„Intelligence“ – das große Missverständnis

17. Juni 2026von 2,4 Minuten Lesezeit

„Intelligent“ ist in unserer Zeit die höchste Auszeichnung, die man jemandem zusprechen kann. Wichtiger als physische Stärke. Das englische Wort wird allerdings bei uns gründlich missverstanden, da es eine Doppelbedeutung hat. „Intelligence“ bedeutet zwar immer noch „Klugheit“, aber auch „gesammelte Informationen“: je geheimer, umso wertvoller.

Das Bedeutungsspektrum von „Intelligenz“ und „Intelligence“ weicht spätesten seit den 1960er Jahren voneinander ab. Während „Intelligenz“ lediglich die kluge Verarbeitung von Informationen (Verständnis, Erkenntnis) beinhaltet, meint „Intelligence“ nicht nur deren Verarbeitung, sondern auch die Akquisition von jeglichem Wissen. Und Wissen ist Macht, wogegen kluge Erkenntnisse und logisches Denken Menschen noch lange keine Vorteile verschaffen. Die „AI“ oder „KI“ simuliert Klugheit, in dem sie Informationen aufsaugt. Das dadurch zwangsläufige Missverständnis nutzt die angloamerikanische Lobby in deutschsprachigen Landen schamlos aus.

Die „CIA“ = Central Intelligence Agency ist kein Klub der klügsten Köpfe. Es ist ein Geheimdienst, der Informationen zum Vorteil der jeweiligen Machthaber sammelt. Der Name der Firma Intel lässt zwei Ableitungen mit unterschiedlicher Bedeutung zu. Einerseits die offizielle Erklärung aus der Übernahme von „Integrated Electronics“, andererseits aber auch die Abkürzung von „Intelligence“ = Spionage. Wo „Intel Inside“ draufsteht, ist Überwachung des Nutzers eine Option.

Bundesrepublikanische Bürger mit ostdeutscher Vergangenheit haben auch hier wieder einen Vorteil gegenüber ihren westdeutschen Mitbürgern. In der DDR gab es als Einrichtung des dortigen Kulturbundes die sogenannten Klubs der Intelligenz. Offiziell sollte damit in „Zentren offener geistiger Auseinandersetzung mit der Intelligenz“ das kulturelle Leben des neuen Staates entwickelt werden. Zum Ende des „Arbeiter- und Bauernstaates“ bestanden 1989 170 Klubs in allen größeren Städten mit jeweils zwischen 100 und über 2000 Mitgliedern.

Tatsächlich handelte es sich aber um Anziehungspunkte für denkende Menschen, die in der Gefahr standen, ihren Verstand zu gebrauchen, um der gewünschten Unmündigkeit zu entkommen. Unter der Vorspiegelung freier Diskussion und Begegnung begrüßte man in offiziellen Stellungnahmen der Klubs die Politik der Partei- und Staatsführung der DDR. Die Klubs waren eine Honigfalle der Staatssicherheit. Wie die KI heute.

Fazit:

Wenn sich heute der englische Sprachgebrauch nicht nur durch Wortübernahmen, sondern auch durch die Hintertür in die Begrifflichkeit einschleicht, ist es gut zu wissen, was eigentlich gemeint ist. Intelligenz ist immer auch synonym mit Spionage. „KI“ = menschenfreie Überwachung.

Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇

Bild von Jupi Lu auf Pixabay

Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der fixen Autoren von TKP wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.

Univ.-Doz.(Wien) Dr. med. Gerd Reuther ist Medizinaufklärer und Medizinhistoriker. Dr. Renate Reuther ist Historikerin. Zusammen haben sie vier Bücher verfasst.


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16 Kommentare

  1. Ostfreesland 17. Juni 2026 um 20:51 Uhr - Antworten

    Moin, moin ~
    nur eine „dumme“ Frage b.z.w. Bemerkung, obwohl es ja eigentlich nur „dumme“ Antworten gibt …
    Wer ist denn nun der „tatsächliche“ Autor dieses Beitrages: Herr Mayer oder Herr Reuther (?!?) …
    Irgendwas „stimmt“ da jedenfalls nicht, da zuvor oben zu lesen ist: »von Dr. Peter F. Mayer«, und unten: »Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der fixen Autoren von TKP wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.
    Univ.-Doz.(Wien) Dr. med. Gerd Reuther ist Medizinaufklärer und Medizinhistoriker. Dr. Renate Reuther ist Historikerin. Zusammen haben sie vier Bücher verfasst.« …
    => Bitte um Aufklärung & Korrektur …
    Herzlichst aus Ostfriesland ~

    • Jan 18. Juni 2026 um 0:04 Uhr - Antworten

      Der Artikel ist dem Stil nach von den Reuthers, Peter Mayer, der tkp Gründer, Eigentümer und Herausgeber, hat den Beitrag offenbar eingestellt und es in der Eile verabsäumt, in der Software den Author zu überschreiben!

