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Wissenschaft

War der Juni 2026 wirklich der wärmste Juni aller Zeiten in Westeuropa?

5 Kommentare 10. Juli 2026 7 Minuten Lesezeit von Dr. Peter F. Mayer

ORF und andere Medien in Europa haben am 9. Juli 2026 groß verkündet: Der vergangene Juni sei der wärmste Juni in Westeuropa „aller Zeiten“ gewesen. Dahinter steht der EU-Klimadienst Copernicus. Klingt dramatisch. Ist es aber auch die Wahrheit?

Der EU-Klimadienst Copernicus vermeldet für Westeuropa den wärmsten Juni seit Aufzeichnungsbeginn. Zum Beispiel verbreitete der ORF die Meldung brav in der ZIB Flash vom 9. Juli 2026 und pimpte sie noch von „seit Messbeginn“ auf „alle Zeiten“ auf. Selbst wenn an manchen Orten neue Rekorde gefallen sind: Der Vergleichszeitraum von Copernicus sind die Jahre 1991–2020. „Seit jeher“ ist also mehr als irreführend. Vor 1880/1900 gab es keine flächendeckenden, standardisierten Messungen. Historische Warmphasen (z. B. Mittelalterliche Warmzeit oder die 1930er-Jahre) sind in den offiziellen „seit Beginn der Aufzeichnungen“-Vergleichen oft nicht enthalten.

Doch was steckt wirklich hinter solchen Rekordmeldungen? Ein genauerer Blick auf Methodik, Datenbasis und mediale Verwertungskette lohnt sich – insbesondere im Lichte der fundamentalen physikalischen Kritik, wie sie in der Arbeit von Cohler & Soon (2026) dargelegt ist.

Was Copernicus tatsächlich meldet

Laut den Daten des Copernicus Climate Change Service (C3S) erreichte die Durchschnittstemperatur in Westeuropa im Juni 2026 20,74 °C – das sind 3,06 °C über dem Durchschnitt der Referenzperiode 1991–2020. Global war es der zweitwärmste Juni, in Europa insgesamt ebenfalls der zweitwärmste.

Die Schlagzeile vom „wärmsten Juni aller Zeiten“ bezieht sich also ausschließlich auf die Region Westeuropa (definiert als Landflächen zwischen 11°W–15°O und 37°–55°N) – nicht auf den gesamten Kontinent und schon gar nicht auf den Globus. Bereits diese geografische Eingrenzung relativiert die Dramatik der Meldung erheblich.

Ich hatte in Kreta – also nicht in Westeuropa kühle 28 bis 29 Grad mit kalten Nächten unter 20 Grad, während es zuhause 39 Grad hatte. In in der ersten Juni Hälfte war eine ungewöhnlich kalt.

Die fundamentale physikalische Kritik: Es gibt keine globale Mitteltemperatur

Hier setzt, wie TKP berichtete, die vernichtende Analyse von Cohler & Soon (2026) in ihrer Arbeit „Dominance of Natural Atmospheric CO₂ Dynamics“ an. Der Kern ihrer Argumentation, der weit über die übliche methodische Detailkritik hinausgeht:

Eine physikalisch sinnvolle globale Mitteltemperatur der Erdoberfläche existiert nicht.

Dies ist kein semantischer Einwand, sondern eine thermodynamische Grundsatzfrage. Die Temperatur ist eine intensive Zustandsgröße – im Gegensatz zur Energie, einer extensiven Größe. Intensive Größen lassen sich nicht sinnvoll mitteln, wenn das zugrundeliegende System nicht im thermodynamischen Gleichgewicht steht.

Die Erdoberfläche mit ihren Wüsten, Ozeanen, Eisflächen, Regenwäldern und Gebirgen ist das Gegenteil eines Gleichgewichtssystems. Eine „Durchschnittstemperatur“ über derart heterogene Bedingungen zu bilden ist physikalisch etwa so sinnvoll wie die durchschnittliche Telefonnummer der Wiener Bevölkerung zu berechnen – man erhält eine Zahl, aber sie bedeutet nichts.

