PSG gewinnt, Paris brennt: Was das über Europa und den Islam sagt

31. Mai 2026von 4 Minuten Lesezeit

Im Fußball hat Europa schon gegen die Muslimbrüder verloren. PSG Paris, das Katar gehört, gewann wieder die Champions League – und wie im Vorjahr wurde Paris daraufhin mit Krawallen, Plünderungen und Brandstiftung überzogen. Das sagt mehr über die Gesellschaft als über den Fußball.

Am Samstag verteidigte Paris Saint-Germain im Budapester Puskás-Aréna seinen Titel aus dem Vorjahr. Im Elfmeterschießen gegen Arsenal setzte sich der Klub durch – der zweite Champions-League-Triumph in Folge nach dem 5:0-Finalerfolg 2025 gegen Inter Mailand. Wie bereits 2025 artete die Siegesfeier sofort in Chaos aus: Brennende Autos, geplünderte Geschäfte, Gewalt gegen unbeteiligte Zivilisten, verletzte Polizisten und Festnahmen. 2025 hatte es sogar Todesfälle gegeben – TKP hatte berichtet. 

Vom Elitenklub zum Islam-Verein

Trotzdem hatte der Staat erneut keine Chance, den Mob unter Kontrolle zu bringen. Die Krawalle und PSG Paris selbst sagen viel mehr über die europäische – oder zumindest die französische – Gesellschaft aus als über Fußball selbst. PSG wird von Macron, den Medien und der linksliberalen Popkultur häufig als Vorbildverein porträtiert: Der Verein sorge sich um Integration und kulturelles Zusammenleben. Wie „vereint im Fußball“ (Leitspruch der UEFA) man wirklich ist, zeigt sich jeweils nach einem Champions-League-Finale.

Hinter PSG steht seit 2011 Qatar Sports Investments (QSI), ein Ableger des katarischen Staatsfonds. Die Katarer halten rund 87,5 Prozent der Anteile. Der Emir Tamim bin Hamad Al Thani hat bei großen Entscheidungen das letzte Wort. Nasser Al-Khelaifi, enger Vertrauter des Emirs, ist Präsident des Klubs. Katar hat mit PSG ein Prestigeprojekt geschaffen: Milliarden flossen in Stars, Infrastruktur und Image. Zugleich hat sich die Fankultur des Vereins grundlegend verändert.

PSG war 1970 als Eliteprojekt am Reißbrett entstanden. Kurz vor dem Einstieg Katars kämpfte der Verein vor allem mit Hooligans, gewaltbereiten nationalistischen Fans sowie Teilen der bürgerlichen Elite. Seit dem Einstieg Katars 2011 hat sich das Bild gewandelt. Die aktive Fangemeinde – besonders die Ultras und die jungen Fans aus den Banlieues – ist demografisch und kulturell deutlich muslimischer geprägt worden. Das zeigen sie auch offen und stolz: Seit Jahren entfalten sie große Banner mit palästinensischen Flaggen, „Free Palestine“-Aufschriften, Keffiyeh-Motiven und sogar Darstellungen der Al-Aqsa-Moschee. Dazu kommen arabische Chants, Ramadan-Posts und vereinzelt „Allahu Akbar“-Rufe. In Frankreich gilt PSG deshalb nicht selten als „Moslem-Verein“.

Das führt uns zurück zu Katar. Das Emirat gilt seit Jahrzehnten als einer der wichtigsten Förderer der Muslimbruderschaft. Es beherbergte jahrelang den geistlichen Führer Yusuf al-Qaradawi und finanzierte über Qatar Charity sowie andere Kanäle Moscheen, Schulen und Kulturzentren in Europa – vor allem in Frankreich. Nach Schätzungen flossen bis 2019 allein in die EU Hunderte Millionen Euro, hauptsächlich an muslimbruderschaftsnahe Projekte. Al Jazeera dient der Organisation als mediale Plattform. Katar bestreitet die Unterstützung militanter Arme der Muslimbruderschaft wie der Hamas, doch die Verbindungen zur internationalen Muslimbruderschaft sind bestens dokumentiert.

Die französische Elite und die Politik pflegen enge Beziehungen zu Katar. Das Emirat finanziert nicht nur PSG, sondern auch Immobilien, Universitäten und zivilgesellschaftliche Netzwerke in Paris und anderen Städten. Offiziell geht es um Integration und kulturellen Austausch. Kritiker und Sicherheitsbehörden sehen darin jedoch oft einen ideologischen Nährboden für Islamismus und Radikalisierung. Investitionen haben immer einen Hintergedanken: Den Islam weiter in Europa zu verankern und die europäische Gesellschaft mit der Religion zu durchdringen, so die islamkritische Beobachter.

Und genau diese „PSG-Jugend“ – muslimisch, zugewandert, aus den verarmten Banlieues – zog am Samstag als Mob durch die Pariser Straßen. Bei jedem großen Erfolg des Klubs wiederholen sich die Bilder: In Paris brennt es, in Doha wird in Ruhe der Titel gefeiert. Der Fußball ist längst zum Spielball des Kapitals geworden – mittlerweile dient er auch als Vehikel fremder Interessen. Das zeigt sich besonders deutlich bei PSG Paris.

