Altersadjustierte Übersterblichkeit 2021 in Deutschland

9. Februar 2022von 6,1 Minuten Lesezeit

Münchener Statistiker schätzten neulich, dass 2021 in Deutschland 23.399 Menschen mehr starben als erwartet. Verschiedene Aspekte lassen Zweifel an der Zuverlässigkeit dieser Schätzung aufkommen. Vermutlich lag die wahre Übersterblichkeit 2021 in Deutschland deutlich höher, eher bei 35.000 oder mehr Sterbefällen.

Von Dr. Anton Stein

Letzte Woche veröffentlichten Statistiker um Prof. Göran Kauermann von der Münchener LMU in ihrem Codag Bericht Nr. 26 unter anderem eine altersadjustierte Schätzung zur Übersterblichkeit. Darin schrieben sie von „23.399 Sterbefälle mehr als erwartet“ bzw. einer „Übersterblichkeit in 2021 von etwa 2,3%“ (bezogen auf die erwarteten Sterbezahlen).

Ich schrieb hier am 12. Januar, dass „die Untergrenze bei 20.000 Impfopfern liegen dürfte“, allerdings für das „Impfjahr“, nicht wie oben das Kalenderjahr. Sieht man davon einmal ab, liegen die „Profis“ nun rund 3.400 Sterbefälle höher. Obwohl ich mich mit meiner Schätzung nun beruhigt zurücklehnen könnte, bin ich mit deren Schätzung unzufrieden.

Stutzig machte mich zunächst die extreme Genauigkeit der Schätzung: „23.399“. Ich glaube gerne, dass der Rechner auch noch ein paar Stellen hinterm Komma ausgespuckt hätte. Aber das sollte ein denkender Mensch so doch nicht wiedergeben. Man schaue nur mal auf die möglichen Rundungsfehler bei „2,3%“ auf Basis der von diesen Statistikern als „erwartet“ angegebenen Zahl von 996.410 Sterbefällen für 2021; der Rundungsfehler könnte zwischen 2,25% und 2,349% liegen, was dann etwa 490 Menschen mehr oder weniger ergäbe. Übrigens dürfte die berechnete prozentuale Erhöhung bei 2,3483% gelegen haben. Alles nur ein Flüchtigkeitsfehler? Warum haben die nicht minimal auf 23.400 aufgerundet? Statt dessen eine Zahl, die nach Aldi- und Hofer-Preisen riecht.

Das nächste und große Fragezeichen geht auf die Abbildung zurück, mit der die LMU-Statistiker ihre Schätzung untermauerten (Abb. 1). Anscheinend haben die den Wert für 2020 einbezogen, um ihre Vorhersage für 2021 zu berechnen. Allein schon der Verlauf der Linie suggeriert dies. Die wissenschaftliche Publikation [1.], welche die Grundlage für die Schätzung war, bestätigt: Ja, die haben die Jahre 2016 bis 2020 als Grundlage für die Schätzung genommen.

  1. Abbildung aus dem besprochenen Bericht
    Codag Bericht Nr. 26.

Wieso aber ist es fragwürdig, das Jahr 2020 mit ins Modell zu nehmen? Die einfache Antwort wäre Covid-19. Damit begründe ich die Kritik aber ausdrücklich nicht! Denn 2020 war weitgehend normal in Sachen Sterbegeschehen. Die Einschränkung „weitgehend“ bezieht sich auf den Dezember 2020, und da vor allem die Bundesländer Sachsen, Thüringen und Bayern. Ich hatte dies bereits im Sommer 2021 hier thematisiert. Die Sterblichkeit stieg nämlich damals besonders in diesen Ländern exorbitant an, und zwar im Ausmaß stark abweichend von anderen Bundesländern. Die Ursache dürfte in der von Sachsen und Bayern verhängten Grenzschließung nach Tschechien und Österreich gelegen haben und der damit bewirkten Flucht bzw. Rückkehrverhinderung von Pflegekräften. Die dortige Übersterblichkeit vom Dezember 2020 hatte also offensichtlich eine politische Ursache.

