Corona-Populismus: Wie man den Hass auf die Ungeimpften gezüchtet hat

13. Dezember 2021von 13.7 Minuten Lesezeit

Dies ist der zweite Teil einer Serie, die zuerst auf respekt.plus erschienen ist. Es geht dabei zunächst um einen Blogbeitrag, den Ortwin Rosner im Standard veröffentlichte. Es dauerte nicht lange, war er wieder verschwunden, offenbar hatte er zu sehr die Agenda finanzkräftiger Eliten durchkreuzt. Hier ist nun dieser Beitrag. Die dritte Teil der Trilogie erscheint morgen und der erste von gestern hier.

Von Gastautor Ortwin Rosner

Ein vom Papst erleuchteter Klagenfurter Rektor, ein Sport-Reporter in kriegerischer Angriffspose und ein spaltender „Spiegel“-Kolumnist. Sie sind Beispiele für das Ende der offenen Gesellschaft.

Am Anfang eine gute Nachricht: Wenn man heutzutage die Höhen postmodernen Unsinns erklimmen will, muss man sich gar nicht mehr durch irgendwelche schwer lesbaren Klassiker wie zum Beispiel die „Grammatologie“ des französischen Salonphilosophen Jacques Derrida oder durch die recht willkürlich argumentierenden Schriften einer Judith Butler quälen. Es ist inzwischen deutlich billiger zu haben. Als Ausdruck des an allen Ecken und Enden unserer Gesellschaft stattfindenden geistigen Zerfalls konnte man sich kürzlich stattdessen ebenso das recht kindlich und einfach geschriebene Rundmail des Rektors der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, Oliver Vitouch, vom 6. November zu Gemüte führen, in dem er ungeimpften Studierenden erklärte, dass sie an höheren Bildungseinrichtungen nichts mehr zu suchen hätten. Schwindlig konnte einem dabei allerdings trotzdem werden, denn ein kohärenter Gedankengang war darin weitgehend zu vermissen.

Beispiel eins: Oha, der Papst!

Stattdessen war die weltanschauliche Darlegung, zu der der geistig wendige Hochschulleiter ausholte, im wahrsten Sinne des Wortes divers. Schaffte der gute Mann es doch tatsächlich, sich im entscheidenden Absatz der Mitteilung an die ihm anvertrauten Zöglinge sowohl auf die Wissenschaft als auch auf den Papst und, damit die Wirrnis komplett ist, dann doch wiederum auf die Aufklärung zu berufen. Den weiten Horizont, auf dem sein Geist ruht, stellte er endgültig schlagend dadurch unter Beweis, dass er am Schluss seines Rundmails sogar den Wikipedia-Artikel zum Begriff der „Aufklärung“ verlinkte.¹

Das ist eine Leistung, deren Dimension man erst nach und nach erfassen kann. Nicht nur, dass diese bunten Verweise ein derartig ungeordnetes weltanschauliches Durcheinander ergeben, dass es damit andernorts nicht einmal für einen schlechten Schüleraufsatz gereicht hätte. Man möge es doch auch bitte nicht außer Acht lassen, dass Vitouch es tatsächlich zustande brachte, sich auf eine Äußerung des Papstes zu berufen, in der dieser von „Nächstenliebe“ gesprochen hatte, um im Namen dieser Äußerung Leuten zu erklären, dass er sie von seiner Universität ausschließt. Anscheinend sah der Klagenfurter Rektor also im Ausschluss von Personen aus dem Zugang zum Hochschulwesen einen Akt der Nächstenliebe. So etwas muss ihm in der Tat einmal einer nachmachen können. Vielleicht hätte aber auch einer der Studenten ein christliches Erbarmen mit ihm haben und ihm daraufhin als Antwort einen Wikipedia-Artikel zu dem Begriff „Nächstenliebe“ retour schicken sollen.

