„Sharkzilla“ vor New York: Mutanten-Theorie um nuklearen Abfall widerlegt

1. August 2026von 2,6 Minuten Lesezeit

Vor der Küste von Long Island sorgen seit 2025 mysteriöse Bisswunden an Meeresbewohnern für Aufsehen. Ein Biologe vermutete einen besonders aggressiven Raubfisch, vielleicht sogar einen mutierten Haifisch.

Vor New York stehen Meeresbiologen vor einem Rätsel: Ein Buckelwal trug eine 61 Zentimeter große Wunde, eine graue Robbe eine 56 Zentimeter lange Verletzung, und ein 180 Kilogramm schwerer Thunfisch wurde regelrecht zerrissen. Es ist nicht die erste Wunde dieser Art, die man sich nur schwer erklären kann.

Der Meeresbiologe Craig O’Connell, der in Montauk, der besagten Küstenregion, arbeitet und bereits an über 40 „Shark Week“-Produktionen mitwirkte, startete im September 2025 eine Untersuchung. Er richtete den Blick auf den Hudson Canyon – eine unterseeische Schlucht etwa 160 Kilometer vor der Küste, die von 270 bis über 1200 Meter Tiefe abfällt. Dort hatte die US-Regierung in den späten 1960er-Jahren laut O’Connell rund 15.000 Fässer mit radioaktivem Abfall versenkt. Zehn Jahre später seien undichte Behälter entdeckt worden.

O’Connell spekulierte öffentlich: „Radioaktive Lecks könnten die Wildtiere beeinflussen, sogar die Spitzenprädatoren. Wenn Tiere nuklearem Abfall ausgesetzt sind, könnte das genetische Mutationen und abnormales Wachstum verursachen. Wenn dieses Raubtier genetisch verändert ist, könnte es schneller, stärker und tödlicher sein als jedes andere auf der Erde. Wir nennen es Sharkzilla.“ Diese These griff die Discovery-Channel-Serie „Sharkzilla Takes New York“ auf, die am 31. Juli 2026 im Rahmen der „Shark Week 2026“ ausgestrahlt wurde.

Das Versenken von radioaktivem Material im Atlantik ist dokumentiert. Zwischen 1946 und 1970 deponierten die USA an mehreren Standorten, darunter Gebiete nahe dem Hudson Canyon und dem Deepwater Dumpsite 106, zehntausende Behälter mit schwach- und mittelradioaktivem Abfall. Untersuchungen in den 1970er- und 1980er-Jahren fanden stellenweise erhöhte Werte von Nukliden wie Americium-241 in Sedimenten und einzelnen Fischen, doch insgesamt blieben die Konzentrationen meist im Bereich des globalen Fallouts aus Atombombentests. So die offiziellen Angaben.

O’Connells Team setzte Köderkameras in über 180 Metern Tiefe aus, beobachtete Weiße Haie und Mako-Haie und legte eine Delphin-Attrappe sowie einen „Blubber-Blaster“ aus, der das Platzen eines Walschwanzes imitierte. Schließlich tauchte ein fast 3,70 Meter langer weiblicher Mako-Hai auf. O’Connell markierte das Tier und nahm eine Gewebeprobe. Die Tracker-Daten passten zu den Angriffsorten. Labortests zeigten jedoch keine radioaktive Kontamination.

Stattdessen stellte sich heraus: Das Weibchen war trächtig und jagte intensiv, um die Embryonen zu ernähren. Mako-Haie können über 40 Stundenkilometer schnell sein und gehören zu den schnellsten Haiarten. O’Connell betonte, dass die Region früher für „Monsterhaie“ bekannt war, bis Überfischung die Bestände dezimierte. Nun deuten die Beobachtungen auf eine Rückkehr großer Exemplare hin. „All die Beweise sagen mir, dass diese großen Haie zurück sein könnten.“

Die spektakuläre Mutanten-Theorie erwies sich als spekulativ und widerlegt – kein „genetisch veränderter Nuklear-Monsterhai“ frisst Wale vor New York. Vielmehr handelt es sich um einen gesunden, besonders großen und hungrigen Mako-Haifisch.

Bild „Mako shark drawing“ by Dean John Lazzaro is licensed under CC BY 3.0.

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Ein Kommentar

  1. maxstirner 3. August 2026 um 20:37 Uhr - Antworten

    Na dann kriegen die vielleicht noch was vom Booster intus! Herrlich

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