Nun ist es aber so, dass die Gruppe um Göran Kauermann eben dies als erste festgestellt hatten, nämlich in deren Codag Bericht Nr. 5 und 6 vom 22. Dezember 2020 bzw. 7. Januar 2021. Danach gingen die Autoren auf dieses Problem nur noch einmal kurz ein, nämlich im Codag Bericht Nr. 8. Eigentlich wollte man dort in Abbildung 3.4 (dort Seite 18) auch die Sterbezahlen von Sachsen nochmals zeigen. Genau dieses Bild fehlt aber. Zensiert?

Danach fand ich jedenfalls die Codag Berichte weichgespült und uninteressant.

Auf jeden Fall zeigen diese Umstände, dass die Gruppe um Kauermann sehr wohl die extreme Situation vom Dezember 2020 kannte, und dass sie auch wussten, dass sie zeitlich und lokal begrenzt war, und dass fast nur Hochbetagte betroffen waren; Menschen unter 60 dagegen überhaupt nicht. Dies unterstreicht obige Vermutung zum Zusammenhang mit den Pflegekräften.

Wenn also 2020 durch ein Artefakt stark beeinflusst war, sollte man dieses Jahr nicht ohne Weiteres als Grundlage für Sterbeverhalten in einem natürlichen Alterungsprozess nehmen. Da die Münchener Statistiker das Jahr 2020 trotz dieses Vorwissens ohne jegliche Adjustierung ins Modell nahmen, war und ist zu bemängeln.

Wie wirkt es sich nun aus, wenn man 2020 ins Modell rein- oder rausnimmt? Dazu habe ich die folgenden einfachen linearen Regressionen erstellt (Abb. 2). Ich habe keinerlei Altersadjustierung vorgenommen; dadurch weicht die lila Linie etwas von der der LMU-Statistiker ab, am auffälligsten für das Jahr 2016. Die grüne Regressionslinie zeigt an, dass es bei der Vorhersage für 2021 zu einer große Abweichung (rund 15.000 Todesfälle) kommt, je nachdem ob man 2020 berücksichtigt oder nicht. Unter der naheliegenden und vermutlich gerechtfertigten Annahme, dass die Altersadjustierung jedes Jahr zu ähnlichen Ergebnissen führt, dann liegt der Kardinalfehler eben in der Berücksichtigung des Jahres 2020.

  1. Einfache lineare Regressionen mit Extrapolation
    Die durchgezogene lila Linie basiert auf den Sterbezahlen 2016 bis 2020. Extrapoliert bis 2021 (rotes Oval). Die gestrichelte grüne Linie auf 2016 bis 2019, extrapoliert wurden 2020 und 2021 (größeres rotes Oval).
    Sterbezahlen aus [2.], Stand 8. Februar 2022 (für den Wert von 2021).

Noch eine abschließende kurze Bemerkung zu dem von den Münchener Statistikern verwendetem Modell der Altersadjustierung [1.]. Jedem, der Zweifel an der Sinnhaftigkeit von komplexen Modellrechnungen hegt, empfehle ich einen Blick auf die dort gezeigten Graphiken. Es mag ja sein, dass dieses Modell am Ende manche Fehler mittelt und zu brauchbaren Schätzern führt. Aber in den einzelnen Alterskohorten sind die Ergebnisse schauderlich und widersprüchlich. Wodurch ich jedenfalls mein Vorurteil bestätigt sehe, dass man mit Modellrechnungen alles und jedes „beweisen“ kann.

Was könnte man besser machen? Es ist gewiss problematisch, das Vorjahr ganz herauszulassen. Bis Ende November war 2020 auch völlig unproblematisch. Man sollte ein Modell entwickeln, welches den Dezember 2020 als „unnatürlich“ oder „Ausreißer“ ausschließt.