Dass eine derartig dilettantische Aussendung überhaupt möglich war und allgemein ernst genommen wurde, anstatt dass man in schallendes Gelächter darüber ausbrach, zeugt nicht nur vom geistigen Niveau, auf dem die Corona-Populisten sich mittlerweile tummeln, sondern auch davon, wie weit die Stimmungsmache gegen Ungeimpfte insgesamt inzwischen vorangeschritten ist. Und in einem STANDARD-Interview legte der selbstbewusste Rektor noch einmal nach und zog dort sogar einen längst verstorbenen satirischen Schriftsteller in die Diskussion hinein, der sich leider nicht mehr dagegen wehren konnte, dass eine seiner vielen bissigen Bemerkungen von einem Kärntner Bildungsfunktionär ihrer hintergründigen Ironie entkleidet und instrumentalisiert wurde. „Oder wie Karl Kraus sagte: In zweifelhaften Fällen entscheide man sich für das Richtige“, erklärte der Universitätsleiter bierernst, ohne sich mit der schillernden Doppeldeutigkeit des Satzes aufzuhalten.

Karl Kraus — die Aufklärung — und der Papst! Wer hätte da Vitouch widersprechen können, wenn er doch solche Mächte hinter sich hatte bei seinem Drang, seinen Anordnungen nicht gefügige Personen aus der Universität zu entfernen. Kraus würde sich zwar wahrscheinlich im Grab umdrehen, wenn er wüsste, dass der Corona-Populismus es inzwischen schafft, sich nicht nur auf den Papst und auf die gesamte Aufklärung, sondern dann sogar auch noch auf ihn zu berufen, aber das muss ja Vitouch keine schlaflosen Nächte bereiten. Die sollten eher wir haben und uns fragen, was in der heutigen Welt los ist, dass so jemand den Posten eines Universitätsrektors innehat.

Ein falscher Begriff von Aufklärung

Ein Einschub muss hier noch sein, bevor wir zum nächsten Beispiel weiterschreiten. Denn wenn ein österreichischer Hochschulleiter schon offen legt, auf welchem Niveau er zu diskutieren wünscht, indem er auf einen Wikipedia-Artikel wie auf eine höhere Autorität verweist, dann wäre es doch nicht schlecht, wenn er wenigstens diesen selbst ordentlich gelesen und verstanden hätte. Das ist bei Vitouch möglicherweise nicht der Fall. Denn dann hätte er ja sehen müssen, dass es „die“ Aufklärung nicht gibt, sondern sie eine weit komplexere Bewegung war, als gemeinhin angenommen wird, dass zu ihr auch durchaus immer wieder ein ambivalentes Verhältnis zur Wissenschaft und Wissenschaftskritik gehört haben und dass eine solche sogar oft an den Universitäten großes Thema war und dort gelehrt wurde.² Dass dieser Umstand im Zuge der Corona-Krise von Politikern und Medienleuten sowie diversen Agitatoren fast beständig übergangen wird, mag noch verzeihlich sein, denn denen geht es nun einmal bloß um Meinungsmache. Aber wenn ein Universitätsrektor so tut, als wüsste er nichts davon, dann ist das traurig.

Zweitens ist es darum natürlich ebenso falsch, dass Vitouch in seiner Aussendung Aufklärung auf (Natur-)Wissenschaft reduziert. Zur Aufklärung gehört nicht weniger vieles andere. Beispielsweise etwa die Ideen der Freiheit, der Würde und der Autonomie des Subjekts sowie grundlegender Persönlichkeitsrechte. „Gesellschaftspolitisch zielte die Aufklärung auf mehr persönliche Handlungsfreiheit (Emanzipation), Bildung, Bürgerrechte, allgemeine Menschenrechte und das Gemeinwohl als Staatspflicht.“ Auch das kann man im vom Klagenfurter Rektor verlinkten Wikipedia-Artikel nachlesen. Das übergeht er allerdings, weil er mit Beziehung auf diesen Aspekt der Aufklärung nicht so einfach autoritär Leute aus dem Universitätsleben ausschließen beziehungsweise ihnen eine Impfung vorschreiben könnte. Schwerlich wird er jedoch irgendwo einen Beleg dafür finden, dass eine solche rabiate Vorgangsweise den grundlegenden Ideen der Aufklärung entsprechen würde.