Die Krawalle sind ein Symptom tieferer Probleme: kultureller Konflikte, wachsende islamistische Netzwerke und eine Elite, die sich über Geldgeber freut, ohne sich dafür zu interessieren, welche Ideologie diese sonst noch mitbringen (oder vielleicht den stärkeren Islam sogar im eigenen Interesse betrachtet). Französische Kritiker dieser Entwicklungen haben es oft nicht leicht: Ihre Einwände werden oft pauschal als „Zionismus“ abgetan und damit beiseite gewischt.

Europa hat die Champions League nicht mehr gewinnen können. Arsenal gehört dem US-Milliardär Stan Kroenke, Hauptsponsor ist die Fluglinie Emirates aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die wahren Sieger sind jedoch wieder die Muslimbrüder. Die Medien berichten indes fast ausschließlich über den sportlichen Erfolg von Paris – nicht über die politische Niederlage und den schleichenden Verlust nationaler Souveränität.


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9 Kommentare

  1. Fritz Madersbacher 31. Mai 2026 um 20:18 Uhr - Antworten

    „Im Fußball hat Europa schon gegen die Muslimbrüder verloren“

    Verstehen die mehr von Fußball als das christliche Abendland bzw. Europa mit seinem „christlich-jüdisch geprägten Weltbild“ (wie – mit beschämender Unwissenheit – unter großzügiger Auslassung des gewaltigen islamischen Einflusses behauptet wird)?
    Wenn man schon Fußball auf Religions- und Kulturkampf herunterbrechen will (oder aufgrund seiner Affekte/Emotionen muß), muß man offenbar seine Liebe zum Fußball zügeln, bevor man in depressivem Masochismus endet, oder man muß anti-islamische Fußballer mit der nötigen Kreuzritter-Mentalität heranzüchten, um den europäischen/christlich abendländischen Fußball vor dem Untergang zu retten …

    • Andreas_Sch. 2. Juni 2026 um 7:51 Uhr - Antworten

      Die Franzosen hatten doch schon früher herzliche Verbindungen zur Hohen Pforte, um ihre europäischen Konkurrenten im Schach zu halten und die „Christliche Seefahrt“ im Mittelmeer aufrecht zu erhalten. 🤔

  2. Varus 31. Mai 2026 um 15:24 Uhr - Antworten

    Ich verstehe die Beschwerden nicht – kürzlich wurde hier Emanuel Todd zitiert, dass Westler unbedingt Krieg wollen. Jetzt können die sich beliebig in Paris austoben.

  3. Jakob 31. Mai 2026 um 11:43 Uhr - Antworten

    Der internationale GroßSport ist schon lange zu einem politisch missbrauchtem Geschäft geworden.

  4. Hello 31. Mai 2026 um 10:58 Uhr - Antworten

    „Die aktive Fangemeinde – besonders die Ultras und die jungen Fans aus den Banlieues – ist demografisch und kulturell deutlich muslimischer geprägt worden.“

    Ich glaube, es war 2005 als Sarkozy (damals Innenminister) verkündete, man werde Banlieues mit dem Kärcher reinigen. Nach Protesten (so zumindest meine Erinnerung) später versprach er bessere Rahmenbedingungen und Bildung für diese Bevölkerung. Was ist seither geschehen? Ich habe den Eindruck: nichts. Gewalt wird scheint´s stets nur als Problem für die Ordnung gesehen und nicht als Ausdruck von geselschaftlichen Ungleichheiten und Benachteiligungen. Außerdem hat man dann schon wieder ein passendes Feindbild.

    • Toilettentieftaucher 31. Mai 2026 um 14:49 Uhr - Antworten

      wenn sich die kulturbereicherer ungleich und benachteiligt fühlen, steht es ihnen stets frei, die heimreise anzutreten.

      • Hello 31. Mai 2026 um 15:47 Uhr

        In Deutschland wurden „Kulturbereicherer“ ins Land geholt, um in den Fabriken zu arbeiten. Das wird in Frankreich nicht viel anders gewesen sein. Die Kolonialgeschichte Frankreichs trug möglicherweise auch zu den vielen „Kulturbereicherern“ bei.

        Man kann natürlich „Kulturbereicherer“ ins Land holen, sie in der Gosse landen lassen und sie dann ewig hassen, oder ihnen Bildung und gesellschaftlichen Aufstieg ermöglichen. Aber dann wird es nichts mit dem Feindbild.

        Die Ausländerproblematik mit gewaltbereiten Ausländern, die wir konkret haben, will ich dabei nicht beschönigen. Wenn sich allerdings Regierungen damit hervortun, dass sie Ausländer abschieben, dann sind es oft oder meist solche Ausländer, die gut integriert sind, denn die findet man leicht mit Wohn- und Arbeitsadresse.

      • Der Zivilist 31. Mai 2026 um 18:29 Uhr

        Die Jungs fahren abends mit öffentlichen Verkehrsmitteln heim, in die Banlieues, wo sie geboren sind.

      • Varus 31. Mai 2026 um 20:12 Uhr

        Auch ich bin mit der Obrigkeit unzufrieden, muss ich raus? An den TKP-Artikeln merke ich ebenfalls mangelnde Obrigkeit-Begeisterung, soll die Redaktion wegziehen?

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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