Fazit

Die im Codag-Bericht Nr. 26 veröffentlichte Schätzung mag eine sinnvolle Altersadjustierung beinhalten; das will und kann ich nicht beurteilen. Verschiedene Aspekte deuten jedoch darauf hin, dass diese Schätzung zu niedrig ist und möglicherweise bewusst zu niedrig berechnet wurde. Unter der Voraussetzung, dass jenes Modell prinzipiell sinnvoll ist, würde ich grob 15.000 Sterbefälle draufschlagen, um zum wahren Wert der altersadjustierten Übersterblichkeit im Kalenderjahr 2021 zu gelangen. Demnach dürfte der wahre Wert der altersadjustierten Übersterblichkeit eher bei 35.000 Sterbefällen, vielleicht sogar bei 40.000 liegen. Das bedeutet auch, dass meine Schätzung vom 12. Januar 2022 wohl zu vorsichtig war.

Vielen Dank an Ulf Lorré für die sorgfältige Durchsicht des Manuskripts.

Referenzen

  1. De Nicola, G., Kauermann, G. and Höhle, M. (2022): On assessing excess mortality in Germany during the COVID-19 pandemic. AStA Wirtschafts- und Sozialstatistisches Archiv (OnlineFirst). 2022. DOI: https://doi.org/10.1007/s11943-021-00297-w

  2. Destatis, Sonderauswertung Sterbefälle. Dokument vom 2. Februar 2022.

Gastbeiträge geben immer die Meinung des Autors wieder, nicht meine. Ich veröffentliche sie aber gerne, um eine vielfältigeres Bild zu geben. Die Leserinnen und Leser dieses Blogs sind auch in der Lage sich selbst ein Bild zu machen.

Dr. Stein (Pseudonym) ist promovierter Apotheker mit jahrzehntelanger Erfahrung in der Pharma-Branche. Aus Rücksicht auf seine Familie möchte er nicht, dass sein Name genannt wird.


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15 Kommentare

  1. Christian 24. Februar 2022 at 20:20Antworten

    Angesichts der Fallzahlen BKK wäre interressant zu wissen ob sich hinter einer BKK ICD Erfassung in der Abrechnung einer Person oder eventuell mehrere Mitversicherte befinden. Das würde die Fallzahlen und die Statistische Rechnung vielleicht verändern.

  2. Zacharias Fögen 22. Februar 2022 at 22:01Antworten

    Sie machen selber den Fehler, 2019 mit einzubeziehen. In 2019 gab es einen extrem milden Winter, das habe ich im Artikel hier für Schweden gezeigt. Ich habe es auch die Zahlen für Deutschland berechnet, für Deutschland kommen wir auf eine Untersterblichkeit von -1%.

    https://zachariasfoegen.wordpress.com/2022/02/19/ein-milder-winter-macht-noch-keine-pandemie/

    • pfm 22. Februar 2022 at 22:08Antworten

      Wohl kaum, das ist alles korrekt einbezogen worden, wie ja auch in der Grafik deutlich zu sehen.
      Weitere Details finden Sie auch hier:
      Übersterblichkeit in Deutschland 2021 – Erfolg der Covid-Impfungen
      Darstellung Übersterblichkeit und Impfungsverlauf in Deutschland