Und drittens wird seit längerer Zeit im öffentlichen Diskurs überdies durch Corona-Populisten — und nun eben auch von Vitouch — eine Auffassung von Wissenschaft verbreitet, die irreführend ist. Denn genauso wie es nicht „die“ Aufklärung gibt, wie einen monolithischen Block, so gibt es auch nicht „die“ Wissenschaft. Wissenschaft wird hier ideologisiert und „als Herrschaftsmittel missbraucht“, wie der Blogger Jan David Zimmermann richtig erkennt. Wissenschaft ist ein komplexes, breit gefächertes sowie kontroversiell organisiertes Diskursfeld und bietet keine absolute Wahrheit, sondern immer nur vorläufige Erkenntnisse. Gerade im Zuge der Corona-Pandemie wurde dies ganz besonders problematisch und deutlich sichtbar.

Zimmermann: “Wenn jedoch vieles nur vorläufig gilt und morgen wieder ganz anders sein kann, ist es umso absurder, dass man mit einem Brustton der Überzeugung eine Eindeutigkeit der ‚Faktenlage‘ suggeriert, die eben nicht vorliegt.“ Der Blogger spricht in diesem Zusammenhang von der falschen „Gewissheit, mit der uns politisch-medial (aber leider auch wissenschaftlich) unumstößliche ‚Fakten‘ geliefert werden, die zu drakonischen Maßnahmen führen, die wir unbedingt einhalten müssen, nur um sich dann wenige Wochen bis Monate später der neu justierten Gewissheit stellen zu müssen, dass diese Maßnahmen und Ansichten mitunter unhaltbar, unwirksam, fehler-bis lückenhaft waren oder revidiert werden müssen […]“

Beispiel zwei: Der Fall Kimmich

Schauen wir nach Deutschland, wo nicht weniger seltsame Dinge vorsichgehen. Stellt sich doch dort ein einfacher Sportreporter wie ein Höchstrichter vor einem ohnehin nur mehr eingeschüchtert Antwort gebenden Fußballer auf, um ihn zur Rede zu stellen, weil er — nein, kein Verbrechen begangen hat, sondern ungeimpft ist.

Man sehe sich das Video vom 23. Oktober an, in dem Joshua Kimmich von SkySport interviewt wird:

Klare Worte von Joshua Kimmich💪👍👍👏👏👏👏👏👏👏

Man traut seinen Augen kaum, was man da sieht. Was sagt mehr über unsere aus den Fugen geratene Zeit als diese fünf Minuten? Ein Sportjournalist interviewt einen Fußballer, der eine persönliche Entscheidung getroffen hat, die im Grunde nur ihn angeht, wie Armin Wolf hierzulande einen korrupten Politiker. Zwischendurch wagt sich Kimmich mit dünner Stimme hervor und möchte die öffentliche Geißelung kurz unterbrechen, indem er fragt: „Haben Sie auch noch mal ein paar sportliche Fragen?“ Ein gerechtfertigter Hinweis darauf, dass es über die ganze Länge des Interviews seltsamerweise gar nie um das Fußballspielen geht.

Indes hat der Reporter, Patrick Wasserziehr, an dieser Stelle keine Schwierigkeiten, ein windiges Ausweichmanöver zu vollziehen: „Ich möchte durch die Fragen versuchen zu verstehen, auch im Sinne unserer Zuschauer, warum Sie so handeln! Darum geht es! Es geht nicht darum jemanden anzuklagen!“ versichert er. Eine kaum glaubhafte Antwort, denn genau das ist es, was Wasserziehr die ganze Länge des Interviews über tut: Kimmich anklagen, ihm Vorwürfe machen, ihn angreifen. Das ist das Einzige, worum es geht, über fünf Minuten lang, von Anfang bis Ende des Gesprächs.

Und man hat den Eindruck, er hört den gar nicht so schlechten Gegenargumenten des Fußballers noch nicht einmal zu. Konterkariert wird die besänftigende Behauptung des Sportjournalisten, er wolle ja nur verstehen, außerdem durch seine aggressive Körpersprache. In breiter Alphamännchen-Pose hat sich der großgewachsene Mann vor Kimmich hingestellt, steht da wie ein Baum und holt weit mit den Armen wie mit Ästen gegen ihn aus, oder wie ein Staatsanwalt gegen einen Delinquenten beim Kreuzverhör. Desgleichen ist die Stimmlage laut, kläffend und aggressiv. Systematisch treibt er Kimmich in die Enge, dem man Respekt zollen muss, dass er angesichts Wasserziehrs Benehmen so sehr die Ruhe behält.

