LW- Ministern (Özdemir hat einen Kindergarten Kurs besucht!!!) mit Qualifikation: Weinkönigin, das ist der Tod der naturnahen Landwirtschaft…!!!

    Herr Gates bzw. seine Stiftung und weitere Komplizen wie Blackrock besitzen 25% der Ackerflächen in den USA, bald auch in der Ukraine mit bester Bodenklasse(Schwarzerde!) und wie viel auf der Welt??. Er und andere Groß- Insekten- Agrarindustrielle lieben es, wenn die Bauern von Polit- Versagern in den Ruin getrieben werden und sie ihre Flächen aufkaufen und so die Welt erpressen und regieren können, notfalls durch die Erzeugung von Hungersnöten. Wie jetzt durch die Lockdowns- 135 Millionen Unterernährte weltweit durch Versorgungsengpässe, 30 Millionen davon sind gestorben, vor allem Frauen und Kinder.

    Diese Leute versorgen jetzt schon die Welt mit genmanipuliertem Monsanto- Saatgut, das teuer jedes Jahr gekauft werden muss, weil nicht vermehrungsfähig, eine LW. Schweinerei. Und wie immer muss für ihre geisteskranke Geldgier der Klimawandel herhalten. Na dann, justieren Sie das Brett vor ihrem Kopf und schnallen Sie den Gürtel enger, wenn Hungersnöte auch hierzulande für hirnlose Klimaaktivisten schick (oder Schicksal) werden, sollten wir bedenken.

    Die Zerstörung der Landwirtschaft durch Düngemittel VO, Dokumentationsverpflichtungen, hirnlose Gesetze die nicht mehr zu managen sind, die Zerstörung der Agrarpreise durch Freihandelsabkommen und somit Import von Billig- Lohnländern ohne Auflagen, Streichung der Pauschalierung, die kaum noch einem Landwirt ein wirtschaftliches Dasein ermöglicht,…
    = Nahrungsmittelknappheit = Hunger = Herrschaft der „Superreichen“, da die Verursacher dann zu den gütigen Almosen- Gebern transformieren. (eine bäuerliche Schweinerei!!!)

    Die deutsche Regierung ist am heutigen Tag bereits umgefallen und nehmen einen Teil der Maßnahmen zurück. Doch VORSICHT!!! Gott sei dank lassen sich die Bauern und Frächter nicht für dumm verkaufen!

    Sie protestieren am Montag den 8.01.2024 in ganz Deutschland in sehr vielen Städten, sie werden nicht weichen und zu zigtausenden das Land und die Autobahnen „still legen“ damit auch die Politnullen munter werden. Die „Medien- Huren samt Zuhältern“ werden das verschweigen, daher googeln!!!

    • rudifluegl 4. Januar 2024 um 21:34 Uhr

      Wieso bald? Info vom 30.08. 2022
      Konzerne und Investmentfonds aus den USA besitzen 17 Millionen der 60 Millionen Hektar der Ukraine. Seit dem Inkrafttreten des Gesetzes über den Verkauf von Agrarland vor genau einem Jahr haben drei große transnationale US-amerikanische Konzerne fast ein Drittel des ukrainischen Ackerlandes erworben.
      Info Deutscher Bundestag 2015:
      „Die Ukraine galt in der Vergangenheit als die Kornkammer der Sowjetunion
      und ist wegen ihres beträchtlichen Vorkommens von Schwarzerde als besonders
      fruchtbar und produktiv bekannt. Mit 32 Millionen Hektar Anbaufläche verfügt
      die Ukraine über doppelt so viel landwirtschaftlich nutzbare Fläche wie
      Deutschland. Ukrainische und ausländische Agroholdings kontrollieren bereits
      etwa die Hälfte des ukrainischen Agrarlandes, das sind ca. 17 Millionen Hektar.“
      Die Agraholdings sind wie üblich mit allen möglichen ausländischen Konzernen verschachtelt!
      Und von den Faktencheckern wird alles fleißig abgestritten!!!

  7. Judith Panther 4. Januar 2024 um 18:13 Uhr

    “ … in einem der reichsten Länder der Welt …“

    In einem reichen Land gibt es keine Tafeln und keine Pfandflaschenrentner.

    Schreiben Sie doch stattdessen bitte

    "... in einem immer ärmer werdenden Land mit einigen der reichtsten Menschen der Welt ..."

    Ich mein – wenn schon Bananenrepublik dann richtig.

  8. Karl der Käfer 4. Januar 2024 um 17:17 Uhr

    Mit dem GDL Streik und dem Streik der Bauern fehlt nur noch eine oder zwei Gruppen, dann hat das Ding genug Eigendynamik…

    Wie wäre es, Freie Sachsen? AfD? Alle Handwerker? ..?

    • brigbrei 5. Januar 2024 um 12:11 Uhr

      @Karl der Käfer 4. Januar 2024 at 17:17
      „und dem Streik der Bauern“

      Da die Bauern Selbstständige sind, können sie selbst entscheiden, wann sie arbeiten und wann nicht. Es handelt sich also nicht um Streiks der Bauern, sondern um Protest. Mitglieder von Gewerkschaften streiken.
      Das soll keine Korinthenkackerei sein! Es handelt sich hierbei um juristisch unterschiedliche Begriffe.