    • Anton Stein 23. Februar 2022 at 18:34Antworten

      Lieber Herr Fögen,
      es ist keineswegs per se ein Fehler, das Jahr 2019 mit in die Überlegungen und Berechnungen einzubeziehen.
      Schon gar nicht geht, das Jahr 2019 oder ein anderes mit der Begründung, es habe einen milden Winter gegeben, nicht zu zählen. Oder vielleicht ein anderes Jahr wegen strengen Winters. Oder ein anderes wegen Grippewellle. Das wäre Willkür.
      So oder so sind das alles Faktoren, die rain natürlich sind. Gewiss, es gibt auch eine Klientel, die meint, man könne und müsse das Klima „unter Kontrolle bringen“. Aber diese Klientel kämpft übrigens am verbissendsten für die Impfpflicht und sonstige Maßnahmen. Doch offensichtlich faktenbefreit und ideologisch begründet.
      Es wäre grundfalsch, selektiv bestimmte Jahre herauszunehmen, in denen es durch rein natürliche Ereignisse zu Schwankungen kam.
      Allerdings trifft genau das vermutlich nicht auf das Jahr 2020 zu.
      Z.B. gab es in Spanien und England im März und April eine enorme Übersterblichkeit. Und diese wurde keineswegs durch ein VIrus, sondern im Wesentlichen durch Maßnahmen beeinflusst. Also die Hysterie um Covid-19 und die dadurch erzeugten Triage-Situationen. Nicht nur diese beiden Faktoren waren rein menschengemacht, also artifiziell, sondern auch die Antwort darauf. Diese bestand erstens um am verheerendsten in der (möglicherweise unnötigen) Sterbehilfe durch Midazolam plus Morphin (MiMo), daneben in viel zu früher und unnötiger bzw. schädlicher Intubation. Ein paar Fehlbehandlungen, z.B. mit hochdosiertem Hydroxychloroquin, mögen hinzu gekommen sein. Wegen MiMo: Schauen SIe sich doch mal den BMJ-Artikel zu den ersten 20000 Covid-19-Fälle in UK an. Rund 4000 starben „on ward only“. Ja, wieso denn wohl?
      Auch in Schweden hat man massenhaft MiMo eingesetzt. Schweden hatte nämlich nur etwa 1/5 der deutschen Intensivkapazität und daher die ganz strenge Regel rausgegeben, dass keinesfalls ein Krankentransport zwischen Altenheim und Krankenhaus erfolgen dürfe. Das ging so bis etwa Mitte Juli.
      In Deutschland war man mit MiMo anfangs viel zurückhaltender, aus naheliegenden historischen Gründen.
      Aber ganz offensichtlich hat man sich dann doch zu MiMo im Dezember 2020 entlang der Grenze zu Tschechien (im weiten Umkreis) durchgerungen. Das ist oben und im verlinkten Artikel beschrieben; und die Autoren um Kauermann wussten das, hatten aber später ein Maulkorb von König Markus bekommen. Also auch hier ein eindeutig menschengemachtes, also artifizielles Ereignis.
      Und eben so was kann ich für die Jahre vor 2020 nicht erkennen.
      Vermutlich wäre 2020 ohne den seltsamen Dezember ähnlich wie 2019 rausgekommen.

    • COPOKA 24. Februar 2022 at 4:00Antworten

      @Anton Stein

      »Z.B. gab es in Spanien und England im März und April eine enorme
      Übersterblichkeit. Und diese wurde keineswegs durch ein VIrus, sondern
      im Wesentlichen durch Maßnahmen beeinflusst. «
      ––––––––
      Von den verfälschenden Fantasiezahlen man abgesehen, viele Todesfälle am Anfang der Plandemie sind noch auf die großangelegte Solidarity- Recovery- und Discovery-Studien zurückzuführen. Da wurden Patienten mit Covid- oder schlicht ARVI-Symptomen letale Dosen von giftigen antiviralen Substanzen wie etwa Hydroxychloroquin verabreicht um dann deren therapeutische Untauglichkeit zu behaupten. DE war allerdings weniger davon betroffen, jedoch UK, ES, SE u.a. Länder.

      Wie es im Moment aussieht, Wuhan-Virus war schon im späten Herbst 2019 in ganzer Welt unterwegs gewesen – s. Link unten. Aber die „Covid-Fälle“ schossen erst ab Mitte März mit den Massentests in die Höhe, somit auch die Panik und die Todesfälle.
      DAVOR war jedoch deutliche Untersterblichkeit zu beobachten obwohl das angeblich tödliche Virus schon längst unterwegs gewesen war.