Vermutlich fühlt sich aber auch Wasserziehr, wie Vitouch, als Speerspitze der Aufklärung. Was fehlt, ist freilich der Verweis auf den Papst, aber schließlich ist Wasserziehr ja nur Sportjournalist und kein Universitätsrektor. Da geht es auch ohne die höchste heilige Instanz.

Beispiel drei: „Wir“ sind „die Geiseln der Ungeimpften“

Eines klassischen Prinzips nicht nur des Corona-Populismus, sondern von Populismus überhaupt, bediente sich der „Spiegel“-Kolumnist Nikolaus Blome mit seinem am 8. November erschienenen Kommentar, der eine Überschrift trägt, die man nur mit dem Prädikat „reißerisch“ versehen kann: „Wir Geiseln der Ungeimpften“.

Es ist das Prinzip der Polarisierung schlechthin und lautet: „Wir“ gegen „die Anderen“. Allein schon der Titel der Kolumne drückt diesen Grundsatz klar und deutlich aus: Die Ungeimpften werden anscheinend gar nicht mal mehr als Leser des Textes in Erwägung gezogen, an sie ist er nicht einmal mehr gerichtet, so sehr werden sie schon als die „Anderen“, als die aus der Gesellschaft Ausgeschlossenen betrachtet. Sie kommen nur als die „Geiselnehmer“ des kollektiven „Wir“ vor. Dass sie selbst auch zu unserem „Wir“ dazugehören, das ist hier schon durch die Formulierung nicht mehr denkbar. Konsequent ist daher auch der folgende Satz des Textes, der die Spaltung in zwei „Wir“ vornimmt: „Die Minderheit der freiwillig Ungeimpften nimmt die Mehrheit der Geimpften in Haftung, ja, als Geisel.“

Nun bin ich selbst ein Geimpfter, aber ich wehre mich dagegen, mich unter eine solche populistische Lesart stellen zu lassen, die meine ungeimpften Freunde und mich auseinanderdividiert und mir einreden will, ich wäre von ihnen als Geisel genommen. Tatsächlich erkenne ich hier vielmehr das Bemühen des Autors, mich als Geimpften mit seiner verführerischen „Wir-Rhetorik“ in Geiselhaft zu nehmen und für seine Freund-Feindbild-Agitation zu vereinnahmen. (Ortwin Rosner, 6.12.2021)

Anmerkung der Redaktion: Dieser Artikel erschien ursprünglich am 6. Dezember 2021 auf derStandard.at, wurde aber wieder offline genommen. Die Veröffentlichung auf tkp.at erfolgt mit freundlicher Genehmigung von Ortwin Rosner.

Zum Thema

 

Fußnoten

¹ Hier dieser entscheidende Absatz des Rundmails von Vitouch in ganzer Länge:

Der Entschluss zu dieser Umstellung ist nicht Schikane, nicht Bosheit und nicht Spaltungslust. Er ist pure Vernunft. Die Lage ist alles andere als ersprießlich, es ist todernst. Die Impfung ist nicht perfekt, aber sie ist – auf strikt wissenschaftlicher Basis – das beste Präventionsinstrument, über das wir verfügen. Und es geht bei der Impfung selbstverständlich nicht allein um den eigenen Schutz, sondern ebenso sehr um den der anderen. Das ist an einem öffentlichen Ort wie der Universität, mit Tausenden Anwesenden Tag für Tag und deren intensivem Austausch, von herausgehobener Bedeutung. Der Papst ist übrigens auch dieser Auffassung (Impfung als „Akt der Nächstenliebe“); im Vatikan gilt seit Februar 2021 eine Impfpflicht. Jene, die all das kategorisch von sich weisen, müssen beizeiten beginnen darüber nachzudenken, ob eine Universität das Richtige für sie ist. Denn dass Universitäten für eine wissenschaftliche Weltauffassung einstehen versteht sich von selbst (Stichwort „Aufklärung“, https://de.wikipedia.org/wiki/Aufkl%C3%A4rung).

