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Politik

NATO-Manöver nahe Kaliningrad

4 Kommentare 25. August 2026 3 Minuten Lesezeit von Thomas Oysmüller

Mitte August 2026 wurden intensive NATO-Luft- und Bodenaktivitäten über Nordostpolen und den baltischen Staaten nahe der russischen Exklave Kaliningrad beobachtet. Die NATO führte ein Manöver durch. Sollte ein Angriff auf Kaliningrad geprobt werden?

Ein NATO-Manöver im Baltikum sorgt für Aufsehen. Die Übung, offenbar von den USA angeführt, involvierte F-35-Kampfjets (unter anderem aus dem britischen Lakenheath), norwegische Maschinen, NATO-AWACS (E-3A Sentry), Tankflugzeuge und die neue US-Elektronikkriegsmaschine EA-37B Compass Call. Diese kreiste westlich von Kaliningrad und kartierte offenbar das elektromagnetische Umfeld – Systeme, die im Konfliktfall Radar, Kommunikation und Führung stören sollen. Polnische Bodeneinheiten waren ebenfalls eingebunden; Schätzungen sprachen von 25 bis 50 Flugzeugen.

Polens Operatives Kommando und NATO-Sprecher betonten, es handele sich um geplante, routinemäßige Manöver zur Stärkung der Interoperabilität und der Verteidigungsfähigkeiten. „Alliierte schärfen kontinuierlich ihre defensiven Fähigkeiten“, erklärte ein SHAPE-Sprecher. Eine rein defensive Übung. Die Aktivitäten liefen parallel zu den Missionen Eastern Sentry und Baltic Sentry und standen laut offizieller Darstellung in keinem direkten Zusammenhang mit russischen Flugbewegungen.

Aber nicht nur das Timing ist brisant. Kurz zuvor hatte das deutsche Blatt Bild Details zu einem „NATO Land Warfighting Concept“ veröffentlicht. Der Schlachtplan sieht vor, wie man „im Fall eines russischen Angriffs auf die baltischen Staaten“ vorgehen wird. Die NATO gibt sich in ihren Plänen stets als defensiver Akteur – was Kritiker bezweifeln. Im Plan ist vorgesehen, dass russische Raketen- und Luftabwehrsysteme – auch in Kaliningrad – rasch ausgeschaltet werden. Dann soll eine „autonome Zone“ mit Drohnen und Robotern entlang der Grenze zu Russland und Weißrussland errichtet und gegebenenfalls Logistikziele in der Tiefe angegriffen werden. NATO-Experten rasseln mit den Säbeln: „Wenn es Probleme gibt, dann schalten wir euch das Licht als Erstes in Kaliningrad aus.“

Russland hat in eigenen Übungen (etwa Zapad) Szenarien rund um die Region trainiert und wirft der NATO seit Längerem vor, die Einnahme oder Blockade Kaliningrads zu proben. Westliche Kommandeure wie US-General Christopher Donahue betonen umgekehrt sehr offen, dass man die Exklave sehr schnell neutralisieren könne.

Kritiker – darunter die Stimme von von Lost in EUrope – sehen in den aktuellen Flügen eine Eskalationsspirale: Nach ukrainischen Angriffen in der Tiefe Russlands drehe nun auch die NATO an der Schraube und übe offensive Szenarien „all in“.

Formal bleiben die Manöver defensiv, doch die Kombination aus spezialisierten elektronischen Kampfflugzeugen, der Nähe zur Exklave und den parallelen Konzeptpapieren hat eine andere symbolische Wirkung: Die Stärkung der Verteidigung kann schnell als potenzielle Offensivplanung verstanden werden. Vor allem von jenen, die die NATO nicht als rein defensives Bündnis verstehen.

Bild KI

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4 Kommentare

  1. lotus998dc2ac81f3
    Antworten

    Vor allem von jenen, die die NATO nicht als rein defensives Bündnis verstehen……
    Gibt’s auch andere? Wo?

  2. Andreas_Sch.
    Antworten

    Die NATO „gewinnt“ Manöver über Manöver – entscheidend allerdings sind gewonnene Schlachten!

  3. VerarmterAdel
    Antworten

    Nur zur Erinnerung: die russische Exklave Kaliningrad (Königsberg) ist Teil des immer noch existierenden aber nicht handlungsfähigen Deutschen Reichs. Andere Teile des Deutschen Reichs sind unter der Fremdverwaltung anderer Länder.

  4. Jochen Mitschka
    Antworten

    Ich sag mal so … auf Grund der Übungen weiß Russland, was er im Fall eines „präventiven Verteidigungsschlages“ (frei nach USA/Israel) in der NATO zerstören muss, damit der Angriff auf die Enklave nicht gelingt ;-)

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