      S. dazu:
      https://www.anti-spiegel.ru/2022/neue-enthuellungen-die-vor-geschichte-der-entstehung-von-sars-cov-2-und-der-pandemie/

  3. Elefant 9. Februar 2022 at 11:29Antworten

    „Vermutlich lag die wahre Übersterblichkeit 2021 in Deutschland bei deutlich höher, eher bei 35.000 oder mehr Sterbefällen.“

    Die Übersterblichkeit liegt insgesamt höher, von 2021 bis (2121) … bei EXPONENTIELLEM WACHSTUM.

    Es gilt die Logik, die hinreichender ist als eine statistisch „straffe“ Korrelation.

    mRNA-Injektion ist ein künstlicher Eingriff in die Körperzelle bei ihrer Mehrbelastung.

    Körperzellen verschleißen, wir nennen es ALTERN. Im mRNA-Fall: SCHNELLER ALTERN und FRÜHER STERBEN (= Übersterblichkeit).

    (mRNA Geimpfte FRIEREN (=Überlastung des Körpers als Körperzellen-Summe.))

    mRNA ist ein bissel mehr als Bankdrücken in der „Muckibude“.

    (Der Blog tkp würde insgesamt an Qualität gewinnen, wenn das ALTERN der Maßstab jeder seiner Ableitungen wäre. Hier geht es noch recht CHAOTISCH zu, was für einen Anfang sehr normal ist …)

    Ich bin der Meinung, so einfach machen wir es Renten-, Pensions-, Pflege- und Krankenkassen NICHT! Weiter geht es beim GUTEN DENKEN! ♡

    WIR SIND NICHT EUERE RETTUNGEN MIT MRNA-LEBENSVERKÜRZUNGEN, WEIL IHR DEN EURO VOR DIE WAND GESETZT HABT!

  4. suedtiroler 9. Februar 2022 at 11:06Antworten

    Ich denke vor allem sollte man jetzt schauen in welchen ALTERSGRUPPEN es 2021 eine Übersterblichkeit gab.

    Jede Übersterblichkeit vor allem bei den Altergruppen unter 65 Jahren sollte Grund zur größten Sorge sein, vor allem da ja Corona hier nicht Schuld ist (nicht einmal offiziell bzw. im Narrativ der Hysteriker)

    Samuel Eckert hatte dazu verschieden Videos mit Auswertungen 2020 zur eingen Ländern gemacht mit sehr interessanten Ergebnissen, schön aufgeschlüsselt nach Altersgruppen, ich hoffe da folgt noch etwas zu 2021!

  5. Ulf Lorré 9. Februar 2022 at 10:21Antworten

    Das zu Grunde liegende Papier (De Nicola 2022) ist tatsächlich etwas fragwürdig. Man schlägt dort eine Rechnung vor, die als Eingangsdaten die von Destatis angegebenen Sterberisiken (also nicht die tatsächlich registrierten Todesfälle) verwendet. Dann wird eine Normalisierung nach einzelnen Altersjahren gefahren. Insgesamt gibt man sich viel Mühe, die Vorgehensweise mit zahlreichen Literaturverweisen valide aussehen zu lassen. Vermutlich ist sie das sogar. Etwas Gravierendes scheinen sie allerdings übersehen zu haben: Die Erwartungswerte liegen insgesamt in allen 8 Alterskohorten unter den tatsächlichen Zahlen. Kumuliert taucht das in der 1. Abbildung ebenfalls auf; in 5 von 6 Jahren wird der Erwartungswert überschritten. Ein so deutliches Zeichen einer systematischen Unterschätzung hätte eigentlich auffallen müssen.

  6. federkiel 9. Februar 2022 at 10:05Antworten

    Dazu fällt mir ein: „Ich glaube nur der Statistik, die ich selbst gefälscht
    habe“ 😁

  7. Archi.medes 9. Februar 2022 at 9:23Antworten

    Ich habe die amtlichen Destatis-Daten selbst analysiert, sogar wie vom Autor gewünscht unter Berücksichtigung der „C-Welle“ Ende 2020. Ergebnis: 2020 war ein vollkommen normales Jahr hinsichtlich Sterbefallzahlen, nur am Ende eine um 25% höher als normale Grippewelle, also keine „Pandemie“ im klassischen Sinn.