Demgegenüber sei darauf hingewiesen, dass nichts ist in den letzten Wochen und Monaten mehr ins Wanken gekommen, als die Behauptung, als Geimpfter schütze man auch die anderen. Denn Geimpfte verbreiten das Virus, und das wahrscheinlich sogar auf noch gefährlichere Weise als Ungeimpfte, in Form einer „unsichtbaren Welle“. Zu Näherem siehe hier unten bei den weiterführenden Links.

Dass der Vatikan sich in Bezug auf die Impfung für eine strenge Linie entschlossen hat, stimmt im Übrigen. Dass indes ein Rektor einer Universität in einem demokratischen Land, der von Aufklärung spricht, sich einen monarchisch regierten Kirchenstaat zum Vorbild genommen hat, befremdet.

² Um der Komplexität der Verhältnisse gerecht zu werden, müsste man eigentlich noch viel weiter ausholen. Tatsächlich nämlich ließe sich das Umgekehrte mit eben demselben Recht sagen: dass zur Wissenschaft auch immer wieder ein ambivalentes Verhältnis zur Aufklärung und Aufklärungskritik gehört haben.

Außerdem gehörte es traditionell ohnehin zur Aufklärung, in gewissen Schüben immer wieder sich selbst vernichtend zu kritisieren und quasi neu zu erfinden. Denn Aufklärung heißt nun einmal radikale Selbstreflexion und Selbstkritik. Wer aber dazu aufruft, einem bestimmten Bild der Aufklärung, vielleicht gar in Form eines Wikipedia-Artikels, sklavisch Folge zu leisten, gerade der hat sie schon verraten.

Ähnliches, wenn auch nicht ganz auf dieselbe Weise, gilt natürlich gleichfalls für das System Wissenschaft: Zwar sind die Behauptungen der verschiedenen Wissenschaften nicht beliebig, sondern müssen innerhalb eines gewissen, mehr oder weniger strengen, Regelsystems jeweils gut begründbar sein. Dennoch ist gute Wissenschaft zuerst einmal auch immer Selbstkritik gewesen, anders wäre Fortschritt gar nicht möglich gewesen. Wer aber einen bestimmten Erkenntnisstand fixiert und behauptet, jeder, der anderer Meinung sei, sei ein „Wissenschaftsleugner“, gerade der verrät Wissenschaft.

Links

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Gastbeiträge geben immer die Meinung des Autors wieder, nicht meine. Ich veröffentliche sie aber gerne, um ein vielfältigeres Bild zu geben. Die Leserinnen und Leser dieses Blogs sind auch in der Lage sich selbst ein Bild zu machen.

Ortwin Rosner, 1967, hat Germanistik und Philosophie in Wien studiert, wo er auch 2006 im Peter Lang Verlag seine Diplomarbeit mit dem Titel „Körper und Diskurs. Zur Thematisierung des Unbewussten in der Literatur anhand von E. T. A. Hoffmanns Sandmann“ veröffentlichte.

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6 Kommentare

  1. Luis 13. Dezember 2021 at 17:48Antworten

    Nikolaus Blome hat sich selbst in Geisel genommen durch die Impfung.Der merkt nichts mehr.

    • Hans im Glück 13. Dezember 2021 at 18:30Antworten

      A.U.
      13. Dezember 2021 um 10:41 Uhr

      Ich finde Ihren Kommentar gleichermaßen geistreich, wie berechtigt. Dieser Blog „leidet“ m.E. schon darunter, dass neben wirklich fundierten Beiträgen sehr viel Verschwörungstheorie unterwegs ist. Dadurch wird der Blog für mich quasi unverlinkbar. Wenn ich einem Arbeitskollegen diese Seite verlinke und er landet bei Homöopathie und Uschi Beiträgen, dann wird er mir persönlich den Aluhut aufsetzen.

