
Ukraine-Drohne explodiert in rumänischem Hafen
Eine Unterwasser-Drohne aus der Ukraine sorgte für eine massive Explosion am rumänischen Hafen von Kostanza. Die EU gibt allerdings nicht der Ukraine, sondern Russland die Schuld.
Eine schwere Explosion erschütterte am Freitagmorgen den rumänischen Schwarzmeerhafen Constanța (deutsch: Kostanza). Laut dem rumänischen Verteidigungsministerium detonierte eine Marine-Drohne vom Typ, wie er in der Ukraine eingesetzt wird – eine sogenannte „Unterwasser-“ oder genauer „Marine-Drohne“ (USV), die offenbar zum Zünden programmiert war. Drei weitere ähnliche Drohnen wurden in der Umgebung entdeckt. Das Gelände wurde weiträumig abgesperrt, es gab keine Verletzten.
Rumänische Medien berichteten unter Bezugnahme auf das Militärkommando, dass es sich um eine MAGURA-Meeresdrohne handelte. Andere Analysen sprechen von einer R-3000-Drohne, die mit einer ungewöhnlich hohen Anzahl an Anti-Drohnen-Systemen ausgestattet ist. Auch diese Drohne wäre jedoch ukrainisch. Die ukrainische Marine hat dies bereits bestätigt. Sie erklärte, dass die Drohne ihre eigene war. Verantwortlich machte man aber Russland. Demnach sei die Drohne von der russischen Armee außer Gefecht gesetzt worden und dann abgedriftet. „Wir haben die rumänischen Behörden kontaktiert, um Opfer zu vermeiden“, meldete man weiter.
Von einem bewussten Angriff der Ukraine auf Rumänien zu schreiben wäre also übertrieben. Allerdings: Was würden die NATO-Medien schreiben, wenn eine russische Drohne unabsichtlich eine massive Explosion auf NATO-Gebiet auslöst?
Es reicht sogar eine ukrainische Drohne. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas sowie Ursula von der Leyen rührten umgehend die Kriegstrommel.
Kaja Kallas: „Die ultimative Verantwortung für das Geschehene liegt allein bei Russland. Moskau kann diesen Krieg jederzeit beenden.“
Ursula von der Leyen: „Das ist eine direkte Folge des russischen Krieges gegen die Ukraine. Es wird zunehmend zu einer direkten Bedrohung für die Länder an unserer Ostgrenze. Unsere Solidarität mit jedem Mitgliedstaat, der diesen Bedrohungen ausgesetzt ist, ist unerschütterlich.“ In einer weiteren Stellungnahme fügte sie hinzu, Russlands „Angriffskrieg“ habe „eine weitere Linie überschritten“.
Welche Linie das ist, wenn eine ukrainische Drohne eine Explosion verursacht, erklärte sie nicht.
🚨🇷🇴🇺🇦 A Romanian military commander reported that the drone was a Ukrainian MAGURA maritime drone that exploded at berths 77–78 in the Port of Constanța today.
If the drone is Ukrainian and not Russian, that changes everything. The same thing happened in Poland 2 years ago, and… https://t.co/BG2DDdrR1b
— Mario Nawfal (@MarioNawfal) June 5, 2026
Rumänien könnte durchaus auf kollektive Verteidigung und Artikel 5 pochen, wenn es sich um einen Angriff handelte – allerdings maximal gegen die Ukraine. Die EU lenkt jedoch umgehend alle Narrative konsequent auf Russland um, damit diese Frage gar nicht erst aufkommt. Eine ukrainische Drohne auf rumänischem Boden wird nicht als Aggression gewertet, sondern als „Spillover-Effekt“ des russischen Krieges.
Bemerkenswert ist auch, dass sich der Vorfall nur eine Woche nach einem anderen Drohnen-Zwischenfall in Rumänien ereignet hat.
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