  2. Andreas_Sch. 17. Juni 2026 um 18:59 Uhr - Antworten

    Das Zeug an Texten, das von „KI/AI“ produziert wird hat keinerlei Bedeutung – diese entsteht erst beim Rezipienten. Es ist eine Ansammlung von verfügbaren Informationen, die mittels Stochastik, gemessen an einer spezifischen Fragestellung, vorstrukturiert wurde – ähnlich einem Briefing bei einem Geheimdienst. Die Bedeutung entsteht auch hier erst, wenn eine Erkenntnis zu Handeln führt – beim Menschen. Genau wie Kriege nicht mit Spielzeug aller Art gewonnen werden, sondern „feet on the ground“, kann man zwar die Arbeit, wie man Deppendeutsch so schön sagt, zwar „outsourcen“, aber wirklich denken muss man dann doch schon noch selbst … 🤔

  3. Tabascoman 17. Juni 2026 um 14:08 Uhr - Antworten

    Als Notiz 28 schrieb ich auf meiner kleinen Webseite:

    Did CIA Director William Casey really say:

    „We’ll know our disinformation program is complete when everything the American public believes is false“

    (Unser Desinformationsprogramm ist erfüllt, sobald unsere Öffentlichkeit nur noch gefälschte Nachrichten glaubt)

    Der Spruch des damaligen CIA-Chefs ist bestätigt. Casey sagte ihn auf Ronald Regans Frage, was das nächste Ziel seiner Organisation sei!

    • therMOnukular 17. Juni 2026 um 14:57 Uhr - Antworten

      „Wir können sie nicht zwingen, die Wahrheit zu sagen, aber wir können sie zwingen, immer absurder zu lügen“.

      Ich liebe diesen Spruch für seine schlichte Wahrheit, die dadurch erst die Macht erhält, die er für mich ausstrahlt. Ein Blick in wertewestliche Qualitätsmedien genügt.

      Und worauf der feine Herr „Central Intelligence“ vergessen hat: lange bevor alles eine Lüge ist, glaubt der Mensch gar nichts mehr aus dieser Quelle. Man hat mit dieser OP also die Zahl derer multipliziert, die Staat und Diensten grundsätzlich misstrauen. Ersichtlich in jedem wertewestlichen Demokratie-Index.

      Operation gelungen – Arzt tot. ;))

  4. Daisy 17. Juni 2026 um 13:43 Uhr - Antworten

    inter legere
    zwischen den Zeilen „lesen“ (Buchstaben sammeln wie Erdäpfel). Der Begriff entstand, als man die Bibel aus dem Lateinischen übersetzte. Ich habe eine direkte Übersetzung aus dem Hebräischen…Bertelsmann Gütersloh. Sie ist anders….

    Im Engl. stehts für Spionagedienste und passt daher am besten zur KI.

    Dt. verwenden das Wort Verstand. Du stellst dich woanders hin, um den anderen zu verstehen…gefällt mir. Walk a mile in my shoes…indianische Erklärung, sehr ähnlich. Weswegen Karl May wohl auch nur von Dt. verstanden wird?

  5. therMOnukular 17. Juni 2026 um 12:46 Uhr - Antworten

    Intelligenz beschreibt den Weg vom Wissen zur Erkenntnis. Je kürzer dieser Weg, desto intelligenter das Wesen.

    • Der alte Marxist 17. Juni 2026 um 13:08 Uhr - Antworten

      Und wenn das „Wissen“
      Fake ist?

      • Jakob 17. Juni 2026 um 13:32 Uhr

        Würde „Intelligenz“ diesen Unterschied nicht bemerken?

      • therMOnukular 17. Juni 2026 um 13:35 Uhr

        Dann ist das „Fake!“ die Erkenntnis aus dem gesammelten „Wissen“, auf das der Intelligente nicht (oder nur kurz) hereinfällt, aber der Trottel eben schon (bzw. länger bis dauerhaft).
        Ich verstehe Ihren Einwand nicht. Wenn das Wissen bereits falsch ist, dann wird sich auch keine haltbare/funktionierende Erkenntnis einstellen, sondern das Individuum/die Forschungsgruppe etc. zu der Erkenntnis gelangen, dass da entweder noch etwas fehlt oder gar faul ist. Jede wissenschaftliche Entdeckung beruht auf der Erkenntnis über dann doch falsches/fehlerhaftes Wissen. Aus neuen Erkenntnissen heraus wird das Wissen aktualisiert und formt die neue Basis für neue Erkenntnisse…….