Was tatsächlich gemittelt wird

Was Copernicus, NASA, NOAA und alle anderen Klimadienste als „globale Mitteltemperatur“ ausgeben, ist in Wahrheit:

  • Eine statistische Rechengröße ohne physikalische Entsprechung in der realen Welt

  • Das Ergebnis eines Modellierungsprozesses (Reanalyse), nicht einer direkten Messung

  • Hochgradig abhängig von Interpolationsalgorithmen zwischen räumlich spärlichen und zeitlich lückenhaften Messpunkten

  • Systematisch verzerrt durch Homogenisierungsverfahren, die ältere Daten nach unten und neuere nach oben korrigieren

Die vermeldeten Temperaturanomalien von Zehntelgraden – etwa die 0,03 °C Unterschied zwischen dem zweit- und drittwärmsten Juni – liegen um Größenordnungen innerhalb der kumulativen Unsicherheiten dieses gesamten Konstrukts.

Die entscheidenden offenen Fragen

1. Seit wann genau wird gemessen?

Die Copernicus-Daten basieren auf dem ERA5-Reanalyse-Datensatz, dessen verlässliche Satellitenabdeckung im Wesentlichen seit 1979 besteht. Wenn also von „seit Aufzeichnungsbeginn“ die Rede ist, meint das – je nach verwendetem Datensatz – etwa 45 Jahre. Das ist ein Wimpernschlag in der Klimageschichte.

Die öffentliche Wahrnehmung wird jedoch systematisch in die Irre geführt: Der Begriff „aller Zeiten“ suggeriert dem Laien einen Zeitraum, der Jahrhunderte oder Jahrtausende umfasst. Tatsächlich geht es um Satellitendaten aus einigen Jahrzehnten, ergänzt durch zum Teil lückenhafte und inhomogene Bodenmessungen.

2. Der städtische Wärmeinseleffekt

Ein erheblicher Teil der Temperaturmessstationen befindet sich in oder nahe urbanen Gebieten. In den letzten Jahrzehnten hat die Versiegelung von Flächen, die Bebauungsdichte und die Abwärme aus Klimaanlagen massiv zugenommen. Der städtische Wärmeinseleffekt (Urban Heat Island) kann lokale Temperaturerhöhungen von mehreren Grad Celsius verursachen – völlig unabhängig vom globalen Klimageschehen.

Die Copernicus-Modelle versuchen diesen Effekt zwar herauszurechnen, doch die dafür verwendeten Korrekturalgorithmen sind alles andere als transparent und unterliegen erheblichen Unsicherheiten und Beeinflussungen durch die „Green Dealer“ der EU.

3. Die Homogenisierung der Daten

Temperaturdaten werden vor ihrer Verwendung in Klimamodellen umfangreichen Homogenisierungsverfahren unterzogen. Dabei werden ältere Messwerte tendenziell nach unten, neuere nach oben „angepasst“. Die Begründungen dafür – etwa Stationsverlegungen, Wechsel der Messgeräte oder Änderungen der Messzeiten – mögen im Einzelfall plausibel erscheinen. In der Summe führt dieses Verfahren jedoch zu der von den EU-Dealern gewünschten systematischen Verstärkung des Erwärmungstrends.

Kritische Wissenschaftler weisen seit Jahren darauf hin, dass die Rohdaten oft eine deutlich moderatere Erwärmung zeigen als die homogenisierten Endprodukte, die dann Eingang in die Schlagzeilen finden.

Cohler & Soon (2026): Die natürliche Dominanz der CO₂-Dynamik

Die Arbeit von Cohler & Soon geht noch einen entscheidenden Schritt weiter. Sie zeigen, dass die atmosphärische CO₂-Konzentration natürlichen Dynamiken folgt, die den menschengemachten Anteil in den Schatten stellen. Die Vorstellung, der Mensch könne durch seine Emissionen das globale Klima „steuern“, ist demnach nicht nur physikalisch naiv, sondern widerspricht den beobachteten Daten:

  • Die Residenzzeit von anthropogenem CO₂ in der Atmosphäre ist deutlich kürzer als in den IPCC-Modellen angenommen

  • Der Austausch mit den Ozeanen – dem mit Abstand größten Kohlenstoffspeicher – dominiert die atmosphärische CO₂-Konzentration

  • Natürliche Quellen und Senken übersteigen die menschlichen Emissionen um ein Vielfaches

  • Die Temperatur führt CO₂, nicht umgekehrt – eine seit den Eisbohrkern-Daten bekanntes, aber systematisch ignorierte Tatsache

Wenn aber die CO₂-Konzentration überwiegend natürlichen Schwankungen folgt und die „globale Mitteltemperatur“ eine physikalisch fragwürdige Rechengröße ist – was bleibt dann von der alarmistischen Erzählung übrig? Nichts als politisch motivierte Rekordlyrik.