  2. Eva 13. Dezember 2021 at 14:05Antworten

    Gut geschrieben! Wirklich. Aber bei dem gegenwärtigen Tempo, ist das Gebot der Stunde inzwischen endokrinologisch, ist Seelennahrung! Wir sind nicht “gesunken”, wir sind wund. Wund durch die Spaltungen bis ins Mark der Familien.
    In diesem Zustand schaltet der stärkste, der Überlebenstrieb, unser Denken ab. Automatisch!
    Denken schaltet nicht ein, solange unser erstes Grundbedürfnis nicht gedeckt ist. Das ist der Belohnungshormonspiegel!
    Er ist die Basis unseres Überlebens schlechthin und Einigkeit und Gemeinschaft ist seine ERSTE Voraussetzung.
    Die Voraussetzung, um sich überhaupt mit etwas kritisch „auseinandersetzen“ zu können, ist die feste Verankerung in einer Zugehörigkeit. Das ist ’Hardware’, das sind Neuronen, ein physischer Mechanismus im Gehirn, der POLAR verankerte Gruppen zwingend immer weiter auseinander treibt. Denn unter der Bedrohung eines Feindbilds, kann auch die hervorragendste Klärung nur als „kompliziert/störend“ auf spontane Ablehnung stoßen, weil das Organ welches denkt ist physisch ’aus der Steckdose’ gezogen!
    Das ist genauso, wie wenn du dir den Magen so sehr verdorben hast, dass dir beim bloßen Anblick von Essen übel wird. Da nutzt auch dein Lieblingsgericht nichts.
    In dem Zustand kann niemand irgendwas „verstehen“. Schon bei dem bloßen Ansatz einer logischen Erklärung kommt’s jetzt den meisten hoch!

    NUR was EMOTIONAL überbrückt im Sinne von „S-C-H-W-A-M-M D-R-Ü-B-E-R !“ kann den Fight&Fight Modus und damit diese Spaltung überwinden. Das wurde mit dem Narrativ versucht „Alle impfen! Dann gehören wir wieder zusammen und alles ist gut“.

    Der Fight&Flight Modus spricht aber stärker auf Bedrohung als auf Erlösung an.
    Auf dem Feld umfallende Sportler zu sehen und gleichzeitig das Wort „ZWANG“-simpfung zu hören, erreicht ihn, schaltet ihn hoch.
    Die SENSORISCHEN Trigger überholen die Gedanken im Flug:
    derzeit geben die Fronten sich ihr Stelldichein in Form von archetypischen Signalworten und Signalbildern!
    Plakatieren wir neben den fallenden Sportlern Statistik-Tafeln
    https://itongue.eu/english-learning-for-german-speakers
    und errichten wir Fanfaren echter Verbundenheit in der anderen Waagschale:
    EIN Wille, EIN Ziel! Das ist unsere Liebe zum LEBEN!

    SCHNURZ-PIEP-EGAL ob geimpft oder ungeimpft!
    Nur der ZUSAMMENHALT führt da raus!

    LIEBE zum LEBEN kennt
    keine SP-alt-uNG

    GEMEINSAM,
    nur
    GEMEINSAM
    sind wir
    STARK!

    Beim Sprech-Chor “Libertée pour l’Autriche!” (Freiheit für Österreich!) schießen die Freudentränen hoch:
    Ja! EINE Menschheit! KEINE Grenzen! EIN Wille!
    instinktiv, urwüchsig, ur-mächtig wie aus einer Kehle : uns eint unsere LIEBE zum LEBEN!
    https://www.facebook.com/boris.loukanov/videos/384779329999180

    Das ist jetzt die Kommunikations-Ebene. Danach kommt dann auch die Fähigkeit zu denken wieder.

    Ich hoffe mit einemkleinen Tipp Ihre schriftstellerische Genialität frisch anzuspornen!

