Nach PSG-Krawallen: Polizei-Streik in Paris

5. Juni 2026von 2,1 Minuten Lesezeit

Die Polizei im 8. Arrondissement von Paris hat am 3. Juni einen beispiellosen Streik begonnen. Weil sie sich von Politik und Justiz im Stich gelassen fühlt, reduziert sie nun ihre Tätigkeit: Sie fährt nur noch zu Notfällen.

Der Titelgewinn von PSG gegen Arsenal löste in Paris und anderen Städten Krawalle und Plünderungen aus – wie TKP berichtete. Auf den Champs-Élysées, rund um den Parc des Princes und in weiteren Vierteln kam es zu Plünderungen, brennenden Autos, Barrikaden und Angriffen mit Feuerwerkskörpern und selbstgebauten Bomben. Die Bilanz: landesweit rund 890 Festnahmen, fast 200 verletzte Polizisten – einige schwer – sowie einen Toten.

In Paris allein waren etwa 8.000 Beamte im Einsatz. Innenministerium und Polizei versuchten zu relativieren, es sei „alles unter Kontrolle“ gewesen. Die Polizeigewerkschaften widersprechen: Die Lage sei „extrem ernst“ gewesen. Einige Bomben-Explosionen seien als versuchter Mord an Polizisten einzustufen.

Nun folgt ein Streik im prestigeträchtigen 8. Arrondissement – direkt neben dem Élysée-Palast. Der Streik folgt auf einen immer härteren Konflikt zwischen Polizei und Politik beziehungsweise Justiz. Mitte Mai waren zwei Zivilfahnder zu Bewährungsstrafen zwischen drei und zwölf Monaten verurteilt worden – wegen Misshandlungen während der Fußball-WM 2022.Zudem sitzen vier Polizisten in U-Haft wegen eines Einsatzes bei einem Ladendiebstahl. Viele Beamte sehen darin politisch motivierte Justiz, zumal die meisten Festnahmen nach dem PSG-Sieg per Schnellverfahren wieder aufgehoben wurden. „Die Werte sind komplett umgekehrt: Der Kriminelle wird geschützt, der Polizist verurteilt“, heißt es aus Polizeikreisen.

Die Gewerkschaften Alliance und Un1té unterstützen den Streik ausdrücklich. Ein Polizist wird mit den Worten zitiert: „Laurent Nuñez hat gelogen. Die Situation ist extrem ernst.“ Ein anderer: „Das ist politisch, die Präsidentschaftswahl rückt näher.“ Die Beamten fordern ein Ende der „Verlassenheit“: härtere Strafen für Krawallmacher, bessere Ausrüstung und keine weiteren Vorverurteilungen gegen Einsatzkräfte.

Ob der Streik ausgeweitet wird, ist noch offen. Bisher bleibt er auf das 8. Arrondissement beschränkt. Doch er ist schon jetzt historisch: Erstmals verweigern Pariser Polizisten nach schweren Krawallen systematisch den Dienst. Inzwischen treibt die Nachbetrachtung der Krawalle die Umfrageergebnisse der Le-Pen-Partei nach oben.

Bild „Rue du Louvre“ by svenwerk is licensed under CC BY-NC-ND 2.0.

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5 Kommentare

  1. Andreas_Sch. 6. Juni 2026 um 14:23 Uhr - Antworten

    Wie der Herr, so’s Gescherr! 🤗
    Ich Frage mich sowieso, wie sich in einem gesunden Jungen der Wunsch bilden kann, für westlich-woke Spinnereien uniformiert den Kopf hinzuhalten … Aber, wer sich selbst wenig wert ist, der merkt wahrscheinlich gar nicht wie bedauernswert lächerlich er sich macht.

  2. kimbuuu 6. Juni 2026 um 0:47 Uhr - Antworten

    Es gibt auch sehr krasse Fälle von Amtsmissbrauch von Polizisten. Sowas muss halt definitiv bestraft werden.

  3. Jurgen 5. Juni 2026 um 18:04 Uhr - Antworten

    Polizisten sind eben auch nur Menschen, die die Ordnung versuchen aufrecht zu halten…

    Allerdings könnte das, Nachtigall ick hör dir trapsen, auch ein erster/letzter Versuch der Makrone sein, die Militärkarte zu ziehen… Verzweifelte greifen nach jedem Strohhalm um an der Macht zu bleiben! Kann eben nicht jeder sich an den eigenen Haaren aus dem Sumpf ziehen wie ein Münchhausen :)

  4. Varus 5. Juni 2026 um 17:17 Uhr - Antworten

    Mitte Mai waren zwei Zivilfahnder zu Bewährungsstrafen zwischen drei und zwölf Monaten verurteilt worden – wegen Misshandlungen während der Fußball-WM 2022.

    Misshandlungen sind in einem Rechtsstaat immer noch strafbar. Wenn die Herrschaften nicht sitzen wollten, hätten die gesetzeskonform agieren sollen.

  5. 1150 5. Juni 2026 um 15:32 Uhr - Antworten

    diese weicheier sollten sich an der britischen polizei ein beispiel nehmen und autochthone franzosen verprügeln sollen dann bräuchten sie heute nicht rumheulen

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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