    2021 dagegen enthüllen die amtlichen Zahlen eine zusätzliche unerwartete Sterbefallzahl von rund 70.000! https://corona-blog.net/2022/01/27/amtliche-zahlen-zeigen-91-000-unerwartete-sterbefaelle-seit-beginn-der-impfungen/ . Von den darin genannten 91.000 muß man aber noch die rund 20.000 der saisonalen Grippewelle Ende 2021 abziehen. Verteilt man die typischen Winter-Berge der Sterbezahlen in die Sommer-Täler, zeigt sich, daß der Zeitverlauf der unerwarteten Sterbefälle exakt mit dem Zeitverlauf der Genspritzen korreliert: Je 2.300 Genspritzen ein unerwarteter Sterbefall, in Summe bisher die erwähnten 70.000. Details und Graphiken: https://www.dropbox.com/s/jsga61ler0b9eay/Unerwartete_Sterbefallzahlen_korrelieren_exakt_mit_der_Anzahl_der_Genspritzen.pdf

    • Ulf Lorré 9. Februar 2022 at 10:56Antworten

      @Archi.medes, wenn ich Ihre Arbeit richtig verstehe, haben Sie Hügel und Täler eingeebnet, hier und da ein wenig skaliert, dann Korrelationen gefunden und daraus ein Impfrisiko quantifiziert. Meiner bescheidenen Ansicht nach können aus verzerrten, also imaginären Signalformen prinzipiell keine gültigen Korrelationen gewonnen werden. Korrelationen sind außerdem invariant gegen proportionale Verstärkung und Parallelverschiebung. Rückrechnung auf Absolutzahlen und Impfrisiken ist darum schwerlich möglich. Wenn man auf eine Gesamtzahl passend skaliert, gut und schön, aber letztlich ein Akt der rechnerischen Willkür ohne Beweiskraft, womit aber nicht gesagt sein soll, die 70.000 wären gänzlich ausgeschlossen.

    • COPOKA 9. Februar 2022 at 14:47Antworten

      on gut bekannt ist. Im Gegensatz zu den Sterbezahlen sind die Populationsdaten jedoch alles andere als zuverlässig – es sind nur Schätzungen. Beim letzten Zensus vor einer Dekade wurden die Populationsdaten m.E. massiv korrigiert.

      Der Einsatz mit quadratischem Polynom¹ koppelt sich von dieser unzuverlässigen Datenbasis ab – clevere Lösung!

      ¹) Im Text steht an paar Stellen Polygon statt Polynom – hat wohl spell-check zugeschlagen ;-)

    • Archi.medes 9. Februar 2022 at 18:21Antworten

      @COPOKA: Danke, und danke für den Hinweis auf den Tippfehler, ich lasse das sofort korrigieren bei corona-blog

  8. Lucie Zimmer 9. Februar 2022 at 8:54Antworten

    ZITAT:Die Ursache dürfte in der von Sachsen und Bayern verhängten Grenzschließung nach Tschechien und Österreich gelegen haben und der damit bewirkten Flucht bzw. Rückkehrverhinderung von Pflegekräften. Die dortige Übersterblichkeit vom Dezember 2020 hatte also offensichtlich eine politische Ursache.“ZITATENDE

    Das stimmt natürlich nicht.
    Den Südosten Deutschlands hat es schon immer erkalältungstechnisch deutlich mehr erwischt wie den Rest von Deutschland.
    Hier ist auch der Winter länger und härter.
    Natürlich verstorben dadurch mehr Menschen an saisonbedingten Viren.
    Die Pflege war immer gewährleistet und natürlich kamen die paar Tschechienpflegektafte trotzdem mit test zum Arbeiten.

  9. Eine Frage hab ich ........... 9. Februar 2022 at 7:02Antworten

    Deine 2016-2019er Durchschnittslinie hätte eigentlich auch 5 Jahre enthalten sollen, folglich 2015-2019

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