  3. A.U. 13. Dezember 2021 at 10:41Antworten

    Ich finde den Aufhänger dieser Trilogie hier auf tkp.at ehrlich gesagt sehr unglücklich. Das kann schon sein, dass die Essays von O. Rosner auch die „Agenda finanzkräftiger Eliten durchkreuzt“ haben. Das ist aber erstens reine Spekulation, die den Beitrag unnötigerweise dem Verdacht der „Verschwörungsschwurbelei“ aussetzt und ohne Notwendigkeit angreifbar macht. Zweitens ist das Thema der Texte Rosners ein ganz anderes und liegt wohl auch der Grund für die Zensur vor allem in dem, was Rosner ja so eindrucksvoll beschreibt: im Extremismus und einer zunehmenden Radikalisierung und Faschisierung der gesellschaftlichen Mitte, die vor dem Hintergrund der Impfdebatte vollends ihre hässliche Fratze zeigt. Es liegt auf der Hand, dass dem Standard und dessen „woken“ „links“liberalen Leserschaft nicht gefällt, was Rosner ihnen da quasi an ihnen selbst vorführt. Entsprechend abwehrend und aggressiv fällt die Reaktion darauf aus, bis hin zu offenkundigen, geradezu peinlichen Projektionen – etwa wenn Rosner dann vorgeworfen wird, er würde Impfskeptiker als „Tiere“ bezeichnen, wo er sich doch in Wahrheit auf die menschenverachtenden Aussagen eines Schallenberg bezieht und diese vehement kritisiert. Sehr viel blöder als der Standard kann man sich also gar nicht mehr anstellen beim verzweifelten Versuch, von der eigenen intellektuellen Verkommenheit abzulenken und den eigenen Extremismus auf andere zu projizieren.

    Ich würde daher dringend empfehlen, den Aufhänger bzw. Einleitungstext entsprechend zu ändern. Denn das ist es letztlich, worum es bei Rosner geht: um die Radikalisierung der „Vakzinisten“, insbesondere jenen aus der gesellschaftlichen (linksliberalen) Mitte. Eine solche Kontextualisierung wird daher Rosners Beiträgen bei weitem mehr gerecht als der Hinweis auf irgendwelche „Agenden finanzkräftiger Eliten“ (ohne dass deren Einfluss deshalb schon abzustreiten wäre).

    • Fritz Madersbacher 13. Dezember 2021 at 20:23Antworten

      @A.U.
      13. Dezember 2021 um 10:41 Uhr
      Ganz unglücklich gewählt ist der Aufhänger vielleicht nicht, man könnte ihn ob des Schwerpunkts der Ausführungen des von mir hochgeschätzten Herrn Rosner ergänzen: „Wie man den Hass auf die Ungeimpften gezüchtet hat – und wie man die ‚Wissenschaft‘ dafür missbraucht hat“.
      Irgendein x-beliebiger Rektor einer x-beliebigen österreichischen Universität und die „pure Vernunft“ – das endet gewöhnlich in einer Kollision mit einem Totalschaden – für den Rektor. Nicht erst seit Kants „Critique of Pure Reason“ (im Original natürlich „Kritik der reinen Vernunft“) sollte man nicht hochtrabend von „Vernunft“ schwadronieren, um ganz unvernünftige, im vorliegenden Falle niederträchtige Vorhaben zu „legitimieren“. Der betreffende Rektor reiht sich damit bei jenen Geisteszwergen („Experten“, „Wissenschafts“journaille, politisches Pandämonium aller Art) ein, die inbrünstig an eine „alternativlose Wissenschaft“ glauben, an deren „Habitus“ (Verfasstheit) Jahrhunderte Geistesgeschichte, Philosophie sowie Jahrzehnte an Wissenschaftstheorie offenbar spurlos vorbeigegangen sind.
      „Wissenschaft“ ist eben nicht ein in sich widersprüchliches, je nach politischer Opportunität verschieden auslegbares, wichtigtuerisches, das angepeilte Publikum hypnotisierendes Sammelsurium von unbewiesenen Behauptungen, Dogmen, „Geboten“ etc. samt einer nach bestimmten, allzu leicht durchschaubaren, fragwürdigen Interessen inaugurierten Anzahl von „Autoritäten“, die festlegen, was richtig und was falsch ist, heute so, morgen wieder ganz anders, und die sich mit Einwänden gegen ihre „Wissenschaft“ nicht auseinandersetzt, sondern sie mit allen zur Verfügung stehenden Machtmitteln abblockt und verteufelt, weil sie diesen Einwänden nichts entgegenzusetzen hat und mit ihnen völlig überfordert ist. Früher wurden solche missliebigen, mehr ihren empirischen Beobachtungen und logischen Argumenten verpflichteten Menschen als Häretiker gebrandmarkt und von einer Inquisition oder einer ähnlichen Einrichtung verfolgt.
      Diese „Wissenschaft“, durch welche sich beispielsweise auch das erwähnte Rektorlein berechtigt fühlt, Menschen schlicht und einfach zu unterdrücken, hat einen ausgeprägt esoterischen Charakter, ihre Behauptungen ergeben nur für jene Leute Sinn, die devot an ihre dubiosen Grundannahmen glauben. Das Rektorlein ist übrigens „Kognitionswissenschaftler“, sein eigenes Kognitionsproblem mit der Realität nimmt er natürlich nicht wahr (der Balken im eigenen Auge …)
      Der Glaube an diese „alternativlose Wissenschaft“ schwindet allerdings von Tag zu Tag, aufgrund ihrer immer deutlicher zutage tretenden Widersprüche und Absurditäten, noch mehr aber aufgrund ihrer irreversiblen, jedem Aberglauben eignenden Verbohrtheit, mit der sie den Menschen – sowohl den an sie Glaubenden als auch ihren Kontrahenten – das Leben unerträglich macht. Der Tag ist nicht mehr weit, an dem das Treiben dieser Quälgeister samt ihrer Protegés und Papageien in Politik und Journaille beendet sein wird, ihre menschen- und gesellschaftsfeindlichen „Weisheiten“ in ein Geschichtenbuch zur Scharlatanerie übergeben werden und das Tor zu einem Handeln nach „purer Vernunft“ aufgestossen wird (wozu auch die sorgfältige Diskussion wissenschaftlicher Erkenntnise gehört) …