  9. Hager Otto 4. Januar 2024 um 17:16 Uhr

    Mal schauen ob sich ( wie es der Bauernverband gesagt hat) Spinner, Randgruppen, Schwachköpfe und politische Gruppierungen, dem Demosntrationenn überhaupt anschließen können.
    Die Ampel ist bereits zurückgerudert. Oh weh !

    • Bernhard 5. Januar 2024 um 0:00 Uhr

      Bauern sind oft näher dran am wirklichen Geschehen. Und können deshalb Zusammenhänge, die alle betreffen, besser verstehen.
      Sie orientieren sich letztlich an dem, was die Natur hergibt. Ohne gesamtheitliches Denken wären sie da chancenlos. Direktiven von oben sind dabei ganz schlechte Erntehelfer.
      Aus solchen Gründen sind z.B. in meinem Heimatort vor über 20 Jahren die meisten Bauern aus Bauernbund, Milchgenossenschaft und Lagerhaus ausgetreten. Und haben sich neu organisiert, weil die alten Verbände für sie zu weit weg von ihrer Realität waren.
      In einem Jahr, in dem die halbe Welt wählt, wird sich doch einiges auch von unten her bewegen lassen.

      • Rüdiger Rauls 5. Januar 2024 um 18:34 Uhr

        hallo Bernhard, würde gerne dazu mit Ihnen in Kontakt treten
        Nachdenkseiten-trier@web.de
        Ansonsten wäre ich Ihnen dankbar, wenn Sie den Artikel an diese Bauern weiterleiten könnten, soweit Sie ihn denn dafür als geeignet ansehen.
        Ich habe ihn an den regionalen Ableger von LSV (Land schafft Verbindung) weitergegeben. Die sind zwar sehr rührig hier, haben aber meinen Beitrag nicht veröffentlicht.
        Besten Dank

  10. Glass Steagall Act 4. Januar 2024 um 15:27 Uhr

    Nur die Bauern in Wut? Es ist die ganze Republik in Wut!!! Nur die Bauern trauen sich aus der Lethargie der Bevölkerung auch mal etwas zu unternehmen! Eigentlich sollten sich alle Bürger deutschlandweit beteiligen, denn dieses und viele andere Themen geht alle an! Wer schweigt, macht sich automatisch mit schuldig!

  11. Hasdrubal 4. Januar 2024 um 14:45 Uhr

    @„Der Kampf gegen den CO2-Wahnsinn berührt einen Kern europäischer Politik. Da wird eine politische Machtfrage gestellt, zu der sich die gesamte Klimadiskussion mittlerweile ausgewachsen hat.“

    Entscheidend dürfte sein, was die nichtwestliche Weltmehrheit tun wird. Dort gibt es das Gewisse Medium, welches regelmäßig etwa 3% der Bundesbürger lesen sollen. Das Medium hat die Sparte „Leserbriefe“ eingeführt – in diesen wird öfter gefragt, wie sich Russland eigentlich zum Klimagedöns positioniert. Dadurch wird das bisherige Lavieren in dieser Frage immer schwieriger. Wenn man Russland, China und Indien zum Klimagemurkse nicht zwingt, hat diese global konzipierte Kabale keine Chance.

  12. Bang Bang 4. Januar 2024 um 14:33 Uhr

    Das ist Kapitalismus pur. Alles gegen das Volk und Erträge für die Parasiten. Mit Krieg im Inneren und Äußeren wird alles gesichert für die Eliten.

    • suedtiroler 4. Januar 2024 um 22:44 Uhr

      da hilft nur noch mehr Sozialismus! Bauern und Arbeiter auf zum Klassenkampf!

      • Es ist nicht alles Gold, das glänzt. 6. Januar 2024 um 6:53 Uhr

        Seit wann sind Bauern Sozialisten? Die Bauern waren begeistert vom EU Beitritt. Für brachliegende Felder Förderungen kassieren, das war Bauernfängerei und löste Begeisterung aus. Der Kommentar mit dem Esel ist wirklich traurig und den glaube ich aufs Wort. Obwohl ich den Protest der Bauern richtig finde, haben viele Bauern in der schlechten Zeit den Arbeiter ausgenutzt. „Da sind sie gekommen, die depperten Wiener mit ihrem Gold und den letzten Kreuzern für ein paar Erdäpfel!“ Diese Aussage unter schallendem Gelächter von einem Landwirt. Viele Arbeiter hatten jahrzehntelang für Bauern gearbeitet. Dann kam das böse Erwachen, weil sie nicht einmal bei der Sozialversicherung angemeldet wurden und somit keinen Pensionsanspruch hatten. Schlecht verdient haben die Bauern ja ab den 80ern nicht. Jedem seiner Kinder ein neu erbautes Haus hinstellen, das konnte sich der Arbeiter nicht einmal für sich selbst leisten.

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