Die mediale Verwertungskette

Die ZIB Flash des ORF vom 9. Juli steht exemplarisch für eine völlig unkritische Berichterstattung, die Pressemitteilungen von Copernicus eins zu eins durchreicht und sie noch mit darin nicht einmal enthaltenen Verdrehungen aufpimpt. Weder wird die kurze Datenbasis problematisiert, noch werden methodische Schwächen der Reanalyse-Daten erwähnt, noch kommen kritische Stimmen zu Wort – geschweige denn wird die fundamentale physikalische Frage gestellt, ob eine globale Mitteltemperatur überhaupt ein sinnvolles Konzept darstellt. Originell dabei war auch die Abkühlung der Temperatur in der Nacht nach dem ZIB Flash auf angenehme 12 Grad, die Durchschnittstemperatur des Tages also ungewöhnlich niedrig.

Dieses Muster wiederholt sich quer durch die gesamte Medienlandschaft: Al Jazeera, FAZ, SWR, Spektrum – alle übernehmen ungeprüft dieselbe Erzählung. Ein journalistisches Totalversagen, das an Staatspropaganda erinnert.

Die Meerestemperatur – ein oft übersehener Faktor

Copernicus meldet auch eine Rekord-Meerestemperatur von 20,86 °C außerhalb der Polarregionen. Auch hier gilt: Die systematische Erfassung der Meeresoberflächentemperaturen durch Satelliten begann erst Ende der 1970er Jahre. Zudem werden die Daten durch Schiffsmessungen ergänzt, deren Methodik sich über die Jahrzehnte mehrfach geändert hat – von Eimermessungen über Maschinenraum-Ansaugungen bis zu modernen Bojen.

Die Vergleichbarkeit über längere Zeiträume ist damit alles andere als gesichert. Und auch hier stellt sich dieselbe thermodynamische Grundfrage: Die Mittelung von Meerestemperaturen über tausende Kilometer und verschiedene Tiefen hinweg produziert eine Zahl – aber keine physikalische Realität.

Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇


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5 Kommentare

  1. MDGerlach
    Antworten

    Mit dem Klima kann man unendlich Angst erzeugen und die Menschen werden besser zum finanziellen Ausnehmen geführt…in Deutschland wird jetzt die CO2 Abgabe zu anderen Mitteln im Haushalt verwendet..daran kann man zu 100% sehen dass das alles nur show ist für neue Abzocke…..genauso wie die Autoabgase so schädlich für die Natur sind, aber an Autobahnen und Bundesstraßen wachsen Gras, Büsche und Bäume schnell und kräftig…..wenn es alles stimmt dann muss man das hier zu erst erkennen können…CO2 braucht man für die Pflanzen zum Überleben…..aber das lernt man eigentlich schon in der Schule….aber man kann die Bürger ja in der breiten Masse weiter belügen und ausnehmen….

  2. Dr. Rolf Lindner
    Antworten

    Ich würde einfach mal die Nachttemperaturen und die Zahl der Sommernächte vergleichen. Ich kann mich jedenfalls nicht an ein Juni erinnern, in welchem ich mehrmals die Heizung einschalten musste, obwohl ich auf einer Wärmeinsel wohne. Was sagen die Lanwirte?

  3. jilse2
    Antworten

    Ich habe mal nachgerechnet, um wie viel die „natuerlichen jaehrlichenCO2 Emissionen“ seit 1900 allein durch das Wachstum der Weltbevoelkerung gestiegen sind, und der Wert lag um 40% hoeher als die aktuellen jaehrlichen anthropogenen Co2 Emissionen. Wenn wir die Weltbevoelkerung um 4,8 Mrd Menschen reduzieren wuerden, wuerden die natuerlichen CO2 Emissionen ziemlich genau um die Menge reduziert, wie alle anthropogenen CO2 Emissionen weltweit zusammen ausmachen. Nein,das soll keine Aufforderung zum Massenmord sein sondern lediglich der Einordung der Zahlen ueber CO2 Emissionen und deren angeblichen Einfluss auf das Klima dienen …

  4. cse777
    Antworten

    Beim ORF bin ich mir immer nicht nicht ganz im klaren ob die fahrlässige Misinformation oder die vorsätzliche Disinformation die als seriös getarnte Berichterstattung dominiert.

  5. VerarmterAdel
    Antworten

    Alle Zeiten = von den Psychopathen der Klimamafia definierter Zeitraum mit frisierten Klimadaten

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