  4. vguenzler 13. Dezember 2021 at 8:39Antworten

    Das Schlimmste ist, dass man etabliertes Wissen ignoriert. Spätestens seit der Erforschung der Kinderlähmung Mitte des 20. Jahrhunderts kennt man den Begriff der „asymptomatischen Transmission,“ d.h. Verbreitung des Virus durch Infizierte, die selbst keine Krankheitssymptome entwickeln. Bei der Kinderlähmung gehört das zum Krankheitsbild. Bei Covid-19 kann das möglicherweise ein Nebeneffekt der Impfung sein.

    Spätestens seit der Kinderlähmung weiß man auch, dass durch Spritzen keine effektive Immunität auf der Schleimhaut erzeugt werden kann. (kein Zufall, dass man da auf die Schluckimpfung gesetzt hat). Weil die Schleimhaut ihr eigenes Immunsystem hat, das lokal stimuliert werden muss, muss der Impfstoff quasi „von innen“ an die Schleimhaut herangetragen werden, um eine Reaktion auszulösen. Nach einem vorläufigen Bericht ist das nur nach der ersten Impfung der Fall, aber nicht mehr nach der zweiten. Das ist leicht zu verstehen: vor der ersten Impfung sind noch keine neutralisierenden Antikörper im Blut vorhanden, und der Impfstoff kann sich frei im Körper verteilen. Nach der Impfung bilden sich aber neutralisierende Antikörper aus, die den Impfstoff abfangen, bevor er sich im Körper verteilen kann. Die Auffrischung auf der Schleimhaut unterbleibt. Mit jedem Booster wird der Impfstoff effektiver abgefangen, weil ja der Blut-Antikörperspiegel steigt. Man ist selbst immer besser gegen schwere Verläufe geschützt, aber nicht vor einer Besiedelung der Schleimhäute und vor der Fähigkeit, das Virus weiterzugeben, Die Strategie, mit immer neuen Booster-Spritzen die Besiedelung der Schleimhäute verhindern zu wollen, ist also von vornherein zum Scheitern verurteilt, .

    Wie gesagt, das ist alles im Zusammenhang mit der Kinderlähmung erworbenes Wissen. Wenn man doch wenigstens sagen könnte, das Rad würde neu erfunden, aber man erkennt es offenbar nicht einmal mehr, oder will es nicht erkennen. Den Fall der sieben Südafrika-Touristen, die sich nach der dritten Impfung mit Omikron infiziert haben, hat man flugs so interpretiert, dass die Variante dem Impfstoff entgeht und dass man in Zukunft einen neuen Impfstoff braucht.

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