        Man könnte jetzt sagen, es gibt kein absolutes Wissen, also kann es auch keine wirkliche Erkenntnis geben – aber das entscheidet einfach der „Beobachtungsraum“. Genauso könnte man sagen, auch die Gravitation ist nicht absolut von uns erkannt (wir wissen zumindest bereits, dass in unserem Erklärungsmodell noch Widersprüche entstehen), aber wir kennen sie gut genug, dass wir in unserem Winkel des Universums (und unserem Erkenntnishorizont) bereits valide damit arbeiten können (zumindest das GPS funktioniert dank Einsteins Relativität, selbst wenn diese Theorie noch Fehler aufweist). Das GPS ist somit Folge einer Erkenntnis aus „falschem Wissen“.
        Also wo ist das Problem?

      • Der alte Marxist 17. Juni 2026 um 18:20 Uhr

        therMOnukular 17. Juni 2026 um 13:35 Uhr
        Einverstanden: „Jede wissenschaftliche Entdeckung beruht auf der Erkenntnis über dann doch falsches/fehlerhaftes Wissen. Aus neuen Erkenntnissen heraus wird das Wissen aktualisiert und formt die neue Basis für neue Erkenntnisse“. Dann besteht eben Intelligenz im Erkennen des falschen/fehlerhaften UND des richtigen Wissens – nicht in der Kürze des Weges vom Wissen zum Erkennen. Denn die neue Erkenntnis kann ja auch falsch sein…. Im Übrigen hängt richtig und falsch vom Standpunkt ab. Aus der Perspektive der Herrschenden ist ja Desinformation alles, was ihre Herrschaft in Frage stellt.

    • Stefan Otto 17. Juni 2026 um 16:30 Uhr - Antworten

      Ich erlaube mir hier kurz eine Anmerkung.
      “wir wissen zumindest bereits, dass in unserem Erklärungsmodell noch Widersprüche entstehen”
      Das wissen aber nur diejenigen, die fähig und gewillt sind über den Tellerrand hinaus zu schauen.
      Die folgebereiten ‘Intelligenten’ leugnen diesen Sachverhalt und erklären jeden zum Ketzer, der sie darauf hinweist.

      Man darf hier ja leider keine Videolinks posten. Aber falls es Sie interessiert, geben Sie doch bitte mal auf youtube “exposing scientific dogmas” und “Rupert Sheldrake” ein. Der Vortrag wurde von Derwissenschaft zensiert ist jedoch überaus amüsant und erhellend wie ich finde. (vermutlich deswegen die Zensur)
      Das Erklärungsmodell ist offensichtlich unvollständig, und möglicherweise fehlt etwas Essenzielles.

    • Jan 18. Juni 2026 um 0:12 Uhr - Antworten

      Das würde bedeuten, dass die Alten mehr Intelligenz hätten, weil ihr Weg länger war, von den Jungen aber nur manche, nämlich jene, die unter den Komparariv fallen. Das ist leider nicht, was wir sehen!

      Hier mein Versuch: Es gibt Intelligente und Schildbürger. Die Schildbürger sind in der Überzahl!

  6. Der alte Marxist 17. Juni 2026 um 12:14 Uhr - Antworten

    Der wesentlichste Aspekt von Intelligenz ist für mich die Identifikation von relevanten Daten in Bergen von Datenschrott. Die Verknüpfung der Daten ist sekundär – ganz unabhängig von der Sprachfassung.

  7. Jakob 17. Juni 2026 um 10:15 Uhr - Antworten

    „…. nutzt die angloamerikanische Lobby in deutschsprachigen Landen schamlos aus.“

    Es hat schon seinen Grund, warum Englisch und nicht etwa Italienisch, Serbokroatisch, Tschechisch, Slowakisch Pflichtfach in den Schulen ist.
    Die aufgezählten sind nichts weniger als unsere Nachbarn.
    Warum überhaupt ein Pflichtfach?

    Sprache ist mehr als nur Verständigungswerkzeug.
    Sprache wird durch das Denken, durch die Kultur, durch das Weltbild geprägt; prägt aber vice versa diese entsprechend mit.

    • therMOnukular 17. Juni 2026 um 12:52 Uhr - Antworten

      Darum gelten die alten Griechen als Erfinder von Wissenschaft und Philosophie: die griechische Sprache hat die Möglichkeit der Objektivierung geschaffen, sodass man auch sprachlich über das Denken an sich nachdenken konnte…

      Ist zumindest ein „Mythos“, der mir im Griechisch-Unterricht erklärt wurde. Ich wüsste aber zB zu gerne besser Bescheid, wie entwickelt Persisch damals bereits war…..

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