Raubbau für den „Klimaschutz“: Wie für Windparks der Amazonas vernichtet wird

29. August 2026von 3,6 Minuten Lesezeit

Die „grüne“ Energiewende hat ein weiteres schmutziges Geheimnis: Für die Rotorblätter von Windturbinen wird massenhaft Balsa-Holz aus dem Amazonas-Regenwald benötigt – und die Nachfrage treibt illegale Abholzungen an.

Laut lokalen Berichten sind die Exporte von Balsa-Holz aus Ecuador, dem mit Abstand wichtigsten Produzenten, von 218 Millionen US-Dollar im Jahr 2024 auf 301 Millionen US-Dollar im Jahr 2025 gestiegen – ein Plus von rund 38 Prozent. Das berichtet Chris Morrison im Daily Sceptic. Um die Welt vor dem angeblichen „Verbrennen“ zu bewahren, werden intakte Regenwälder des Amazonas gerodet. Ecuador liefert mindestens 70 Prozent des weltweiten Balsa-Holzes, China nimmt über die Hälfte davon ab, da es die globale Windturbinen-Produktion dominiert.nSchätzungsweise die Hälfte der gesamten Balsa-Produktion fließt in Turbinenblätter. Jedes Rotorblatt besteht zu etwa 7 Prozent aus Balsa; ein Satz von drei Blättern kann bis zu 40 Bäume verbrauchen.

Balsa: Das „grüne“ Gold aus dem Regenwald

Warum ist dieses Holz so begehrt? Balsaholz ist leicht und dennoch extrem belastbar. Trotz der Existenz von Schaumstoff-Alternativen bleibt es das Material der Wahl für die modernen, riesigen Offshore-Windkraftanlagen – jene 15-MW-Monster, die fast so hoch sind wie der Eiffelturm. Laut einem Bericht von Mordor Intelligence verlieren Schaumstoffe unter extremen maritimen Bedingungen oft an Steifigkeit, weshalb die Industrie nicht auf das Naturprodukt aus den Tropen verzichten will.

Doch die nachhaltigen Plantagen können den Hunger der Windkraft-Industrie längst nicht mehr stillen. Die Folge: Die Holzfäller weichen in die unberührten, geschützten Regenwälder aus.

Eine halbe Million Bäume – jedes Jahr

Schätzungen zufolge werden jährlich etwa eine halbe Million ausgewachsener Balsabäume illegal gefällt, nur um den Bedarf der Rotorblatt-Hersteller zu decken. Da ein einzelner Satz von drei Rotorblättern bis zu 40 Bäume verschlingen kann, ist das Ausmaß der Zerstörung gigantisch.

Eine vernichtende Studie der Environment Investigation Agency (EIA) aus dem Jahr 2024 legte bereits offen, dass die ecuadorianischen Exporte durch illegalen Raubbau in Urwäldern um bis zu 50 Prozent in die Höhe getrieben wurden. Die Ermittler stellten fest, dass Exporteure natürliche Wälder als „bequemen und sofortigen Ersatz“ nutzten, sobald die Plantagen leergeräumt waren. Und das in Gebieten, die eigentlich als einzigartige, geschützte Indigenen-Territorien gelten sollten.

Im Bild oben zu sehen: Abgeholzter und niedergebrannter Regenwald, der im brasilianischen Amazonasgebiet, wo die Rinderzucht die Hauptursache für die Entwaldung ist, in eine Rinderfarm umgewandelt wurde

Die „Faktenchecker“-Show

Natürlich bleibt ein solcher Skandal nicht unbeantwortet. Wenn die „grüne“ Erzählung ins Wanken gerät, rücken sofort die sogenannten „Faktenchecker“ aus. Die vom Green Blob finanzierte Organisation Science Feedback versuchte kürzlich, die Kritik abzuwiegeln. Ihr Argument: Ja, illegaler Holzeinschlag sei ein Problem, aber der „Hauptgrund“ für die Entwaldung sei die Landwirtschaft, nicht die Windkraft.

Das ist die klassische Ablenkungs-Taktik: Wenn man die Zerstörung nicht leugnen kann, relativiert man sie, indem man auf andere Übeltäter zeigt. Doch das ändert nichts an der Tatsache, dass ein signifikanter Teil der globalen Windindustrie heute direkt vom illegalen Raubbau am Amazonas abhängt.

Das blinde Auge der Klimaschützer

Einen weltweiten Aufschrei würde es geben, wenn Ölkonzerne für ihre Bohrplattformen in diesem Ausmaß den Regenwald plündern würden. Doch wenn es im Namen der „Energiewende“ geschieht, ist das Schweigen der Politik und der Medien absolut. Man schaut weg.

Vielleicht sollten wir künftig an jede Windturbine eine kleine Plakette anbringen: „Diese Anlage wurde ermöglicht durch 20 illegal im Amazonas gefällte Bäume. Danke, dass Sie uns helfen, die Erde vor dem Verbrennen zu retten.“

Die Doppelmoral dieser „grünen“ Revolution ist mittlerweile kaum noch zu überbieten. Die Zerstörung der Natur für den „Naturschutz“ ist zum Markenzeichen der heutigen Industriepolitik geworden – und der Amazonas-Regenwald zahlt den Preis dafür, dass hierzulande die Windkraft-Unternehmen fette Profite einfahren, die noch dazu zu einem guten Teil aus Steuern stammen.

Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇

Bild: Phototreat/Getty Images, Canva

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